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Die Mauer
Verfasser: John Lanchester (7)
Verlag: Klett-Cotta (206)
VÖ: 31. Januar 2019
Genre: Dystopie (472)
Seiten: 348
Themen: England (923), Flüchtlinge (132), Mauern (1), Überleben (136), Vertrauen (714)
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Leider existiert für »Die Mauer« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
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Lesermeinungen (4)     Blogger (1)     Tags (1)     Cover
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 12. Februar 2019 um 14:45 Uhr (Schulnote 2):
» Alle reden über den Klimawandel, manche leugnen, dass es ihn gibt, doch in diesem Buch sind die Folgen da. Wir sind in nicht all zu ferner Zukunft in Großbritannien, das sich gegen die Gefahren von außen mit einer endlos langen, hohen Mauer umgeben hat. Jeder junge Bewohner hat seinen Dienst auf der Mauer zu leisten. Nun stehen Joseph Kavanagh zwei lange Jahre Mauerdienst bevor. Es wird ihm viel abverlangt, doch die Strafe für ein Versagen ist hart, denn für jeden Eindringling wird ein Verteidiger dem Meer überlassen, was den sicheren Tod bedeutet.
Joseph fügt sich in diese Verantwortung. Seine Einheit wird zur Familie und zu Hifa fühlt er sich hingezogen. Wachdienst, Kampfübungen und Ruhephasen gibt es in stetem Wechsel, immer vorbereitet auf den Ernstfall. Dann wird es ernst.
Es ist John Lanchester hervorragend gelungen, mit dieser dystopischen Geschichte aufmerksam zu machen auf die aktuelle politische Lage und was es bedeutet, wenn auf der einen Seite Menschen infolge des Klimawandels in ihrer Heimat nicht mehr leben können und auf der anderen Seite sich einige Länder immer mehr abschotten.
Der Schreibstil ist recht sachlich und es gibt keinen erhobenen Zeigefinger. Die Geschichte ist spannend, obwohl lange nicht viel passiert, und sie regt zum Nachdenken an.
Die Personen sind passend und authentisch dargestellt. Joseph Kavanagh tut seinen Dienst, weil es eben so sein muss. Er erträgt die Strapazen und die immerwährende eisige Kälte. Sein Leben besteht aus aufmerksamem Warten darauf, dass etwas geschieht. Sein kleiner Traum von einem Leben zusammen mit Hifa wird zerschlagen, als es den „Anderen“ durch einen Stromausfall möglich wird einzudringen. Kavanagh wird mit einigen anderen in einem Boot aufs Meer gebracht. Sie versuchen zu überleben.
Mich hat dieses stoische Hinnehmen der Umstände etwas gestört. Es wird einfach akzeptiert und nie hinterfragt, ob das alles gut und richtig ist.
Es ist schwierig, dieses Buch zu beurteilen. Ich kann nicht sagen, dass es mir gefallen hat und doch hat es mich beeindruckt. Auf jeden Fall klingt die Geschichte nach und man fragt sich, wie man selbst sich in dieser Lage verhalten würde.«
  15      0        – geschrieben von buecherwurm1310
Kommentar vom 10. Februar 2019 um 15:48 Uhr (Schulnote 3):
» Zwei Jahre Dienst hat er vor sich, zwei Mal 365 Tage Ödnis und Verzicht, die Joseph Kavanagh wie alle anderen auch hinter sich bringen muss. Es geht nicht anders, sie müssen die Mauer beschützen, dafür sorgen, dass die Anderen nicht hereinkommen und ihr Land überrennen. Das ist der Preis des großen Wandels. Der Anfang ist hart, doch bald schon gewöhnt er sich an den Dienst und die damit verbundenen verlässlichen Routinen. Ein steter Wechsel von Wachen und Ruhen, nur durch Übungseinheiten unterbrochen, die ihre Aufmerksamkeit stärken und ihre Kampfkraft für den Ernstfall erhalten sollen. Der Ernstfall, auf den man immer gefasst sein muss, der aber nie eintreten soll. Doch dann ist es plötzlich so weit.

Die Kurzbeschreibung zu John Lancasters Roman war vielversprechend. Sie erweckte für mich den Anschein als wenn der Autor die aktuellen Ereignisse um die vermeintlich unkontrollierte Zuwanderung oder auch das Abschotten der Briten gegenüber Migranten, aber auch gegenüber der EU, als Anlass für eine Dystopie genommen hätte. Leider bleibt das Buch jedoch hinter jeder politisch und auch gesellschaftlich relevanten Frage zurück, sondern beschränkt sich weitgehend auf die Figurenebene und die unmittelbaren Auswirkungen des sogenannten Wandels auf diese. Das große Ganze können sie nicht überblicken, weshalb auch der Roman für mich hinter seinen Möglichkeiten bleibt.

Ohne Frage gelingt es Lancaster, die Empfindungen vor allem Joseph Kavanaghs überzeugend darzustellen. Die Figur wirkt glaubwürdig und authentisch, auch wenn ihre Vergangenheit weitgehend ausgeblendet und Kavanagh auf die unmittelbare Gegenwart beschränkt wird. Das Leben in der neuen Zweckgemeinschaft, das Überleben nach dem Überfall – all dies wirkt in sich stimmig und nachvollziehbar. Dies kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kavanagh und seine Weggefährten letztlich kleine Figuren in dem Spiel sind, die unbedeutend, gar verzichtbar sind und weder einen Einfluss auf die Geschehnisse nehmen, noch erkennen, was um sie herum geschieht. So austauschbar sie in dem neuen System sind, so irrelevant bleibt letztlich der Roman, der aufgrund der Reduktion auf diese beschränkte Perspektive keine großen Fragen aufwirft, keine neuen Szenarien entwirft und vor allem keine Wege für die Zukunft aufweist.«
  14      1        – geschrieben von miss.mesmerized
 
Kommentar vom 9. Februar 2019 um 13:52 Uhr (Schulnote 2):
» 10000 Kilometer ist die Mauer lang, die nach dem Großbritanniens Bevölkerung vor den Anderen schützen soll. Innerhalb gibt es ein funktionierendes Gemeinwesen, Essen, Verkehrsmittel, Wärme kurz, alles, was man zum Leben braucht. Die Ressourcen sind begrenzt, deshalb darf niemand von außen herein. Ab einem bestimmten Alter muss man als Verteidiger auf die Mauer, zwei Jahre ableisten und Angriffe abwehren. Im Wechsel 12 Stunden am Tag und in der Nacht. Gelingt es den Anderen durchzubrechen, gilt: „Einer rein, Einer raus“, und der Betreffende wird auf dem freien Meer ausgesetzt. Der Andere darf wählen: Tod, Aussetzung oder Dienstling, eine Art Sklavendasein, stehen zur Wahl.
In diese Welt mag man keine Kinder setzen, wer sich doch dafür entscheidet, bekommt Privilegien.
Yeti, die Hauptfigur des Buches, beschreibt Situation und Gefühle der Mauerwachen. Die Ausbildung, die Dienste sind hart, die Einsätze gefährlich. Überfälle der Anderen erfolgen, auch Verwundungen, Liebe kommt dazu. Yeti und Hifa beschließen, Fortpflanzler zu werden. Dann kommt ein Überfall, der alles verändert.
Viel Raum nimmt die Beschreibung der Mauer ein. Verständlich, beeinflusst sie doch das gesamte Geschehen. Die Anderen müssen abgewehrt werden - aber wer sind die anderen? Der erwähnte Zusammenbruch - was geschah, welche Auswirkungen gab es ? Einige kurze Hinweise hätten die Gleichgültigkeit der jungen Generation und den Hass auf die Eltern nachvollziehbar gemacht.
John Lanchester hat sehr genau beschrieben, welche Emotionen und Gedanken seinem Protagonisten durch den Kopf gehen. Die Situation wird nur aus dessen Warte geschildert. Ich hätte mir wenigstens noch Hifas Überlegungen gewünscht, besonders im zweiten Teil des Buches.
Das Buch gibt Mahnungen, wie die Welt aussehen kann, ein deutlicher Bezug zum hier und heute ist erkennbar. Die Botschaft: „Macht euch mal mehr Gedanken über das Morgen“ kommt an.
Klett-Cotta Verlag. Aus dem Englischen von D. Merkel.«
  13      0        – geschrieben von SanneL
Kommentar vom 1. Februar 2019 um 19:24 Uhr (Schulnote 3):
» Zum Inhalt: 
Joseph beginnt seinen Dienst auf der Mauer, die England seit dem großen Wandel umgibt. Er gehört nun zu denen, die die Mauer unter Einsatz ihres Lebens gegen Eindringlinge verteidigt und bei Versagen hart bestraft werden. 
Meine Meinung: 
Ich bin total unentschlossen, was dieses Buch angeht. Einerseits ist es interessant geschrieben und liest sich auch nicht schlecht. Die Geschichte an sich ist aber irgendwie merkwürdig. Mit den Protagonisten konnte ich über saß gesamte Buch nicht warm werden. Irgendwie blieben mir die Personen fremd und so richtig sympathisch war mir eigentlich keiner. Ganz passend ist natürlich dass die Geschichte genau in dieses Zeit mit Fremdenfeindlichkeit und Brexit passt. Ich bin auch sicher, dass das Buch viele Liebhaber finden wird. 
Fazit: 
Ich fand das Buch eher durchwachsen. «
  11      1        – geschrieben von brauneye29
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