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Sünde des Schweigens
Verfasser: Rudolf Georg (1)
Verlag: Gmeiner (344)
VÖ: 11. September 2019
Genre: Kriminalroman (6344)
Seiten: 282
Themen: Anwälte (618), Entscheidungen (1538), Geiseln (71), Mali (6), Schweigen (174), Urlaub (690), Verdacht (576)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Im Mittelpunkt des Krimis steht ein junger Rechtsanwalt, der in einen schweren Gewissenskonflikt gestürzt wird. Sein Mandant und dessen Ehefrau gerieten während eines Abenteuerurlaubs in Geiselhaft; er kam zurück, sie starb. Langsam keimt in dem Anwalt ein ungeheuerlicher Verdacht auf, doch wie soll er sich zwischen der ihm von Gesetz auferlegten Schweigepflicht und seinem Gewissen entscheiden. Die Lösung, die er schließlich findet, ist gefährlich, denn sein Gegenspieler ist nicht zimperlich.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Rudolf Georg für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Rudolf Georg gibt es bei Facebook und bei Instagram.
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     Gerade als er sich auch an Joja vorbeidrängen wollte, blieb er kurz stehen, sah ihn einen Moment lang aus blassblauen Augen an und hob irritiert die buschigen Brauen; dann veränderten sich seine Gesichtszüge als Zeichen des Erkennens: »Ach, Seltenreich, auch hier?«
     Joja hatte Guido Brendle sofort erkannt; er war ihm oft genug begegnet und wusste, wie viel Wert er darauf legte, mit seinem Doktortitel angesprochen zu werden. Diesen Gefallen tat ihm Joja jedoch schon lange nicht mehr, schließlich war auch er promoviert, worüber Guido aber von Beginn an großzügig hinwegzugehen pflegte. Joja zögerte einen Moment zu lange, und der andere beantwortete sich seine Frage selbst: »Natürlich! Vater wird zu schätzen wissen, dass Sie hier sind ... Denn Sie sind ja gewiss nicht ihretwegen hier.«
     »Ihretwegen auch nicht«, erwiderte Joja reflexartig, anstatt unbeholfen zu einer Beileidsbekundung anzusetzen.
     Für Wortspiele war Guido Brendle noch nie empfänglich gewesen. Er schüttelte den Kopf und bahnte sich einen Weg weiter durch die Trauergäste. Joja verschwendete keinen Gedanken daran, dass es unklug gewesen sein mochte, dem Sohn eines wichtigen Mandanten verbal gleichsam gegen das Schienbein zu treten. Kurz entschlossen folgte er ihm mit Angelika an seinem Arm durch die geteilte Menge. Die Missbilligung durch die schwarz Behütete nahm er aus dem Augenwinkel wahr. Er fühlte sich wie ein Autofahrer, der im stockenden Verkehr einem Einsatzfahrzeug durch die Rettungsgasse folgte. Es gehörte sich zwar nicht, aber wenigstens gelangte er mit Angelika, die nach einem kurzen Moment verunsicherten Verharrens selbstbewusst an seiner Seite ausschritt, ins Innere der Kirche.
     Auf diese Weise ins Trockene gelangt, fanden sich Joja und Angelika auf einmal weit vorn im Kirchenschiff wieder, im Gang neben der fünften Bankreihe. Guido Brendle ging weiter zu den für die engsten Familienangehörigen reservierten Plätzen und nahm in der ersten Reihe zwischen seiner Frau und seinen Kindern auf der einen und seinem Vater auf der anderen Seite Platz. Joja sah sich um, ein älterer Herr zu seiner Linken veranlasste seine gedämpft protestierenden Banknachbarn zum Zusammenrücken und bedeutete ihm und Angelika mit dem Kopf, sich zu setzen.


Zwei


Mit dem letzten Glockenschlag drängte ein Mann mit kurzen, schnellen Schritten durch den Mittelgang von der Kirchentür bis nach vorn. Sein Gang hatte etwas Tänzelndes; die Arme dicht am Körper gegengleich zu den Beinen geführt, winkelte er die flachen Hände mit dem Handrücken nach oben zu beiden Seiten ab. Den Kopf in den Nacken geworfen, das Kinn nach vorn gereckt, versuchte er, die sitzenden Trauergäste zu überblicken, was ihm aufgrund seiner Körpergröße sichtlich Schwierigkeiten bereitete. Doch Martin Lang wollte nun einmal wissen, welche Anwesenden von Bedeutung waren, schließlich war er der Vorsitzende der größeren der beiden Regierungsfraktionen im Landtag.
     Bei jeder ihrer Begegnungen hatte Joja sich gefragt, was diesen Mann für sein Amt qualifizierte, denn mit Fachwissen vermochte er in den wenigsten Fällen zu glänzen. Wahrscheinlich störte tiefere Sachkenntnis nur den Blick für das Wesentliche. Joja hatte mit Langs Erscheinen gerechnet, denn Lang zählte zu den Gönnern von Erich Schönfelder, dem Ehemann der Verstorbenen, der seine Beziehungen stets zu nutzen gewusst hatte, geschäftlich wie privat. Auch die Ehe mit Margarete sollte unter diesem Vorzeichen geschlossen worden sein. Schönfelder schien auf Lang gewartet zu haben und war im Begriff sich zu erheben, um ihn in Empfang zu nehmen, doch ein strenger Blick seines Schwiegervaters genügte als Zurechtweisung. Der Alte empfand eine förmliche Begrüßung des Neuankömmlings im Rahmen eines Trauergottesdienstes gewiss als unpassend; mit Sicherheit verübelte er Lang außerdem die Inszenierung seines späten Erscheinens. Artig beließ es Schönfelder dabei, auf die Entfernung kurz die Hand zu heben und mit einem Winken einen Gruß anzudeuten. Lang ließ sich in der zweiten Reihe nieder, hinter der Familie der Verstorbenen, neben anderen Größen aus Landes- und Kommunalpolitik, aus Wirtschaft und Gesellschaft. Guido Brendle drehte sich halb um und nickte ihm zu.
     Getragene Streichmusik setzte ein, und das Gemurmel der leisen Gespräche um ihn herum verebbte. Joja sah sich unauffällig um; wie so oft beobachtete er die Menschen: Die erste Bankreihe wurde beherrscht von der Erscheinung des alten Brendle. Obwohl nur von durchschnittlicher Statur, überragte er die anderen. Weder der Verlust der Ehefrau vor vielen Jahren noch der jetzige Tod der Tochter hatten seine aufrechte Erscheinung beugen können; sie unterschied ihn von den ihn umgebenden Rundrücken. Er trug seinen Vogelkopf mit dem weißen Haarkranz hoch erhoben auf dem dürren, faltigen Hals, sein Blick war nun starr auf den Altar gerichtet. So bildete er einen fast unnatürlichen Kontrast zu seinem Sohn Guido, dessen massiger Körper in sich zusammengesunken neben ihm kauerte. Seine Kopfbewegungen ließen erkennen, dass seine Augen unruhig hin und her wanderten. Von Zeit zu Zeit wischte er mit dem Taschentuch die dünne Schweißschicht weg, die seinem vollen Gesicht Glanz verlieh; ansonsten bearbeitete er das kleine Stück Stoff mit beiden Händen. Wenigstens aß er nicht, nicht hier, nicht bei diesem Anlass. In seinem Büro dagegen stopfte Guido nahezu unablässig belegte Brötchen in sich hinein; allenfalls in Konferenzen begnügte er sich mit Rücksicht auf seine Gesprächspartner mit Schokoriegeln. Es war nicht zu übersehen, wie unwohl er sich fühlte.
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