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Der Store
Verfasser: Rob Hart (1)
Verlag: Heyne (2702)
VÖ: 2. September 2019
Genre: Gegenwartsliteratur (2659)
Seiten: 592 (Broschierte Version), 593 (Kindle-Version)
Themen: Entdeckung (278), Onlineshop (1)
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KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Wenn ein Buch damit angepriesen wird, dass es »1984« und »Schöne neue Welt« mehr oder weniger aufs Altenteil verfrachtet und in Zukunft an deren Stelle rücken wird, dann hat es praktisch von Anfang an verloren: Es gibt Erwartungshaltungen, die unmöglich erfüllt werden können, und manche Werke sind einfach zu groß, um jemals als »Buch von gestern« zu gelten. Nichtsdestotrotz wurde der Roman »Der Store« des New Yorker Journalisten und Autors Rob Hart in etwa auf diese Weise beworben. Der Heyne Verlag veröffentlichte das 592 Seiten starke Buch zu Beginn dieses Monats in deutscher Sprache zum Preis von 22 Euro, digital ist es mit 12,99 Euro deutlich günstiger. Eine Hörbuchausgabe mit einer Laufzeit von 13:31 Stunden wurde in verteilten Rollen von Anna Carlsson, Frank Arnold, Janin Stenzel und Simon Jäger eingelesen, hier betrieb man also einen außergewöhnlich großen Aufwand, um die erzeugte Erwartungshaltung personell zu unterfüttern. Dennoch musste die Geschichte selbst unter Beweis stellen, wie viel von der Ansage gerechtfertigt war.

Um es vorweg zu nehmen: »Der Store« ist kein neues »1984«, und das Buch ist auch keine neue »Schöne neue Welt«. Woher der Vergleich rührt, ist nachvollziehbar, allerdings reichen die Gemeinsamkeiten nicht über das der Story zugrunde liegende Gerüst und einige Wesenszüge hinaus. Im Mittelpunkt des Ganzen steht bei Rob Hart ein riesengroßer Onlineshop, in dem man in einer nicht näher spezifizierten (vermutlich recht nahen) Zukunft restlos alles bekommen kann. Obendrein nimmt das Unternhemen großen Einfluss auf das politische und gesellschaftliche Geschehen und die herrschenden Regeln, einerseits um die eigene wirtschaftliche Stellung zu verbessern, andererseits auch deshalb, weil das Unternehmen und ihr schwerreicher Chef mit der Maßgabe angetreten sind, Zustände in der Welt zu verbessern ... und dieser Überzeugung ist man in der Führungsebene tatsächlich. Zumindest in einem gewissen Maße.

Wer bei »Cloud« - so der Name des riesigen Shops - arbeitet, der führt ein Leben in einer abgekapselten Sphäre, die gigantische Dimensionen hat und offenbar eher einer großen Stadt als einem einfachen Arbeitsplatz gleicht. Das Leben der Angestellten ist genau durchkonzipiert, mit Hilfe von »Cloud-Armbändern« werden sie vollständig überwacht, und sie erhalten auf dem gleichen Wege ihre Aufträge. In dieses komplexe System hinein gelangen die Protagonisten Paxton und Zinnia, die sich zu Beginn frisch bewerben und (in unterschiedlichen Positionen) engagiert werden. Sie gelangen in einer Phase in das Unternehmen, in welcher der (bloggende) große Chef krebsbedingt im Sterben liegt, und in welcher das Unternehmen mit einer nicht spezifisch erkennbaren Bedrohung konfrontiert wird. Schon bald keimt in Paxton der Verdacht auf, dass Zinnia eine von den Personen sein könnte, die dem System schaden wollen.

Die Grundidee des Buchs ist hochinteressant, da sie nah am tatsächlichen Leben ist, und vieles von dem, was über »Cloud« berichtet wird, kommt einem aus der realen Welt durchaus bekannt vor ... zumal es in dem Unternehmen, das dem Autor ganz offensichtlich als Inspiration diente, durchaus Abläufe gibt, die der Geschäftspraxis von »Cloud« ziemlich nahekommen dürften. Natürlich bei weitem nicht in diesem Ausmaße ... aber das Ganze ist ja auch eine Zukunftsvision. Die Story, die Rob Hart schlussendlich inmitten seines Szenarios entworfen hat, kann mit dem Ganzen allerdings nicht so recht mithalten. Das liegt zum einen an den Protagonisten, da sie allesamt entweder mäßig zum Identifizieren taugende Charakterzüge aufweisen, oder aber sich Verbrechen schuldig gemacht haben, die es unmöglich machen, sie gerne zu haben. Zum anderen plätschert alles aber auch ziemlich vor sich hin. Teilweise ist dies ein gewolltes rhetorisches Mittel, mit dem von Zeit zu Zeit das repetetive Leben bei »Cloud« plastisch dargestellt werden soll, größtenteils liegt es jedoch an fehlenden Spitzen in der Geschichte. Selbst das Ende des Werkes wirkt eher halbgar als umwerfend. Erschwerend kommt hinzu, dass die Wirkung der eigentlichen Zukunftsvision des Autors mit fortschreitender Seitenzahl abflaut und hinter der Story um Paxton und Zinnia zurücktritt. Anders gesagt: Eigentlich spielt sich fast alles nur in einem überschaubaren personellen Rahmen ab, während das, was die Machtposition eines solchen Großunternehmens mit all seinen Mitteln bewirken könnte, eher zu einer unbedeutenden Kulisse verkommt.

Damit keine falsche Wirkung entsteht: »Der Store« ist durchaus ein netter Roman, der auf angenehme Weise erzählt wird und eine Menge Ideen hat. Dass man hier einen Roman in den Händen halten soll, der ähnlich nachhaltig den erhobenen Zeigefinger in Richtung der Zukunft ausstreckt, wie es Aldous Huxley und George Orwell mit ihren Geschichten getan haben, ist dann aber doch ein wenig anmaßend. Unterhalten wird man durch das Buch dann, wenn man nicht mit der Prämisse herangeht, einen vergleichbaren literarischen Überflieger zu bekommen, sondern einfach eine anständige Geschichte, wie man sie nicht alle Tage zu lesen bekommt. Zumindest das hat Rob Hart auf jeden Fall erreicht.
– geschrieben am 24. September 2019 (3/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz