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Das Mahnmal
Verfasser: Kiara Lameika (1)
Verlag: Eigenverlag (14228) und epubli (988)
VÖ: 14. Dezember 2018
Genre: Historischer Roman (3782) und Kriminalroman (6467)
Seiten: 454 (Kindle Edition), 452 (Taschenbuch-Version)
Themen: 15. Jahrhundert (165), Augsburg (35), Fugger (7), Gefahr (879), Jugendliche (171), Jungen (768), Krieg (1186), Mittelalter (186), Mordserie (302)
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Augsburg – a.d. 1499, Spätmittelalter. Eine brutale Mordserie erschüttert die Stadt. Die Opfer werden auf grausamste Weise entstellt und zur Schau gestellt. Als der dreizehnjährige Mathes versucht, die reiche Patriziertochter Ursula Fugger zu beeindrucken und zur Aufklärung der Morde beizutragen, stößt er auf Spuren, deren Verfolgung ihn sogar weit außerhalb der Grenzen von Augsburg in Lebensgefahr bringt…
Ein spannender historischer Roman, der eine raue, mittelalterliche Abenteuer- und Detektivgeschichte mit frechem, jugendlichem Entdeckerdrang vereint.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Kiara Lameika für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Kiara Lameika gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Augsburg, 1499, Spätmittelalter.

Ein einfacher Botengang für den dreizehnjährigen Mathes.
Nur ein Brief.
Doch am nächsten Tag ist der Empfänger, ein jüdischer Krämer, tot.

Im folgenden Auszug aus "Das Mahnmal" versucht der Junge, mehr herauszufinden und muss mit Aaron, einem Rabbiner, die Überreste des Toten inspizieren.




Das Licht der Laterne erhellte den kleinen Raum, der mit allerlei Kisten und unterschiedlichen Gerätschaften, die zur Pflege des Friedhofes benötigt wurden, gefüllt war. Auf dem Boden bemerkte ich eine Falltür, an der sich Aaron sogleich zu schaffen machte.
     Als sich mit quietschendem Geräusch die Luke öffnete, fiel mein Blick auf steinerne Stufen und einen Gang, der nach unten führte. Aaron sah mich aufmunternd an und stieg hinunter. Tief durchatmend folgte ich ihm.
     Kaum hatte ich wenige Stufen genommen, ergriff mich die Kälte und ich roch modrige Luft, die aus dem Tunnel heraus wich. Ein kühler Sog kam aus der Tiefe hervor, als suchte er die Freiheit. Es war unheimlich und das Licht der Laterne, die Aaron vor sich hertrug, warf unstete Schatten auf die Stufen vor mir. Ich musste mich konzentrieren, um nicht auszurutschen und versuchte, so nah wie möglich an dem Rabbiner dran zu bleiben.
     In solchen Gruften wandelten die lebenden Toten herum, hatte man mir gesagt. Nur in den ganz finsteren Nächten würden sie herauskommen und sich einen lebendigen Leib schnappen, um ihn ins Dunkel zu zerren und zu vernichten. Als Kind hatte ich immer Angst davor gehabt und war deswegen nie alleine auf einen Friedhof gegangen, aber mit dem Größerwerden hatte diese Furcht nachgelassen.
     Das dachte ich zumindest - doch jetzt raste mein Herz. Dazu kam das mulmige Gefühl, unter der Erde zu sein, begleitet von einem Mann - noch dazu ein Jude, den ich nicht einmal richtig kannte.
     Plötzlich hörte die Treppe auf und wir gingen einen engen Gang entlang, an dem sich seitlich immer wieder große Nischen auftaten, die aber die Laterne nicht ausleuchten konnte. Es war jetzt deutlich kälter und mich fröstelte. Einmal dachte ich, einen großen, steinernen Sarg gesehen zu haben und meine Gedanken fingen erneut an, sich um die lebenden Toten zu drehen. Was wäre, wenn sich so ein Sargdeckel plötzlich bewegen würde?
     Ängstlich folgte ich Aaron weiter. Wir mussten uns irgendwo tief unter dem Friedhof befinden.
     Abrupt wandte sich der Rabbiner nach rechts und blieb dann in einer der Nischen stehen. Zu meiner Erleichterung stand hier kein Sarg, nur ein Stapel kleinerer Holzkisten.
     Aaron reichte mir die Laterne, öffnete die oberste Kiste und zog ein fest verschnürtes Bündel hervor. Dieses legte er auf den Boden, löste die Schnur und faltete es auf. Sofort breitete sich ein starker, mir fremder Geruch aus. Ich blickte auf die ausgebreiteten Gegenstände: Eine befleckte Schürze, ein verdreckter Kittel, ein Untergewand und ein Lumpen. Ich stellte die Laterne auf den Boden und untersuchte insbesondere den Stofffetzen. Der starke Geruch schien aus diesem noch feuchten Tuch zu kommen. Es roch beißend und süßlich zugleich und ich hielt sicherheitshalber sofort die Luft an. Leider war sonst kein weiterer Gegenstand darunter, auch kein Pergament, was ich insgeheim gehofft hatte.
     Aaron griff nach dem Lumpen, während ich mir die Schürze vornahm. An ihrer Vorderseite war eine Tasche, in der man Werkzeuge oder andere Dinge während der Arbeit verstauen konnte. Meine Finger erfühlten einen kleinen klumpigen Gegenstand und ich drehte die Tasche um - ein dunkler Stein fiel heraus, nicht größer als ein Daumen. Flink ergriff ich ihn und hielt ihn nahe ans Licht. Es war eine Art Lehmbrocken, der ausgehärtet war. Was das wohl sein mochte?
     Ein plötzliches Stöhnen riss mich aus meinen Überlegungen, während ich den Stein in meiner Tasche verstaute.
     Aaron stand neben mir, konnte aber anscheinend seine Augen kaum offenhalten. Seine Knie fingen an zu wackeln, er schwankte rückwärts und sackte mit trübem Blick, in dem sich das Licht der Laterne widerspiegelte, in sich zusammen.
     Eigenartigerweise schien er zu lächeln.
     Mein Blick fiel auf seine Hände, die verkrampft den Lumpen umfasst hielten und reagierte blitzschnell. Mit einem Sprung war ich bei ihm, bog gewaltsam seine Finger zurück, damit sie den Stoff freigaben und warf ihn beiseite. Dann stellte ich mich gebückt neben Aaron, legte seinen Arm über meinen Nacken und stemmte ihn hoch. Mit der freien Hand schnappte ich mir die Laterne und machte vorsichtig einen Schritt nach vorne - schleppend zog auch der Rabbiner den Fuß nach, knickte jedoch erneut ein und ich musste ihn hochhieven.
     Trotz der Kälte brach mir der Schweiß aus. Mit aller Kraft, die ich aufbringen konnte, wuchtete ich ihn wieder einen Schritt nach vorne, während er versuchte, sich irgendwie zu halten. So arbeiteten wir uns aus der Nische heraus und den Gang entlang.
     Es schien eine Ewigkeit zu dauern. Durch die Anstrengung brannte mein rechter Arm wie Feuer. Als ich versuchte, mit meiner linken Hand die Stütze zu verstärken, ließ ich versehentlich die Laterne los.
     Sie fiel scheppernd zu Boden, die Kerze erlosch und mit einem Mal umgab uns stockfinstere Dunkelheit.
     Ich stand einen Moment da und versuchte mich zu orientieren, aber es gab keinen Anhaltspunkt, keinen Lichtschimmer und keinen Ausweg.
     Sollte dies das Ende sein? Würden der Rabbiner und ich zu lebenden Toten werden? Vielleicht kamen diese unheimlichen Gestalten ja auch gar nicht aus Särgen oder Gräbern - es könnte ja auch sein, dass es sich um normale Menschen handelte, die sich in den Gruften verlaufen hatten und verdurstet waren.

     Mühsam machte ich einen weiteren Schritt nach vorne und zog Aaron mit mir.
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