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Mit der Faust in die Welt schlagen
Verfasser: Lukas Rietzschel (1)
Verlag: Ullstein (1129)
VÖ: 7. September 2018
Genre: Gegenwartsliteratur (2794)
Seiten: 320 (Gebundene Version), 321 (Kindle Edition)
Themen: Dorf (787), Flüchtlinge (158), Provinz (366), Sachsen (26), Wut (112)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Mit der Faust in die Welt schlagen« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (3)     Blogger (3)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 29. September 2018 um 11:14 Uhr (Schulnote 1):
» MEIN APPELL: LEST DIESES BUCH UND REDET MITEINANDER!
Neschwitz, so heißt der Ort der Handlung und befindet sich nordwestlich von Bautzen in der sächsischen Oberlausitz. Es ist auch das Siedlungsgebiet der Sorben, auch Wenden genannt, die im Buch eine Rolle spielen. Die Landeshauptstadt Dresden ist ca. 60 km entfernt.
Mir fiel es sehr leicht in das Buch hineinzukommen. Für mich besticht es durch seine bündige, ab und zu verknappte, präzise Sprache. Der sehr junge Autor (Jahrgang 1994) erzählt aus der Draufsicht, wertet nicht, läßt seine Worte wirken. Seine Schilderungen sind detailreich und erzeugten bei mir eine bedrückende Atmosphäre. Für mich stand vieles zwischen den Zeilen. Die Thematik beschäftigte mich weiter, wenn ich das Buch aus der Hand gelegt hatte. Ich vermute, dass Lukas Rietzschel eine Menge von seinem eigenen Erleben mit in den Roman eingebracht hat, da sein Geburtsort in der Nähe von Neschwitz liegt.
Der Roman ist in drei Teile/Bücher gegliedert: Buch 1 - die Jahre von 2000 bis 2004, Buch 2 - 2004 bis 2006, Buch 3 - 2013 bis 2015. Die Handlung erstreckt sich also über 15 Jahre. Es beginnt mit dem Hausbau der Familie Zschornack, elf Jahre nach der Wende. Der Vater ist von Beruf Elektriker, die Mutter Krankenschwester. Sie haben zwei Söhne, beide in den 90er Jahren geboren. Philipp ist der Ältere und Tobias, genannt Tobi, ungefähr im gleichen Alter wie der Autor. Alles scheint zunächst in Ordnung zu sein. Aber unter der Oberfläche eines normalen Alltags brodelt es gewaltig. Recht bald empfand ich die Tristesse, die Langeweile, die aus fast jeder Zeile spricht. Mich berührte sehr unangenehm die Sprach-, ja irgendwie Teilnahmslosigkeit der Erwachsenen. Die Großeltern und Eltern der Jungen hätte ich schütteln mögen. Warum werden die Fragen der Kinder nicht beantwortet? Das Umfeld wirkt wie erstarrt und es erfolgt kein normaler, geschweige altersgerechter Umgang mit den Kindern, weder zu Hause noch in der Schule. Philipp und Tobias erhalten keine Antworten auf ihre Fragen, ihre Probleme. Nicht zum Zustand des Nachbarn Uwe, nicht zu den rußgeschwärzten Wänden des Ausländerwohnblocks in Hoyerswerda, keine Erklärungen zu Wörtern, die als Schimpfworte benutzt werden wie „Jude“, „Judensau“. Hakenkreuzschmierereien werden vor der Schule zugehangen von einer Lehrerin! Es wird viel zu viel totgeschwiegen, ignoriert, unangenehme Situationen werden vermieden, man geht ihnen aus dem Weg, klärende Gespräche finden nicht statt, geschweige denn ein vernünftiger Meinungsaustausch. Vorherrschend sind Gleichgültigkeit, Abgestumpftheit, Desinteresse, Verharmlosung.
Lukas Rietzschel zeigt in „Mit der Faust in die Welt schlagen“ anhand der Heranwachsenden und jungen Erwachsenen in dem kleinen Lausitzort eine brandaktuelle Situation auf. Er beleuchtet mögliche Ursachen für den zunächst latenten und dann immer offener werdenden Rassismus. Er bringt jede Menge Erklärungsversuche für die Radikalisierung einer Gruppe von Jugendlichen, darunter die Brüder Tobias und Philipp Zschornack. Ihr „Anführer“ heißt Menzel, ein junger Erwachsener, ein Neonazi. Tobias läßt sich von ihm immer mehr beeinflussen, während es Philipp zum Ende hin gelingt, sich von Menzel zu lösen.
Ich fragte mich wiederholt: Woher kommt die unbändige Wut auf alles Fremde? Warum geht man auf die Sorben los, die schon ewig dort leben? Wie kommt ein junger Mann wie Tobias zu einer so unglaublichen Aussage:
„Es braucht mal wieder einen richtigen Krieg.“ S. 294
Meiner Meinung nach fühlt er sich von allen verlassen und gerät immer mehr in den Sog der Gewalt mit rohen, zerstörerischen Handlungen gegen Menschen und Sachen. Wer oder was kann Tobias noch stoppen? Das läßt der Roman offen.
Ein Roman kann nur bedingt die Wirklichkeit abbilden. Aber ich verstehe das Werk Rietzschels als Mahnung, als Aufforderung hinzuschauen. Dringendst notwendig erachte ich, dass in den Schulen mehr deutsche Geschichte gelehrt wird, vor allem die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg! Da hat unsere Jugend Nachholbedarf und große Defizite!

Das Titelbild des Buches ist durch das blaue Kreuz über das gesamte Cover sehr auffällig. Dahinter befindet sich ein Landschaftsgemälde (Hügel mit Bruchacker bei Dresden )– ein Bild vom bedeutendsten Künstler der deutschen Frühromantik, Caspar David Friedrich, um 1824 gemalt. Ich finde die Gestaltung sehr gut gewählt. Sie unterstützt den Inhalt des Buches, soll heißen, dass es keine Spur von Romantik, Poesie, Edelmenschentum mehr gibt. Auch das läßt viel Spielraum für Diskussionen.

Ich bin begeistert von dem reifen Werk, das Debüt!!!! des 24jährigen Lukas Rietzschel und bewerte es mit fünf von fünf Sternen. Meine Empfehlung gilt für alle!«
  17      0        – geschrieben von hennie
Kommentar vom 18. September 2018 um 11:19 Uhr (Schulnote 2):
» Der Ort Neschwitz in Ostsachsen mehrere Jahre nach dem Mauerfall: Philipp und Tobias Zschornack wachsen als Söhne eines Elektrikers und einer Krankenschwester auf. Der Hausbau der Eltern soll der Aufbruch in ein neues Leben sein. Doch dort gibt es auch die Verlierer der Wende. Man fühlt sich vergessen, der Alltag ist geprägt von Gleichförmigkeit und der Angst vor dem Verlust der Heimat. Diese Perspektivlosigkeit wird für Philipp und Tobias immer bedrohlicher. Als der Heimatort Flüchtlinge aufnehmen soll, eskaliert die Situation...

„Mit der Faust in die Welt schlagen" ist der Debütroman von Lukas Rietzschel.

Meine Meinung:
Der Roman besteht aus drei Teilen, die wiederum in mehrere kurze Kapitel untergliedert sind. Die Geschichte spielt zwischen 2000 und 2004, 2004 und 2006 sowie 2013 bis 2015. Erzählt wird vorwiegend, aber nicht nur aus der Sicht von Philipp und Tobias. Dieser Aufbau funktioniert recht gut.

Der Schreibstil ist ziemlich kühl und nüchtern. Die Sätze sind meist knapp und schnörkellos. Auch wird auf viele Details verzichtet, was wohl daran liegt, dass der Autor vermutlich eine möglichst allgemeingültige Situation beschreiben wollte. Beim Lesen wird einiges an Aufmerksamkeit gefordert.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Hauptprotagonisten Tobias und Philipp, die ich als realitätsnah empfunden habe. Blass sind die Nebenfiguren wie beispielsweise die namenlosen Charaktere von Vater und Mutter.

Ein großer Pluspunkt des Romans ist seine Aktualität angesichts des Erstarkens des Rechtsextremismus. Die politische Problematik und die Chronik der gesellschaftlichen Entwicklungen machen für mich den Reiz der Geschichte aus. In dieser Hinsicht regt das Buch zum Nachdenken an. Allerdings bleibt der Roman für meinen Geschmack noch etwas zu sehr an der Oberfläche.

Das Cover erweckt Aufmerksamkeit und passt inhaltlich gut. Auch der Titel ist treffend gewählt.

Mein Fazit:
„Mit der Faust in die Welt schlagen" von Lukas Rietzschel ist keine gefällige, sondern eine unbequeme Lektüre über ein wichtiges und brandaktuelles Thema. Ein Roman, der erklärt, aufrüttelt und betroffen macht.«
  9      0        – geschrieben von milkysilvermoon
Kommentar vom 11. September 2018 um 7:27 Uhr (Schulnote 2):
» Familie Zschornack hat es geschafft, nur elf Jahre nach der Wende können sie sich den Traum vom eigenen Häuschen erfüllen. Drastische Veränderungen gab es in dieser Zeit. Werke wurden geschlossen, Bewohner die ein Leben lang dort gearbeitet hatten standen nun auf der Straße. Wer das 40. Lebensjahr noch nicht erreicht hatte, konnten auf Umschulungen hoffen. Nachdem der Vater von Tobias und Phillip notgedrungen zwei Umschulungen und Weiterbildungen über sich ergehen lassen musste, weil sein Berufsabschluss nicht anerkannt wurde, ist er jetzt Elektriker und mit dem Gehalt seiner Frau, die als Krankenschwester arbeitet, scheinen sich für die Ostsachsen die blühenden Landschaften tatsächlich zu erfüllen. Ihre beiden Jungs können nun wohlbehütet aufwachsen…
Zehn Jahre später …“ Tobias fragte sich, was zuerst da gewesen war. Die Straßen, die die Orte umgingen und damit leer fegten. Oder die leeren Orte, an denen jeder vorbei fahren wollte?“
Vor den Weihnachtsbäumen saßen keine Familien mehr, nur alte Pärchen vor den Fernsehern.

„Mit der Faust in die Welt schlagen“ ist ein leises Porträt der Nachwendezeit in den überwiegend ländlichen Gebieten unserer Republik (ich möchte hier nicht den Osten besonders hervorheben, denn auch im Westen gibt es genau dieselben Szenarien). Es sind die vielen kleinen und großen Rückschläge der Bewohner. Althergebrachtes und auch Gewohntes verändert sich innerhalb kürzester Zeit. Strukturen lösen sich auf, Perspektivlosigkeit macht sich breit. In diesem Umfeld wachsen die beiden Jungen heran, sie erleben das Hochwasser bei Dresden, die Anschläge auf das World Trade Center und auch die „Flüchtlingswelle“ 2015. Eine Belastungsprobe, jahrelang wurde ihr kleiner Ort von der Politik vernachlässigt, doch nun ist Geld da um den Flüchtlingen eine Unterkunft zu bieten. Neschwitz sitzt auf einem Pulverfass, denn die Unzufriedenheit mit politischen Entscheidungen und das Gefühl des „Abgehängtseins“ haben sich schon zu tief in der verbliebenen, vorwiegend jungen Bevölkerung breit gemacht. Lukas Rietzschel beschreibt dies auf eine eher nüchterne Art, die weder anklagt noch wertet. Ich habe jedoch lange gebraucht, seinen Schreibstil zu akzeptieren. Ich fand ihn äußerst emotionslos. Eine Anreihung von zumeist kurzen Sätzen und sprunghaften Szenewechseln. Dadurch konnte ich auch gar keine Beziehung zu den Protagonisten aufnehmen, sie waren seltsam farblos. Gestört hat mich auch, das alle Beteiligten irgendwie um den „heißen Brei“ reden. Probleme werden nicht explizit angesprochen und gegeben falls ausdiskutiert, deshalb weiß man als Leser sofort dass die Geschichte nur in einem Desaster enden kann. Genau hier fehlt mir der Tiefgang, das ist mir etwas zu eindimensional. Trotzdem finde ich, ist dem Autor ein wirklich beachtliches Debüt zu einem schwierigen Thema gelungen.«
  11      0        – geschrieben von anyways
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