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Extender - Kanalisierung
Verfasser: Andreas D. Binder (1)
Verlag: Books on Demand (1186)
VÖ: 16. Oktober 2017
Genre: Dystopie (372) und Science Fiction (1553)
Seiten: 400
Themen: Ghettos (20), Implantate (4)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Andreas D. Binder für die Einsendung dieser Leseprobe!

Prolog


Die Wurzeln des Wahnsinns lagen lange zurück. Schon seit ewigen Zeiten hatten die Menschen nach dem Maximalen gestrebt, nach immer noch mehr, hatten sich selbst und die Welt zu Einträgen im Zahlensystem degradiert, bis die Selbstversklavung groteske Züge erreicht hatte – ein riesiges, ratterndes Räderwerk, in dem Menschen zum Schmieröl verkamen und niemand mehr wusste, wer am Antrieb saß und wohin die Maschinerie steuerte. Doch irgendwann hatte selbst das nicht mehr genügt, hatten nicht mehr nur eine Minderheit von Abgehängten verloren. Irgendwann war Menschsein nicht mehr gut genug gewesen für die Bewältigung der Arbeit, des Alltags und des verbliebenen gesellschaftlichen Lebens.
     Da waren – nach gescheiterten Versuchen mit Robotern, Klonen und genetisch veränderten Wunderkindern – die Extender ins Spiel gekommen.
     Anfangs waren sie nicht mehr als ein Trend gewesen, ein Trend von vielen, nach ungezählten zuvor – winzige Implantate, die sich in einer einfachen Operation an bestimmte Nervenbahnen anschließen ließen und bereits seit langem verwendete, chemische Wirkstoffe ablösten. Diese Implantate beeinflussten die Ausschüttung körpereigener Hormone, konnten sie anregen oder hemmen. So konnten Glücksgefühle künstlich herbeigeführt, Rausch auf Knopfdruck erzeugt oder Ängste genommen werden. Zunächst schien alles gut.
     Dann verdrängte ein Implantat der neugegründeten Firma Extend Technologies alle anderen am Markt befindlichen. Seine Träger vollbrachten Leistungen, an die sonst niemand heranreichte, und Leistung galt als Inbegriff sämtlichen menschlichen Strebens. Abgehängte schafften den Anschluss, und Perfekte steigerten sich.
     Das Implantat wirkte direkt auf spezifische Hirnareale – die Rede war von einem limbischen System –, unterdrückte die dort entstehende Emotionalität, schenkte den Menschen vollkommende Ruhe und Konzentration. Vor allem aber erzeugte es die bedingungslose Bereitschaft, zu leisten, sich aufzureiben in vorgegebenen Aufgaben. Man sagte, es kanalisiere körpereigenes Potential. Kaum jemand verstand, auf welche Weise dies funktionieren sollte, oder was hinter den vollmundigen Werbeversprechen verborgen sein mochte. Doch man nahm hin, was gesagt wurde, und alle wollten sein wie die Extender, die Stars wurden in Wirtschaft und Wissenschaft, in Arbeit und Sport.
     So weitete sich der Trend zu einer gesellschaftlichen Strömung.
     In der Folge erschütterten schlimme Vorfälle das Land: Ein Finanzskandal bei einem alteingesessenen Technologiekonzern, ein Anschlag, der beinahe etliche Menschen in den Tod gerissen, ein Krieg zweier Provinzen, der beinahe ausgebrochen und das Land in den Abgrund gestürzt hätte – schon begann man sich in Staat und Straßengesprächen zu fragen, ob nicht die Menschen ohne Extender – die Simps, wie sie nunmehr genannt wurden – eine Gefahr darstellten für den friedvollen, trendgetreuen, stets beherrschten Rest der Bevölkerung und all seine redliche Unbescholtenheit.
     Und so erwuchs aus dem Trend eine Bürgerpflicht.
     Natürlich hatte man einen Punkt erreicht, an dem Widerstand sich formierte. Endlose Debatten wurden geführt, lange, schwere Worte zu Felde gebracht: Worte wie Produktivitätssteigerung und Kriminalitätsstatistik, aber auch Menschlichkeit und der Gedanke von Freiheit. Viele Kompromisse wurden geschlossen, viele Vorschriften ins Absurde verkehrt.
     Am Ende aber waren die Extender nicht länger ein Hilfsmittel, das sich nach einer Prüfung, einem Wettkampf, einem Arbeitstag oder einem Monat extremer Belastung von selbst abschaltete. Sie blieben auf ewig aktiv, zumindest für die kleine Ewigkeit, die ein Menschenleben währte. Zwar verblieb jedem Träger die Möglichkeit, sein Implantat aus eigenem Willen heraus abzuschalten und so die weniger produktiven Eigenheiten zurückzuerlangen, doch man wusste sehr gut, dass niemand es tun würde, solange das aktive Implantat ihn zum Funktionieren trieb.
     Was aber sollte mit jenen geschehen, die nicht zum Eingriff, dem Einsatz des Extenders, bewegt werden konnten? Zunächst begnügte man sich mit Werbung und staatlicher Förderung, sodass niemand mehr für sein Implantat etwas bezahlen musste. Dann kam es zu einem erneuten, in letzter Sekunde und mit viel medialer Dramatik vereitelten Anschlag auf den Firmensitz von Extend Technologies – jenem Ort, der behütet wurde wie ein Heiligtum, und es für die meisten inzwischen auch war. Nicht einmal ein Jahr nach der erstmaligen Zulassung unbegrenzt laufender Implantate gelangte man zu dem Schluss, die Gefahr durch die Simps nicht länger tolerieren zu können.
     Doch es blieben Probleme. Zuvorderst waren da die Menschen, die leidigerweise als Menschen geboren wurden, nicht als Extender. Schließlich, Debatten waren viel leichter geworden, traf man eine Entscheidung: Jeder minderjährige Staatsbürger sollte fortan am zwanzigsten Tag seiner Geburt vor die Wahl gestellt werden, entweder seinen Leistungswillen durch den Extender-Einsatz in sichere Bahnen zu lenken oder sich zum Simp zu bekennen – Verweigerer, welche die Altersschwelle bereits überschritten hatten, wurden zur selben Auswahl gezwungen.
     Das Mindestalter der Implantatträger war die verbliebene Kompromisskomponente in dem Entscheid. Es gründete sich einzig auf eine Schwäche der Implantate: Zur Unterstützung ihrer Wirksamkeit mussten gewisse Strukturen im menschlichen Gehirn in Gänze entwickelt sein, und das war erst ab einem Alter von zwanzig Jahren verlässlich der Fall.
     Nach ihrer Entscheidung hatten Neu-Extender einen ein- bis zweimonatigen Aufbaukurs zu absolvieren, in dessen Rahmen man ihre künftige Stellung innerhalb der Gesellschaft auslotete. Simps hingegen mussten getrennt werden vom gefügig leistenden Rest der Bevölkerung, dessen Sicherheit man zu gewährleisten wünschte. Hierzu wurden in den Städten besondere Viertel eingerichtet, von den übrigen Stadtbezirken abgesondert durch Zäune, Mauern und Gräben.
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