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Nachtwild
Verfasser: Gin Phillips (1)
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (817)
VÖ: 29. März 2018
Genre: Thriller (4579)
Seiten: 304
Themen: Mord (3735), Zoos (53)
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Lesermeinungen (2)     Blogger (5)
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Kommentar vom 15. April 2018 um 18:57 Uhr (Schulnote 4):
» Wilde Tiere

Life is a zoo in a jungle.
(Peter de Vries)

Der Thriller "Nachtwild" von Gin Philipps spielt in den USA. Es ist ein herrlicher Tag und Joan besucht mit ihrem vierjährigen Sohn Lincoln den Zoo – da hört sie plötzlich Schüsse. Am Ausgang sieht sie Tote auf dem Boden liegen. Sie weiß nicht, ob die Polizei unterwegs ist, ob der oder die Täter noch in der Nähe sind. Als weitere Schüsse fallen, flüchtet sie mit Lincoln in ein leer stehendes Gehege. Das Leben ihres Sohnes hängt jetzt allein von ihr ab und davon, ob sie einen Weg finden wird, sie beide zu retten. Jedes Geräusch, jede Bewegung kann tödlich sein. Sie muss Entscheidungen treffen und Dinge tun, die sie nie für möglich gehalten hätte.

Das schwarze Cover wirkt sehr zurückhaltend. Der Blick des Betrachters richtet sich sofort auf den Kopf eines Leoparden. Man spürt eine latent bedrohliche Stimmung. Vielleicht weil Rot eine Signalfarbe ist. Oder weil man sofort an Blut denken muss, wenn man diese Farbe sieht. Außerdem ist der Leopard ein gefährliches Raubtier, das man - auch hinter Gittern eines Zoos - nicht unterschätzen darf. Auch der Titel "Nachtwild" klingt vielversprechend und weckt eine gewisse Erwartungshaltung. Dunkler als die Nacht. Wilder als ein Tier. Näher als du glaubst!

Der Plot dieses Thrillers hat mich sofort angesprochen. Auch das Setting in einem Zoo ist gut gewählt. Nicht nur die Tiere sind Gefangene, sondern auch die Menschen können ihn nicht mehr verlassen und werden von unbekannten Tätern zu Tode gehetzt.

Leider ist die Umsetzung nicht gelungen. Echte Spannung will in diesem Buch nicht aufkommen; die (sehr amerikanisch angehauchte) Story wirkt schlecht durchdacht und unausgegoren. Die Darstellung der Menschen-Jagd im Zoo und die Motive der Täter kommen in diesem Buch eindeutig zu kurz. Viele Handlungsstränge werden nur angerissen, aber nicht zu Ende geführt. Das gilt auch für alle auftretenden Personen, die merkwürdig blass und oberflächlich bleiben.

Für meinen Geschmack verschwendet die Autorin Gin Philipps zu viel Zeit auf die Darstellung der engen Beziehung von Joan und Lincoln, den Protagonisten dieses Buches. Trotz aller Anstrengungen schafft man es nicht, mit ihnen warm zu werden. Sie wirken sehr konstruiert; man kann ihre Handlungsweisen nicht nachvollziehen und bleibt häufig ratlos zurück.

Insgesamt hat mich diese Lektüre enttäuscht. Aus diesem Grunde kann ich heute nur 3 Sterne für einen mäßig spannenden Roman vergeben, der meiner Ansicht nach die Bezeichnung "Thriller" nicht verdient.«
  10      1        – geschrieben von Bücherfairy
Kommentar vom 15. April 2018 um 14:01 Uhr (Schulnote 4):
» Das Cover dieses Buches hat mich wirklich angesprochen, denn es macht die Gefährlichkeit der Geschichte deutlich. So dachte ich zumindest. Aber nun muss ich sagen, dass ich den Thrill nicht gespürt habe und es streckenweise sehr langatmig zuging.
Joan wollte mit ihrem vierjährigen Sohn etwas unternehmen und hat mit ihm den Zoo besucht. Kurz vor Ende der Öffnungszeit eilt sie mit ihm zum Ausgang und sieht Tote auf dem Boden liegen. Obwohl sie nicht weiß, was los ist, spürt sie die Gefahr und macht kehrt. Sie versteckt sich mit Lincoln in einem leerstehenden Stachelschweingehege. Ihr ganzen Denken und Handeln gilt dem Schutz ihres Sohnes.
Der Thriller startet sehr ruhig und selbst als Joan die Gefahr bemerkt, kommt für mich nicht wirklich Spannung auf. Zu viele ihrer Gedanken, die sich auch mit Unwesentlichem beschäftigen, verhindern, dass ich mit ihr fühlen konnte. Natürlich möchte sie Lincoln schützen. Ganz klar möchte sie selbst auch überleben, aber sie trifft auch Entscheidungen, die ich nicht nachvollziehen kann. Joan wurde mir zunehmend unsympathischer.
Joans Perspektive wird unterbrochen von den Gedanken anderer Personen. Wie Joan und ihr Sohn sind auch noch andere Besucher bis zum letzten Moment im Zoo unterwegs und damit bedroht und auch ihre Gedanken lernen wir kennen. Aber auch die Tätersicht erfahren wir. Doch mir fehlte da wirklich Tiefe. Ich kann nicht wirklich nachvollziehen, was die Täter antreibt.
Wer kleine Kinder hat, der weiß, wie schwierig es ist, sie zu etwas zu bringen, das gerade wichtig ist. Lincoln ist weit für sein Alter, aber er ist ein kleiner Junge und hat keine Vorstellung davon, in welcher Gefahr sein Mutter und er selbst sind. Joan verpackt die Informationen wie ein Spiel, um ihn dazu zu bringen, still zu sein. Aber ein kleines Kind hat Bedürfnisse und die wollen erfüllt werden. Es ist also eine schwierige Situation und eine gefährliche dazu. Kann sie Lincoln schützen?
Eigentlich hat die Geschichte Potenzial, das aber leider nicht ausgeschöpft wurde. Am Ende blieben für mich auch viele Dinge ungeklärt. Einiges erschien mir auch unlogisch, aber in Amerika ticken manche Uhren einfach anders.
Auch wenn es spannend war, so konnte mich dieser Thriller nicht fesseln. Schade!«
  8      0        – geschrieben von buecherwurm1310
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