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Er ging voraus nach Lhasa
Verfasser: Nicholas Mailänder (1) und Otto Kompatscher (1)
Verlag: Tyrolia (12)
VÖ: 11. Februar 2019
Genre: Biografie (1250)
Seiten: 416
Themen: Bergsteigen (52), Himalaya (32), Tibet (31)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Manuela Weiß von der Verlagsanstalt Tyrolia für die Einsendung dieser Leseprobe! Eine optisch ansprechendere PDF-Version dieser Leseprobe findet ihr hier auf der Seite des Verlages.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Inzwischen war drüben in Kitzbühel Aufschnaiters väterlicher Freund und Sponsor Franz Reisch in schlimme kommunalpolitische Turbulenzen geraten. Sein einst untrüglicher Instinkt scheint Reisch nach fast zehnjähriger erfolgreicher Amtszeit im Stich gelassen zu haben. Er sah jetzt nicht mehr den Wintersport als Zugpferd der touristischen Entwicklung an, sondern wollte Kitzbühel nach dem Vorbild von Davos zu einem Kurort für die Oberschicht machen. Als der erfolgsgewohnte Bürgermeister seine Pläne nicht gegen den Widerstand im Gemeinderat durchboxen konnte, legte er sein Amt im Sommer 1913 verbittert nieder.
     Am Horizont der Geschichte braute sich inzwischen Unheil zusammen. Das mit der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn verbündete Deutsche Reich hatte sich durch sein politisch ungeschicktes Verhalten isoliert. Während Frankreich und Großbritannien mit Abschluss der Entente im Jahr 1904 ihre kolonialen Streitigkeiten beigelegt und sich drei Jahre später mit Russland im Mittleren Osten geeinigt hatten, wurde die aufstrebende Großmacht Deutschland von den Entente-Mächten zunehmend als Störenfried empfunden. Beide Seiten trafen ihre Vorbereitungen für einen militärischen Konflikt. Am 28. Juni 1914 erschoss ein serbischer Fanatiker in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau. Obwohl die Regierung Serbiens einem österreichischen Ultimatum – das fast unannehmbare Forderungen enthielt – weitestgehend nachkam, scheiterten die britischen und deutschen Vermittlungsbemühungen. Österreichs Kriegserklärung an Serbien am 28. Juli setzte einen fatalen Automatismus in Gang: Russland reagierte mit der Mobilmachung gegen Österreich, darauf erklärten die Deutschen den Russen den Krieg; die ausweichende Antwort der mit ihnen verbündeten Franzosen wurde von Berlin prompt mit einer Kriegserklärung quittiert. Während die Deutschen ihren von dem verstorbenen Generalstabschef Schlieffen in seinen Grundprinzipien entwickelten Präventivschlag ausführten, zogen die österreichischen Truppen gegen Serbien und Russland ins Feld.
     Weder im Westen noch im Osten verlief der Kriegsauftakt plangemäß für die Mittelmächte. Der deutsche Vormarsch kam Anfang September 1914 an der Marne zum Stillstand. Auf dem Balkan fiel es den Österreichern unvorhergesehen schwer, mit der relativ kleinen serbischen Armee fertig zu werden, und in Galizien war Russland in der Offensive. Als Italien am 23. Mai 1915 Österreich-Ungarn den Krieg erklärte, hatte der bereits mobilisierte Teil der österreichischen Armee alle Hände voll zu tun, die Russen in den Karpaten abzuwehren. Deshalb wurden am 18. Mai die Tiroler Standschützen alarmiert, die gemeinsam mit dem Deutschen Alpenkorps eilig die strategisch wichtigsten Positionen der Gebirgsfront zwischen den Karawanken und dem Ortler besetzten.
     Am 3. März 1917 erhielt Peter Aufschnaiter „wegen Einrückens zum Militärdienst ein vorzeitiges Versetzungszeugnis“ mit einem Notendurchschnitt von 1,0 und der Anmerkung „Zum Aufsteigen in die nächste Klasse vorzüglich geeignet“. Am 10. März wurde der Gymnasiast zum k. u. k. 1. Regiment der Tiroler Kaiserjäger einberufen und an der Dolomitenfront im Abschnitt Brenta-Adamello stationiert.
     Um den Tonale-Pass nördlich des Adamello-Massivs wurde zwischen den österreichischen und italienischen Hochgebirgstruppen jahrelang erbittert gekämpft. Denn wer den Tonale beherrschte, konnte auch problemlos durch das Val di Sole das Etschtal erreichen und nach Bozen vordringen. Noch im August 1918 erfolgte ein erbitterter italienischer Großangriff gegen den Tonale-Pass und die benachbarten Gipfelgebiete. Die Alpini besetzten die Punta San Matteo (3684 m), den Monte Mantello (3537 m) und den Gletschergipfel (3502 m). Dies bedeutete höchste Gefahr für die österreichischen Frontabschnitte. In einem gewagten Stoßtruppunternehmen gelang es den Österreichern, die dominierende Punta San Matteo zurückzuerobern. Es war der höchstgelegene Kampfplatz des Ersten Weltkriegs und die letzte siegreiche Kampfhandlung der kaiserlichen Armee. Am Ausgang des Krieges änderte die Eroberung der Punta San Matteo aber nichts.
     Bis ans bittere Ende harrten die österreichischen Truppen in ihren Stellungen am Tonale-Pass aus. Mit dem Eintreten eines zwischen Österreich und Italien vereinbarten Waffenstillstands legten sie am 3. November die Waffen nieder. Die Tiroler Kaiserschützen zogen – von ihren italienischen Gegnern begleitet – noch unter Waffen hinunter durchs Val di Sole. Erst im Tal gaben die österreichischen Soldaten ihre Gewehre ab und ließen sich gefangen nehmen.30 Unter ihnen auch der Zugführer Peter Aufschnaiter, dessen 19. Geburtstag auch sein vorerst letzter Tag in Freiheit gewesen war.
     Wie es Peter Aufschnaiter als Kriegsgefangener in Riva am Gardasee ergangen ist, schildert er anschaulich in einem Brief an seine Ziehschwester Maria Stranitzer, die sich in Branzoll aufhielt:

Liebste Schwester! (Riva, den 4. Juni 1919)
     Schon längere Zeit ist verstrichen, seit ich von daheim und von Dir die erste Post bekam. Seitdem langte nichts mehr ein. Nach Österreich braucht halt die Post noch immer sehr lange. Im Übrigen hoffe ich aber jetzt zuversichtlich, nach Hause zu kommen, denn der Friede wird jetzt doch bald abgeschlossen sein. Vor einigen Tagen sind übrigens schon die ersten Befehle gekommen betreffend unserer Heimkehr. Wie gefällt es Dir sonst in „Italia“? Ich denke, es wird so ziemlich gleich sein, nur mehr zu essen halt. Mir geht es jetzt ganz gut, aber trotzdem habe ich keinen sehnlicheren Wunsch, als endlich einmal heimzukommen. Im Anfange allerdings hat es mir nicht so gut gefallen, denn ich hatte die Hoffnung, jemals die Heimat wiederzuschauen, ziemlich aufgegeben, da ich eine schwere Krankheit durchmachte und dadurch sehr geschwächt wurde, dass ich Monate nachher mich kaum aufrecht zu halten vermochte, da ich nie genügend Nahrung bekam, um mich zu erholen.31 Erst in der allerletzten Zeit habe ich mich einigermaßen wieder erholen können, sodass ich jetzt wieder ganz gut ausschaue. Über das Essen könnte man sich hier nicht beklagen. Darum schauen wir auch jetzt alle gut aus, während uns allen, als wir hierherkamen, der Tod bei den Augen herausschaute. So sagen die Italiener hier immer. Nur zu rauchen kann man hier beinahe nichts bekommen. Da müsste man einer „Signorina“ bekannt sein, was aber einem armen, „prigioniero“, wie ich bin, nicht möglich ist, da er immer hinter einem Drahtverhau eingesperrt ist. Wir hatten nämlich Pech. In derselben Kaserne, in der wir uns befinden, ist auch eine ungarische Zenturie, die früher ganz freien Ausgang hatte. Sie haben aber so schreckliche Dinge ausgeführt, dass sie so eingesperrt wurden und wir natürlich auch darunter leiden. Die Gegend ist hier prächtig und immer eine frische, kühle Seeluft.
     Dass mir nicht früher eingefallen ist, Dir zu schreiben, kommt daher, weil ich immer glaubte, Du seiest nicht mehr in Branzoll. Denn gerade von Branzoll hat mir einer erzählt, dass dort beim Rückzuge die Ungarn so schrecklich gehaust hätten. Wenn ich Dir früher geschrieben hätte, hätte ich mir viel schrecklichen Hunger ersparen können. Ich bitte Dich daher, wenigstens für diese kurze Zeit noch diese Vermittlerrolle zu übernehmen und mir etwa 40–50 Lire zu schicken. In der sicheren Annahme, dass Du mir die Bitte nicht abschlagen werdest, habe ich die Mutter schon gebeten, Dir diesen Betrag zu senden. Besuchen kann ich Dich leider nicht, wie Du ja jetzt selbst sehen wirst. Du würdest mich vielleicht anfangs gar nicht erkennen, denn ich bin in nagelneue italienische Montur gekleidet. In der Hoffnung, bald wieder einige lb. Zeilen von Dir zu bekommen, sendet Dir die herzlichsten Grüße
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