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TASCHENBUCH
 
Schattenmensch
Verfasser: Jürgen Siegmann (1)
Verlag: Bookspot (53)
VÖ: 17. Juli 2017
Genre: Thriller (4325)
Seiten: 272
Themen: Entführungen (1029), Flüchtlinge (99), Köln (193), Mord (3525), Politik (340), Rechtsextremismus (2), Wahlen (35), Xenophobie (8)
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Köln, Sommer 2016: Der Libyer Tarek Bajari lebt in Köln als illegaler Flüchtling. Und er hat ein Problem. Ein renommierter Anwalt wird ermordet und ein Koffer voller Geld verschwindet. Und weil Tarek einem Freund helfen will, erwischt ihn die Polizei zur falschen Zeit am falschen Ort. Dem Tatort.
Tarek muss fliehen und sich selbst auf die Suche nach dem Mörder machen, sonst ist er entweder tot, im Gefängnis oder abgeschoben. Erst
etliche Tote später erkennt er, welch übermächtigen Gegnern er in die Quere gekommen ist. Denn Rechtsradikale in hohen gesellschaftlichen Positionen planen nichts Geringeres als den Sturz der Regierung. Für ein geplantes Attentat wollen sie Tarek als Sündenbock präsentieren. Die aufgeheizte Stimmung gegen Ausländer, Flüchtlinge und
Muslime soll genutzt werden, um den Rechten zu Wahlerfolgen zu verhelfen.
Um Tarek in die Finger zu bekommen, entführen sie seine Freundin Simone. Tarek muss sich entscheiden: Opfert er Simones Leben oder begibt er sich in die Hände der Verschwörer und damit in den wohl sicheren Tod?
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Lesermeinungen (1)     Leserkanonen-Rezension
OFFIZIELLE LESERKANONEN-REZENSION
Verschwörungen
 
Für seinen Politthriller »Schattenmensch« hat Jürgen Siegmann alle Zutaten zusammengetragen, die für gute Unterhaltung nötig sind - eine hoch aktuelles Thema, das zudem auch noch brisant ist und im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht, und eine Storyidee mit viel Potenzial. Ob er diese Zutaten zu einem gelungenen Roman verarbeitet hat, haben wir uns dieser Tage einmal etwas näher angeschaut.

Der 1963 in Braunschweig geborene Jürgen Siegmann hat eigentlich mal Fotografie studiert, gründete später eine Fotoagentur mit und lebt seit vielen Jahren als Fotograf, Produzent von Postkarten und als Webdesigner in Bielefeld. Und er ist natürlich als Autor von Kriminalromanen aktiv - und das schon seit gut anderthalb Jahrzehnten. »Schattenmensch« ist sein erster Roman, der im Bookspot Verlag erschien, ein unabhängiger Belletristik-Verlag mit vielen Themenbereichen, der eigentlich in Bayern ansässig ist, im Laufe dieses Jahres jedoch seine Fühler auch gen Norden ausgestreckt und ein Büro in Niedersachsen eröffnet hat. Das Buch erschien im Juli, ist knapp 270 Seiten lang und kostet als Taschenbuch 12,95 Euro. Die E-Book-Version ist mit 4,99 Euro für ein Buch, das nicht von einem Self-Publisher stammt, ungewöhnlich günstig zu erhalten.

Hochaktuell ist Siegmanns Buch, weil es eine Thematik aufgreift, die in den vergangenen Jahren im Land und in den Medien präsenter zu sein schien als alle anderen Angelegenheiten: das Flüchtlings-Thema. Denn Siegmanns Protagonist - ein Lybier namens Tarek Bajari - ist selbst ein in Deutschland lebender Flüchtling, ein illegaler obendrein. Jener Tarek wird nach dem Mord an einem Anwalt von der Polizei am Tatort erwischt, ohne der Schuldige an dem Verbrechen zu sein, und er muss flüchten und sich selbst auf die Suche nach dem Mörder begeben, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, die sich unweigerlich zuzieht. Als ob dies als Ausgangssituation nicht bereits genügen würde, zeigt sich bald, dass hinter der ganzen Sache weit mehr steckt, als es zunächst ausschaut - die Verstrickungen ziehen sich bis in hohe gesellschaftliche Kreise, und Rechtsradikale wollen Tarek zum Spielball einer Verschwörung machen, mit der die gesamte politische Landschaft durchgewirbelt werden soll. Dabei ist ihnen kein Schritt zu groß, auch vor einer Entführung stecken beispielsweise sie nicht zurück.

Angesichts all dessen ist klar, dass das Buch nicht für Leser aller politischer Geisteshaltungen geeignet ist, wobei dies den Autor und den Verlag vermutlich wenig stören dürfte, da in den ungeeigneten Kreisen - abgesehen von deren zielgruppenorientierten (Un-) Sachliteratur - vermutlich ohnehin recht wenig in Bücher investiert werden dürfte. All diejenigen, die zugreifen, bekommen hingegen eine filigran erarbeitete Geschichte, die - das sieht man bereits am Prolog, der bis zu einem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte im Jahre 1980 zurückgreift - in großen Dimensionen denkt. Siegmann hat nicht nur mit Tarek Bajari selbst eine hoch interessante Figur entworfen, sondern ein facettenreiches Geflecht an Charakteren mit unterschiedlichen Interessen erarbeitet, in deren Zusammenspiel vieles von dem aufgezeigt wird, was gesellschaftlich im Argen ist, und in deren Dunstkreis sich eine wendungsreiche und mitreißende Story abspielt.

Doch nicht nur die Geschichte selbst überzeugt, auch »technisch« hat Siegmann alles getan, um den Leser in seinen Sog zu ziehen. In fünfzig kurzen Kapiteln erzählt er den Roman mit einer angenehm hohen Schlagzahl durch, lässt keinen Platz zum Luftholen oder Sackenlassen, sondern liefert mit zunehmender Seitenzahl immer mehr ab und setzt noch einen drauf - anders gesagt: Hier wird einem wirklich viel »Story pro Seite« geboten. Siegmann erzählt schnörkellos, hält sich nicht an Details auf, sondern vertraut ganz dem, was er inhaltlich zum Besten zu geben hat, und damit hat er in diesem Fall voll ins Schwarze getroffen. Es vergeht nicht viel Zeit, ehe man von »Schattenmensch« ganz eingenommen wird, und dann mag man das Buch nicht mehr zur Seite zu legen.

Über allem ist die große Stärke von Siegmanns Buch jedoch nicht die, dass der erzählte Fall spannend, vielschichtig und auf schlaue Weise entblättert wird, sondern dass es der Autor mustergültig verstanden hat, die Stimmung im Lande aufzugreifen und dabei vorzuführen, was in Deutschland (wenn auch mit anderen Mitteln) betrieben wird oder werden könnte, um eben jene Stimmung zu erzeugen, weiterköcheln und überkochen zu lassen. So ist »Schattenmensch« nicht einfach nur ein Buch zum Mitfiebern, sondern auch eines zum Nachhallen-Lassen und zum Darüber-Nachdenken. Und Nachdenken kann nie schaden - gerade beim gesellschaftlichen Diskurs in der Flüchtlingsproblematik.
– geschrieben am 29. Oktober 2017
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