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Ingas Spiel
Verfasser: Janina Hoffmann (8)
Verlag: Eigenverlag (24524)
VÖ: 28. Juni 2019
Genre: Horror (1730) und Mystery-Roman (398)
Seiten: 186
Themen: Anwälte (953), Hamburg (854), Intrigen (1476), Kanzlei (63), Schwestern (1511)
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Ehrgeizig, erfolgreich, egozentrisch: Die Anwältin Dr. Britta Klein räumt Gegner rücksichtslos aus dem Weg. Für ihre jüngste Intrige scheut sie nicht einmal davor zurück, ihre ahnungslose Schwester Inga auszunutzen. Das Spiel beginnt, und alles verläuft nach Plan ... Sicher, Britta?

Die Fortsetzung von „Ingas Verbrechen“.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Janina Hoffmann für die Einsendung dieser Leseprobe!
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1. Ganz weit oben


Es gibt nicht viele Menschen, die in ihrem Leben ganz oben ankommen. Zu den wenigen erfolgreichen Ausnahmen zähle ich, Dr. Britta Klein, Anwältin und Partnerin in einer renommierten Hamburger Kanzlei. Ich bekomme immer alles, was ich will. Und wenn nicht, nehme ich es mir. Und zwar ohne jegliche Rücksicht auf andere. Wie vor acht Jahren, als ich bei meiner Beförderung etwas nachgeholfen habe. Damals war ich vierunddreißig und konnte den Tag, an dem man mir als erster Frau in der Kanzleigeschichte die Partnerschaft anbieten würde, nicht erwarten. Verdient hätte ich es schon längst, wie mir auch wiederholt von meinem damaligen Vorgesetzten versichert wurde. Doch es gab ein Problem. Der Kreis der Partner hatte seit Gründung der Kanzlei immer aus zwölf Männern bestanden, und wenn diese inzwischen auch grundsätzlich gewillt waren, endlich einer Frau Zutritt in den heiligen Zirkel zu gewähren, so musste doch an der magischen Zahl unbedingt festgehalten werden. Ich hielt das für einen unsinnigen Aberglauben, hütete mich aber davor, meine Meinung kundzutun. Ich habe schon früh gelernt zu verschweigen, was ich wirklich denke, und zu verbergen, wie ich wirklich bin. Sonst wäre ich nicht nach ganz weit oben gekommen, wo ich heute bin, so viel steht fest.
     Hamilton & Lace heißt die Kanzlei, in der ich seit meinem zweiten juristischen Staatsexamen hart arbeite. Dabei hat es dort nie Partner mit diesen Namen gegeben. Vielmehr ist der Kanzleiname eine künstliche Wortpaarung, die zugleich international-elegant klingt und einprägsam ist.
     Meine damalige Chance auf einen Aufstieg würde somit erst kommen, wenn einer der zwölf Partner starb oder die Kanzlei anderweitig verließ. Zunächst übte ich mich in Geduld, doch die war bald erschöpft, ohne dass ich meinem Ziel auch nur einen Schritt näher gekommen war. Also entschloss ich mich zu handeln. Schließlich wollte ich nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag auf eine Schicksalsfügung warten. Ich entwarf einen Plan, wie ich die Zahl der Partner zuverlässig auf elf reduzieren könnte. Dr. Karl Kuckuck, Anfang fünfzig und so unauffällig, dass es mir auffiel, war das schwächste Glied in der Kette. Das sagte mir mein scharfer Verstand. Das Büro von Karl Kuckuck war mit zahlreichen Bildern seiner Frau und seiner Kinder dekoriert. Waren es vier oder fünf Sprösslinge? Ich weiß es gar nicht mehr. Es spielt auch keine Rolle. Des Öfteren schon hatte Karl Kuckuck ungefragt von seinem ach so harmonischen Familienleben erzählt. Hier musste ich ansetzen. Also beauftragte ich einen Privatdetektiv, Karl Kuckucks Geheimnis in Erfahrung zu bringen. Denn in jedem Leben gibt es dunkle Geheimnisse. Jeder hat mindestens eine, idealerweise sogar mehrere Leichen im Keller. Das habe ich im Laufe der Jahre immer wieder festgestellt. Man muss sie nur finden. Und den Fund gewinnbringend einsetzen. Darin bin ich sehr gut.
     Norbert Hanta heißt der Privatdetektiv, auf den ich schon seit Jahren setze. Als ich sein kleines, schäbiges Büro in der Hamburger Innenstadt das erste Mal betrat, wäre ich am liebsten sofort wieder gegangen. Es war kaum möglich, einen Schritt zu tun, ohne auf offene Akten und sonstige Unterlagen zu treten, die überall auf dem Boden verteilt waren. Auch auf dem Schreibtisch stapelten sich teilweise mit Kaffeerändern besudelte Papiere, dazwischen lagen irgendwelche halb aufgegessenen Lebensmittel. Und dann dieser furchtbar muffige Geruch. Als wäre dort seit Monaten nicht gelüftet worden. Doch ich entschloss mich zu bleiben und Norbert Hanta mein Anliegen vorzutragen, denn er galt als der absolut Beste in seiner Branche. In der Hinsicht hatte ich mich vorab natürlich gründlich informiert. Günstig war er auch nicht. Das versteht sich von selbst. Norbert Hanta hörte mir aufmerksam zu, nachdem er einen zweiten Stuhl für mich freigeräumt und ich Platz genommen hatte, und machte sich ab und zu ein paar Notizen. Ich schätzte ihn auf Ende vierzig. Sein Haar hätte einen Schnitt und eine Wäsche dringend nötig gehabt, und seine Kleidung hatte er wohl der Altkleidersammlung entnommen. Am Ende meines Vortrags nickte Norbert Hanta und sagte nur: „Ich regele das für Sie. Darauf können Sie sich verlassen.“ Und er hielt sein Wort.
     Seit die Sache mit Karl Kuckuck so reibungslos funktioniert hat, engagiere ich hin und wieder Norbert Hanta, um belastendes Material zu beschaffen, mit dem ich Widersacher aus dem Weg räumen oder gefügig machen kann.
     Was der Detektiv in Karl Kuckucks Leben fand? Oh, eigentlich etwas ganz Banales. Die entzückenden Kinder auf den Fotos in Karl Kuckucks Büro waren nicht seine eigenen. So etwas soll ja vorkommen. Nur wusste Karl Kuckuck es nicht oder gab zumindest vor, es nicht zu wissen. Karl Kuckucks Frau hatte wohl bald nach der Eheschließung, vielleicht auch schon davor, angefangen, ihren Mann regelmäßig zu betrügen. Der Privatdetektiv dokumentierte seinen Bericht mit zahlreichen Bildern der Ehefrau zusammen mit ihrem langjährigen Geliebten, dem alle Kinder wie aus dem Gesicht geschnitten waren. Anscheinend pflegte der Geliebte sogar heimlich Kontakt zu seinem Nachwuchs. Auch von diesen Treffen gab es Fotos.
     Ja, so etwas ist bitter. Und für mich das Beste, was Norbert Hanta hätte aufspüren können. Ein Volltreffer. Doch wie sollte ich Karl Kuckuck damit konfrontieren, ohne mit der Geschichte in Verbindung gebracht zu werden? Schließlich wollte ich mir an ihm auf keinen Fall die Hände schmutzig machen. Nur verschwinden sollte er, und das schnell. Ich beschloss, Karl Kuckuck die Bilder anonym in einem als persönlich gekennzeichneten Umschlag in die Kanzlei zu schicken. Einen Zettel legte ich noch dazu, auf den ich mit verstellter Schrift geschrieben hatte: „‚Ihre‘ Kinder sind das Ebenbild ihres Vaters, nicht wahr?“ Natürlich hatte ich dabei Handschuhe getragen, um jegliche Fingerabdrücke zu vermeiden. Ich wollte zunächst abwarten, wie Karl Kuckuck auf diesen Brief reagieren würde, um ihn dann mit weiteren Schreiben zu erpressen. Er würde nicht lange durchhalten, das wusste ich.
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