Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
42.621 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »Finny«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
TASCHENBUCH
 
Ein Fall für Joost Kramer 1 - Blutiger Wahn (Neubearbeitung von "Tödlicher Vorhang")
Verfasser: Dörte Jensen (17)
Verlag: Klarant (602)
VÖ: 25. März 2018
Genre: Kriminalroman (6538)
Seiten: 154 (Kindle Edition), 200 (Taschenbuch-Version)
Themen: Gefängnis (460), Intrigen (1068), Kommissare (1621), Ostfriesland (453), Schauspieler (574), Schlüssel (36), Selbstmord (537)
Reihe: Ein Fall für Joost Kramer (5)
BLOGGERNOTE DES BUCHS
noch nicht bewertet
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Eine Durchschnittsnote wird erst angezeigt, wenn 10 Stimmen abgegeben wurden.
Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Am Strand von Norddeich wird die Kleidung der erfolgreichen Schauspielerin Henrike Sattler aufgefunden. Die Hinweise deuten auf Selbstmord. Seit Wochen sitzt ihr Ehemann als Verdächtiger einer schrecklichen Bluttat in U-Haft – hat sie die Situation und den öffentlichen Druck nicht mehr ertragen? Kommissar Joost Kramer ermittelt. Dabei machen ihm nicht nur die mysteriösen Fälle zu schaffen, sondern auch die Alleingänge von Henrikes bester Freundin Ricarda. Die Fotografin glaubt an eine grausame Intrige und verdächtigt Henrikes längst abservierten Ex-Freund. Ist die junge Schauspielerin in Wahrheit noch am Leben? Und welche Rolle spielt der verschwundene Schlüsselbund? Trotz aller Widrigkeiten lichtet sich der Nebel. Doch gerade als Kommissar Kramer meint, die mysteriösen Zusammenhänge zu durchschauen, kommt es zum tödlichen Showdown in Ostfriesland …
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Rena Larf vom Klarant Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Dörte Jensen gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Romeo und Julia

Oldenburgisches Staatstheater


Julia Capulet küsste den Leichnam. Vereinzelte Tränen rollten über die Wangen der Zuschauer, als sie sich kurz darauf theatralisch erstach. Wenig später brach das Publikum in frenetischen Jubel aus.
     Die junge Schauspielerin Henrike Lammers spielte die Rolle der Julia in dem Drama von William Shakespeare mit einer Intensität, die kaum einen Besucher des Oldenburgischen Staatstheaters kaltließ. Mit Steffen Döpker als Romeo Montague hatte der Regisseur die perfekte Besetzung für das Stück gefunden. Dass die Schauspieler die unglückliche Liebe der beiden Figuren so lebensnah darstellten, lag bestimmt daran, dass sie auch im wirklichen Leben ein Paar waren.
     Nachdem der Vorhang ein drittes Mal gefallen war, gingen sie gemeinsam mit ihren Kollegen von der Bühne. Auf dem Weg zu den Garderoben ergriff Steffen Henrikes Hand und zog sie zu sich.
     »Sehen wir uns gleich bei mir?«
     Henrike sah kurz zu Boden. »Heute ist Mädelsabend. Ich habe Ricarda versprochen, direkt nach der Vorstellung in unsere gemeinsame Wohnung zu kommen. In den letzten Tagen haben wir uns kaum gesehen.«
     »Betrachtest du eure Wohngemeinschaft denn wirklich als dein Zuhause?« Steffen dehnte den Begriff wie Kaugummi und betrachtete Henrike mit einem derart stechenden Blick, dass sie eine Gänsehaut bekam.
     »Ricarda ist meine beste Freundin«, antwortete die norddeutsche Schauspielerin ausweichend, weil sie ahnte, worauf seine Frage hinauslief. Nach der Vorstellung hatte sie aber keine Lust auf eine weitere Diskussion. »Wir haben länger nicht mehr gequatscht. In den letzten Wochen war sie wegen einer Fotoreportage über Ostfriesland viel unterwegs.«
     »Worüber redet ihr denn die ganze Zeit?«
     »Frauenkram. Du würdest dich dabei bestimmt nur langweilen.«
     »Kannst du nicht später noch zu mir kommen?«
     Steffen drückte ihre Hand so fest, dass es schmerzte. Im ersten Augenblick wollte Henrike nachgeben, wie sie es in den letzten Wochen immer wieder getan hatte. Dann aber schüttelte sie den Kopf. »Heute nicht. Ich rufe dich an.«
     »Du kannst mich doch nicht mit einem Telefonat abspeisen.« Steffen sah sie entrüstet an.
     »Henrike!« Jürgen Bittker, der in dem Bühnenstück die Rolle des Bruder John spielte, nickte ihr anerkennend zu. »Du bist heute wieder einmal ganz wundervoll gestorben. Trinkst du in der Theaterkantine noch ein Glas Wein mit uns?«
     Henrike schüttelte den Kopf. »Jetzt nicht. Ich bin vollkommen erledigt.«
     »Wie du willst. Dann sehen wir uns bei der nächsten Probe.« Er drehte sich um und ging Richtung Kantine.
     »Der Kerl behandelt mich wie Luft!« Steffen sah seinem Kollegen entrüstet nach.
     »Der ist bestimmt noch sauer, weil du ihn vor der Aufführung angeschrien hast. Deine Reaktion war vollkommen überzogen, ihm ist doch nur etwas runtergefallen.«
     »Eigentlich dürfte der Stümper nicht mal mit mir auf der Bühne stehen«, grummelte Steffen. Dann zog er Henrike zu sich. »Was ist eigentlich mit dir los? Du bist in letzter Zeit so abweisend.«
     »Nichts.« Sie versuchte ihrer Stimme einen unbeschwerten Klang zu geben. Aber es gelang ihr nicht.
     »Wir sollten uns endlich nach einer gemeinsamen Wohnung umsehen. Unser Baby muss doch bei seinen Eltern aufwachsen.«
     »Das wird es auch.«
     »Dann verstehe ich nicht, warum du nicht mit mir kommen willst.«
     »Weil ich jetzt nicht bei dir sein will! Ist das denn so schwer zu verstehen?«
     Steffen sah Henrike so entgeistert an, als hätte sie ihm bei jedem Wort eine schallende Ohrfeige verpasst.
     »So war das nicht gemeint«, beschwichtigte sie ihn. »Ich will doch nur ...«
     »... nichts mehr mit mir zu tun haben.«
     »Das habe ich nicht gesagt. Ricarda ...«
     »Ist dir deine Freundin wichtiger als unsere kleine Familie?«, unterbrach er sie.
     »Wir kennen uns seit der Schulzeit. Sie ist ein ganz besonderer Mensch für mich. Ich möchte jetzt nicht schon wieder mit dir streiten.« Henrike sah Steffen einen Moment lang an, als wollte sie noch etwas sagen. Dann ließ sie ihn einfach stehen und ging in die Garderobe. Nachdem Henrike sich dort abgeschminkt und umgezogen hatte, eilte sie zum Fahrradständer hinter dem Theater. Dort warf sie ihre Tasche in den verbogenen Korb des alten Fahrrades mit dem klappernden Schutzblech und fuhr zu ihrer Wohnung im Ziegelhofviertel.

***


»Wie war deine Aufführung?«, wollte Ricarda Albers wissen, als Henrike die Tür der Altbauwohnung aufschloss und in den Flur trat. »Wegen eines Staus auf der Autobahn habe ich es leider nicht mehr rechtzeitig ins Theater geschafft. Ich bin selbst erst vor einer halben Stunde nach Hause gekommen.«
     »Das Publikum war begeistert.«
     »Ah ja. Deinem Gesichtsausdruck nach scheinen sie dich eher mit faulen Tomaten beworfen zu haben. Was ist denn los? Fahren die Hormone mit dir wieder einmal Achterbahn?«
     Seufzend ließ Henrike ihre Tasche auf die Kommode fallen. »Steffen will unbedingt mit mir zusammenziehen.«
     »Darüber reden wir gleich. Setz dich erst mal, ich bringe dir ein Glas Sekt. Der wird dich wieder in Stimmung bringen.« Schon war Ricarda auf dem Weg in die Gemeinschaftsküche, doch Henrike hielt sie zurück.
     »Nein, Ricarda. Während der Schwangerschaft werde ich keinen Tropfen Alkohol anrühren.«
     »Darum habe ich beim letzten Einkauf Kindersekt besorgt.« Triumphierend hielt ihre Mitbewohnerin zwei bunt bedruckte Flaschen hoch. »Willst du lieber Erdbeer- oder Maracujageschmack?«
Seite: 1 2 3
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2019)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz