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TASCHENBUCH
 
Laine Roux 1 - Der Kreis der Wächter
Verfasser: Lou M. Winter (1)
Verlag: Eigenverlag (13583)
VÖ: 27. Mai 2019
Genre: Fantasy (9967) und Jugendliteratur (5920)
Seiten: 362
Themen: Außenseiter (175), Erste Liebe (160), Geheimnisse (3599), Internat (278), Wächter (62)
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Laine beginnt einen Neuanfang an einem Internat, gewöhnt sich schnell ein und kann auch einige der Schüler als Freunde für sich gewinnen. Mit der ersten Liebe kommt sie einem mysteriösen Geheimnis auf die Spur, welches ihr Leben grundlegend verändern könnte.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Lou M. Winter für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Lou M. Winter gibt es auf ihrer Autorenseite.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Ich habe Lust auf Mexikanisch«, sage ich und sehe zu ihr hinüber.
     Sie lächelt. »Gut.«

»Diese verdammten Chilischoten brennen mir die Zunge weg«, schimpft meine Mutter und gibt unserer Wohnungstür den notwendigen Schubs, damit der Schlüssel greift.
     »Der Kellner hat dich ausdrücklich vor dem Gericht gewarnt«, entgegne ich.
     »Ja, ja.« Meine Mutter streift im Flur ihre Stiefel ab und eilt in die Küche.
     Ich befreie mich von Jacke und Schuhen und folge ihr; sie steht am Kühlschrank und trinkt die Milch direkt aus der Verpackung.
     »Das ist nicht besonders hygienisch«, bemerke ich.
     »Sei still Kind, die Notlage erlaubt eine Ausnahme«, antwortet sie mit halbherziger Dominanz und nimmt einen weiteren Schluck. Wenn sie weiß, dass sie ihre eigenen Regeln verletzt, bekommt sie diesen süßen, trotzigen Gesichtsausdruck. Ich wette, den hatte sie schon als Vierjährige im Mimik-Repertoire.
     »Ich bin in meinem Zimmer«, sage ich, nehme mir einen Apfel aus der Obstschale vom Tisch und gehe in den Flur.
     Von allen Wohnungen, an die ich mich erinnern kann, ist unsere aktuelle die schönste. Sie liegt im ersten Stock eines Altbaues an einer wenig befahrenen Einbahnstraße. Mir gefallen die hohen mit Stuck verzierten Decken, die großen Fenster, die alten, weiß lackierten Türen und die knarzenden Holzböden. Mit dem Fahrrad erreiche ich in zehn Minuten das Stadtzentrum, in zwanzig Minuten meine seit heute ehemalige Schule und eine U-Bahn-Station befindet sich direkt um die Ecke.
     Unser neues Heim suchten meine Eltern mit großer Sorgfalt aus, denn zum ersten Mal bezogen wir es auf unbestimmte Zeit. Mit seinen sechzig Jahren wurde es mein Vater leid, immer wieder neue Städte und Menschen kennenzulernen. Auch meine Mutter wollte als Psychotherapeutin mit Anfang vierzig endlich mal eine eigene Praxis mit festem Klientenkreis aufbauen. Damit endete das unstete Leben meiner Eltern, für mich geht es weiter.
     Ich öffne die Tür zu meinem Zimmer und finde mich im Chaos wieder. Kartons stehen auf dem Boden – meistens gefüllt mit Büchern –, dazwischen liegen Stifte, Blätter, Schulordner und Kleidungsstücke. Den überwiegenden Teil meiner Garderobe habe ich in zwei große Müllsäcke gestopft; ich werde sie mit ins Internat nehmen. Ich beiße in den Apfel und denke an meine Mitschülerin Mia Franke. Jetzt befinden sich meine Klamotten genau dort, wo sie ihrer Meinung nach hingehören: in Müllsäcken. Sie wirft mir einen einfallslosen Modegeschmack vor, mit dem ich meine Mitmenschen belästige. Zugegeben, in der Hinsicht bin ich eher pragmatisch veranlagt. Röhrenjeans, Karoblusen in unterschiedlichen Farben, T-Shirts, Sweatshirts und Sneakers, mehr brauche ich nicht, für mehr habe ich keine Geduld. Die neusten Trends, die hektisch und unaufhörlich ein Spektakel um das menschliche Erscheinungsbild fabrizieren, stoßen bei mir auf Unverständnis. Für Mia gibt es nichts Wichtigeres. Prinzipiell ist mir das egal. Jeder soll mit der Kapazität seines Hirns anstellen, was er will, aber Mia erhebt den Anspruch, dass alle so denken wie sie. Sie nimmt sich heraus, auf andere herabzusehen und die verschiedenen Outfits ihrer Mitmenschen mit bissigen Kommentaren abzustrafen. Generell redet sie tagtäglich über so viel belanglosen Scheiß, dass meine Gehirnzellen in ihrer Nähe am liebsten Selbstmord begehen würden. – Ja, vielleicht bin ich ein arrogantes Miststück, aber Mias Art empfinde ich als Körperverletzung.
     Ich werfe den mittlerweile abgenagten Apfel in den Mülleimer, nehme das Päckchen mit Feuchttüchern vom Boden und wische mir die Finger ab. Mit dem Fuß schiebe ich mir den Weg zu meinem Schreibtisch frei, auf dem eine Broschüre über das St. Lucia Internat liegt. Nachdenklich blättere ich darin herum.
     Vor vier Monaten lag sie plötzlich in unserem Briefkasten. Ich hatte noch nie in Erwägung gezogen, ein Internat zu besuchen. Doch dort werden Kurse angeboten, die mich interessieren, wie Psychologie, Kommunikationswissenschaft oder auch Fotografie.
     Mit der Vorstellung, im Internat neue Wissensgefilde erschließen zu können, informierte ich mich auf ihrer Homepage über die Möglichkeit, ein Stipendium zu erwerben, und schickte die dafür erforderlichen Unterlagen ab. Drei Wochen später erhielt ich ein Schreiben, in dem mir der Geschäftsführer Henry Krey zu einem Schulplatz am St. Lucia Internat gratulierte.
     Ich hatte nicht mit einer Zusage gerechnet, umso mehr freute ich mich darüber. Doch je näher der Tag der Abreise rückt, desto nervöser werde ich. Mich plagt das Wissen um meine grandiose Fähigkeit, Menschen zu vergraulen. Ich werde mit sieben Schülerinnen in einer Wohneinheit zusammenleben und ich bezweifle, dass sich das für mich und die anderen angenehm gestalten wird, auch wenn wir ab der siebten Klasse Einzelzimmer beziehen.
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