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Die vorletzte Reise der Ewa Kalinowski
Verfasser: Regina W. Egger (1)
Verlag: FeuerWerke (31)
VÖ: 12. September 2019
Genre: Gegenwartsliteratur (2898)
Seiten: 268
Themen: Erinnerungen (855), Krankheiten (557), Nationalsozialismus (275), Nostalgie (15), Reisen (2011), Road Trip (122), Tod (1050), Wohnmobil (19)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Ewa ist krank, todkrank. Für sie jedoch kein Grund, Trübsal zu blasen. Ganz im Gegenteil! Sie verkauft ihre Wohnung und begibt sich gemeinsam mit ihrem guten Freund Lukas und ihrem Yorkshire-Terrier Zizou auf eine Reise quer durch Europa.

Der Wohnmobil-Roadtrip ist geprägt von Ewas Erinnerungen an ein langes, erfülltes Leben und alles, was sie je geliebt hat. Sie bringt Lukas ihr Faible für alte Kinofilme, Musik und polnische Speisen näher und erzählt von ihrem Großvater, der sie durch ihre Kindheit begleitet und schließlich bitter enttäuscht hat. Ihr Humor, ihre Lebensweisheiten sowie die Geschichten aus ihrer Heimat Polen begleiten das ungleiche Trio auf diesem großen Abenteuer.

Für Lukas wird Ewas vorletzte Reise schließlich zur schwersten Herausforderung seines Lebens. Und für Ewa wird es Zeit, sich vom letzten, großen Geheimnis ihres Lebens zu befreien…

Für Fans von "Ein Mann namens Ove", "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand", "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" und "Das unerhörte Leben des Alex Woods".
Lesermeinungen (4)     Blogger (5)     Tags (2)     Cover
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 8. April 2020 um 23:21 Uhr (Schulnote 4):
» Auf das Buch neugierig geworden bin ich, als ich gelesen habe, dass es dem "Hundertjährigen" ähneln soll. Da ich Jonassons Buch sehr gemocht habe, wollte ich "Die vorletzte Reise der Ewa Kalinowski" natürlich unbedingt lesen. Nach einigen Seiten Einlesezeit bin ich dann endlich richtig im Buch/in der Geschichte gelandet und habe mich auf spannende Reiseerlebnisse und witzige Begebenheiten gefreut. Aber leider blieb beides aus.

Ewa ist eine resolute ältere Dame, die weiß, was sie will und die ihren Mund nicht halten kann, wenn sie etwas stört. Ewa ist ehrlich, direkt und unverblümt. Sie ist laut und fordernd und fällt überall auf, wo sie hinkommt. Also so ganz anders als der Durchschnittsmensch in unserer Gegend. Teilweise fand ich Ewa sehr sympathisch, besonders ihre Direktheit und ihre Art, die Dinge beim Namen zu nennen. Ihr schwarzer Humor war mir an manchen Stellen dann aber doch zu viel. Was beim Hundertjährigen witzig war, ist es hier leider nicht. Die Protagonistin ist nämlich im Begriff zu sterben und das im Hinterkopf habend, war nichts, was sie so von sich gegeben hat, lustig.

Besonders spannende Reiseerlebnisse mit ihrem jungen, fast dauerbekifften, Begleiter Lukas gab es in meinen Augen auch nicht wirklich. Ewa bzw. die beiden haben nur irgendwelche Städte besichtigt und sich viel über Geschichte ausgetauscht. Das hat mich alles nicht so brennend interessiert. Zwischendurch gab es mal ein bisschen Tiefgang, weil über Gefühle oder das Leben und den Tod gesprochen wurde, oder weil es Ewa gerade besonders schlecht ging. Die kurzen Geschichten, die Ewa immer mal wieder über ihren geliebten Opi eingestreut hat, sollten wohl eine besondere Wichtigkeit in diesem Roman haben, was bei mir aber leider nicht so richtig rüber gekommen ist.

Anstelle von gutem schwarzen Humor findet sich hier am ehesten noch Tiefgang und Ernsthaftigkeit, was mir ja auch nicht zuwider war. Gegen Ende der Geschichte, als dann Lukas (der mir bis zum Schluss nicht wirklich sympathisch wurde) mehr und mehr in den Vordergrund rückte, war klar, dass diese Reise vor allem für ihn und seine Zukunft eine große Bedeutung haben sollte. Und auch wenn sich die letzten Seiten wieder etwas gezogen haben, fand ich Lukas' Wandel/sein Umdenken dann doch noch irgendwie rührend.

Wer hier also etwas Ähnliches wie Jonassons "Hundertjährigen" erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Ich möchte das Buch aber leider auch abseits meiner enttäuschten Erwartung nicht so gerne weiterempfehlen. Denn trotz der traurigen Thematik und der damit einhergehenden tiefsinnigen Gespräche und Gedankengänge, konnte mich die Geschichte, alles in allem, leider nicht so mitnehmen und berühren, wie ich mir das gewünscht hätte.«
  15      0        – geschrieben von Janine2610
 
Kommentar vom 15. September 2019 um 15:29 Uhr (Schulnote 3):
» Die vorletzte Reise der Ewa Kalinowski von Regina W. Egger:

Das Cover finde ich sehr schön und der Klappentext hat mich total angesprochen. Deshalb wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.

Ewa, 66 Jahre alt hat im Endstadium Krebs und möchte gern noch eine tolle Reise erleben. Sie verkauft ihr Hab und Gut und los gehts mit ihrem guten Freund, dem 28-jährigen Lukas und ihrem Hund nach Europa.

Das Buch ist aus der Erzählperspektive von Lukas geschrieben. Das fand ich an manchen Stellen sehr schade, da ich auch gern mehr aus Ewa's Sicht gelesen hätte.
Lukas war leider gar nicht mein Fall. Ewig kiffend fährt er Auto und irgendwie hatte ich den Eindruck, dass ihm eh alles egal ist.
Ewa fand ich wesentlich sympatischer und auch mit viel mehr Tiefgang. Durch sie fand ich das Buch dann doch noch gut. Ich fand ihre Geschichte sehr berührend.«
  8      0        – geschrieben von Susann H
Kommentar vom 12. September 2019 um 17:45 Uhr (Schulnote 1):
» Ewas Reise in die Erinnerung

Ewa hat Krebs, ihr bleibt nicht mehr viel Zeit. Die aber will sie nutzen, und deshalb verkauft sie ihre Wohnung, kauft sich dafür ein Wohnmobil und bricht mit ihrem Freund Lukas und ihrem Hund Zizou zu einer Tour durch Europa auf. Es sind Orte, die mit einer Erinnerung verknüpft sind, die sie bereisen möchte. Während der Fahrt erzählt Ewa aus ihrem Leben.

Ewa ist eine resolute und gleichzeitig äußerst sympathische Frau, die ihre Meinung vehement vertritt. In Polen hatte sie bereits eine steile Karriere hinter sich, als sie mit ihrem Mann nach Österreich in die Freiheit floh, um dort als Krankenschwester zu arbeiten. Die niederschmetternde Diagnose meistert sie (teilweise zwangsläufig) mit viel Humor, der auch mal in Sarkasmus ausartet. Lukas hingegen ist eher ziellos im Leben, nach seinem Studienabschluss hat er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten. Die Reise hat allerdings ein vorgegebenes Ende, und so ist dies auch keine übliche Reisebeschreibung, es ist eine Reise in Ewas Erinnerungen, die sie mit ganz bestimmten Orten und Speisen verknüpft. Und gleichzeitig eine Reise in den Abschied. Ewa hinterlässt vermutlich überall einen Eindruck, und auch mich hat dieses Buch besonders berührt.

Es ist erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit diese Geschichte über eine tödliche Erkrankung daherkommt. Diese außergewöhnliche Geschichte möchte ich mit 5 Sternen bewerten und unbedingt weiter empfehlen.«
  13      1        – geschrieben von Gisel
Kommentar vom 12. September 2019 um 15:02 Uhr (Schulnote 2):
» Ewa ist todkrank, Sie hat Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium, aber sie will es noch einmal wissen. Sie überredet ihren Freund Lukas, mit ihr eine Reise durch Europa zu machen. Die Wohnung ist schnell verkauft und das passende Wohnmobil wird auch gefunden. So machen sich die drei, denn Yorkshire-Terrier Zizou gehört auch dazu, auf die Reise. Für Lukas wird diese Tour eine Herausforderung, denn Ewa hat ein Ziel, aber es geht ihr immer schlechter.
Ich habe mich anfangs recht schwer getan mit der Geschichte. Ich konnte Ewa verstehen, die nicht zu Hause Trübsal blasen will, sondern noch einmal an die Orte reisen, die mit Erinnerungen an ihre große Liebe, ihren verstorbenen Mann Jakub, verbunden sind. Dass sie das machte, ohne ihrer Tochter von der Krankheit zu erzählen, habe ich nicht verstanden. Natürlich war das das Risiko, dass Lena Ewa zurückgehalten hätte, doch es hätte genauso sein können, dass ihnen die Zeit des Abschiednehmens nicht möglich gewesen wäre.
Es ist ein sehr ungleiches Paar, das da durch Europa unterwegs ist. Ewa ist sechsundsechzig Jahre alt und todkrank. Lukas ist ungefähr vierzig Jahre jünger und verhält sich sehr unreif. Trotzdem verbindet die beiden eine Freundschaft.
Unterwegs erinnert sich Ewa an Früheres und erzählt immer wieder von ihrem Großvater, der ihr so wichtig war und sie dann so sehr enttäuscht hat. Sie erzählt über das, was sie ein Leben lang geheim gehalten hat. Manchmal waren die Aussagen recht heftig, wenn sie so bewusst lustig sein wollte, aber damit wollte sie das Unangenehme verdrängen. Sie unterhalten sich aber auch über andere Dinge, die so in der Welt geschehen.
Lukas war mir überhaupt nicht sympathisch. Er hat ein abgeschlossenes Studium, lebt aber nur in den Tag hinein und auf Kosten anderer. Sein ewiges Spielen und seine Kifferei gingen mir auf die Nerven. Verantwortung war für ihn ein Fremdwort. Doch unter dem Einfluss von Ewa und der Verantwortung, die ihm diese Reise aufbürdet, entwickelt er sich weiter und denkt nach. Am Ende trifft er Enya, die hoffentlich dafür sorgen wird, dass der nun eingeschlagene Weg auch weiterverfolgt wird.
Manches ist langatmig, einiges wiederholt sich und trotzdem hat mir das Buch gut gefallen. Es regt zum Nachdenken an und man fragt sich, wie man sich selbst verhalten würde, wenn man so krank ist.
Ein ernstes Thema, das auf eine lebensbejahende Art, behandelt wird. Ich habe Ewa gerne begleitet auf ihrer Reise.«
  19      0        – geschrieben von buecherwurm1310
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