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Scharnow
Verfasser: Bela B. Felsenheimer (1)
Verlag: Heyne (2654)
VÖ: 25. Februar 2019
Genre: Gegenwartsliteratur (2554)
Seiten: 416
Themen: Agenten (826), Brandenburg (39), Bücher (378), Dorf (703), Pakt (91), Praktikanten (45)
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Leider existiert für »Scharnow« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
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KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
YouTube ist ein mächtiges Werkzeug, und als solches wird es sicher auch noch viele Jahre die Menschenmassen beeinflussen, während viele andere Plattformen wie die unsrige schon längst vom Zahn der Zeit zernagt sein werden oder von den wirren und in der Praxis unrealisierbaren Geistesblitzen gewisser EU-Parlamentarier vernichtet wurden. So geschah es, dass dort in den empfohlenden Videos in den vergangenen Wochen ein altbekanntes Gesicht immer wieder auftauchte ... nicht etwa, weil ich dessen Musik hören würde, sondern weil es in den betreffenden Videos immer wieder um das Thema Bücher ging. Das Gesicht war das von Bela B., der in seiner neuen Funktion als Autor seinen Familiennamen wiederentdeckt hat und bei dieser Gelegenheit auf Tingeltournee durch die Shows Jan Böhmermanns über "MDR Jump" bis hin zu Markus Lanz gegangen ist. Jedes der dabei entstandenen Videos wurde mir so oft vorgeschlagen, dass ich irgendwann so weichgeklopft war, dass ich mir »Scharnow« gekauft habe.

»Scharnow« ist der Debütroman - und womöglich einzige Roman - des vielseitig begabten Trommelmeisters. Felsenheimers Buch, das in dieser Woche bis auf den zweiten Platz der Hardcover-Rubrik der Spiegel-Bestsellerliste stürmte, wurde im Februar im Verlag Heyne Hardcore veröffentlicht, der wenige Tage zuvor auch für die deutsche Version des sehr empfehlenswerten »Kill 'em all« des fröhlichen Haudraufs John Niven (der in wenigen Tagen auf Lesereise durch Deutschland zieht) verantwortlich war, das wir hier rezensiert hatten. Felsenheimers Werk hat einen Umfang von 416 Seiten und kostet zwanzig Euro. Für die E-Book-Ausgabe sind vier Euro weniger zu zahlen. Obendrein existiert eine ungekürzte Hörbuchversion mit 10:33 Stunden Laufzeit, die der Autor selbst eingelesen hat ... mit ein wenig Unterstützung durch Moderatorin Silke Super und gelegentliche Soundeffekte.

Worum es in »Scharnow« geht ... nun, das ist nicht so einfach in zwei, drei Sätzen zusammenzufassen, denn hier begleitet man keinen Helden oder keine Gefährtengruppe entlang eines klar erkennbaren roten Fadens hin zu einem großen Finale. Bei dem titelgebenden »Scharnow« handelt es sich um einen kleinen fiktiven 4.000-Seelen-Ort, der 150 Kilometer entfernt von Berlin irgendwo in der Provinz von Brandenburg liegt. Dort tragen sich allerhand Dinge zu, für die man womöglich eine ganze Menge »Mische« intus haben muss, um sie sich in dieser Form auszudenken. Hier tummeln sich mordlüsterne Bücher, an letalen Krankheiten leidende Superhelden, nackte Supermarkträuber, vierbeinige Weltverschwörer und die ihnen entgegenstehenden besorgten (und bewaffneten) Bürger, menschliche Seelenparkplätze, homosexuelle Eichhörnchen und ähnliche brandenburgische Spezialitäten ... und in die Gedanken von jedem davon lässt Bela B. seine Leser hineinblicken. Ja, auch in die der Eichhörnchen.

In den vielen Interviews, die Felsenheimer zu dem Buch gab, wurde regelmäßig erwähnt, dass er anfangs Kurzgeschichten geschrieben hat und erst nach und nach ein Roman daraus wurde. Tatsächlich vermittelt »Scharnow« den Eindruck, dass hier ein Autor versucht hat, jede erdenkliche abgefahrene Idee in irgendeiner Weise niederzuschreiben, auch wenn sie scheinbar erstmal gar nicht zum Rest des Inhalts passte. Das Kunststück ist, dass es dem Autor gelungen ist, die ganzen Ideen trotzdem zu einer Einheit zu verschweißen und von einem Segment zum nächsten immer wieder so treffliche Bezüge zu den anderen Momenten zu schaffen, dass das Ergebnis so wirkt, als wäre hier ein großes Ganzes von Anfang an filigran durchdacht und durchkomponiert wurden. Die einzelnen Segmente reichen dabei von amüsant bis hin zu aberwitzig, bergen zwischen den Zeilen aber auch durchaus einen gewissen Blick auf die Tristesse, die im Leben vieler Menschen herrschen dürfte ... wenn auch nicht in dieser vollkommen überzogenen Form. Mit den unzähligen Anspielungen an Reminiszenzen an das VHS-Zeitalter, uralte Horrorschinken und Elemente von Popkultur und allgemeinen gesellschaftlichen Zuständen richtet sich das Buch eher nicht an sonderlich junge Leser, die mit alledem wenig anfangen können, aber vermutlich ist die Zeit sowieso so fortgeschritten, dass man Bela B. unter Jugendlichen & Co. nicht mehr wahrnimmt. Für die »Generation 30 plus«, würde ich mal sagen, wird dagegen sehr viel geboten.

Macht das »Scharnow« aber nun zu einem guten Buch? Nun, das lässt sich auch nicht so ganz klar sagen. »Scharnow« ist kein spannender Roman oder dergleichen und will es auch gar nicht sein, sondern einfach ein schräger Lesespaß, und der ist es auch geworden. Für die vierhundert Seiten - effektiv ist man schneller durch, als man angesichts der bloßen Zahl denken könnte - bietet es genügend Stoff, um den Leser gut zu unterhalten, egal ob er Fan von Die Ärzte ist oder auch nicht. Es ist am Ende dann aber auch kein Buch, das einen mit dem Eindruck zurücklässt, sofort mehr davon lesen zu wollen. Vielmehr braucht man dann erst einmal wieder etwas, um den Kopf von all den Absonderlichkeiten frei zu bekommen. Kurzum: Ein kurzweiliges Buch, bei dem die »Portionsgröße« klein genug gehalten wurde, um die Stimmung nicht kippen zu lassen.
– geschrieben am 10. März 2019 (4/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz