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Commissario Grauner 3 - Nachts am Brenner
Verfasser: Lenz Koppelstätter (3)
Verlag: Kiepenheuer & Witsch (391)
VÖ: 5. Oktober 2017
Genre: Kriminalroman (4223)
Seiten: 336
Themen: Alpen (102), Ermittlungen (563), Mord (3477), Südtirol (45)
Reihe: Commissario Grauner (3)
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Lesermeinungen (2)     Blogger (1)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 15. Oktober 2017 um 10:12 Uhr (Schulnote 2):
» Düstere Geschehnisse am Brenner

Zur Leseerfahrung
In diesen Krimi wurde so ziemlich alles reingepackt, was man sich vorstellen kann: Wir bekommen es mit einem grausamen Mord zu tun mit Verbindung zu Grauners Vergangenheit, aber auch Schmuggel, Drogen, Flüchtlinge und deutsche Vergangenheit sucht man nicht vergebens. Die einzelnen Aspekte für sich fand ich sehr spannend, allerdings zu viel für einen einzigen Band. Dadurch wurden sie alle nur kurz am Rand angerissen und wirkten teilweise etwas zu konstruiert.
Die Charaktere sind eine Stärke von Lenz Koppelstätter. Besonders den Commissario Grauner schließt man mit seinen Ecken und Kanten schnell ins Herz. Was bei diesem Fall etwas schade ist, dass die Protagonisten größtenteils auf eigene Faust handeln. Ich hätte mich über mehr Zusammenarbeit von Grauner mit seinem neapolitanischen Kollege Saltepete und der Sekretärin Tappeiner gefreut, weil die Charaktere sehr unterschiedlich sind. Bei einer Zusammenarbeit wäre das sicher interessant geworden.
Die Krimis des KiWi-Verlags mag ich besonders aufgrund der atmosphärischen Lokalitäten sehr gerne. Auch bei diesem Band wurde ich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht: Koppelstätter versteht es, eine düstere, unheimliche Stimmung entstehen zu lassen, in der die Nacht noch ein bisschen schwärzer erscheint.

Zum Fazit
Dieser Krimi hatte großes Potenzial, welches leider nicht gänzlich ausgeschöpft wurde. Trotzdem freue ich mich auf den vierten Band, der durch einen geschickten Cliffhanger im Epilog versprochen wurde.

Zu den Eckdaten
Titel: Nachts am Brenner
Autor: Lenz Koppelstätter
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3462050080
Seiten: 325
Preis: 9,99 €«
  8      0        – geschrieben von Schlaflos
Kommentar vom 10. Oktober 2017 um 20:57 Uhr (Schulnote 1):
» Im Niemandsland

Der dritte Fall für Commissario Grauner führt ihn und seinen neapolitanischen Kollegen Saltapepe an den Brenner, in das Niemandsland zwischen Österreich und Italien, ein Ort, an dem keiner verweilt.
Sehr poetisch beginnt der Roman mit der Schilderung der Nacht, die alle Menschen gleich macht, die Geschehenes ungeschehen, Gesehenes ungesehen macht. Umso stärker ist dann der Kontrast zum grausigen Fund einzelner Körperteile, die wie in einer Schnitzeljagd zur Leiche führen. Der Tote ist ein 87-jähriger Mann, der allein auf seinem Hof lebte und regelmäßig mit anderen alten Männern im Dorfgasthof Karten spielte. Er wurde offenbar zu Tode geschleift. Während Grauner und Saltapepe sich erst einmal gegen die örtliche Polizei durchsetzen müssen und die ersten Befragungen stattfinden, wird ein weiterer Mann aus der Kartenspielerrunde tot aufgefunden.
Als Grauner Hinweise findet, dass die Toten auch mit dem immer noch ungeklärten Mord an seinen Eltern zu tun haben könnten, ermittelt er in eigener Sache. Damit setzt er sich dem Zorn des Staatsanwaltes Belli aus und riskiert sogar seinen Job. Dafür kommt sein sympathischer Kollege Saltapepe etwas mehr zum Zug. Neben dem jungen Ispettore, der in Sachen Autos und Technik sehr bewandert ist, wirkt Grauner manchmal ziemlich behäbig und altmodisch. Er trauert seinem alten Fiat Panda nach und kann sich noch nicht einmal mit der Zentralverriegelung per Fernbedienung am neuen Auto anfreunden.
Irgendwie wirkt Grauner mit seiner Vorliebe für Mahler-Symphonien und seinen ,,Viechern“ auf seinem kleinen Bauernhof etwas aus der Zeit gefallen, urig, ja fast schon schrullig, aber dennoch authentisch und sympathisch. Dass dieser Fall ihn auch sehr persönlich betrifft, trägt besonders zur Spannung bei.
Lenz Koppelstätter beschreibt Regionaltypisches ohne ins Klischeehafte abzudriften. Seine
bildhafte, ausdrucksstarke Sprache, die den Südtiroler Einschlag erkennen lässt, bietet neben der Spannung der Kriminalhandlung auch noch literarischen Genuss.
Ein Krimi, für den man sich Zeit nehmen sollte.«
  12      0        – geschrieben von amena25
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