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Gourmetkiller
Verfasser: Elsa Bergh (2)
Verlag: Elaria (81)
VÖ: 31. Mai 2019
Genre: Thriller (5976)
Seiten: 256
Themen: Geld (248), Intrigen (1064), Kritiker (8), Mord (5097), Restaurants (290)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Elsa Bergh für die Einsendung dieser Leseprobe!
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     Durch das einseitig verspiegelte Bullaugenfenster der Pantry beobachtete der Maître Enrico Gallo die Mimik des Gastes. Dann stieg er mit dem Absatz des eleganten, schwarzen Schuhs auf den Druckknopf im Boden, der die automatische Tür zum Gastraum öffnete. Er bewegte sich lautlos zum Tisch des Mannes, der ohne Begleitung an einem Fenstertisch saß. Mit einem leichten Nicken signalisierte er dem Mitarbeiter, der soeben das Dessertgeschirr abräumte, dass der Gast nun von ihm betreut würde.
     »Alles in Ordnung, Signore?«, fragte er mit höflichem Lächeln. »Darf ich Ihnen noch etwas bringen?«
     Enrico kannte den Gastrokritiker seit vielen Jahren und wusste, dass man von seinem Gesichtsausdruck nichts ablesen konnte. Von den Artikeln und Bewertungen des Journalisten hing das Schicksal der Restaurants ab, die heute ganz oben waren und morgen in Vergessenheit gerieten. Nando Natuzzi arbeitete unter anderem für einen weltweit berühmten Restaurantführer, der seit Jahrzehnten Sterne vergeben und ebenso schnell wieder aberkennen konnte. Seine unangekündigten Besuche versetzten Restaurantbesitzer und deren Mitarbeiter immer in Aufregung – vor allem, weil sie ihn gut kannten. Jetzt hob Natuzzi das Kinn leicht an und antwortete, den Blick der wasserblauen Augen auf den Maître gerichtet.
      »Einen Caffè Ristretto und einen Grappa Tocai.« Dann drehte er den Kopf zur Seite und starrte gedankenverloren aus dem Fenster.
     Enrico bereitete persönlich das kleine Tablett vor, auf dem die Auswahl verschiedener Zucker und der kurze, starke Espresso serviert wurden, und übergab es dem jungen Kellner. Dann näherte er sich mit dem eleganten Servierwagen, auf dem neben einigen tulpenförmigen Grappagläsern eine Flasche mit goldfarbenem Grappa aus Tokajer-Trauben stand, dem Tisch des Kritikers. Der Journalist warf einen Kennerblick auf den im Barrique gealterten Likör und nickte diskret. Als der Maître den Flaschenhals über dem Glas neigte, erklang ein schriller Schrei.

Beide Männer drehten ruckartig die Köpfe dorthin, wo jetzt weinerliche Jammerlaute zu hören waren. Eine schlanke Frau stand neben dem Stuhl ihres Begleiters, dessen Stirn in der Balsamico-Soße auf dem Teller seines Hauptgangs, eines Rinderfilets, lag. Seine Arme hingen beiderseits der Beine reglos nach unten.
     »Ein Arzt, ein Arzt«, rief die rot gekleidete Frau hysterisch mit hoher Stimme, auch noch, als der Maître bereits neben dem Tisch stand. Er versuchte, den Kopf des Gastes vorsichtig anzuheben, doch der hatte offensichtlich das Bewusstsein verloren. Geistesgegenwärtig deutete er dem herbeigeeilten Mitarbeiter, einen Wandschirm näher zu rücken, um den Mann vor neugierigen Blicken zu schützen. Mittlerweile erklärte er auf seinem Handy dem Notruf kurz und bündig den Vorfall.
     Dann legte er der Frau beschwichtigend einen Arm um die Schulter und drückte sie behutsam auf den Sessel, während sie unaufhörlich mit weinerlicher Stimme »Amore mio, non capisco« murmelte.
     Nun, auch Enrico Gallo verstand nicht und hätte gern gewusst, was los war. Hatte die Bewusstlosigkeit des Gastes mit dem Abendessen zu tun? Sofort verwarf er den Gedanken. Nein, niemals. Mimmo Santagati, der Besitzer und Sternekoch des Restaurants, verwendete nur erstklassige, frische Zutaten.

Knappe zehn Minuten später beugte sich der Notarzt über den Mann, der sich noch immer nicht bewegte, und fühlte dessen Puls an der Halsschlagader. Dann nickte er dem Sanitäter zu, der den Bewusstlosen aus dem Jackett schälte und den Hemdsärmel aufrollte, und legte ihm die Blutdruckmanschette an. Währenddessen stellte er der Frau einige knappe Fragen über den Begleiter, der ihren Angaben nach achtundvierzig Jahre alt und bei allerbester Gesundheit war. Er lief jeden Tag fünf Kilometer und spielte zweimal wöchentlich Tennis und nahm, soweit sie wusste, keine Medikamente. Der Arzt zog vorsichtig den Kopf des Mannes hoch, griff ihm unter die Schultern und hob ihn an. Dann legte er ihn mit seinem Kollegen auf die aufgeklappte Rettungsliege. Die Frau war aufgesprungen und wischte dem Bewusstlosen mit einer Serviette die Balsamico-Soße von der Stirn, wurde jedoch unsanft vom Sanitäter zurückgedrängt.
     Erneut kontrollierte der Arzt den Blutdruck. Wahrscheinlich hatte er gehofft, dass die liegende Position eine Änderung herbeiführte, dem war aber offensichtlich nicht so. Mit einem irritierten Kopfschütteln zog er eine Spritze mit Adrenalin auf und injizierte es. Der Mann reagierte nicht. »Gehen Sie vor«, sagte der Notarzt an den Maître gewandt, der zur Tür eilte und diese aufhielt. Die beiden Notfallhelfer schoben die Liege aus dem Gastraum und dem Restaurant.
     Die rot gekleidete Frau nahm ihre Tasche und die Jacke des Mannes und lief mit trippelnden Schritten auf ihren schwarz-roten High Heels hinterher. Nando Natuzzi war nicht der Einzige, dessen Blick den sich wiegenden Hüften und den schlanken Beinen, die oberhalb der Kniekehlen vom fließenden Stoff des roten Kleides umspielt wurden, folgte.
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