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Die verfallene Welt 1 - Infiziert: Geheime Sehnsucht
Verfasser: Elenor Avelle (2)
Verlag: Books on Demand (1670)
VÖ: 18. Juli 2018
Genre: Dystopie (454)
Seiten: 478 (Kindle Edition), 476 (Taschenbuch-Version)
Themen: Geheimnisse (3137), Gentechnik (31), Immunität (2), Seuche (89), Überleben (126), Zombies (157)
Reihe: Die verfallene Welt (2)
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Lesermeinungen (1)     Blogger (1)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 5. November 2018 um 9:37 Uhr (Schulnote 1):
» Inhalt/Meinung
Mal ehrlich, ich kann es nicht oft genug sagen: ich steh auf Endzeit-Zombie-Apokalypse-Geschichte, egal ob in Kombination oder getrennt. Wie konnte ich also dieses Buch nicht lesen? Eben, gar nicht. Und deswegen musste ich bei der Wanderbuchaktion mitmachen.

Die Geschichte fängt an, sobald man die erste Seite aufgeschlagen hat. Kein langsames ranführen oder kennenlernen, sondern ZACK sofort ist da Charlie und man kämpft mit ihr ums Überleben, 8 Jahre nach dem Ausbruch einer Krankheit. Mir gefiel dieser Einstieg richtig gut, denn augenblicklich war da diese Spannung, Anspannung und Angst, die mich die ganze Geschichte über nicht verließ. Das war schon fast unheimlich, denn obwohl Charlie meistens sehr abgebrüht wirkte, empfand sie eben doch Angst und Anspannung. Und die kam ungefiltert bei mir an.

Charlie ist wirklich eigen, den entweder mag und versteht man sie oder findet sie wahrscheinlich recht unterkühlt bis hin zu arrogant. Aber im Laufe der Geschichte lernt man sie näher kennen und erfährt auch einiges aus ihrem Leben vor dem Ausbruch und ich finde, dass das ihr Verhalten sehr gut erklärt. Ich mochte ihre Art sehr, denn Charlie ist niemand, der gerettet werden muss, denn sie packt an, greift zu oder haut auch mal um sich, wenn es sein muss. Sie will sich nicht unbedingt an Lebende hängen, denn so realistisch, wie sie ist, weiß sie, dass auch diese sterben (können). Aber irgendwie ist Charlie doch in das Gefüge einer Gruppe gerutscht und es fällt ihr schwer, sich daraus zu befreien. Sie spürt die Verantwortung und gleichzeitig die Last, die andere Menschen mit sich bringen und schwankt oftmals zwischen gehen und bleiben. Charlie war für mich eine Figur, die ihrem Umfeld, ihrem Leben und der Welt, in der sie lebt, entsprach. Sie ist zu der Person geworden, die aus ihr gemacht wurde und hat sich an die zerstörte und wilde Welt angepasst. Sie war für mich perfekt, mit all ihren Ecken, Kanten und Problemen, einfach weil sie die lebendig gewordene, zerstörte Welt war.

Die Geschichte packte mich sofort, denn obwohl der Einstieg wirklich rasant beginnt, fragte ich mich mit jeder neuen Seite, was da los war und um was es ging. Es dauert seine Zeit, bis mehr passiert, als Nahrungssuche oder die Suche nach einem sicheren Unterschlupf. Aber gerade in dieser Zeit lernt man Charlie und die Gruppenmitglieder kennen, sowie die Zusammenhänge untereinander. Es ist eigentlich sogar ein recht ruhiger Anfang, wenn man bedenkt, wie kaputt die Welt ist, wie lange die Menschen in, und mit ihr, schon leben und womit ich als Leserin die ganze Zeit rechnete. Es war ein Betrachten des Alltags in einer Welt, in der man jeden Augenblick sterben könnte, weil Infizierte einen fressen oder man von anderen Lebenden getötet wird. Es war ein gefährlicher Alltag, der zwar ruhig anmutete, aber durchweg geprägt war von unterschwelligen Spannungen und Anspannungen der Figuren.

Ab dem Augenblick, an dem Charlie endlich wissen will, was wirklich los ist und die richtigen Fragen stellt, nimmt die Geschichte nochmal fahrt auf und offenbarte mir Dinge, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Als Leser erfährt man, wer hinter dem Ausbruch steckte und was Charlie mit alldem zu tun hat. Außerdem kommt noch eine dritte Gruppe ins Spiel und die Sorgen dafür, dass Charlie sich entscheiden muss, ob sie lieber eine Einzelgängerin ist oder tief in ihrem Herzen vielleicht doch den Lebenden angehört.

Ich fand den Schreibstil der Autorin und die Art des Erzählens ganz fantastisch, denn die wirklich bildhaften Beschreibungen trugen zusammen mit der Spannung dazu bei, dass ich das Buch kaum aus den Händen legen konnte. Die Endzeit-Stimmung prägte das gesamte Bild, und war neben Verzweiflung, Hoffnung und Freundschaft einer der stärksten Emotionen, die bei mir ankamen. Endzeit-Stimmung als Emotion? Ja! Denn apokalyptische Settings haben meiner Meinung nach eine ganz eigene Stimmung und die kommt oftmals aufgrund der vielen anderen Gefühle der Figuren nicht rüber. Aber hier war sie immer da und machte die Geschichte noch authentischer und die einzelnen Figuren für mich realer.

Das Ende war nicht überraschend, aber auch wieder stark geprägt durch die Endzeit-Atmosphäre. Vertrauen ist eine Sache, die man sich verdienen muss und Charlie weiß, dass es ein langer Weg ist, um wieder vertrauensvoll leben zu können.

Fazit
„Infiziert – Geheime Sehnsucht“ ist ein Endzeit-Roman, der für mich vor allem durch die endzeitliche Atmosphäre hervorsticht. Die Figuren sind geprägt durch eine zerstörte, tödliche Welt und handeln immer passend zu ihrer Umgebung oder jeweiligen Situation. Sollte ich jemals so einen Ausbruch erleben, wünsche ich mir auch eine Charlie an meiner Seite. Kühl, einzelgängerisch, latent misanthropisch, aber in der Tiefe ihres Herzens ein Mensch, der loyal und ehrlich ist. Auf den man sich verlassen kann, egal wie schlimm es aussieht. Vielleicht brauchen wir alle ein kleines bisschen eine Charlie in unserem Leben.«
  14      0        – geschrieben von Tilly Jones
 
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