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Extender - Kanalisierung
Verfasser: Andreas D. Binder (1)
Verlag: Books on Demand (1184)
VÖ: 16. Oktober 2017
Genre: Dystopie (372) und Science Fiction (1553)
Seiten: 400
Themen: Ghettos (20), Implantate (4)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Andreas D. Binder für die Einsendung dieser Leseprobe!

     Ein Erlass von höchster Stelle, der sogenannte Trennungserlass, untersagte von da an allen Simps das Betreten der Oberstädte.

In Union City, der Hauptstadt des Staates, erschien die Klippe wie geschaffen zum Zwecke der Trennung – eine hundert Meter hohe, nahezu senkrechte Felsenwand, die sich fast gänzlich um einen der Außenbezirke schloss. Um jeder Gefahr für die Erweiterten und ihrer minderjährigen Kinder vorzubeugen, wurde der Felsen noch weiter begradigt, wurden Sperrzonen und eine Zaunanlage errichtet, wurde Technologie aus dem Simps-Viertel abgezogen und der Blick in den Abgrund verhängt.
     So war der Zaun auch in jene Siedlung gekommen, in der ich zu dieser Zeit lebte.


Kapitel 1


Der Wald stand in voller Pracht. Er war eine Idylle aus frischem Grün, Sonnenstrahlen und im Licht schillernden Wassertropfen.
     Natürlich war er nicht echt, und ich wusste, bald würde ich es auch nicht mehr sein. Ich, Artem, war minderjährig im letzten Jahr. Die Entscheidung über den Eingriff stand mir bevor, und wie immer ich mich entschied, es würde ein unwiderrufliches Ende markieren.
     Das Hologramm flackerte; durch Sonne, Wasser und Grün schien ein Beben zu gehen. Für einen kurzen Moment verschwamm die künstliche Welt, sah ich das Fenster, das sie verdecken sollte, den Blick hinaus, den Blick in die Wirklichkeit.
     Mit einer ruckartigen Bewegung wandte ich mich ab, noch ehe sich das Bild neu aufbaute, schlüpfte in meine Schuhe und schulterte einige sehr sorgsam geschnürte Bündel. Die Wohnung, die ich damit raschen Schrittes durchquerte, war leer. Mein Bruder war nicht mehr hier, meine Eltern würden erst spät von der Arbeit zurückkehren. So war es eigentlich immer.
     Ich verließ die Wohnung und zog die Tür nachlässig hinter mir zu. Im Treppenhaus herrschte schwache Beleuchtung. Gedämpfte Musik drang durch eine der Türen im Erdgeschoss ... Es kam oft vor, dass man Musik hörte, gesungene Lieder. Die Stimmen brachten Leben in ansonsten stumme, sprachlose Räume, und auf irgendeine Weise verlangte es die Bewohner nach Leben.
     An einem anderen Tag, das hatte ich mir fest vorgenommen, würde ich das Lied mitsingen, lautstark, aus vollem Hals grölend, und auf den Stufen tanzend Luftgitarre spielen – gleich, ob irgendjemand mich dabei sah.
     Doch derzeit stieg ich die Stufen einfach hinab.

Als ich mit meinen Bündeln aus der Haustür trat, verklang die Musik. Tiefe Stille lag über die Siedlung gebreitet, wie ein allzu dicht gewobenes Tuch. Bei uns war es häufig so, in jenen Wohnanlagen fernab des Stadtzentrums, die nur des Nachts tatsächlich bewohnt waren.
     Am oberen Ende der Außentreppe blieb ich stehen. Bei unserem Haus war das Erdgeschoss leicht erhöht gebaut, weshalb zunächst drei von einem Mäuerchen eingefasste Stufen seitlich hinabführten. Diese Kleinigkeit stellte in der Siedlung bereits eine Besonderheit dar, und sie war auch ein Grund, weshalb ich oft sehen musste, was andere vorzogen zu ignorieren. Anstatt auf die weiß getünchten Fassaden der gegenüberliegenden Häuser blickte ich im Aufbruch begriffen unweigerlich weiter die Straße hinauf, dorthin, wo teure Eigenheime und einfache Mietsblöcke endeten.
     Vor Jahren war dort die Weite gewesen, der Straßenverlauf bis hin zu einem prächtigen Aussichtspunkt und dahinter der Himmel über der Klippe, die die Grenze markierte. Nun war diese Weite gespalten, und wenn ich wie jetzt an der äußersten Schwelle zur Stille noch der Wohnungsmusik zu lauschen versuchte – dann sah ich graue Planen als Sichtschutz, Polizeiwagen, Wachhäuschen und Stacheldraht, nur wenige hundert Meter entfernt. Dahinter lag die Sperrzone, und niemand sollte mehr in den Abgrund blicken, in dem die Simps lebten: Jene, welche sich des Eingriffs verweigert hatten.
     Ich packte meine Bündel und hastete die drei Stufen hinab, von einer Angst getrieben, die weit tiefer schnitt als der Zaun. Schon seitdem die Sperrzone die Straße zerteilte, hörte ich die wunderbaren Lieder nur selten zu Ende, es sei denn, ich verschloss beim Hören die Augen.

Die fahl wirkende Mittagssonne ließ die Magnetbahn-Station in gräulichem Licht schimmern. Nur zwei Blöcke lag sie von unserem Haus mit dem Zaunblick entfernt. Von innen waren ihre Wände vollständig mit Werbeplakaten, Bildschirmen und Hologrammen verkleidet. Künstlich vollendete Gesichter lächelten auf die Wartenden herab, priesen dieses und jenes und wirkten doch eigentümlich leer.
     Die Bahn kam, pünktlich auf die Sekunde.
     Hier draußen waren die Wagen noch eher spärlich besetzt. Nur die Stimmen zweier Telefonierender durchdrangen die Stille, ansonsten sprach keiner mit dem anderen. Viele lasen in Unterlagen oder erledigten Dinge an den Bildschirmen ihrer Pads oder Smartphones. Einige nutzten die Zeit, um Schlaf nachzuholen. Die Übrigen starrten, und sie starrten zu mir.
     Obwohl ich die missbilligende Strenge in ihren Blicken reichlich gewohnt war, spürte ich das erneut aufkeimende Unbehagen wie einen kalten Windzug im Nacken. Schon dass ich als Minderjähriger noch nicht für ein Implantat geeignet war, machte mich in ihren Augen zu einem unberechenbaren Risikofaktor. Kinder waren eine notwendige Mühsal zum Erhalt des Systems, doch inzwischen misstraute man ihnen, sah man in ihnen eine Gefahr. Einige Staatseinrichtungen, Hotels, aber auch ganze Straßenzüge hatte man bereits zu kindfreien Zonen erklärt, wo sämtlichen Minderjährigen der Zutritt verboten war. Es hatte einen aufsehenerregenden Fall gegeben, in dem eine Masse erweiterter Menschen ein Kind totgeprügelt hatte, bloß weil es im Zug die Notbremse gezogen und damit eine Verspätung verursacht hatte.
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