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Er ging voraus nach Lhasa
Verfasser: Nicholas Mailänder (1) und Otto Kompatscher (1)
Verlag: Tyrolia (12)
VÖ: 11. Februar 2019
Genre: Biografie (1261)
Seiten: 416
Themen: Bergsteigen (52), Himalaya (33), Tibet (31)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Manuela Weiß von der Verlagsanstalt Tyrolia für die Einsendung dieser Leseprobe! Eine optisch ansprechendere PDF-Version dieser Leseprobe findet ihr hier auf der Seite des Verlages.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Dein dankbarer Peter

Wenige Wochen später, am 15. August 1919, wurde Peter Aufschnaiter in Innsbruck der Heimkehrer-Entlassungsschein ausgestellt.33 Er erhielt 50 Kronen Kostgeld und eine Fahrkarte nach Kitzbühel. Die Bevölkerung dort stand unter Schockstarre. Die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn hatte aufgehört zu existieren. Am 28. Oktober 1918 hatte sich Tschechien abgelöst und einen eigenen Staat gegründet. Tags darauf folgten bereits weitere Nationen wie Kroatien und Slowenien. Am 30. Oktober wurde in den deutschsprachigen Gebieten der Staat Deutschösterreich gegründet und der Sozialdemokrat Karl Renner zum Staatskanzler ernannt. Schließlich wurde am 3. November von Österreich und Ungarn die bedingungslose Kapitulation unterzeichnet, die am Folgetag in Kraft trat. Italien besetzte daraufhin neben Südtirol auch Triest und das österreichische Küstenland.
     Wirtschaftlich ging es dem einstmals aufblühenden Fremdenverkehrsort Kitzbühel inzwischen alles andere als gut. Die von Reisch initiierten Investitionen hatten zu einer starken Verschuldung der Gemeinde geführt. Aufgrund des kriegsbedingten Ausbleibens in- und ausländischer Gäste konnten die Zinsbelastungen nicht durch Einnahmen ausgeglichen werden. Besonders der Bau einer Badeanstalt am Rande des Ortes und der dadurch notwendige Ausbau des Elektrizitätswerks hatte die Gemeinde viel Geld gekostet, den Bürgermeister lokalpolitisch stark unter Druck gebracht und letztlich zum Rücktritt veranlasst. Der Krieg führte dann zum Konkurs seiner Brauerei, und das Sporthotel wurde als Lazarett genutzt. Diese Misserfolge nagten an dem ehemals unverwüstlich scheinenden Mann.
     Der kollektiven Depression in seinem Umfeld zum Trotz verfolgte Peter Aufschnaiter weiter zielbewusst den von ihm eingeschlagenen Weg. Vom 29. bis 31. Oktober 1919 legte er am Reform-Realgymnasium Kufstein die Reifeprüfung ab – wie zu erwarten „mit Auszeichnung“34 – und immatrikulierte sich am 5. Dezember 1919 in der Philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck.
     Die Weihnachtstage verbrachte Aufschnaiter in Kitzbühel im Kreise der Familie und Freunde und stieg am 6. Januar 1920 zusammen mit seinem Freund Ernst Reisch und dessen Vater mit Skiern auf den Hahnenkamm. Was dann geschah, lassen wir uns am besten von einem Zeitzeugen berichten, dem Kitzbüheler Lokalhistoriker, Bauerngelehrten und sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Hans Filzer:
     „Am Dreikönigstage gegen Abend eilte die Kunde durch unser Städtchen, der Realitätenbesitzer Altbürgermeister Herr Reisch sei bei einer Skiabfahrt tödlich verunglückt. Die genauere Feststellung ergab jedoch, dass kein tödlicher Sturz oder Anprall vorlag, sondern ihn während der Fahrt ein Schlagfluss ereilte. Mit Herrn Reisch tritt ein Mann aus dem Leben, der in Kitzbühel gewaltig umgestaltend wirkte. Die Anerkennung für diese Umgestaltung steht aber seit einer Reihe von Jahren oftmals in einer sehr bösen Kritik.
     Noch nie hat bisher ein Mann in Kitzbühel eine solche bauliche Umgestaltung in so kurzer Zeit ins Leben gerufen oder gefördert, das ganze Geschäftsleben in eine völlig geänderte Situation hinübergeführt, sich mit all seinem Können für ein Vorhaben derart eingesetzt. Sicher würde vieles anders dastehen, hätte Herr Reisch nie in unserer Mitte gelebt, aber ebenso sicher wären wir trotzdem in dies Fahrwasser gelangt, denn in Kitzbühel drängten die Verhältnisse noch viel mehr als in anderen Ortschaften darauf hin, eine neue Erwerbsquelle ausfindig zu machen. Die Frage ist nur die, ob dieser Übergang ohne die zielbewusste Führung dieses Mannes besser gelungen wäre. [...]
     Meinen [sozialdemokratischen] Parteigenossen, die ihm mitunter auch wegen seiner alldeutschen Allüren gram waren, möchte ich sagen: Wer nichts unternimmt, mag leicht der gute Mann sein, im Zahnrad unseres wirtschaftlichen Lebens verbleibt er aber eine Null ohne jede Bedeutung, und nur im Kopfe des Toren ist der ein Mann, dessen Schaffen stets mit Erfolg gekrönt ist.“
     Dass diese Würdigung des visionären Unternehmers und Lokalpolitikers aus der Feder eines erklärten politischen Gegners stammt, unterstreicht umso mehr die Bedeutung von Franz Reisch für den Aufstieg des verarmten Bergbaustädtchens Kitzbühel zu einer der ersten Adressen im alpenländischen Tourismus. Sein geistiger Ziehsohn Peter Aufschnaiter hatte als Schüler und Soldat alles getan, um die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Wir können davon ausgehen, dass der grundanständige Franz Reisch mit seiner begeisterten Tatkraft, mit seiner Weltoffenheit und dem klaren Blick für das Notwendige und Mögliche dem „Peterl“ sein ganzes Leben lang Vorbild geblieben ist.


KAPITEL 2
FREUNDE FÜRS LEBEN


Wir wissen nicht, warum Peter Aufschnaiter sein Studium an der Universität Innsbruck nach rund einem Jahr abbrach. Wir wissen aber, dass er sich während des Sommersemesters 1921 und in den anschließenden Ferien ausgiebig dem Bergsteigen widmete: Zwischen dem 15. Mai und dem 22. August finden wir allein im Hüttenbuch der südlich des Ellmauer Tors im Wilden Kaiser gelegenen Gaudeamushütte nicht weniger als zwölf Eintragungen des bergfleißigen Philologie-Studenten.
     Wir wissen natürlich auch, mit wem Peterl im Kaiser unterwegs war. Meistens war das der aus Innsbruck stammende und seit 1920 in Kitzbühel ansässige Rechtsanwalt Dr. Otto Zimmeter. Bis zur Abschaffung des Adels in der Republik Österreich im Jahr 1919 hatte seine Familie von ZimmeterTreuherz geheißen. Weitere Bergkameraden waren der Saalfelder AV-Sektionsvorsitzende und Notar Dr. Fritz Rigele sowie der spätere langjährige Rektor der Kitzbüheler Volksschule Michael („Much“) Wieser. Die Bergfreunde waren nicht nur allesamt verdiente Weltkriegsveteranen, die an der Alpenfront gekämpft hatten, sondern sie teilten auch die großdeutsche Gesinnung. Die ausgeführten Bergfahrten lassen auf eine steil ansteigende Leistungskurve des alpin ambitionierten Studenten schließen, die am 21. August ihren Höhepunkt fand in einer Begehung der renommierten Dülfer-Führe durch die Fleischbank-Ostwand, gemeinsam mit dem Kufsteiner Ausnahmekletterer Franz Weinberger.
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