Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
42.321 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »SheilaEnglish«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
TASCHENBUCH
 
Sünde des Schweigens
Verfasser: Rudolf Georg (1)
Verlag: Gmeiner (344)
VÖ: 11. September 2019
Genre: Kriminalroman (6340)
Seiten: 282
Themen: Anwälte (618), Entscheidungen (1537), Geiseln (71), Mali (6), Schweigen (174), Urlaub (690), Verdacht (576)
BLOGGERNOTE DES BUCHS
1,00 (100%)
auf Basis von einem Blogger
1
100%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1
100%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Eine Durchschnittsnote wird erst angezeigt, wenn 10 Stimmen abgegeben wurden.
Entwicklung Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
Im Mittelpunkt des Krimis steht ein junger Rechtsanwalt, der in einen schweren Gewissenskonflikt gestürzt wird. Sein Mandant und dessen Ehefrau gerieten während eines Abenteuerurlaubs in Geiselhaft; er kam zurück, sie starb. Langsam keimt in dem Anwalt ein ungeheuerlicher Verdacht auf, doch wie soll er sich zwischen der ihm von Gesetz auferlegten Schweigepflicht und seinem Gewissen entscheiden. Die Lösung, die er schließlich findet, ist gefährlich, denn sein Gegenspieler ist nicht zimperlich.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe     Trailer     Blogger (1)
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Rudolf Georg für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Rudolf Georg gibt es bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Von seinem jetzigen Standort aus erkannte er in der Nähe die Inhaberin einer Boutique in der Stuttgarter Innenstadt. Er hatte sie bei einem gesellschaftlichen Anlass, einer Galerieeröffnung, einer Musicalpremiere oder etwas in der Richtung, kennengelernt, seither bei ähnlichen Veranstaltungen wiederholt getroffen und – wie er sich erinnerte – angeregt mit ihr unterhalten. Joja nahm sich vor, sie nach der Beerdigung anzusprechen; bis dahin würde ihm hoffentlich ihr Name eingefallen sein. Gesichter prägten sich ihm ein, mit Namen hatte er dagegen Schwierigkeiten. In diesem Moment sah sie zu ihm herüber. Ihr schwarzer Hosenanzug strahlte die Unnahbarkeit einer Gardeuniform aus, er unterschied sich in seiner Eleganz von der zumeist traurigen Kleidung aller Umstehenden. Ein Lächeln des Erkennens huschte über ihr Gesicht, nahm ihrer blonden Hochsteckfrisur kurzzeitig die Strenge, um sofort wieder einem dem Anlass angemessenen ernsten Ausdruck zu weichen.
     Soweit Joja sich erinnerte, war die verstorbene Margarete Schönfelder, geborene Brendle, bevorzugte Kundin in dieser Boutique gewesen. Der pietistisch geprägten Sparsamkeit ihres Vaters zum Trotz – so hieß es – hatte sie vorzugsweise ausgefallene Kleider und Accessoires gewählt. Stets sollten es erlesene Stücke sein, am liebsten Einzelstücke, zumindest in Stuttgart und Umgebung sollten sie möglichst einmalig sein. Auffallend und eigenwillig, so hatte sie sich von ihrem übermächtig erscheinenden Vater abgegrenzt, hatte ihn spüren lassen, dass er nicht mehr Teil ihres Lebens sein sollte. In ihrem Lebenswandel, ihrer Berufswahl und vielem mehr hatte sich ihr Protest gegen seine Übermacht, seine Allgegenwart gespiegelt. Auch die Wahl ihres Ehemannes, den sie nun mit einem gemeinsamen Sohn zurückließ, schien Ausdruck einer Abwehrhaltung gewesen zu sein. Diese hatte auch noch angehalten, nachdem vor vielen Jahren ihre Mutter gestorben war und der Alte seither die Nähe zu seiner Tochter gesucht hatte, mehr noch als zu seinem Sohn. Das alles war Joja zwar nur zugetragen worden, und grundsätzlich gab er nichts auf das Gerede anderer. Im Umgang mit Mandanten konnte es aber nicht schaden, wenn er etwas mehr über deren Umfeld wusste, als seinen jeweiligen Auftrag betraf. Es half, »Fettnäpfchen« zu vermeiden.
     Der Alte – so nannten sie Alfred Brendle auch in seiner Firma, nicht abwertend, sondern respektvoll, fast ehrfurchtsvoll. Er war ein schwäbischer Schaffer im besten Sinn. Er hatte sich sein Studium erarbeitet und war Ingenieur geworden. Gegen die anfängliche Skepsis und den Widerstand seines Vaters hatte er aus dessen Handwerksbetrieb in harten Jahren mit unermüdlichem Einsatz eines der führenden Unternehmen der Branche gemacht. Konzeption, Planung und Realisierung komplexer Gewerbe- und Industrieanlagen, bundesweit tätig, da machte ihm keiner etwas vor. Gleichwohl sprach er immer nur vom »G’schäft«. Dennoch kam er Joja einsam vor, und zwar bereits, seit er ihn wenige Jahre nach dem Tod seiner Frau kennengelernt hatte. Nun hatte ihn auch seine Tochter endgültig verlassen, die Umstände waren dramatisch. Nur ihre Leiche war von einer Reise in die Sahara zurückgekehrt, einem Landstrich, für den der bodenständige Alte schon zuvor nichts übrig gehabt hatte. Seinetwegen erschien Joja zur Beerdigung. Margarete hatte er kaum gekannt, sie nur ab und zu bei gesellschaftlichen Anlässen meist der steiferen Art wie Vortragsveranstaltungen oder Partys, bei denen man sich sehen lassen musste, getroffen. Bei einer dieser Gelegenheiten, ausnahmsweise einer weniger förmlichen, hatte sie ihn mit Angelika – so glaubte er mittlerweile, sich zumindest an den Vornamen der Boutique-Besitzerin zu erinnern, der Nachname wollte ihm partout nicht einfallen – bekannt gemacht. In diesen Gedanken lag keine Taktlosigkeit, dennoch galt seine Anteilnahme weniger der Verstorbenen als vielmehr ihrem Vater. Der Alte aber zählte inzwischen so lange zum Mandantenkreis, dass er dachte, jede seiner Marotten zu kennen. Die förmliche Todesanzeige, die er vor einigen Tagen in der Post gefunden hatte, hatte ihn glauben lassen, der Alte lege Wert auf seine Anwesenheit.
     Ein »Jean-Jacques« riss ihn aus seinen Gedanken. Angelika stand neben ihm und berührte ihn leicht. Ihr Duft nach Jasmin und Orangenblüten schien ihm an diesem Ort zwar fehl am Platz zu sein, dennoch atmete er ihn dankbar ein. Die meisten seiner Freunde nannten ihn – nachdem sie vor der korrekten französischen Aussprache beider Vornamen kapituliert hatten – der Einfachheit halber »Joja«. Sie schien eine der wenigen zu sein, die sich nicht mit dieser Verballhornung behalf, er glaubte sogar, einen französischen Akzent wahrzunehmen. Hieß sie vielleicht doch Angelique? Beruhigt, dass sie einander offenbar mit Vornamen ansprachen und wohl auch duzten, lud er sie mit einer Armbewegung unter seinen Schirm ein. Bei seiner Begrüßung ging ihr Vorname allerdings in einem bewussten Nuscheln unter.
     Das eindringliche Läuten der Kirchenglocken verhinderte jedes Gespräch. Unruhe machte sich unter den Umstehenden breit, deren fast schon geordnete Aufstellung rüde unterbrochen wurde: Ein Mann, dessen mächtige Körperfülle der maßgeschneiderte Anzug nur mühsam kaschierte, bahnte sich den Weg durch die Wartenden. Seine Bewegungen glichen dem Stampfen eines Dampfschiffes bei schwerer See; das Geräusch seines Atems fügte sich in dieses Bild. Sein von der offenbar ungewohnten körperlichen Anstrengung rotes Gesicht war feucht, wiederholt fuhr er sich mit einem Taschentuch über den wulstigen Nacken, das Doppelkinn und die rotblonden Haare, die wirr an seinem Kopf klebten. Dies war kaum dem mittlerweile nachlassenden Regen und schon gar nicht der Trauer um die Verstorbene geschuldet, obwohl es sich bei der Toten um seine Schwester handelte. Bei jeder Handbewegung blitzte ein goldenes Handgelenkkettchen hervor.
Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2019)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz