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Das Gemälde der Tänzerin
Verfasser: Christine Jaeggi (4)
Verlag: Forever (203)
VÖ: 6. Mai 2019
Genre: Frauenliteratur (1108)
Seiten: 350
Themen: Ballerina (14), Gemälde (163), Hotel (545), Mord (4638), Tänzer (92), Zimmermädchen (16)
Werbung: Offizielle Buchvorstellung anzeigen
Voting: Dieses Buch für die Abstimmung zum Buch des Monats Mai 2019 nominieren
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Lesermeinungen (2)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Christine Jaeggi für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Christine Jaeggi gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Als sie wenig später mit ihrer Einkaufsliste den Laden betrat, empfing sie eine angenehme Kühle, aber bei dem Gedanken an ihr streng kalkuliertes Einkaufsbudget und die hohen Preise geriet sie sofort wieder ins Schwitzen. Sie nahm ihr uraltes Nokia-Klapphandy hervor und öffnete die Taschenrechnerfunktion. Beim Obst machte sie den ersten Halt. Eine ältere Frau tastete die Mangos ab und legte sich zwei Stück in den Einkaufswagen, ehe sie die Bananen inspizierte. Helena überflog die Preise auf den Schildchen und erschrak. Fast fünf Franken für ein Körbchen Erdbeeren oder Himbeeren! Die Blaubeeren kosteten sogar über sechs! Auch der Preis für die Pfirsiche und Aprikosen lag noch immer hoch. Helena schluckte ihren Frust hinunter. Wie jedes Mal stieg der Wunsch in ihr auf, einmal nicht auf das Geld achten zu müssen und all das in den Korb zu legen, was ihr Herz begehrte. Aber im Moment musste sie froh sein, wenn sie überhaupt etwas kaufen konnte.
     Kurze Zeit später verließ sie den Laden und kam an einer Filiale von Jewel vorbei, dem Kleidergeschäft, das Frau Lutz vorhin erwähnt hatte. Es war kaum zu übersehen, dass es sich um dessen letzte Tage handelte, riesige gelbe Plakate priesen es an: Total Liquidation! Alles muss raus! Jetzt oder nie!
     Helena erhaschte einen Blick auf einen Tisch voller zerwühlter Kleidungsstücke und erinnerte sich an ihre Arbeit bei Graziella. Sie hatte den Job gemocht. Es gefiel ihr, die Kundinnen zu beraten, die Schaufensterpuppen anzukleiden und die Klamotten am Abend wieder schön zusammenzufalten. Nun bediente ein Roboter die Kasse und kümmerte sich um die Kunden. Die Aufgaben, die er noch nicht bewerkstelligen konnte, erledigte ihre ehemalige Arbeitskollegin, die mit ihren erst zwanzig Jahren billiger war als Helena mit fünfunddreißig.
     Gerade als sie weitergehen wollte, streifte ihr Blick ein dunkelrotes Sommerkleid aus Jersey, das an einer Kleiderstange mit der Beschilderung 70% Liquidationsrabatt hing. Sie spähte auf das Preisschild. Abzüglich Rabatt kostete das Kleid noch immer zwölf Franken. Für viele Leute ein Schnäppchen, aber für sie ein Vermögen.
     Sie wandte sich ab und wollte gehen, als ihr plötzlich ihr müdes und blasses Gesicht in einem Spiegel entgegenstarrte. Hilfe! Bin das wirklich ich? Sie trat näher. Fältchen zeigten sich auf der Stirn und um die Augen und Mundwinkel herum. Und hatte sie schon immer solche Augenringe gehabt oder lag das nur an dem grellen Licht? Wenigstens ihr leicht gewelltes, hellbraunes Haar, das sie nackenlang trug, sah hübsch aus. Erst kürzlich hatte es ihre Mutter, eine Friseurin, geschnitten. Von ihren einst hüftlangen Locken hatte sich Helena während der Schwangerschaft vor sechzehn Jahren getrennt und trug seither den praktischen Kurzhaarschnitt. Dabei hatte man sie gerade für ihr Haar immer bewundert. Die schöne Helena mit den Seidenlocken und den azurblauen Augen, hatte sie einst ein Tanzlehrer beschrieben. Doch jetzt war sie weit entfernt von der bezaubernden Ballerina. Wenigstens strahlte sie durch ihre gerade Haltung und den hocherhobenen Kopf noch immer eine gewisse Anmut aus. Die jahrelang antrainierte Grazie war ihr nie verloren gegangen, auch wenn sie das Leben oft niedergedrückt hatte. Richtig getanzt hatte sie aber seit Jahren nicht mehr, und auf Spitze würde sie es ohnehin nicht mehr beherrschen, dazu gehörte hartes Training. Nur gelegentlich ertappte sie sich dabei, wie sie ein paar leichte Tanzschritte durchführte wie ein Demi- oder Grand-plié. Manchmal drehte sie auch eine Pirouette oder machte einen Pas de chat. In ihren Gedanken aber schwebte sie über das Parkett und vollführte ein Fouetté en tournant, wie früher, als sie in Höchstform gewesen war; ein überschlankes biegsames Muskelpaket. Dazu summte sie die Melodien von Tschaikowsky oder Adolphe Adam aus ihren Lieblingsballetten Nussknacker, Schwanensee und Giselle, stellte sich vor, was wäre, wenn sie noch einmal ...
     »Ach Helena«, sagte sie zu ihrem Spiegelbild, bevor sie ging. »Du bist eine Traumtänzerin.«
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