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Winge und Cardell ermitteln 1 - 1793
Verfasser: Niklas Natt och Dag (2)
Verlag: Piper (1704)
VÖ: 1. März 2019
Genre: Historischer Roman (3944) und Kriminalroman (6737)
Seiten: 496
Themen: 18. Jahrhundert (296), Ermittler (346), Leichen (1816), Schweden (359), Stockholm (113)
Reihe: Winge und Cardell ermitteln (2)
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Erklärung der Bewertungssysteme
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KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Dieser Tage ist der einem alten schwedischen Adelsgeschlecht entstammende Journalist und Autor Niklas Natt och Dag doppelt in der Bestsellerliste des Spiegels vertreten, nämlich mit seinen beiden historischen Kriminalromanen »1793« und »1794«, den ersten Bändern seiner Reihe »Winge und Cardell ermitteln«. Da wir den ersten Band hier noch nicht thematisiert haben, haben wir uns entschlossen, heute direkt hintereinander zwei Einblicke zu den Büchern zu präsentieren. Natürlich gehen wir dabei chronologisch vor. Das mit dem schwedischen Krimipreis prämierte »1793« erschien im März des vergangenen Jahres erstmals in deutscher Sprache. Für die Veröffentlichung war der Piper Verlag verantwortlich. Das 497 Seiten starke Buch ist für 16,99 Euro zu haben, die E-Book-Variante kostet vier Euro weniger. Eine ungekürzte Hörbuchausgabe mit einer Laufzeit von 14:35 Stunden wurde von Philipp Schepmann eingelesen.

Vermutlich kennen die meisten Deutschen von der schwedischen Geschichte nicht viel mehr als Gustav Adolfs Engagement im Dreißigjährigen Krieg. Dadurch dürfte es für viele ein Blick in eine vollkommen unbekannte Welt sein, dass sie von Natt och Dag hier in das Stockholm des ausgehenden 18. Jahrhunderts geführt werden. Dort wird eine Leiche aus einem Abwasserkanal gefischt, der Arme, Beine und Augen fehlen. Um denjenigen zu finden, der sich für diese Greueltat verantwortlich zeichnet, nimmt ein äußerst ungewöhnliches Duo die Ermittlungen auf: ein Veteran des Russisch-Schwedischen Krieges, der eine Hand verloren hat, und ein gerechtigkeitsliebender Jurist, der an einer tödlichen Krankheit leidet. Die beiden müssen bald erkennen, dass das abscheuliche Verbrechen nur der Anfang eines enorm tiefen Abgrundes ist.

Abgrund ist dabei das richtige Stichwort: In Natt och Dags Roman ist einfach alles abgründig. Nicht nur die Verstümmelung des Opfers zeugt von einem Ausmaß an Gewalt, das sich nur wenige Autoren trauen. Das gesamte historische Stockholm, das hier in Szene gesetzt wird, ist ein Sammelbecken von allem, was die Menschheit an Schlechtem fabrizieren kann. Durch die Stadt ziehen sich Schmutz und Gewalt, weder die Obrigkeit noch die niederen Schichten zeichnen sich durch ein sonderliches Maß an Menschlichkeit aus, die Armut der Einen ist groß, die Dekadenz der reichen Anderen ist noch größer. Natt och Dag hat ein beklemmendes Gesellschaftsbild entworfen, welches das historische Schweden in ein gleichsam eindrucksvolles wie fürchterliches Bild rückt. Man könnte meinen, dies sei zu jener Zeit der schlimmste Ort auf Erden gewesen.

Stilistisch ist sein Buch außergewöhnlich, denn eigentlich erzählt der Autor drei Geschichten ... und zwar nicht etwa durch Szenenwechsel von einem Protagonisten zum nächsten, vielmehr bleibt er konstant bei einem Charakter und erzählt dessen Story in aller Ruhe vom Anfang bis (fast) zum Ende. Die beiden angesprochenen Ermittler setzen somit zwischenzeitlich für ein paar hundert Seiten aus. Bei der ersten der beiden anderen Hauptfiguren lässt sich recht schnell erahnen, was letztlich der Zusammenhang zum großen Ganzen sein wird, bei der zweiten Figur hingegen bleibt man durchaus für längere Zeit irritiert darüber, was sie eigentlich mit alledem zu tun haben soll. Die einzelnen Geschichten sind losgelöst voneinander aber auch interessant genug, um den Fortlauf der anfänglichen Geschichte nicht allzu sehr zu vermissen.

Dieses Stilmittel hat allerdings eine andere Konsequenz: Wer einen klassischen historischen Krimi erwartet - und diese Erwartungshaltung könnte durch die Erwähnung von Sherlock Holmes im offiziellen Klappentext sehr schnell geweckt sein -, der erhält hier ein anderes Buch, als er womöglich erwartet. Obgleich es hier um ein Verbrechen geht, spielt die eigentliche Ermittlungsarbeit nur eine Nebenrolle. Stattdessen erwartet den Leser ein bemerkenswerter historischer Roman, der Bilder in seinem Kopf hinterlässt, die ihn beklemmen werden und die ihn vielfach den Kopf darüber schütteln lassen, wie schmählich die Menschheit doch sein kann. Vor allem diese Intensität macht »1793« zu einem lesenswerten historischen Roman, den man nicht so schnell wieder aus dem Gedächtnis bekommt.
– geschrieben am 19. Januar 2020 (4.5/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz