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Der Weg zu mir - Wolfsbruder
Verfasser: Ilka Sommer (3)
Verlag: Eigenverlag (11374)
VÖ: 19. August 2018
Genre: Philosophisches Buch (181)
Seiten: 163 (Kindle Edition), 198 (Taschenbuch-Version)
Themen: Begegnungen (1867), Tiere (366), Wölfe (202)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Ilka Sommer für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Ilka Sommer gibt es bei Facebook.
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Aufeinandertreffen


Aufmerksam durchstreifte Jan zusammen mit vier Freunden ein weitläufiges Waldgebiet, welches dem Schützenverein gehörte. Sie suchten nach verräterischen Spuren von Hasen, Fasanen oder Füchsen. Seit einem halben Jahr gingen sie gemeinsam zur Jagd und entwickelten sich immer mehr zu einem eingespielten Team. Jan besaß das besondere Talent, die Zeichen der Natur zu lesen. Umgeknickte Halme, Schleifspuren auf dem Boden, der Kot der Tiere, all das offenbarte ihm, was im Wald umherstreifte. Seine Freunde neckten ihn oft damit, dass er Winnetous Zwillingsbruder sein müsse. Gleichzeitig erntete der Jäger jedoch Spott dafür, dass er noch nie ein Tier geschossen habe. Anscheinend fehlten ihm sowohl Reaktionsfähigkeit als auch Treffsicherheit.
     Der junge Mann liebte den herbstlichen Wald, vor allem wegen des unvergleichlichen Dufts, der über allem schwebte: modrig feucht, mit dem letzten Hauch des warmen Sommers. Die perfekte Zeit zum Jagen. Noch während Jan das Lichtspiel der farbenreichen Blätter betrachtete, vernahm er ein trockenes Knacken; zu laut für einen Vogel. Etwas Größeres kam in seine Richtung. Konzentriert richtete der Jäger den Blick auf eine Baumgruppe vor ihm. Breit gefächerte Wedel eines hoch gewachsenen Farns schaukelten im kühlen Herbstwind und versperrten seine Sicht. Ein strenger Geruch wehte zu ihm hinüber: fremdartig, wild. Verunsichert sog Jan die Duftmarke ein. Es könnte ein Fuchs sein. Vielleicht hatten sich Wildschweine in das Waldgebiet verirrt? Hoffentlich nicht, denn mehrere von den wuchtigen Tieren könnten den fünf Jägern gefährlich werden. Doch dafür waren die Geräusche zu leise. Eine Wildschweinrotte würde die Farnwedel in Aufruhr versetzen. Die Sekunden vergingen immer langsamer. Das Knacken kam näher, deutlich waren Tritte eines einzelnen Tieres zu vernehmen, die auf dem herabgefallenen Laub knisterten. Der athletische Mann gab seinem Freund Mike ohne Worte ein Zeichen, dass sich in seiner Nähe etwas regte. Wachsam starrte Jan auf die grünen Wedel vor ihm, das Gewehr schussbereit im Anschlag. Jedes weitere Geräusch beschleunigte seinen Blutdruck. Er schnappte nach Luft, als das heranschleichende Tier zu erkennen war: ein ausgewachsener Wolf!
     Sein eindrucksvoller Kopf tauchte zwischen den Farnwedeln auf. Die witternde pechschwarze Nase stach aus einer weißen Fellpartie deutlich hervor. Zur Stirn hin gingen die hellen Haare in ein Aschgrau über. Schwarze Augen bohrten sich in Jans ungläubigen Blick und schienen ihn förmlich zu bannen.
     Regungslos starrte der Mann das Wildtier an. Eine kurze Sekunde lang verwirrte ihn lautes Rauschen, bis er realisierte, dass es das eigene Blut war, das durch seine Adern strömte und sämtliche anderen Geräusche über-tönte. Sein Herz hämmerte im heftigen Staccato gegen das Brustbein. Vor lauter Nervosität zitterten die schweißnassen Hände, und das Gewehr drohte, ihm aus den Fingern zu rutschen. Das konnte unmöglich wahr sein! In diesem Gebiet war seit Jahrzehnten kein Wolf gesichtet worden! Vier Schritte vor Jan blieb das Tier stehen. Deutlich konnte er jedes Detail am grau-weißen Kopf er-kennen. Die spitzen Ohren waren aufmerksam nach vorn gerichtet, dunkle Tasthaare vibrierten wachsam. Am meisten faszinierten Jan die rabenschwarzen Wolf-saugen, die ihn mit zunehmender Intensität fixierten. Sekundenlang. Ohne bedrohlich zu wirken. Sie schauten tief in seine Seele und öffneten einen Kanal, der bis zu diesem Zeitpunkt im Verborgenen lag. Als jedoch eine raue Stimme ihn anrief, zuckte der Jäger erschrocken zusammen. ›Jan, wach endlich auf! Komm zu uns!‹ Fasziniert lauschte er dem fremdartigen Klang, als alles gleichzeitig geschah: Ein Schuss fiel! Der Wolf taumelte! Jans Knie sackten weg und es wurde dunkel um ihn.

»Jan, wach endlich auf!« Sein bester Freund Mike stand über ihn gebeugt und tätschelte nicht gerade sanft seine Wangen. »Na, Rotkäppchen! Du hast tierisches Glück gehabt, dass du nicht mit Haut und Haaren verschlungen wurdest.« Laut lachend zog er den zusammengesackten Mann auf die Füße. »Bist ein bisschen blass um die Nase, aber vor dem großen bösen Wolf können einem schon mal die Knie weich werden. Nur ein Schuss, mitten zwischen die Augen. Damit hätte ich früher die Herzen aller Burgfräulein erobert. Ich bin der größte Schütze der Welt! Die Runde heute Abend geht auf mich!« Voller Adrenalin rauschten die Worte aus seinem Mund.
     An der ungewohnten Nervosität in der Stimme des Freundes erkannte Jan jedoch, dass dieser seine tatsächliche Gefühlslage überspielte. Noch ein wenig benommen schlug er Mike auf die Schulter. »Danke für die Rettung!« Als er den Wolf betrachtete, verkrampfte sein Herz. Eisige Kälte kroch die Beine hoch und flutete den gesamten Körper. Ungewollte Tränen stiegen in seine Augen. Schnell ging der junge Mann in die Hocke, denn er wollte den Freunden keinen weiteren Grund für höhnische Bemerkungen geben. Die schwarzen Augen des Wolfes schauten starr geradeaus, seine Zunge hing schlaff aus dem leicht geöffneten Maul. Welch imposantes Tier! Es besaß einen kräftig gebauten Körper und sehnige lange Beine. Aus der Schusswunde sickerte ein wenig Blut. Was eine Schande! Wie konnten wir das nur tun? Jans Kopf wummerte vor lauter Schuldgefühlen.
     »Ich hab dir bestimmt das Leben gerettet! Dieses Vieh hätte dich mit Haut und Haaren verschlungen. Was sollen wir mit dem Prachtexemplar machen? Mitnehmen?« Fragend schaute Mike in die Runde.
     Ian schüttelte den Kopf. »Nee, das lassen wir lieber! Durftest du den Wolf überhaupt erschießen?«
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