Diese Website nutzt technisch notwendige Cookies, nähere Infos finden Sie hier
46.186 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »joelina188«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
 
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
Ein mögliches Leben
Verfasser: Hannes Köhler (4)
Verlag: Ullstein (1373)
VÖ: 23. Februar 2018
Genre: Gegenwartsliteratur (3468)
Seiten: 352 (Gebundene Version), 353 (Kindle Edition)
Themen: Enkel (58), Erinnerungen (1040), Gefangenschaft (580), Großväter (160), Reisen (2483), Rückkehr (1066), Texas (215), USA (646), Zweiter Weltkrieg (581)
BLOGGERNOTE DES BUCHS
1,00 (100%)
auf Basis von zwei Bloggern
1
100%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1,67 (87%)
1
33%
2
67%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Errechnet auf Basis von 3 Stimmen
Entwicklung Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Ein mögliches Leben« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (4)     Blogger (2)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 26. April 2018 um 10:02 Uhr (Schulnote 2):
» Eigentlich sollte Franz Schneider im Jahr 1944 ein Teil der Gegenoffensive Hitlers sein. Stattdessen landete der Bergmann in amerikanischer Gefangenschaft. 70 Jahre später ist Franz verwitwet und hat einen Wunsch: Der fast 90-Jährige will noch einmal zurück nach Texas und das ehemalige Lager sehen. Sein Enkel Martin, ein Lehrer in den unbezahlten Sommerferien, kann ihm die Bitte nicht abschlagen und lässt sich ein auf die letzte große Reise seines Großvaters. In den USA werden für den alten Mann die Kriegsjahre und die Zeit danach wieder lebendig. Endlich findet Franz die Worte für das, was sein Leben damals verändert hat. Mit jeder Erinnerung kommt Martin seinem Opa näher. Und langsam beginnt er die Brüche zu begreifen, die sich durch seine Familie ziehen…

„Ein mögliches Leben“ ist ein bewegender Roman von Hannes Köhler.

Meine Meinung:
Aufgeteilt ist das Buch in sechs Kapitel. Darüber hinaus gibt es einen Pro- und einen Epilog. Passagen aus der Gegenwart wechseln sich mit Rückblicken beziehungsweise Erinnerungen ab. Die Verknüpfung von damals und heute ist fließend und dabei gut gelungen.

Den Erzählstil habe ich als angenehm und anschaulich empfunden. Die Sprache ist sehr klar. Dennoch schwingen viele Emotionen und Stimmungen mit und es entstehen viele Bilder. Dadurch konnte mich der Roman in seinen Bann ziehen.

Franz und Martin sind zwei interessante und authentisch dargestellte Hauptprotagonisten. Ich fand es berührend zu lesen, wie sich ihre Beziehung entwickelt. Trotz seiner zweifelhaften Vergangenheit war mir Franz nicht unsympathisch. Die Reise der beiden habe ich gerne verfolgt.

Ein Pluspunkt des Romans ist es, dass hier das interessante Thema der Kriegsgefangenschaft so detailliert und glaubwürdig aufgegriffen wird. Es bietet dem Leser nicht nur einen Erkenntnisgewinn, sondern regt auch zum Nachdenken an. Dass der Autor zwei Monate lang auf Recherchereise in den Vereinigten Staaten war und sich fundiert in die Materie eingearbeitet hat, merkt man dem Buch an. Dennoch ist es keine trockene Lektüre, sondern eine Geschichte, die emotional berührt.

Das Cover ist ein Blickfang, der neugierig macht und inhaltlich gut zur Geschichte passt. Auch der Titel ist überzeugend.

Mein Fazit:
„Ein mögliches Leben“ von Hannes Köhler ist ein lesenswerter Roman, der mir schöne Lesestunden bereitet hat. Eine überzeugende Geschichte, die nicht nur die Vergangenheit einer Familie, sondern einer ganzen Generation beleuchtet.«
  11      0        – geschrieben von milkysilvermoon
Kommentar vom 28. März 2018 um 21:31 Uhr (Schulnote 2):
» Aufarbeitung der Vergangenheit

Es ist die Geschichte von Franz Schneider. Franz, der mit seinem Enkel nach Texas fliegt um das dortige Lager zu besuchen in dem er als Kriegsgefangener während und nach dem 2. Weltkrieg interniert war. Heute ist er fast 90 Jahre alt, aber diese eine Reise in die Vergangenheit muss noch sein. Allein wäre er vielleicht gar nicht gefahren, aber sein Enkel dem er immer wieder Informationen und historisches Material per Internet sendete, meinte dann lass uns hinfahren. Auf der Fahrt und nach der dortigen Ankunft, schweifen die Gedanken von Franz in die Vergangenheit. Die Erinnerungen an sein Elternhaus und die Zeit vor dem Krieg, bis nach Frankreich wo er gefangen wurde. Und er erzählt von seinen Erlebnissen und Erfahrungen im Lager und von seinem Freund Paul.

Am Anfang hatte ich so ein wenig Schwierigkeiten mit diesem Buch. Ich wusste nicht so richtig, wo wird es mich hinführen. Das änderte sich, je mehr ich von Franz und auch von Paul erfuhr. Am Anfang erfährt man viel vom Leben von Franz, der Einfluss seines Vaters und auch über seinen Bruder Josef, der ihn genau in die andere Richtung drängen will. Der Einfluss des Vaters und auch die Mitgliedschaft damals in der Hitlerjugend erreichen ihr Ziel. Er wird eingezogen und zieht in den Krieg. Dann im Lager, während der Kriegsgefangenschaft und vor allem während der Freundschaft mit Paul vollzieht sich eine Wendung. Paul selbst ist als deutsches Kind mit seinen Eltern nach Amerika ausgewandert. Und trotzdem zieht er für die Deutschen in den Krieg. Bei beiden, Franz und Paul kommt langsam die Erkenntnis, dass sie auf der falschen Seite gestanden haben.

Die Erlebnisse im Lager und auch später verändern Franz völlig. Er hat die Strapazen der Gefangenschaft überwunden und ist nach Deutschland zurück gekehrt. Die Ereignisse und Erlebnisse haben ihn verändert. Er kämpft für die Gerechtigkeit mit unnachgiebiger Härte. Er schreckt auch nicht davor zurück, das in der eigenen Familie mit einer unnachgiebigen Konsequenz zu tun.

Dann die Reise mit dem Enkel zurück in die Vergangenheit - dabei findet in ihm erneut eine Veränderung statt. Das macht ihn so menschlich und sympathisch und ich kann mich mit der Figur des Franz immer mehr anfreunden. Alle Härte und Selbstgerechtigkeit scheint so langsam zu entschwinden. Als beobachtender Leser macht es mir zunehmend mehr Freude.

Ich fand dieses Buch überaus lesenswert und vor allem auch sehr interessant. Ich empfehle dieses Buch sehr gerne und vergebe vier Lesesterne.«
  11      0        – geschrieben von Xanaka
Kommentar vom 26. Februar 2018 um 10:59 Uhr:
» Auswirkungen eines Krieges:

„Und was Franz gelernt hat über die Angst, ist, dass sie schnell kommt und sich einrichtet, aber nur sehr langsam wieder geht, dass sie Stollen gräbt in ihm, die tief gehen, sich verzweigen, dass sie wächst nur aus sich selbst und sie befeuert, dass sie nur kleine Anlässe braucht, nur das nächtliche Klappen einer Tür, Stimmen am Fenster der Baracke, nur den Blick eines Kameraden, den er nicht deuten kann.“ (S. 110)

Hannes Köhlers „Ein mögliches Leben“ erzählt eine Geschichte aus dem Krieg mit den Auswirkungen, die die Geschehnisse nicht bloß auf diejenigen haben, die direkt beteiligt sind, sondern über Generationen hinweg auf ganze Familien.

Dabei hat mich schon das Bild auf dem Cover in seinen Bann geschlagen, auch wenn man davon bei einem E-Book ja leider nicht so viel hat und ich deswegen wahrscheinlich weniger Wert darauf legen sollte. Und was zwischen den Deckeln dieses Romans steckt, das hat es auch echt in sich.

„Eine Sprache ist nie eine Flause, sondern immer eine Möglichkeit.“ (S. 148)

Hannes Köhler bedient sich in diesem Buch einer Sprache, die mich zum einen sehr begeistert hat, und die er zum anderen auch sehr gut an die verschiedenen Charaktere, denen in den entsprechenden Abschnitten Platz eingeräumt wird, anpassen kann. Dabei werden die Orte, die vorkommen, lebendig und zwischendurch kommt beinahe ein Gefühl von Dabeisein auf, obwohl die Handlung sowohl zeitlich als auch räumlich so weit entfernt ist.
Zwischendurch hatte ich Schwierigkeiten, dem Handlungsverlauf zu folgen, weil plötzliche perspektivische oder zeitliche Sprünge passierten. Das war vermutlich beabsichtigt und ein stilistisches Mittel, es hat mir an sich auch ganz gut gefallen, doch es riss mich auch aus dem Lesefluss. An einer Stelle blätterte ich zurück, weil ich den Eindruck hatte, dass die Seiten in falscher Reihenfolge hintereinander kamen, und das ist doch ein Punkt, der nicht gerade für ein stilistisches Mittel spricht.

„Und Franz nickt, obwohl er nicht begreift, er würde zu allem nicken, er staunt, kann die Augen nicht abwenden, sein Blick ist hungrig, hat einen Appetit, den Franz nicht gekannt hat bisher, der mehr will, nicht satt zu kriegen ist.“ (S. 40)

„Ein Gefühl der Wärme geht aus von den dreien, eine Wärme, die durch ihre Worte und Gesten in ihn eindringt, die sich in seinen Magen setzt und dort einen Klumpen Ruhe formt, einen warmen, glatten Stein.“ (S. 90)

„Ich fühle mich unglaublich müde, ich fühle mich alt, wir sind alle alt hier, auf eine gewisse Art und Weise.“ (S. 215)

Die Sprache, die mich sowieso schon von sich überzeugt hatte, setzte noch einen drauf, indem sie mich mit den Charakteren (allen voran mit dem Großvater Franz) so fabelhaft mitfühlen ließ. Er lässt sich in Metaphern aus, die auf mich nie „zu viel“ wirkten, weil sie genau das richtige Mittel waren, um die krassen Situationen und menschliche Reaktionen darauf einzufangen. Ich musste nicht lesen, was eine Figur gerade empfand, ich konnte es fühlen. Und das ist einer der größten Pluspunkte dieses Romans.

„Ein mögliches Leben“ ist ein beeindruckender Roman, der geschichtliche Perspektiven aufzeigt, die mir bis dahin fremd waren. Es ist ein Roman über Menschen und das, was sie beeinflusst in ihrem Leben, und all das in wirklich schöner Sprache. Dass mir das letzte Fünkchen zur Begeisterung fehlt, hängt vermutlich nur mit der oben erwähnten Irritation beim Lesen zusammen, die mir von Zeit zu Zeit den Flow nahm.«
  13      0        – geschrieben von bücherbelle
 
Kommentar vom 23. Februar 2018 um 8:41 Uhr (Schulnote 1):
» Durch Zwistigkeiten in der Familie hatte Martin kaum Kontakt zu seinem Großvater Franz Schneider, doch dann kam eine eMail von Franz und er bittet Martin, mit ihm nach Amerika zu reisen. Er möchte noch einmal die Orte besuchen, wo er als achtzehnjähriger in Kriegsgefangenschaft war. Martin tut dem alten Mann den Gefallen. Auf der Reise kommen die Erinnerungen in Franz hoch und endlich redet er über das, was er erleben musste.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Die Zeiten wechseln immer wieder, da viele Erinnerungen hochkommen. Alle Charaktere sind gut und authentisch dargestellt.
Franz ist noch sehr jung, als er in den Krieg muss. Er hat nur die dunklen Zeiten im Nazi-Deutschland erlebt und musste dann – fast noch ein Kind – für sein Land kämpfen. Dann fällt er 1944 den Amerikanern in die Hände und wird nach Amerika verschifft. Anschließend wird er in ein Gefangenenlager in Texas geschafft. Was mag wohl in ihm vorgehen? Für ihn ist der Krieg vorbei und er bekommt zu essen. Aber in dem Lager gibt es Konflikte, denn auch hier wollen die Führertreuen bestimmen, wo’s langgeht.
Später, wieder in der Heimat, gründet er eine Familie. Frau und Tochterhaben ihn nur als hartes und distanziertes Familienoberhaupt erlebt. Es ist kein Wunder, dass seine Tochter Barbara einen Groll auf ihn hat. Franz hat es in Amerika gefallen, gerne wäre ausgewandert, aber wegen der Familie ist das nicht möglich.
Auf der Reise kommen sich Enkel und Großvater immer näher. Man erlebt, was Menschen nach Krieg und Gefangenschaft bewegt hat. Nach dem Krieg wird nicht über das geredet, was man erlebt und was einen bewegt hat. Die Schrecken, die Angst und die Not sind kein Thema, über das geredet wird. Aber das Erlebte ist nun einmal geschehen und hat Auswirkungen auf die Menschen und ihre Familien, sogar die späteren Generationen werden dadurch beeinflusst. Man will all das Leid vergessen und verdrängen.
Aber auch Martin tut die Reise gut, denn er findet endlich zu sich selbst.
Erst auf seiner Reise kann der nun fast neunzigjährige Franz reden und wir begreifen durch das, was er erzählt.
Ich kann dieses interessante Buch nur empfehlen.«
  9      0        – geschrieben von buecherwurm1310
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2021)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz