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Der Sprung
Verfasser: Simone Lappert (1)
Verlag: Diogenes (381)
VÖ: 28. August 2019
Genre: Gesellschaftsroman (261)
Seiten: 336 (Broschierte Version), 323 (Kindle-Version)
Themen: Alltag (598), Frauen (628), Freiheit (410), Polizei (635), Routine (11), Schwestern (939), Selbstmord (522)
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Lesermeinungen (4)     Blogger (1)     Tags (1)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 16. September 2019 um 19:44 Uhr (Schulnote 3):
» Leben heißt bleiben und ertragen, dass alles irgendwann verschwindet

"Der Sprung ins Glück beginnt mit dem ersten Schritt, aber wer nicht wagt, gewinnt auch nicht. Wer vorwärts kommen will, muss anfangen, auch wenn man Angst vor dem Abgrund hat." (Pinterest.de)
Thalbach am Dienstagmorgen steht eine junge Gärtnerin auf dem Dach vor Roswithas Café. Da man annimmt, dass die Frau in den Tod springen möchte, informiert man Polizei und Feuerwehr. Doch stattdessen wirft sie vor Wut mit ihren Gartenutensilien und danach mit Dachziegeln. Schnell strömt die Presse und die ersten Schaulustigen um dieses Spektakel zu bewundern. Einen ganzen Tag und Nacht hält die Frau die Stadt in Atem, ehe sie springt. Für Finn ist es ein Schock Manu dort zu sehen, schließlich ist er seit kurzem verliebt in sie. Ebenso ihre Schwester Astrid, als sie die Nachricht erhält. Ein ganz schlechter Zeitpunkt was sich Manu da ausgesucht hat, schließlich kandidiert Astrid für das Bürgermeisteramt. Schneiderin Maren hingegen kann nicht mehr in ihre abgeriegelte Wohnung. Für Theres und Werner die einen kleinen Laden besitzen ist dieses Spektakel eine gute Einnahmequelle. Schließlich müssen die Schaulustigen mit Lebensmittel und Getränken versorgt werden. Und noch weitere Personen kreuzen den Lebensweg von Manu, bei denen danach nichts mehr so ist wie zuvor.

Meine Meinung:
Nicht das unscheinbare Cover mit einem Frauenbild hat mich auf dieses Buch neugierig gemacht, sondern der Klappentext, den ich interessant fand. Bisher hatte ich noch nichts von der Autorin gelesen und war von daher gespannt was mich erwartet. Der Schreibstil ist locker, flüssig, unterhaltsam und in mehrere Kapitel unterteilt. Diese wechseln zwischen den Personen so das man einen Einblick in folgende Charaktere bekommt: Gärtnerin Manu, Kurierfahrer Finn, Ladenbesitzer Theres und Werner, Schneiderin Maren, Hutmacher Egon, Polizist Felix, Schülerin Winnie, Edna eine ältere Frau, Designer Ernesto, Obdachlose Henry, Manus Schwester und Bürgermeisteranwärterin Astrid. So erfahre ich im Laufe immer mehr, welchen Bezug sie zu Manu hatten oder evtl. bekommen. Natürlich entdeckt man so die Probleme, Sorgen und Nöte dieser Personen, sei es in der Vergangenheit oder Gegenwart. Außerdem kommt es bei einigen Personen zu einem positiven Ausgang. Sei es das sie ihr Leben durch dieses Ereignis verändern, ein neues Selbstbewusstsein bekommen oder sie schlicht weg auffallen bzw. entdeckt werden. Die Autorin selbst fährt einiges an Klischees auf, die alltäglich sind oder speziell durch dieses Spektakel hervorgerufen werden. Dadurch entwickeln sich einige Personen negativ oder positiv. Der Sprung selbst wird immer mehr in den Hintergrund gestellt, den das eigentlich wichtige sind die Personen rund um die Handlung. Leider habe ich am Ende nicht ganz verstanden, was mir die Autorin mit diesem Buch bewirken wollte, da wäre sicher eine Zusammenfassung am Ende hilfreich gewesen. Ebenfalls blieben bei mir gerade in Bezug auf Manu, aber auch bei den anderen Personen viele Fragen offen. Ich hatte das Gefühl mitten aus den Gegebenheiten herausgerissen zu werden. Sätze die mir positiv Erinnerung bleiben:
"Blühende Pflanzen soll man nicht umtopfen, da sie sonst verwelken."
"Die eigene Geschichte liegt auf dem Dachboden, den niemand etwas angeht."
"Die Leute sollten mehr rausgehen in die Natur, dann wären sie ausgeglichener, weil sie regelmäßig etwas erleben würden, dann müssten sie sich nicht zu solchen Mobs zusammenrotten."
Manche Charaktere hingegen fand ich überflüssig, da sie kaum oder gar nicht zur Handlung beitrugen. Am Ende bin ich als Leser etwas enttäuscht zurückgelassen worden, was ich schade fand. Trotzdem gebe ich dem Buch für die literarisch gute Ausarbeitung 3 1/2 von 5 Sterne.«
  19      1        – geschrieben von claudi-1963
 
Kommentar vom 16. September 2019 um 17:09 Uhr (Schulnote 3):
» Die kleine Stadt Thalbach hat ihre Sensation: auf dem Dach eines Hauses, gleich gegenüber von Roswithas Café, steht eine junge Frau, wütet und - springt schließlich tatsächlich hinunter, wie der Leser gleich zu Beginn des Romans erfährt. Das Motiv, aus welchem sie hier oben steht, scheint die zahlreichen Zuschauer kaum zu interessieren, wichtig ist ihnen das Ereignis selbst, das kommentiert, fotografiert und gefilmt wird.
Geschickt hat die Autorin dieses Ereignis als Anlass gewählt, um das herum sich zehn weitere Schicksale entwickeln. Sie gewährt dem Leser kurze Einblicke in den Alltag unterschiedlicher Personen und schildert in szenischen Ausschnitten, welche Auswirkungen das Agieren der Frau auf dem Dach auf das weitere Leben der anderen geschilderten Charaktere hat. Dazu bedient sie sich einer schönen, bildreichen Sprache, die dennoch unkompliziert und schnörkellos ist. Die anfänglich leicht depressiv wirkende Grundstimmung des Romans schwenkt im Laufe der Erzählung um, wird versöhnlicher und positiver.
Die Frage nach dem Grund für den Sprung wird zum Schluss doch noch beantwortet. Ob uns das Ende nachvollziehbar oder eher banal vorkommt, scheint der Autorin nicht so wichtig zu sein angesichts der Tatsache, dass der Sprung als Auslöser für wesentliche Veränderungen im Leben anderer dient. Doch - ehrlich gesagt - ich hätte mir für das Buch einen „runderen“ Abschluss gewünscht.«
  12      0        – geschrieben von solveig
Kommentar vom 13. September 2019 um 19:25 Uhr (Schulnote 2):
» Sie wollte immer nur ins Leben sprngen.
Mit sehr großen Erwartungen bin ich an Simone Lapperts 336-seitigen Roman „Der Sprung“, im August 2019 bei Diogenes erschienen, herangegangen, doch konnte er meinen Erwartungen nicht vollends gerecht werden und ließ mich etwas zwiegespalten zurück.
Eine mittelgroße Stadt in Süddeutschland. Auf dem Dach eine junge Frau. Wütend. Rasend. Unter ihr der grölende Mob, Handys zuckend, sensationsgeil. Doch am Rande gibt es auch noch die anderen Menschen, die in einer mehr oder weniger festen Beziehung zu dieser Frau stehen. Was geht in ihnen vor? Und vor allem: Was macht der vermeintliche Suizidversuch mit ihnen?
Der Roman beginnt imposant mit der Beschreibung des Sprunges selbst im Zeitlupentempo. Wie fühlt es sich an? Welche Gedanken gehen einem durch den Kopf? All diesen Fragen versucht die Autorin nachzuspüren. Dann unverhofft ein Zeitsprung: „Zwei Tage davor“. Hier werden die ersten Charaktere vorgestellt, denen weitere folgen sollen. Und dieser Aufbau zieht sich durch den ganzen Roman, der auf zwei Zeitebenen erzählt wird: der Sprung selbst und die zwei Tage, bis die Protagonistin den letzten Schritt tut, wobei der Sprung das Geschehen in der Vergangenheit von Zeit zu Zeit unterbricht.
Das Herzstück des Werkes sind die Menschen, die den Sprung „mitverfolgen“ und auch als Kapitelüberschriften dienen. Da ist zum einen das Teenager-Mädchen Winnie, das von seinen Mitschüler/innen wegen ihrer Figurprobleme gemobbt wird. Oder der Obdachlose Henry, der auf der Straße bedeutsame Fragen verkauft. Maren indes lebt mit Hannes, einem Gesundheitsfanatiker, zusammen, ihre Beziehung jedoch ist erkaltet. Felix als Polizist mit einer Ausbildung in Krisenintervention soll die Selbstmordgefährdete von ihrer Tat abhalten – doch er selbst hat seine eigenen Probleme, die ihn zu überwältigen drohen. Astrid, die Schwester der jungen Frau auf dem Dach, macht sich unterdessen Sorgen um ihre Karriere als Lokalpolitikerin. Und dann sei da noch Finn genannt, Fahrradkurier und Freund der vermeintlichen Selbstmörderin, der die Welt nicht mehr versteht und seiner Freundin helfen will. Allen ist gemeinsam, dass ihr Leben aus dem Lot geraten ist. Dreh- und Angelpunkt des ganzen Geschehens sind Roswithas Café und der kleine Laden von Theres und Werner, der eigentlich schon pleite ist, durch das Geschäft mit der Sensation, der selbstmordgefährdeten Frau, aber plötzlich wieder boomt. In das Leben all dieser und noch anderer Personen schlägt „der Sprung“ ein wie eine Bombe – und verändert es (hoffentlich) nachhaltig. So steht im Zentrum des Geschehens dann auch nicht die Selbstmörderin selbst, sondern das Leben ihrer Mitmenschen. Den Grund für den Sprung selbst kann man am Ende zwar erahnen, letztlich bleibt er aber – zumindest für mich – doch ein wenig nebulös.
Sehr realistisch und eindrücklich gelingt es der Autorin, das Szenario selbst darzustellen: die im wahrsten Sinne des Wortes wütende Frau; die skandierenden Massen, die einfach nur den Sprung sehen wollen, ja ihn herbeisehnen; die Medien, die keinerlei Distanz wahren; und schließlich, am nächsten Morgen, den Dreck auf der Straße „wie am Morgen nach dem Karneval“ (S.229), hinterlassen, als die Schaulust befriedigt ist und man sich lieber anderen Sensationen zuwendet. Dieses beinhaltet, genau wie Werners oder Egons (ein ehemaliger Hutmacher) Schicksal, eine ordentliche und angebrachte Portion Gesellschaftskritik.
Nicht ganz so überzeugen konnte mich die Entwicklung einiger Charaktere, denn hier bleibt die Autorin von Zeit zu Zeit oberflächlich (Winnie) oder wird auf mir unangenehme Weise komisch (Maren, Egon), was beides an sich nicht schlecht sein muss, mir aber dem Ernst des Themas nicht angemessen erscheint. Dass Simone Lappert dennoch in der Lage ist, tief und ernsthaft Charakterentwicklungen darzustellen, zeigt sie an anderen Stellen sehr wohl, wenn man sich z.B. Werner und seine Frau Theres oder Edna, eine ehemalige Lokführerin, anschaut.
Sprachlich ist der Roman rundum gelungen: Simone Lappert schreibt flüssig, teilweise poetisch, auf jeden Fall aber plastisch und auf einem angenehmen Niveau. Besonders gefallen haben mir beim Lesen darüber hinaus (Lebens-)Weisheiten, die das Buch an passenden Stellen anbringt und welche zum Denken anregen, z.B. „Leben heißt bleiben und ertragen, dass alles irgendwann verschwindet.“ (S. 110), „Wer wütend ist, hat noch etwas zu verlieren.“ (S. 268) oder „Das Nichtverrücktwerden (ist) die eigentliche Anomalie.“ (ebd.).
Insgesamt handelt es sich bei „Der Sprung“ um einen lesenswerten Roman mit einem wichtigen Thema und ebenso wichtigen Botschaften, der aber meiner Meinung nach durch die immer wieder auftretende Komik ein wenig an Reiz verliert. Trotz allem empfehle ich ihn mit dreieinhalb von fünf Punkten gerne als Lektüre weiter.«
  23      0        – geschrieben von ElisabethB.
Kommentar vom 12. September 2019 um 22:22 Uhr (Schulnote 1):
» FÜR MICH EIN LESEHIGHLIGHT 2019
Simone Lappert, eine junge Schweizerin, schrieb mit „Der Sprung“ ihren zweiten Roman. Das Debüt gab sie 2014 mit „Wurfschatten" (Metrolit, Berlin, 2014).
SPRÜNGE INS LEBEN
Das Geschehen spielt in einem fiktiven Städtchen namens Thalbach. Mit wunderbarer, realistischer Beobachtungsgabe schaute die Autorin mitten ins alltägliche Leben.
Die Hauptperson ist eine eigenwillige, junge Frau durch deren Tun der Ort in Aufruhr gerät. Ihre Liebe gilt den Pflanzen. Dafür beschreitet sie auch mal ungewöhnliche, nicht ganz legale Wege. Sie ist der direkte und indirekte Auslöser für die Handlungen einer Menge Menschen. Die Lebenslinien kreuzen sich für einen Tag und eine Nacht.
Das Besondere an diesem Roman ist für mich, dass er an einer einzigen Situation eine Kette von Ereignissen anschließen läßt, die die Schicksale von zahlreichen Personen betreffen. Die gewählte Erzählstruktur finde ich hervorragend, sie ist so außergewöhnlich wie detailreich.
Die Abschnitte sind in drei Teile gegliedert: Der Tag davor/ Erster Tag/Zweiter Tag. Das Buch hat nur 331 Textseiten. Der Leser wird in kurzen Kapiteln mit dem Polizisten Felix, der Schneiderin Maren, dem ehemaligen Hutmacher Egon, dem jungen Fahrradkurier Finn, dem obdachlosen Henry, mit der privaten Einzelhändlerin Theres, der dicklichen Schülerin Winnie, der ketterauchenden Edna, dem italienischen Edeldesigner Ernesto und mit der hoffnungsvollen Kommunalpolitikerin Astrid bekannt gemacht. Diese zehn Menschen stehen wiederum mit anderen in Verbindung, wobei ein ganz wichtiger Mittelpunkt die warmherzige, lebenserfahrene, schlagfertige Wirtin Roswitha in ihrem Café ist. Die Autorin hat das ganz geschickt aufgebaut. Es ist alles miteinander verflochten, irgendwie sind die Personen in sichtbarer/unsichtbarer Weise gemeinschaftlich verankert. Es entstehen Verkettungen, die nicht konstruiert erscheinen, sondern ganz natürlich im Verlaufe der Handlung passieren. Ich finde es einfach nur schön, wie die einzelnen Personen miteinander in Verbindung gebracht werden. Die Charakterisierung erfolgt so differenziert, dass man die Personen gut auseinanderhalten kann. Ich bin fasziniert wie die Autorin die Fäden in der Hand behält. Die pessimistische Grundstimmung zu Anfang des Romans wandelt sich zum Ende hin und zeigt Lösungsansätze auf.
Ich liebe solche Literatur, die aus vielen verschiedenen Perspektiven ein komplexes Ganzes zu ergeben scheint und doch vieles in der Schwebe läßt. Facettenreich werden Existenzen miteinander verwoben. Vergangenheit und Gegenwart verquicken sich.
Das Buch endet, wie kann es auch anders sein nach der kurzen Zeit, mit vielen ungeklärten Verhältnissen der handelnden Personen. Fast alles ist offen. Das Leben geht weiter, aber wie das bleibt der Fantasie überlassen.
Der Titel ist für mich nach der Beendigung der Lektüre doppeldeutig. „Der Sprung“ – SPRÜNGE INS LEBEN!?
S. 331 „Nie wollte sie in den Tod springen. Immer nur ins Leben.“

Das Cover zeigt eine Arbeit der Künstlerin Tina Berning – ein Porträt der „Störgärtnerin"?

Fazit:
Die Autorin erzählt Alltägliches und doch war ich recht bald gefangen in der Geschichte...
Es ist ein sehr umfassender Roman, prall mit Schicksalen gefüllt, die auch uns umgeben und die wir oft nicht wahrnehmen. Authentisch erzählt er von negativen wie positiven Themen, von Lebensträumen, Neubeginn, Mobbing, Existenzkampf, traumatischen Erlebnissen in der Kindheit/Beruf, Obdachlosigkeit, Verlustängsten, Affären, Krankheit (Demenz), Tod u.v.m.
Mit viel Scharfsinn, Witz und Optimismus zeigt die Autorin unsere Gegenwart, den Querschnitt der Lebenssituationen.
Ganz klar: von mir gibt es die Höchstbewertung und die unbedingte Lese-/Kaufempfehlung!«
  19      1        – geschrieben von hennie
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