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Die Frau, die nackt aus ihrem Sarg stieg
Verfasser: Michele Herteux (1)
Verlag: Eigenverlag (11394) und epubli (731)
VÖ: 22. März 2018
Genre: Biografie (1158)
Seiten: 132
Themen: Drogen (391), Emanzipation (35), Literatur (58), Musik (206), Sex (1087), Siebziger Jahre (113)
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Diese fiktive Biographie und die meisten darin geschilderten, auch sehr drastischen, Erlebnisse beruhen auf wahren Ereignissen. Sie ist eine teilweise sehr hemmungslose, voyeuristische Parabel auf die moralischen, gesellschaftlichen, sexuellen, kulturellen, politischen und sozialen Umbrüche der 60er und 70er Jahre und der Wirkung, die dies bis heute hat.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Michele Herteux für die Einsendung dieser Leseprobe!
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DIE HEIMAT


Jetzt, im Alter, bin ich Ruhe.

Mit dem Wald im Rücken sitze ich im Gras und sehe über die hügelige Spätsommerlandschaft vor mir. Unten im Tal beginnt aus diversen Feuchtgebieten zusammenströmend der Sinn seine Reise, den schon meine Urahnen dort haben fliessen sehen. Alles ist üppig und reif.

Endlich scheine ich angekommen.

In meinen Gedanken sehe ich auf mein Leben wie auf eines dieser vielen kleinen Getreidefelder, die sich vor mir ausbreiten. Anfänglich frisch, biegsam und in Bewegung. Aber je weiter das Jahr voranschreitet, umso trockener und steifer wird alles. Lebloser eben. Aber auch reifer. Und in vielerlei Hinsicht fruchtbar.

Die Ernte meines Lebens? Ich weiss es noch nicht genau zu benennen. Aber ich weiss, dass Einiges so ungewöhnlich war, dass ich es aufschreiben muss. Damit es möglicherweise auf diese Art Früchte trägt...

Von der abendlichen Landschaft Abschied nehmend sah ich auf die kleine, sehr alte und wunderschöne Uhr an meinem Handgelenk. Um ihren Korpus wanden sich im Jugendstil mit Rotgold vergoldete Rosen und mit Gelbgold vergoldete Blätter. Nie habe ich eine vergleichbare Uhr gesehen.

Es wurde Zeit.

Endlich bin ich angekommen.


PROLOG


Unser aller Sein wird seit Anbeginn aller biologischen Existenz von zwei wesentlichen Phänomenen bestimmt: dem immer wiederkehrenden Rhythmus von Tag und Nacht und dem Auftreten meist unerwarteter Ereignisse. Zwischen diesen beiden beständigen Polen spielt sich unser Leben ab.

Und Ereignisse dieser unerwarteten Art gab es in meinem Leben in Fülle.

Meine Geschichte ist vom Erinnern und Vergessen: an meine allerersten Jahre erinnere ich mich kaum, an meine Jugendzeit dagegen erstaunlich detailliert. Eine Zeit liegt im Dunkel, eine andere Zeit leuchtet hell.
     Mir geht bei diesen Gedanken ein Zitat von Charles Dickens durch den Kopf:

„Es war die beste aller Zeiten, es war die schlimmste aller Zeiten, es war das Zeitalter der Weisheit, es war das Zeitalter der Dummheit, es war die Epoche des Glaubens, es war die Epoche des Unglaubens, es war die Saison des Lichts, es war die Saison der Dunkelheit, es war der Frühling der Hoffnung, es war der Winter der Verzweiflung, wir hatten alles vor uns, wir hatten nichts vor uns, wir gingen alle direkt in den Himmel, wir alle machten uns in die andere Richtung auf ...“


Und während ich all dieses denke, halten meine Hände einen alten, lange verloren geglaubten Brief....


DER SARG


Wir wohnten in einer, so kam es mir damals vor, grossen Stadt. Meine Mutter, mein Zwillingsbruder Stanis und ich.
     Eine Stadt, die ich ein wenig depressiv erinnere, oft regnerisch und eher düster. Eingezwängt, aber auch grün. Eine Stadt, in der Geschichte verharrend, auf der Schwelle zur Grossstadt. Wartend, verhaltend, beinahe geduckt. Markiert durch erste Fussgängerzonen, die den Fortschritt anzeigten wie Pflanzensprossen den Frühling.

Nahezu überall hin sah man bergauf. Nur der ost-westliche Lauf des Flusses, der mit einem grossen Bogen von Süden herein und, als wenn er abgestossen wurde, mit einem weiteren grossen Bogen auch in Richtung Süden wieder heraus floss, liess zwei ebene Richtungen durch die länglich gestreckte Stadt erahnen.


Eingang
und Ausgang.


An den schönsten Hängen standen die teuersten Villen, erhaben über dem in seltsam zu spürender Weise gedrückten und selten vor Lebendigkeit brodelnden Stadtkessel. Viele Treppen führten dort hinauf. Und ebenso viele Treppen führten auch wieder hinunter.

Wenn wir Jugendlichen uns damals in der Stadt trafen, dann am liebsten in der Alten Freiheit. Die Atmosphäre dort war stadtuntypisch. Es war ständig Betrieb, man traf vertraute Gesichter oder schloss neue Bekanntschaften. Immer war etwas los.

Und doch wehte gleichzeitig ein kaum wahrnehmbarer Hauch von Geschichte über den Platz.

In meine angenehme Erinnerung an die Alte Freiheit drängen sich aber auch Bilder eines grossen Unglückes, das ich von dort miterlebte.
     Eine Gasexplosion in einer nicht weit entfernten Siedlung, die wenige Jahre nach dieser Explosion abgerissen wurde. Es gab einen heftigen, weithin hörbaren und spürbaren Knall und man sah kurze Zeit später in der Ferne grauschwarzen Rauch aufsteigen, der sich in der Höhe mit dem Wind vermischt verlor.
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