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TASCHENBUCH
 
Die Hand der Mirjam
Verfasser: Eva Maria Hux (2)
Verlag: Latos (97)
VÖ: 15. November 2018
Genre: Gegenwartsliteratur (2349)
Seiten: 380
Themen: Amulette (94), Begegnungen (1870), Erbschaft (315), Manuskripte (69), Musiker (215), Rückkehr (603), Schriftsteller (867), Schwestern (809), Testament (77)
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Ausgerechnet Désirée, welche Familie und Heimat vor Jahren hinter sich gelassen hat und in London eine skandalumwobene Karriere als Saxophonistin zelebriert, erbt nach dem Tod ihrer Mutter Maria Goldinger das Elternhaus. Das Testament zwingt sie in die Heimat zurück, wo sie auf ihre fünf Jahre ältere Schwester Lara trifft. Eine Begegnung, die alles andere als harmonisch verläuft. Nicht nur der Letzte Wille der gefeierten Schriftstellerin, sondern auch ein bestürzendes Manuskript und ein geheimnisvolles Amulett in ihrem Nachlass zwingen die Töchter zur Auseinandersetzung mit der eigenen unliebsamen Vergangenheit - und mit einem verdrängten Kapitel europäischer Geschichte, das mehr Einfluss auf ihr Leben hatte, als sie ahnen.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Eva Maria Hux für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Eva Maria Hux gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Désirée erkannte das Haus erst gar nicht. Es hatte sein Gesicht verloren. Sie hatte es als stolz und prahlerisch in Erinnerung mit seinem seitlichen Erker, den Ecksteinen und den verzierten Schornsteinen, die besser zu einem Tudor-Schloss gepasst hätten. Nun duckte es sich fast verschämt unter den mächtigen Baumkronen. Der Birnbaum überragte das Dach um mehrere Meter und reckte seine knorrigen Äste in einer drohenden Gebärde gegen den Himmel. Weinranken und wilder Efeu kletterten die Fassade hoch, griffen mit klebrigen Spiralfingern nach Dachrinne und Fensterrahmen, drohten auch noch die letzte Aussicht auf das Tal und die entfernten Hügel zu rauben. Die Scheiben waren matt und schmutzig. Nicht der geringste Reflex spiegelte sich darin.
     Die Härchen an Désirées Armen stellten sich auf, als sie aus dem Taxi stieg und an das Eisengitter trat. Es war kurz vor 7 Uhr morgens und die Nachbarschaft schlief noch.
     Der Luxus der Vorörtler, dachte Désirée, die in dieser Nacht kein Auge zugetan hatte. Maurice hatte sie tags zuvor nach Locarno an den Hauptbahnhof zurückgebracht, und sie hatte mit einem seltsamen Gefühl von Vertrautheit Abschied von ihm genommen.
     In ihrem Rücken schnalzte der Taxifahrer mit der Zunge. Désirée kehrte an den Straßenrand zurück, nahm Maestro-Card und Quittung entgegen und stopfte sie sich abwesend in den Ausschnitt. Das Taxi machte lautlos kehrt und rollte die Straße ins Tal hinunter. Désirée stand allein vor dem Haus, das sie zwanzig Jahre zuvor überstürzt verlassen hatte.
     Das Gittertor gab nach, als sie sich dagegenstemmte. Die Löwenskulptur daneben war übersät mit Vogelkot. Moos hockte zwischen den Steinplatten, die zum Eingang und um die Villa herum führten. Langsam ging Désirée auf die Villa zu. Fenstersimse und Fensterläden waren wetterzerfressen, selbst der Hibiskus an der Hausecke wirkte farblos und erschöpft. Ihr Blick suchte die Fenster des Treppenhauses ab, dem Lieblingsplatz ihrer Schwester. Nichts rührte sich hinter den Scheiben. Nur eine hochgeklappte Zugbrücke hätte das Abweisende des Hauses noch verstärken können.
     Sie klingelte und musste keine zwei Sekunden warten, bevor die Tür aufging. Hatte Lara ihre Ankunft durch den Türspion beobachtet? So war die Schwester nun im Vorteil, denn Désirée selbst hatte Mühe, ihre Überraschung zu verbergen, als das frühzeitig gealterte, charmelose Gesicht der Schwester im Türrahmen erschien.
     Hundert Bürstenstriche abends und ein wenig Schminke würden Wunder wirken, dachte Désirée und musterte das Baumwollkleid, das schlaff an Laras Körper herunterhing. Figurkaschierend, obwohl die Schwester dies keineswegs nötig hatte.
     Désirée selbst hatte sich an diesem Morgen in ein aufreizend bescheidenes Corsagen-Top von Victoria´s Secret gezwängt, bauchnabelfrei und mit großzügigem Dekolletee, dazu Hot Pants, für die sie von Lara nun einen missbilligenden Blick erntete. Sie fuhr sich mit der Hand über ihre Hüfte. Nach der Geburt von Aimée waren mit der Kaiserschnittnarbe auch die überflüssigen Pfunde geblieben.
     Keine sagte ein Wort.
     Im Tal unten schlug eine Turmuhr. Ein weiterer heißer Sommertag kündigte sich an, der abends in ein Gewitter münden würde. Wer hätte geglaubt, dass sie früher einmal unzertrennlich gewesen waren. Wer sie jetzt sah, musste glauben, es wären zwei Fremde, die sich gegenüberstanden. Und so war es wohl auch.
     „Du bist also doch gekommen“, sagte Lara schließlich. Ihre Stimme klang überraschend ruhig und hatte den Klang der gemeinsamen Tage bewahrt.
     „Du stellst dich offensichtlich kindisch an, so dass ich nach dem Rechten sehen muss. Es kommt nicht gerade gelegen, aber du lässt mir ja keine Wahl.“
     Im Hinterkopf realisierte Désirée, dass Angriff wohl nicht gerade die beste Methode war.
     „Und du sahst keine Notwendigkeit, zu Mutters Beerdigung zu kommen?“, konterte Lara.
     Désirée erwiderte nichts, schob sich an Lara vorbei in die Eingangshalle und bemerkte sofort den leeren Flecken an der Wand, wo ursprünglich ein massives Kruzifix gehangen hatte. Mutters fordernder Geliebter. Sonst konnte sie keine Anzeichen dafür erkennen, dass die Schwester mit der Räumung des Hauses begonnen hätte. Die Tür zu Maria Goldingers Arbeitszimmer stand offen und präsentierte das vertraute Bild von übervollen Bücherregalen, ausgestopften Vögeln und exotischen Masken. Wie frühzeitig gefallenes Herbstlaub bedeckten Papierunterlagen den Teppich vor dem offenen Kamin.
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