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Der Sprung
Verfasser: Simone Lappert (2)
Verlag: Diogenes (430)
VÖ: 28. August 2019
Genre: Gesellschaftsroman (284)
Seiten: 336 (Broschierte Version), 323 (Kindle-Version)
Themen: Alltag (633), Frauen (711), Freiheit (468), Polizei (695), Routine (11), Schwestern (1070), Selbstmord (577)
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Erklärung der Bewertungssysteme
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Lesermeinungen (6)     Blogger (3)     Tags (1)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 26. November 2019 um 11:26 Uhr (Schulnote 1):
» Faszinierend

Auf einem Dach an einem Dienstagmorgen steht eine junge Frau in Gärtnerkleidung. Will sie sich in selbstmörderischer Absicht in den Tod stürzen? Die Polizei wird informiert, auch die Feuerwehr trifft ein, und natürlich die Presse, aber auch sonstige Schaulustige finden sich ein.

Ein (vermeintlicher) Suizid als gesellschaftliches Ereignis und als Wendepunkt im Leben einiger Menschen – das ist ein Ansatz, der dem ganzen Geschehen eine völlig neue Sichtweise gibt. Anfangs ist das ein bisschen verwirrend, denn es tritt eine große Anzahl von Personen auf. Doch das Faszinierende an dieser Geschichte ist, wie autark jede dieser Figuren ihren Anteil daran weiter entwickelt, man meint, hier läge die Aufgabe der Autorin Simone Lappert nur am Aufschreiben der Geschehnisse. Dadurch wirkt diese Erzählung äußerst authentisch: Die Protagonisten erhalten genau den richtigen Raum, um sich selbst darzustellen. Hilfreich ist es dabei, dass jedes Kapitel mit dem Namen der Person versehen ist, die gerade im Fokus des Geschehens steht. Nicht alle Handlungsfäden werden ganz zu Ende gebracht, aber auch das passt genau zu dieser Geschichte.

Dieses Buch hinterlässt mehr als nur einen ersten Eindruck. Die Reaktionen der Menschen sind äußerst genau eingefangen, bei manchen Szenen lacht man erstmal los, um dann nachdenklich nochmal darüber zu lesen. Es gibt nicht viele Bücher, denen dieses auf Anhieb mit einer solchen Leichtigkeit gelingt. Unbedingt empfehlenswert!«
  14      0        – geschrieben von Gisel
Kommentar vom 27. September 2019 um 14:41 Uhr (Schulnote 2):
» Ein Dienstagmorgen in der mittelgroßen Stadt Thalbach bei Freiburg: Oben auf dem Dach eines Mietshauses steht eine junge Frau. Sie tobt, reißt die Ziegel aus ihrer Verankerung und wirft Gegenstände vor die Füße der zahlreichen Schaulustigen. Polizei, Krankenwagen, Feuerwehr und Presse haben sich postiert. 20 Stunden lang hält die Stadt den Atem an: Wird die junge Frau noch springen? Für Finn Holzer, einen Fahrradkurier, ist der Vorfall ein großer Schock. Erst vor Kurzem hat er sich in die junge Frau verliebt. Auch die Schicksale einiger anderer Menschen werden von diesem Vorfall beeinflusst.

„Der Sprung“ ist ein Roman von Simone Lappert.

Meine Meinung:
Der Roman ist trefflich konstruiert. Er besteht aus drei Teilen, die mit „Der Tag davor“, „Erster Tag“ und „Zweiter Tag“ bezeichnet werden. Darüber hinaus ist er in viele eher kurze Kapitel untergliedert, die jeweils mit dem Namen des Protagonisten überschrieben sind, dessen Sichtweise der Leser im Folgenden kennenlernt. Erzählt wird aus der Perspektive von insgesamt zehn Personen. Dadurch entsteht eine ungewöhnlich große Anzahl an Erzählsträngen, die jedoch miteinander verbunden sind. Der Aufbau ist sehr gut durchdacht.

Gut gefallen hat mir auch der unaufgeregte Schreibstil. Die Sprache ist poetisch und geprägt von vielen, teils ungewöhnlichen Bildern, die eine dichte Atmosphäre erzeugen. Ein aufmerksames Lesen ist gefragt, denn die Autorin versteht es, immer wieder kleine, aber wichtige Hinweise einzustreuen. Obwohl die Geschichte nur langsam an Fahrt aufnimmt, hat mich der Roman bereits nach wenigen Seiten gefesselt.

In der Geschichte taucht eine Vielzahl an Personen auf. Zunächst einmal wäre da die junge Frau auf dem Dach, die der Leser aber nur aus der Perspektive der anderen kennenlernt. Sie ist ein reizvoller Charakter, für mich allerdings weder Identifikationsfigur noch Sympathieträgerin. Auch die zehn Protagonisten, aus deren Sicht erzählt wird, sind interessante Figuren. Die meisten von ihnen sind vielschichtig angelegt und wirken authentisch. Einige wenige dagegen werden klischeehaft und überspitzt dargestellt. Die Vielfalt an Personen ermöglicht es, ein breites gesellschaftliches Spektrum abzudecken. So werden interessante Verbindungen aufgezeigt und veranschaulicht, wie die Leben ganz unterschiedlicher, zum Teil sich fremder Menschen miteinander zusammenhängen können. Insgesamt wirkt der Roman dadurch allerdings etwas zu überfrachtet, weshalb ich mir eine Fokussierung auf weniger Protagonisten gewünscht hätte.

Auch inhaltlich ist die Geschichte vielseitig gestaltet. Die junge Frau auf dem Dach bildet lediglich die Rahmenhandlung. Den meisten Raum nehmen die unterschiedlichen Schicksale und Lebensgeschichten der anderen Protagonisten sowie deren menschliche Abgründe ein. Einige konnten mich mal mehr, andere aufgrund der recht schnellen Perspektivwechsel mal weniger berühren. Mit den verschiedenen Personen geht ein Kaleidoskop an Themen einher, was die Lektüre abwechslungsreich macht. In etlichen Details wird deutlich, dass die Autorin viel Energie in die Recherche gesteckt hat.

Der Roman basiert auf einem wahren Ereignis und dessen Umständen, die Simone Lappert nachhaltig beschäftigt haben. Schonungslos zeigt sie in der Geschichte den Voyeurismus und seine Motive auf. Bei anderen Fehlentwicklungen legt sie ebenfalls den Finger in die Wunde. Aber auch über diesen Punkt hinaus schafft es der Roman immer wieder, zum Nachdenken anzuregen. Insofern steckt in ihrem Buch eine Menge Gesellschaftskritik. An einigen Stellen wirkt die Handlung jedoch etwas zu plakativ und übertrieben.

Das verlagstypische, künstlerische Cover hat wenig Aussagekraft, ist aber nicht unpassend. Der Titel, dessen Mehrdeutigkeit sich während der Lektüre offenbart, ist sehr treffend.

Mein Fazit:
Mit „Der Sprung“ ist Simone Lappert trotz kleinerer Schwächen ein in mehrfacher Hinsicht besonderer und lesenswerter Roman gelungen, der mehr als nur unterhält.«
  17      0        – geschrieben von milkysilvermoon
Kommentar vom 16. September 2019 um 19:44 Uhr (Schulnote 3):
» Leben heißt bleiben und ertragen, dass alles irgendwann verschwindet

"Der Sprung ins Glück beginnt mit dem ersten Schritt, aber wer nicht wagt, gewinnt auch nicht. Wer vorwärts kommen will, muss anfangen, auch wenn man Angst vor dem Abgrund hat." (Pinterest.de)
Thalbach am Dienstagmorgen steht eine junge Gärtnerin auf dem Dach vor Roswithas Café. Da man annimmt, dass die Frau in den Tod springen möchte, informiert man Polizei und Feuerwehr. Doch stattdessen wirft sie vor Wut mit ihren Gartenutensilien und danach mit Dachziegeln. Schnell strömt die Presse und die ersten Schaulustigen um dieses Spektakel zu bewundern. Einen ganzen Tag und Nacht hält die Frau die Stadt in Atem, ehe sie springt. Für Finn ist es ein Schock Manu dort zu sehen, schließlich ist er seit kurzem verliebt in sie. Ebenso ihre Schwester Astrid, als sie die Nachricht erhält. Ein ganz schlechter Zeitpunkt was sich Manu da ausgesucht hat, schließlich kandidiert Astrid für das Bürgermeisteramt. Schneiderin Maren hingegen kann nicht mehr in ihre abgeriegelte Wohnung. Für Theres und Werner die einen kleinen Laden besitzen ist dieses Spektakel eine gute Einnahmequelle. Schließlich müssen die Schaulustigen mit Lebensmittel und Getränken versorgt werden. Und noch weitere Personen kreuzen den Lebensweg von Manu, bei denen danach nichts mehr so ist wie zuvor.

Meine Meinung:
Nicht das unscheinbare Cover mit einem Frauenbild hat mich auf dieses Buch neugierig gemacht, sondern der Klappentext, den ich interessant fand. Bisher hatte ich noch nichts von der Autorin gelesen und war von daher gespannt was mich erwartet. Der Schreibstil ist locker, flüssig, unterhaltsam und in mehrere Kapitel unterteilt. Diese wechseln zwischen den Personen so das man einen Einblick in folgende Charaktere bekommt: Gärtnerin Manu, Kurierfahrer Finn, Ladenbesitzer Theres und Werner, Schneiderin Maren, Hutmacher Egon, Polizist Felix, Schülerin Winnie, Edna eine ältere Frau, Designer Ernesto, Obdachlose Henry, Manus Schwester und Bürgermeisteranwärterin Astrid. So erfahre ich im Laufe immer mehr, welchen Bezug sie zu Manu hatten oder evtl. bekommen. Natürlich entdeckt man so die Probleme, Sorgen und Nöte dieser Personen, sei es in der Vergangenheit oder Gegenwart. Außerdem kommt es bei einigen Personen zu einem positiven Ausgang. Sei es das sie ihr Leben durch dieses Ereignis verändern, ein neues Selbstbewusstsein bekommen oder sie schlicht weg auffallen bzw. entdeckt werden. Die Autorin selbst fährt einiges an Klischees auf, die alltäglich sind oder speziell durch dieses Spektakel hervorgerufen werden. Dadurch entwickeln sich einige Personen negativ oder positiv. Der Sprung selbst wird immer mehr in den Hintergrund gestellt, den das eigentlich wichtige sind die Personen rund um die Handlung. Leider habe ich am Ende nicht ganz verstanden, was mir die Autorin mit diesem Buch bewirken wollte, da wäre sicher eine Zusammenfassung am Ende hilfreich gewesen. Ebenfalls blieben bei mir gerade in Bezug auf Manu, aber auch bei den anderen Personen viele Fragen offen. Ich hatte das Gefühl mitten aus den Gegebenheiten herausgerissen zu werden. Sätze die mir positiv Erinnerung bleiben:
"Blühende Pflanzen soll man nicht umtopfen, da sie sonst verwelken."
"Die eigene Geschichte liegt auf dem Dachboden, den niemand etwas angeht."
"Die Leute sollten mehr rausgehen in die Natur, dann wären sie ausgeglichener, weil sie regelmäßig etwas erleben würden, dann müssten sie sich nicht zu solchen Mobs zusammenrotten."
Manche Charaktere hingegen fand ich überflüssig, da sie kaum oder gar nicht zur Handlung beitrugen. Am Ende bin ich als Leser etwas enttäuscht zurückgelassen worden, was ich schade fand. Trotzdem gebe ich dem Buch für die literarisch gute Ausarbeitung 3 1/2 von 5 Sterne.«
  19      1        – geschrieben von claudi-1963
 
Kommentar vom 16. September 2019 um 17:09 Uhr (Schulnote 3):
» Die kleine Stadt Thalbach hat ihre Sensation: auf dem Dach eines Hauses, gleich gegenüber von Roswithas Café, steht eine junge Frau, wütet und - springt schließlich tatsächlich hinunter, wie der Leser gleich zu Beginn des Romans erfährt. Das Motiv, aus welchem sie hier oben steht, scheint die zahlreichen Zuschauer kaum zu interessieren, wichtig ist ihnen das Ereignis selbst, das kommentiert, fotografiert und gefilmt wird.
Geschickt hat die Autorin dieses Ereignis als Anlass gewählt, um das herum sich zehn weitere Schicksale entwickeln. Sie gewährt dem Leser kurze Einblicke in den Alltag unterschiedlicher Personen und schildert in szenischen Ausschnitten, welche Auswirkungen das Agieren der Frau auf dem Dach auf das weitere Leben der anderen geschilderten Charaktere hat. Dazu bedient sie sich einer schönen, bildreichen Sprache, die dennoch unkompliziert und schnörkellos ist. Die anfänglich leicht depressiv wirkende Grundstimmung des Romans schwenkt im Laufe der Erzählung um, wird versöhnlicher und positiver.
Die Frage nach dem Grund für den Sprung wird zum Schluss doch noch beantwortet. Ob uns das Ende nachvollziehbar oder eher banal vorkommt, scheint der Autorin nicht so wichtig zu sein angesichts der Tatsache, dass der Sprung als Auslöser für wesentliche Veränderungen im Leben anderer dient. Doch - ehrlich gesagt - ich hätte mir für das Buch einen „runderen“ Abschluss gewünscht.«
  12      0        – geschrieben von solveig
Kommentar vom 13. September 2019 um 19:25 Uhr (Schulnote 2):
» Sie wollte immer nur ins Leben sprngen.
Mit sehr großen Erwartungen bin ich an Simone Lapperts 336-seitigen Roman „Der Sprung“, im August 2019 bei Diogenes erschienen, herangegangen, doch konnte er meinen Erwartungen nicht vollends gerecht werden und ließ mich etwas zwiegespalten zurück.
Eine mittelgroße Stadt in Süddeutschland. Auf dem Dach eine junge Frau. Wütend. Rasend. Unter ihr der grölende Mob, Handys zuckend, sensationsgeil. Doch am Rande gibt es auch noch die anderen Menschen, die in einer mehr oder weniger festen Beziehung zu dieser Frau stehen. Was geht in ihnen vor? Und vor allem: Was macht der vermeintliche Suizidversuch mit ihnen?
Der Roman beginnt imposant mit der Beschreibung des Sprunges selbst im Zeitlupentempo. Wie fühlt es sich an? Welche Gedanken gehen einem durch den Kopf? All diesen Fragen versucht die Autorin nachzuspüren. Dann unverhofft ein Zeitsprung: „Zwei Tage davor“. Hier werden die ersten Charaktere vorgestellt, denen weitere folgen sollen. Und dieser Aufbau zieht sich durch den ganzen Roman, der auf zwei Zeitebenen erzählt wird: der Sprung selbst und die zwei Tage, bis die Protagonistin den letzten Schritt tut, wobei der Sprung das Geschehen in der Vergangenheit von Zeit zu Zeit unterbricht.
Das Herzstück des Werkes sind die Menschen, die den Sprung „mitverfolgen“ und auch als Kapitelüberschriften dienen. Da ist zum einen das Teenager-Mädchen Winnie, das von seinen Mitschüler/innen wegen ihrer Figurprobleme gemobbt wird. Oder der Obdachlose Henry, der auf der Straße bedeutsame Fragen verkauft. Maren indes lebt mit Hannes, einem Gesundheitsfanatiker, zusammen, ihre Beziehung jedoch ist erkaltet. Felix als Polizist mit einer Ausbildung in Krisenintervention soll die Selbstmordgefährdete von ihrer Tat abhalten – doch er selbst hat seine eigenen Probleme, die ihn zu überwältigen drohen. Astrid, die Schwester der jungen Frau auf dem Dach, macht sich unterdessen Sorgen um ihre Karriere als Lokalpolitikerin. Und dann sei da noch Finn genannt, Fahrradkurier und Freund der vermeintlichen Selbstmörderin, der die Welt nicht mehr versteht und seiner Freundin helfen will. Allen ist gemeinsam, dass ihr Leben aus dem Lot geraten ist. Dreh- und Angelpunkt des ganzen Geschehens sind Roswithas Café und der kleine Laden von Theres und Werner, der eigentlich schon pleite ist, durch das Geschäft mit der Sensation, der selbstmordgefährdeten Frau, aber plötzlich wieder boomt. In das Leben all dieser und noch anderer Personen schlägt „der Sprung“ ein wie eine Bombe – und verändert es (hoffentlich) nachhaltig. So steht im Zentrum des Geschehens dann auch nicht die Selbstmörderin selbst, sondern das Leben ihrer Mitmenschen. Den Grund für den Sprung selbst kann man am Ende zwar erahnen, letztlich bleibt er aber – zumindest für mich – doch ein wenig nebulös.
Sehr realistisch und eindrücklich gelingt es der Autorin, das Szenario selbst darzustellen: die im wahrsten Sinne des Wortes wütende Frau; die skandierenden Massen, die einfach nur den Sprung sehen wollen, ja ihn herbeisehnen; die Medien, die keinerlei Distanz wahren; und schließlich, am nächsten Morgen, den Dreck auf der Straße „wie am Morgen nach dem Karneval“ (S.229), hinterlassen, als die Schaulust befriedigt ist und man sich lieber anderen Sensationen zuwendet. Dieses beinhaltet, genau wie Werners oder Egons (ein ehemaliger Hutmacher) Schicksal, eine ordentliche und angebrachte Portion Gesellschaftskritik.
Nicht ganz so überzeugen konnte mich die Entwicklung einiger Charaktere, denn hier bleibt die Autorin von Zeit zu Zeit oberflächlich (Winnie) oder wird auf mir unangenehme Weise komisch (Maren, Egon), was beides an sich nicht schlecht sein muss, mir aber dem Ernst des Themas nicht angemessen erscheint. Dass Simone Lappert dennoch in der Lage ist, tief und ernsthaft Charakterentwicklungen darzustellen, zeigt sie an anderen Stellen sehr wohl, wenn man sich z.B. Werner und seine Frau Theres oder Edna, eine ehemalige Lokführerin, anschaut.
Sprachlich ist der Roman rundum gelungen: Simone Lappert schreibt flüssig, teilweise poetisch, auf jeden Fall aber plastisch und auf einem angenehmen Niveau. Besonders gefallen haben mir beim Lesen darüber hinaus (Lebens-)Weisheiten, die das Buch an passenden Stellen anbringt und welche zum Denken anregen, z.B. „Leben heißt bleiben und ertragen, dass alles irgendwann verschwindet.“ (S. 110), „Wer wütend ist, hat noch etwas zu verlieren.“ (S. 268) oder „Das Nichtverrücktwerden (ist) die eigentliche Anomalie.“ (ebd.).
Insgesamt handelt es sich bei „Der Sprung“ um einen lesenswerten Roman mit einem wichtigen Thema und ebenso wichtigen Botschaften, der aber meiner Meinung nach durch die immer wieder auftretende Komik ein wenig an Reiz verliert. Trotz allem empfehle ich ihn mit dreieinhalb von fünf Punkten gerne als Lektüre weiter.«
  23      0        – geschrieben von ElisabethB.
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