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Sünde des Schweigens
Verfasser: Rudolf Georg (1)
Verlag: Gmeiner (344)
VÖ: 11. September 2019
Genre: Kriminalroman (6340)
Seiten: 282
Themen: Anwälte (618), Entscheidungen (1537), Geiseln (71), Mali (6), Schweigen (174), Urlaub (690), Verdacht (576)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Im Mittelpunkt des Krimis steht ein junger Rechtsanwalt, der in einen schweren Gewissenskonflikt gestürzt wird. Sein Mandant und dessen Ehefrau gerieten während eines Abenteuerurlaubs in Geiselhaft; er kam zurück, sie starb. Langsam keimt in dem Anwalt ein ungeheuerlicher Verdacht auf, doch wie soll er sich zwischen der ihm von Gesetz auferlegten Schweigepflicht und seinem Gewissen entscheiden. Die Lösung, die er schließlich findet, ist gefährlich, denn sein Gegenspieler ist nicht zimperlich.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Rudolf Georg für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Rudolf Georg gibt es bei Facebook und bei Instagram.
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     »Sind wir auch«, konterte er. »Aber das stand damals alles in der Zeitung. Seitdem war der Alte so zufrieden, dass er nur noch von mir betreut werden wollte. So haben wir in den ganzen Jahren ein Verhältnis zueinander aufgebaut, in dem jeder dem anderen ehrlich die Meinung sagen kann, und wir wissen, was wir voneinander zu halten haben.« Während er sich auf den Verkehr konzentrierte, erhaschte er aus den Augenwinkeln ihren Gesichtsausdruck; sie hatte sich ihm zugewandt und sah ihn mit großen Augen an. »Ja, natürlich mache ich auch guten Umsatz mit ihm. Aber deshalb verbiege ich mich doch nicht. Er ist ein feiner Kerl, verlässlich, bodenständig und ... auch ein bisschen verschroben. Er hat so seine Marotten.«
     »Und erzkonservative Ansichten. Seine Familie dürfte ihn etwas anders charakterisieren als du«, warf Angelika ein.
     »Sagen wir es so: Er ist nicht ganz einfach; seinen Respekt muss man sich verdienen. Auch wenn man zur Familie gehört.«
     »Seine Tochter hat Brendle stets bevorzugt«, ließ ihn Angelika wissen. »Obwohl sie mit seinem Lebenswerk am liebsten gar nichts zu tun haben wollte. Sie fühlte sich von ihrem Vater ständig kontrolliert und eingeengt. Sie rebellierte auf ihre Weise.«
     »Und doch spielte ihr Bruder Guido stets nur die zweite Geige. Guidos Frau hat dies Margarete sehr übel genommen.«
     »Den Eindruck hatte ich auch«, bestätigte Angelika. »Sie wirkte auf mich heute so, als habe sie ihr Ziel erreicht, als stehe nun niemand mehr zwischen Guido und der Leitung des Unternehmens. Sie fühlt sich offenbar auch persönlich aufgewertet als Ehefrau des künftigen Chefs.«
     Joja arbeitete sich langsam durch den dichter werdenden Verkehr. Wahrscheinlich hatte es auf der Autobahn einen Unfall gegeben, und viele Autofahrer glaubten, auf Schleichwegen durch Stuttgart schneller zu ihrem Ziel zu kommen. Ein Irrglaube.
     »Und Schönfelder?«, nahm Joja das Gespräch wieder auf. »Wie passt er ins Bild? Sein Auftreten verträgt sich doch so gar nicht mit dem bescheidenen Habitus des Alten.«
     »Nein, überhaupt nicht. Manchmal habe ich gedacht, Margarete habe ihn nur geheiratet, um ihrem Vater eins auszuwischen. Dabei ergab das gar keinen Sinn. Einerseits wehrte sie sich gegen die Bevormundung durch ihren Vater, tat alles, um ihm zu zeigen, dass sie ihren eigenen Weg ging, und dann begab sie sich in die Abhängigkeit von Schönfelder. Das habe ich nie verstanden. Es war so inkonsequent.«
     Joja sah zu ihr hinüber, doch bevor er den Mund öffnen konnte, fuhr sie schnell fort: »Jetzt sag bloß nichts über ›weibliche Logik‹ oder ähnlichen Unsinn.«
     »So etwas wäre nie über meine Lippen gekommen.«
     Diesen Einwurf konnte er sich nicht verkneifen.
     »Es stimmt. Margarete wollte Distanz zu ihrem übermächtigen Vater schaffen. Sie ist ausgebrochen und hat ein Leben geführt, mit dem sie sich von ihm absetzte. Dazu gehörte für sie offenbar auch, einen Mann zu heiraten, mit dem ihr Vater nicht einverstanden sein konnte. Sie war innerlich so« – sie suchte nach dem passenden Wort – »so zerrissen. Nach dem Tod seiner Frau ist der Alte aber umgänglicher geworden, milder, kann man wohl sagen. Er hat die Nähe zu seiner Tochter gesucht und war froh, dass sie ihm zumindest ein Stück weit entgegenkam.«
     Angelikas letzte Worte hatten nachdenklich geklungen. Eine kurze Pause entstand, die sie zögerlich beendete: »Schönfelder ist wohl subtiler vorgegangen. Er hat Margarete geschickt manipuliert. Sie hat sich ihm nach und nach völlig untergeordnet und hat es vielleicht nicht einmal gemerkt, bis es zu spät war. – Furchtbar!«
     Das letzte Wort hing noch eine Weile im Raum. Joja war sich nicht sicher, ob es sich auf Margaretes Ehe oder auf ihr Ableben bezog; es passte auf beides. Angelika atmete hörbar ein und nahm den Faden wieder auf: »Aber ich muss zugeben, Schönfelder kann sehr charmant sein, auch wenner oft zu dick aufträgt. Er ist kein Mann für nur eine Frau.«
     »Das klingt nach einem Song von Roger Cicero!«
     »Aber das trifft’s wirklich. Es wurde gemunkelt, er habe Margarete nur des Geldes wegen geheiratet. Vom Ehegelübde soll er aber wenig gehalten haben. In der letzten Zeit muss er es übertrieben haben. Sie haben häufig miteinander gestritten, hat mir Margarete erzählt.«
     »Und der gemeinsame Sohn?«
     »Der arme Kerl! Schönfelder fühlt sich kein bisschen für ihn verantwortlich. Wenn Margarete nicht da war, hat sich der Alte um seinen Enkel gekümmert. Margarete hat trotz allem immer versucht, die Familie zusammenzuhalten; da haben sich die väterlichen Gene wohl doch durchgesetzt.«
     »Deshalb die gemeinsame Reise?«
     »Sie war naiv. Sie dachte, eine solche Reise zu einem exotischen Ziel könnte dazu beitragen, die Ehekrise zu überwinden. Es wirkte fast schon kitschig« – Angelika wechselte zu einem theatralischen Unterton – »wenn sie davon erzählte, wie diese Reise nach Mali ihr Verhältnis zu ihrem Ehemann wieder in Ordnung bringen sollte.«
     »Wenn es in einer Beziehung schon kriselt, geht das praktisch immer schief«, ergänzte Joja. »Gemeinsam verbrachte Feiertage oder gemeinsame Urlaube enden dann meistens im größten Krach. Das bestätigen mir zumindest die Kollegen, die Ehesachen bearbeiten. Es wird eine große Erwartungshaltung erzeugt, der keiner gerecht werden kann, und die Situation endet in einer emotionalen Katastrophe.«
     »Hier war die wirkliche Katastrophe aber nicht nur emotionaler Natur«, kam Angelika auf den Anlass ihres heutigen Zusammentreffens zurück. »Erst wurden Margarete und ihr Mann von Terroristen verschleppt, wochenlang als Geiseln gefangen gehalten und immer wieder von einem Ort an den anderen gebracht. Dann wurden die Geiseln nach und nach durch Lösegeldzahlungen freigekauft. In dieser Zeit muss Margarete gestorben sein. Jedenfalls kam Schönfelder allein zurück nach Deutschland.«
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