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TASCHENBUCH
 
Wenn Apfelbäume sprechen könnten
Verfasser: Lisa Torberg (26)
Verlag: Eigenverlag (17527)
VÖ: 31. Juli 2019
Genre: Romantische Literatur (21273)
Seiten: 212 (Kindle Edition), 264 (Taschenbuch-Version)
Themen: Äpfel (12), Ernte (4), Filme (148), Geheimnisse (4288), Südtirol (69)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Liesi Thaler lebt mit ihrer neunzigjährigen Großmutter Filomena auf dem Apfelhof. Wie schon die Frauen vor ihr führt sie das Erbe ihrer Familie fort. Ihr Heimatort unweit von Meran ist ein beschauliches Fleckchen, seine Einwohner freundlich, das Leben von gegenseitigem Respekt geprägt. Doch dann kommt es zu eigenartigen Vorkommnissen auf ihren Apfelwiesen. Die Ernte, und somit ihre Existenz, steht auf dem Spiel. So geht sie auf den Vorschlag des Bürgermeisters ein und stellt ihren Hof als Drehort für einen Film zur Verfügung.
Der Regisseur entpuppt sich jedoch als gewalttätiger Säufer, und Bertl, ihr bester Freund seit Kindertagen, meldet plötzlich Besitzansprüche auf sie an. Schließlich tritt auch noch der Filmproduzent Chris Bergmann in ihr Leben, der Interesse an ihrem Hof und im Besonderen an den drei uralten Apfelbäumen vor dem Haus zu haben scheint. Weshalb interessiert er sich für die Geschichte ihrer Familie? Je näher Liesi dem attraktiven Mann kommt, umso verwirrter ist sie. Welches Geheimnis verbirgt er?
Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Lisa Torberg für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Lisa Torberg gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

KAPITEL 2


Christian Bergmann – von der Presse, Kollegen und Freunden ausnahmslos nur Chris genannt – saß seit gut zwei Stunden auf der sonnenbeschienenen Terrasse des Clubrestaurants. Er hatte die Jacke ausgezogen, sich auf dem Stuhl zurückgelehnt, die langen Beine weit von sich gestreckt und genoss die überraschend warmen Sonnenstrahlen. Die Stimmen der Menschen um ihn herum hatte er ausgeblendet, hörte hingegen das Summen der Bienen und das Zwitschern der Vögel. Vor sich konnte er den Fairway der ersten Bahn sehen, weiter vorn die Fahne, die das Loch in der Mitte des Grüns markierte. Der Golfplatz von Mela fügte sich so perfekt in das Etschtal ein wie die Apfelwiesen und Weinreben, die den Talboden bedeckten, soweit man sehen konnte. Er musste jedoch nur den Kopf ein wenig nach rechts drehen und mit dem Blick dem über einige Kilometer leicht ansteigenden Gelände folgen, wo dieser plötzlich vom hoch aufragenden Eisberg gebremst wurde. Die hohen Pfeiler in der Waldschneise waren selbst von hier erkennbar, und sobald die beiden Gondeln sich auf halber Strecke kreuzten, blitzten Glas und Metall im Sonnenlicht auf – so wie jetzt. Es war, als ob der reflektierte Strahl sich trotz der Distanz direkt in seine Brust bohren wollte. Chris streckte den Arm nach der Apfelschorle aus, nahm einen Schluck und tippte seine Sonnenbrille mittig an, sodass sie wieder perfekt auf der Nasenwurzel saß.
     Konnte man Heimweh nach einem Ort verspüren, an dem man nie gewesen war? Er war noch nicht geboren, als seine Eltern von hier fortgingen und in den hohen, flachen Norden gezogen waren, wie seine Mutter Hamburg und die Küste immer genannt hatte.
     Wie konnte es also sein, dass er das Gefühl hatte, genau zu wissen, wo der Apfelhof lag, nämlich links vom Hausberg und der Seilbahn, oberhalb der Stelle, wo der Eisbach aus der Schlucht ins Ortsgebiet drängt?
     Und was um Himmels willen hatte ihn dazu gebracht, sich ausgerechnet für Mela zu entscheiden? Der Locationscout hatte drei weitere Orte vorgeschlagen. Und er war derjenige, der die finale Entscheidung traf. Warum also ...
     Sein Handy begann zu klingeln und ein Ruck ging durch seinen Körper.
     Seitdem er angekommen war, hatte man ihn nicht gestört, und fast hatte es sich angefühlt wie Urlaub. In der Firma wusste niemand, wo er war, und er hatte klare Anweisungen gegeben, dass sie ihn nur im Notfall ...
     Er musste den Satz nicht weiterdenken.
     Chris Bergmann löste den Rücken von der Lehne, über der die Jacke hing, und fischte das Telefon aus der Innentasche. Sobald er den Namen auf dem Display las, ahnte er, dass seine schlimmsten Befürchtungen wahr geworden waren.


KAPITEL 3


Während der Mann der Filmcrew das Golfcart zum Clubhaus und daran vorbei Richtung Parkplatz lenkte, besprach er sich leise mit dem Bertl. Liesi verstand kein Wort und schloss wieder die Augen. Plötzlich hörte sie das typische Geräusch, wenn eine Fahrzeugtür entriegelt wurde, und blinzelte. Bertl bugsierte sie gerade auf den Beifahrersitz seines Autos und griff nach dem Gurt, um ihn ihr anzulegen. Sie stieß seine Hand weg und erledigte das selbst, bevor er sich über sie beugen konnte.
     Er starrte sie entgeistert an, und sie widerstand dem Wunsch, ihren Blick zu senken. Stattdessen sagte sie mit Nachdruck: »Ich brauche mein Golfbag. Und meine Tasche ist auch noch ...«
     »Die Tasche ist hier und bis auf einen Arzt brauchst du sonst gar nix«, schnitt er ihr das Wort ab und knallte die Beifahrertür von außen zu.

Eine Viertelstunde später, in der zwischen Bertl und ihr eisiges Schweigen herrschte, lag sie auf der Untersuchungsliege in der Hausarztpraxis ihrer Freundin Traudl. Es war immer noch die von ihrem Vater, die sie ebenso übernommen hatte, wie das Messingschild vor der Tür, auf dem Dr. E. Gruber zu lesen war. Der alte Hausarzt hieß Erwin und ihr einziges Kind hatten seine Frau und er »der Einfachheit halber« Edeltraud getauft, wie er gern erzählte. Als ob der damals schon gewusst hätte, dass seine Tochter in seine Fußstapfen treten würde. Aber sie hatte es wirklich getan, und er hatte ihr zum dreißigsten Geburtstag den Schlüssel zur Praxis überreicht und war seither mit Traudls Mutter fast ständig auf Reisen.
     »Du musst ihn anzeigen«, sagte ihre Freundin jetzt mit ernster Miene und wickelte eine Haarsträhne um den Finger.
     »Und was soll das bringen?« Liesi setzte sich auf und schob eine ihrer störrisch-vorwitzigen blonden Locken hinters Ohr. Ihre Stimme klang heiser und kratzig, als ob sie eine ganze Nacht lang gesoffen und Zigarren geraucht hätte.
     »So was Blödes kannst auch nur du fragen!« Bertl, der sich bisher ruhig verhalten hatte, stand plötzlich vor der Liege und deutete auf ihren Hals. »Man kanns nicht nur hören, sondern auch sehen, dass dir dieser Piefke wehgetan hat.«
     »Das schaut schlimmer aus, als es ist«, beruhigte Traudl jetzt den Freund.
     »Und du meinst, dass du das beurteilen kannst«, meinte er geringschätzig.
     Die beiden Frauen lachten auf und er sah betreten zu Boden.
     »Meine Approbation sagt genau das aus, Bertl.« Wie so oft sprach sie mit ihm wie mit einem Kleinkind. Nicht, dass er dumm war, ganz und gar nicht, aber seine Anschauungen waren von seinem Vater geprägt worden – und den hatte er eben nicht mehr, seitdem er elf war. Seine kleine, überschaubare Welt war in gewisser Hinsicht damals stehen geblieben und die Rollen der Menschen waren klar definiert. Die Männer brachten das Geld heim und die Frauen studierten nicht. Schon gar nicht wurden sie Ärzte.
     »Ich kann dir versichern, dass die Liesi in ein paar Tagen wieder ganz die Alte sein wird«, fuhr sie ruhig fort. »Die Hämatome brauchen ein bisserl, bis sie verschwinden, mit der Stimme geht das rascher. Aber«, sie hob mahnend einen Zeigefinger und wandte sich ihrer Freundin zu, »wärst du jetzt in der Notaufnahme in Meran im Krankenhaus, dann würden die Kollegen die Polizei verständigen.«
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