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TASCHENBUCH
 
Die Tochter des Pianisten
Verfasser: Lilian Kim (1)
Verlag: Eigenverlag (10464)
VÖ: 4. Juli 2018
Genre: Gegenwartsliteratur (2205)
Seiten: 373 (Kindle Edition), 404 (Taschenbuch-Version)
Themen: Entführungen (1158), Herkunft (91), Japan (91), Kalifornien (164), Malaysia (9), Musiker (198), Nordkorea (12)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Neobooks für die Bereitstellung dieser Leseprobe! Bei dem Buch handelt es sich um einen der Neobooks-Monatsfavoriten des August 2018. Mehr zu Lilian Kim gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Sie wollen aus Stolz heraus sterben?«, fragte er und fixierte sie mit seinem Blick.
     »Nein, aus Verzweiflung«, antwortete sie resigniert.
     »Sollten Sie nicht vielleicht Ihren Stolz überwinden, Ihre Aufgabe erfüllen und dann möglicherweise irgendwann nach Hause zurückkehren? Das wird am ehesten passieren, wenn Sie sich als nützlich erweisen.«
     Er faltete den Zettel in seinen Händen.
     »Wofür bin ich überhaupt hier? Ich meine: was soll ich tun?«
     Er zögerte, eine Antwort zu geben.
     »Sie werden Studenten die Japanische Sprache und Ihre Gepflogenheiten beibringen. Ich werde Sie in die Art, wie der Unterricht erfolgen soll, einweisen. Die Studenten werden in Zukunft eine besondere Aufgabe haben, weshalb es sehr wichtig ist, Ihnen ein perfektes Japanisch beizubringen«, antwortete er schließlich.
     »Woher können Sie eigentlich Japanisch?«, fragte Yasuko. »Waren Sie auch einer dieser Studenten?«
     Sein Gesichtsausdruck veränderte sich von wohlwollend und sanft zu verärgert und er wies sie harsch zurecht. »Ich stelle die Fragen, Frau Yasuko. Und Sie sollten wissen: Es ist Ihnen nicht gestattet, sich mit anderen Personen auf Japanisch zu unterhalten, wenn ich nicht bei diesen Gesprächen zugegen bin.«
     Sie schwieg und starrte auf den Zettel, den er mehrfach gefaltet und dann wieder geöffnet hatte.
     »Vertrauen Sie mir«, sagte er, doch sie schüttelte den Kopf.
     »Sie werden sich niemals mein Vertrauen erschleichen. Niemals. Warum drohen Sie mir eigentlich nicht, so wie der andere, der mit dem schiefen Gesicht?«
     Ein Lächeln huschte über sein Gesicht und kleine Grübchen bildeten sich in seinen Mundwinkeln.
     »Oberst Park. Nun, ich bin nicht Oberst Park. Meine Präferenzen sind anders gewichtet.«
     »Ja, Sie labern lieber die Frauen zu Tode, als mit der Faust auf den Tisch zu hauen. Was sind Sie, der Retter der Unterdrückten? Oder sind Sie vom Militär und horchen mich nur aus?«
     »Ich habe keinen militärischen Rang. Ich bin nur ein Pianist. Und ein Lehrer für die japanische Sprache.«
     »Ein Pianist.« Sie lachte auf, ohne ihren Hohn zu verstecken. »Ich bin Pianistin. Ich bin Juilliard-Absolventin. Wahrscheinlich bekommen Sie noch nicht einmal ein Kinderlied auf die Tasten. Wer sind Sie wirklich?«
     Sein mildes Lächeln verunsicherte sie. Er stand auf und ging in Richtung der Zimmertür. Dann drehte er sich noch einmal zu ihr um.
     »Folgen Sie mir, Frau Yasuko. Im Zimmer nebenan steht ein Klavier.«
     Er hielt ihr eine Hand entgegen. Sie stand auf und nahm zögernd seine Hand. Lee Seung- Jin öffnete die Tür und teilte dem Wachposten etwas auf Koreanisch mit, was sie nicht verstand.
     Sie gingen in das Nachbarzimmer, in welchem tatsächlich ein Klavier stand. Er hob den Tastendeckel, legte den purpurroten Läufer auf einen Beistelltisch und begann, die Mondscheinsonate zu spielen. Yasuko war verwundert, über die Virtuosität seines Spiels.
     »Wo haben Sie spielen gelernt? Wo wurden Sie unterrichtet? Gibt es in Pjöngjang ein Konservatorium? Oder durften Sie für die musikalische Ausbildung etwa nach China?«
     Er schaute an ihr vorbei zur Tür, hielt kurz inne, legte den Läufer wieder auf die Tasten und klappte vorsichtig den Tastendeckel zu.
     »In Paris. Am Pariser Konservatorium.«
     Sie sah ihn ungläubig an. »Aber, wie kann das sein? Durften Sie Nordkorea einfach verlassen? Ich dachte, Auslandsreisen seien der Bevölkerung verwehrt?«
     Er ließ ihre Frage unbeantwortet und machte nicht den Anschein, seine Aussage näher erläutern zu wollen. Sie beschloss ebenfalls, nicht weiter darauf einzugehen.
     »Frau Yasuko, der Empfang beginnt gleich. Ich werde Ihnen nun einige Instruktionen geben.«
     Sie hatte den Empfang, von dem Oberst Park gesprochen hatte, vollständig aus ihren Gedanken verdrängt. Sie schaute an sich herunter, auf das schwarze, goldbesetzte Samtkleid.
     »Welchem Zweck dient dieser Empfang? Und warum wird eine Geisel, wie ich nun mal eine bin, für diesen Empfang gebraucht?«
     »Dieses Haus ist die Nachbildung einer europäischen Botschaft. Sie ist ähnlich prunkvoll ausgestattet wie all die Gebäude, die in Rom, Paris, oder London stehen könnten. Und am heutigen Abend spielen Sie Ihre erste Rolle. Sie sind die Gattin des Botschafters. Sie brauchen nur zu lächeln und die Fragen Ihrer ‚Gäste‘ zu beantworten. Niemand wird Sie nach Details fragen. Es werden Ihnen keine Fragen gestellt, die Sie in Bedrängnis bringen würden. Jede Person, die Ihnen gleich begegnen wird, hat eine zugewiesene Rolle. Niemand wird vom vorgegeben Plan abweichen. Reden Sie über Musik. Über Ihre Frisur. Über Kleidung. Seien Sie oberflächlich. Der Empfang ist nur eine Kulisse.«
     »Eine Kulisse? Für was?«
     »Es ist für Ihre Aufgabe heute Abend nicht notwendig, das zu wissen. Halten Sie sich einfach an die Vorgaben.«
     »Jake ist der Botschafter? Ist das seine Rolle?«
     Er wich ihrem Blick aus. »Ja, das ist er. Er wird gleich zurück sein. Denken Sie an meine Worte. Vertrauen Sie mir. Ich habe nicht vor, Ihnen zu schaden.«
     Yasuko starrte ihn an, als ein hysterisches Lachen sie überkam.
     »Sie sind ein Komiker. Wirklich, Sie sind einfach witzig. Was ich von Ihnen in der letzten Stunde gehört habe, ist noch blöder als die offensichtliche Propaganda der anderen Verrückten, die mir hier meinen Aufenthalt schmackhaft machen wollen. Wie war das gleich? ‚Wir leben hier im besten Land der Welt?‘ Lassen Sie mich zusammenfassen: Ich sitze hier in einer Botschaftskulisse, heute Abend findet eine Gala mit Statisten statt, Jake wurde von euch zum neuen Botschafter ernannt... Botschafter welchen Landes eigentlich, der Republika Banana? Ich sitze hier im Audrey Hepburn Outfit und plaudere mit einem meiner Kerkermeister, der mir auch noch etwas über Vertrauen und Menschlichkeit erzählt. Diese Situation ist so absurd, dass ich schon an meinem eigenen Geisteszustand zweifle. Und überhaupt: Kommen Sie nicht in einen Gulag, für alles, was Sie mir heute erzählt haben?«
     Er sah sie lachend an und schüttelte den Kopf. »Mit der Zeit werden Sie erkennen, dass Ihr Bild über Nordkorea ein falsches ist. Geprägt durch Desinformation und Lügen unserer Feinde. Es gibt keine Arbeitslager oder Gulags, wie sie es nennen, in unserem Land. Ich kann also nicht an einen Ort gebracht werden, der nicht existiert.«
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