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Übersee
Verfasser: Xaver Engelhard (1)
Verlag: Eigenverlag (10699)
VÖ: 4. Mai 2018
Genre: Abenteuerroman (77)
Seiten: 480
Themen: Erster Weltkrieg (109), Inseln (1109), Pazifischer Ozean (58), Schiffe (386), Tahiti (2)
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LESEPROBE
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I. Teil: DIE PLANTAGE


     „Er ist nur der Bote.“
     „Und seine Botschaft?“
     „Die kennst du besser als ich. Wegen ihr bist du doch hier.“
     „Ich verbreite sie?“ Er lächelte herablassend. Sie war ein Kind und verstand nichts.
     „Du fliehst vor ihr. Ihr flieht vor einer Krankheit und verbreitet sie dabei auf der ganzen Welt.“
     „Es tut mir leid.“ Er senkte ertappt den Blick.
     „Ich wette, das tut es. Deshalb bist du ja hier!“
     Er blickte fragend auf.
     „Weil es dir leid tut! Alles!“
     „Woher weißt du ...?“ Er sah sie verwirrt an.
     „Du bist nicht der erste, der hier Trost sucht.“ Sie lachte.


Kaum hatte das Schiff beigedreht, trat Hermann an die Reling und blinzelte in Richtung der in der Dunkelheit kaum sichtbaren Insel. Hinter einem schmalen Streifen Küste ragten unmittelbar die Berge empor, schwarz und steil, und verschwanden bald in Wolken. Ein sanfter Geruch wehte herüber, eine Ahnung von süßen Blüten und noch süßeren, bald fauligen Früchten. Er holte tief Luft und kämpfte die Übelkeit nieder, die ihn befallen hatte, sobald das leichte, bis in die Nackenwirbel sich fortsetzende Vibrieren der Maschinen nicht mehr zu spüren gewesen war. Das dumpfe Donnern, das ihn geweckt hatte, wirkte wie ein Echo, das ihm um die halbe Erdkugel gefolgt war, und wurde vom Regen, der auf die müde See und das Blechdach über dem Promenadendeck hämmerte, nicht gedämpft, weil auch er Erinnerung an früher war, an tiefe Wolken über flachem Land, nasse Mäntel und klamme Stiefel, Unterstände, aus deren groben Balkendecke Wasser tropft und mit jeder Explosion Erdreich rieselt.
     Hermann stieß sich von der Reling wieder ab. Er hatte noch den Geschmack des billigen Grogs im Mund, mit dem ihn am Abend zuvor die kleine Schiffsgesellschaft, die nach Sydney weiterreisen würde, verabschiedet hatte; in seinen Ohren klimperte das mechanische Klavier, das unentwegt „The Entertainer“ gespielt hatte. Er fuhr sich über das unrasierte Kinn und wollte schon in die Kabine zurückkehren, da entdeckte er in dem Licht, das in den Tropen am Morgen genauso plötzlich und ohne Dämmerung erscheint, wie es am Abend wieder verschwindet, den weißen Schaum, mit dem die Wellen gegen das vorgelagerte Riff brandeten, und damit die Quelle jenes Krachens, das auf ihn so schrecklich vertraut gewirkt hatte. Auch der Kapitän musste jetzt das Riff und die Lücke in diesem erspäht haben, denn das Schiff nahm wieder Fahrt auf, die Amplitude, mit der es um die eigene Achse schwankte, wurde geringer, und Hermanns Magen beruhigte sich.
     „Schaut nicht nach viel aus, was?“ Einer der amerikanischen Geschäftsmänner, mit denen Hermann am Abend zuvor gefeiert und deren Namen er sich nicht gemerkt hatte, war aus dem Salon getreten. „Aber glauben Sie mir: Wenn Sie erst einmal dort sind, ist es noch schlimmer. Diese Inseln sind trostlos. Und damit genau das Richtige für einen jungen Mann, der sich einen Namen machen will, was?“ Er lachte und schlug Hermann jovial auf den Rücken.
     Gemeinsam beobachteten sie, wie das Schiff das Riff passierte und auf der Reede vor Anker ging. Seine Sirene ertönte; und das Echo, das von den Bergen widerhallte, wurde von der schweren Luft gedämpft. Die Matrosen ließen die Treppe am Fallreep herunter und machten den Ladekran klar. Eine kleine, rostige Hafenbarkasse kam näher. Ihr folgte ein alter Dampfschlepper, der einen behelfsmäßigen Leichter vor sich her schob und mit diesem auf der anderen, dem Hafen abgewandten Seite des Schiffs festmachte. Von einer riesigen Holzkiste, in die der Schriftzug der Firma Westinghouse eingebrannt war, wurden die Ketten gelöst, mit denen sie während der Überfahrt auf dem Vorderdeck gesichert gewesen war.
     „Kaum zu glauben, dass das Ding hier am Ende der Welt von Bord geht!“ Der Amerikaner schüttelte den Kopf und beobachtete, wie der Kran mit dem Ladegeschirr über das Deck schwenkte.
     „Wieso? Was ist da drin?“
     „Ein Generator! Das neueste Modell! Gestern hat jemand behauptet, damit ließe sich die ganze verdammte Insel samt Vulkankratern und Eingeborenenhütten beleuchten.“
     Hermann nahm es bekümmert zur Kenntnis. Er fürchtete, zu spät dran zu sein.
     Der Amerikaner blickte ihn amüsiert von der Seite an.
     „Verdirbt Ihnen die Laune, was? Aber keine Sorge! An der Trostlosigkeit wird das nichts ändern. Ganz im Gegenteil!“
     „Ein schöner Trost ist das!“ Hermann lächelte tapfer.
     „Besser als die romantischen Illusionen, mit denen die meisten hier landen! Die können Sie sich nicht leisten, wenn Sie hier auf Dauer leben wollen.“
     „Machen Sie sich da keine Sorgen: Von Hoffnungen bin ich geheilt!“ Hermann versuchte, energisch zu klingen, und wandte sich wieder der Insel zu. Er wusste, es war nicht wahr; und er spürte wieder die Angst, die ihn während der Überfahrt gelegentlich befallen hatte. Was, wenn er sich irrte? Was dann? Er gab sich einen Ruck und hob die Hand zum Abschied und zur Abwehr weiterer Enthüllungen. „Ich mache mich jetzt besser fertig.“ Er fletschte mühsam die Zähne.
     „Ich wünsche Ihnen weiter viel Glück auf Ihrer Reise,“ rief ihm der in seiner Freundlichkeit unerschütterliche Amerikaner hinterher. „Und melden Sie sich, wenn Sie mal wieder in Frisco sind! Meine Adresse haben Sie ja.“ Hermann schob unwillkürlich eine Hand in die Tasche seiner Leinenjacke, zerknüllte dort die von der Feuchtigkeit schon ganz labberige Visitenkarte und überlegte, wo wohl diese Reise, die hier enden sollte, begonnen hatte.
     Eigentlich in München, als er die Pistole, die er im Krieg getragen hatte und die danach, als der Besitz von Schusswaffen streng verboten wurde und auch ihn, den ehemaligen Artillerieoffizier, vor ein Standgericht hätte bringen können, über das Geländer der Maximilians-Brücke warf und ihre parabolische Flugbahn beobachtete, bis sie im Wasser der Isar aufschlug und die Enten, die in den Kiesbuchten schliefen, erschreckte. Die Räterepublik, entstanden aus dem Blut der Schützengräben, der Verzweiflung der Besiegten und der Solidarität einer in einheitliches Grau gekleideten, demselben Schicksal unterworfenen Masse, war zerschlagen, ihre Hoffnungen waren Dünkel und Kleingeist, Furcht und Kalkül erlegen; und Hermann hatte nach Westen geblickt, wo der Himmel in roten Flammen stand hinter der Silhouette der Stadt, einem Schattenriss, einer ausgebrannten Ruine, und sich auf den Weg gemacht. Die Straßen waren fast leer. Das Ausgangsverbot, seit dem Sieg der Weißen gelockert, galt erst ab Mitternacht. Gelegentlich fuhr ein mit schwarz-weiß-roten Fahnen geschmückter Lastwagen vorbei, Landser in den zusammengewürfelten Uniformen der Freikorps auf der Ladefläche, die trunken grölten, in die Luft schossen und allen Passanten, die irgendwie proletarisch wirkten, androhten, sie an einer Straßenlaterne aufzuknüpfen, sobald es dafür Zeit gebe und ein Seil.
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