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Spiegelscherbenmelodie
Verfasser: Anne Lück (6) und Katja Hemkentokrax (2)
Verlag: Eigenverlag (12341) und epubli (824)
VÖ: 27. Dezember 2018
Genre: Fantasy (9196) und Jugendliteratur (5539)
Seiten: 236
Themen: Geister (383), Halloween (90), Internat (261), Schlösser (269)
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Spiegelscherben, Lampenfieber und Schlossgespenster – ihren Start auf dem Musikinternat Sankt Engelbert hatte die sechzehnjährige Thea sich anders vorgestellt.
Als wären ihre schnöseligen Mitschüler nicht schon anstrengend genug, muss Thea außerdem feststellen, dass sie sich den scheinbar verlassenen Wohntrakt im Westflügel des alten Schlosses mit drei Geisterjungen teilt. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich mit den Streichen des aufgedrehten Juli, der Überfürsorglichkeit des ehemaligen Schülersprechers Felix und der schlechten Laune des wortkargen Jonah zu arrangieren.
Und bald wirft das nahende Halloweenfest seine bedrohlichen Schatten auf sie und die drei Geister.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Katja Hemkentokrax für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Katja Hemkentokrax gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook. Mehr zu Anne Lück gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Kapitel 1 – Thea


Behutsam stellte ich den Instrumentenkoffer ab. Meine Hand zitterte nicht, als ich sie nach der Türklinke ausstreckte. Ich besaß den ruhigen und präzisen Griff einer Geigerin. Dagegen, dass meine Handinnenflächen vor Nervosität nassgeschwitzt waren, konnte ich allerdings nichts ausrichten. Ich atmete kontrolliert ein und aus, bevor ich die Klinke herunterdrückte. Entschieden stieß ich die Tür auf und trat in mein neues Leben.
     Im gleichen Moment ließ mich ein ohrenbetäubendes Scheppern zusammenfahren und die Reisetasche rutschte mir aus der Hand, als mir eine weiß wabernde Gestalt entgegensprang. Fast wäre ich rückwärts wieder aus dem Zimmer herausgehastet, doch der vom Sonnenlicht erleuchtete Stoff erschlaffte plötzlich. Es war bloß die Gardine! Das Fenster war vom Windzug aufgedrückt und gegen die Wand geschlagen worden. Der Kunststoffrahmen hatte den daneben hängenden Spiegel erwischt und ein Stück Glas herausgeschlagen, das nun zersplittert im Waschbecken darunter lag. Die restliche Spiegelfläche, aus der mir meine eigenen Augen entgegen starrten, war von einem Netz aus Rissen überzogen.
     Ich wollte gerade zu einem Fluch ansetzen, da fegte ein zweiter Windstoß durch den Raum, schmiss die kleine Lampe vom Nachttisch herunter und warf mir die Zimmertür mit solch einer Wucht entgegen, dass ich nur noch strauchelnd ausweichen konnte. Dabei stolperte ich über meine Reisetasche und landete auf den Knien. Mein Aufschrei wurde von der zuschlagenden Tür übertönt. Die Vibration des Knalls schickte ein Beben durch den Boden und die Zimmerwände. Die weißen Bilderrahmen, die man rundherum aufgehängt hatte, rutschten alle zeitgleich von ihren Nägeln und krachten zu Boden. Glas sprang und Holz splitterte.
     Dann war es totenstill.
     Fassungslos blickte ich mich in dem verwüsteten Zimmer um. Die Glühbirne der Nachttischlampe war glücklicherweise heil geblieben, doch im papierartigen Stoff ihres Schirms war ein Riss. Die hellen Holzdielen waren voller Glassplitter und ich entdeckte einige Macken, die vermutlich vorher nicht da gewesen waren. Von zwei der Bilderrahmen, die allesamt Kupferstiche berühmter Komponisten rahmten, war an den Kanten die Farbe abgeplatzt. Einer war komplett zerbrochen. An einer Stelle der Wand hatte ein abgestürzter Komponist – wahrscheinlich Liszt, der Mann des überschwänglichen Dirigierstils – den Nagel aus dem Putz gerissen und nun klaffte dort ein kleines Loch, aus dem feiner Staub rieselte. Das Einzige, was noch an der Wand hing, war der zerbrochene Spiegel.
     „Echt jetzt?“ Mein Flüstern war heiser und mir war anzuhören, dass mein Körper noch immer von Adrenalin durchflutet wurde. Fast gelang es mir vor lauter Zittern nicht, mich aufzurappeln. Wankend kam ich auf die Beine und schluckte trocken. Mein Puls raste. So hatte ich mir den Start meiner vorbildlichen Schülerkarriere auf Sankt Engelbert nicht vorgestellt. Aber immerhin hatte der Schock die Endlosschleife von Happy Birthday, die mir schon seit Stunden auf die Nerven ging, aus meinen Kopf vertrieben.
     Ich hatte den 02. August noch nie so herbeigesehnt wie dieses Jahr. Und ich hatte ihn noch nie so gefürchtet. Heute war einer der wichtigsten Tage meines Lebens und das hatte rein gar nichts mit meinem sechzehnten Geburtstag zu tun. Wenn ich das hier versaue, werde ich es ewig bereuen.
     Ich zerrte die Gardine beiseite und schloss das Fenster, bevor der Wind noch mehr Unheil anrichten konnte. Ein prüfender Blick auf das Glas verriet mir, dass zumindest die Scheibe heile geblieben war. Kurz wanderte meine Aufmerksamkeit nach draußen. Die Augustsonne schien durch die Eschenblätter vor meinem Fenster und bemalte sie mit grün leuchtenden Tupfern. Der Anblick beruhigte mich ein wenig. Ich war froh, dass ich von meinem Fenster aus nicht den Pausenhof oder die Zimmer der anderen Schüler sehen konnte. Nur die Sonne, den Himmel und das Blätterdach der Esche. Außerdem war ich dankbar dafür, keine Zimmernachbarn – oder noch schlimmer: Mitbewohner – zu haben. Der Trakt, den ich von nun an bewohnte, war frisch renoviert, sollte aber eigentlich erst im nächsten Schuljahr bezogen werden. Zehn neue Schüler würden hier Platz finden, hatte der Direktor Dr. Herzog mir erklärt. Doch momentan fehlte noch eine zusätzliche Lehrkraft, um sie zu unterrichten. Der Betreuungsschlüssel auf Sankt Engelbert war hervorragend. Es handelte sich schließlich um eines der renommiertesten Musikinternate Europas und das Schulgeld war entsprechend hoch. Dass ich dieses Stipendium tatsächlich verdient haben sollte, konnte ich immer noch nicht fassen. Setz das bloß nicht in den Sand, ermahnte ich mich erneut und löste meinen Blick vom grünen Farbenspiel der Sonne.
     „Sorry, Franz ... Tut mir leid, Claude ... Kommt nicht wieder vor, Ludwig ...“ Während ich die gerahmten Bilder der Komponisten aufsammelte und auf den Schreibtisch legte, achtete ich peinlich genau darauf, mich nicht an den Scherben zu schneiden. Ich sollte gleich morgen meine neue Geigenlehrerin kennenlernen und eine Handverletzung war jetzt wirklich das Letzte, was ich gebrauchen konnte. „Sehr clever, Wolfgang.“ Fast hatte ich den Eindruck, Mozart schmunzelte mir zu, als ich ihn von meinem Kopfkissen nahm und wieder an den Nagel neben dem Bett hängte. Nachdenklich betrachtete ich die Flugbahn des unversehrten Bildes. „Wie hast du das denn angestellt?“

Die nächste Viertelstunde verbrachte ich damit, die Spuren des Unfalls zu beseitigen und dabei mein neues Zimmer zu erforschen. Wobei es da wirklich nicht viel zu entdecken gab. Es besaß zwei gegenüberliegende Nischen mit zwei schmalen Betten darin, doch nur auf einem davon lagen pastellgrüne Bezüge bereit. Links und rechts von der Tür standen schlichte Holzschreibtische, zu denen jeweils eine fest installierte Leselampe und ein Hocker gehörten. Die Wandschränke neben den Schlafnischen waren recht flach, doch ich hatte ohnehin kaum etwas mitgebracht. Meine Schwester Josi und ich hatten nicht gerade denselben Klamottengeschmack und da meine Garderobe sich aus ihrer ausgemusterten Kleidung zusammensetzte, bestand sie aus wenigen ausgewählten Stücken. Diese hatte ich schnell auf die Regalbretter verteilt und an die Kleiderstange gehängt. Dabei entdeckte ich auch einen Handfeger, mit dem ich die Glassplitter zusammenfegte. Nachdem ich sie klirrend in den Mülleimer befördert hatte, wusch ich meine Hände an dem winzigen Waschbecken. Davon gab es nur eines, aber darüber konnte ich mir immer noch Gedanken machen, wenn ich im nächsten Schuljahr tatsächlich eine Mitbewohnerin bekommen sollte. Falls ich dann überhaupt noch hier war. Ich schüttelte den Kopf und blickte fest in den zerbrochenen Spiegel. Mein Gesicht war etwas blass und durch die Risse im Glas grotesk verzerrt, schaute mir aber voller Entschlossenheit entgegen. Ich würde in jeder freien Minute wie eine Besessene Geige üben und für den Unterricht büffeln. Man hatte mir eine einmalige Chance geboten und die würde ich nicht verstreichen lassen!
     Ich hatte mein kupfernes Haar hochgesteckt, wie immer, wenn ich mich auf etwas Wichtiges konzentrieren musste. Natürlich hatte sich ausgerechnet die weiße Strähne aus dem Knoten gelöst, als wollte sie sagen: Schaut her, ich bin besonders. Ich zog eine Haarnadel aus meinem Dutt und arbeitete sie mit routinierten Bewegungen in meine Frisur ein, bis sie darin verschwunden war. Dabei fiel mein Blick zwangsläufig auf die Pigmentstörungen an meinen Händen. Die hätten mich eigentlich genauso wenig gestört wie die Sommersprossen auf meiner Nase – wenn ich nicht ständig darauf angesprochen worden wäre. Ich hatte mir angewöhnt, meine Hände häufig in meinen Hosentaschen verschwinden zu lassen, aber beim Geigen konnte ich sie nicht verstecken.
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