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Der Frauenchor von Chilbury
Verfasser: Jennifer Ryan (4)
Verlag: Kiepenheuer & Witsch (391)
VÖ: 7. September 2017
Genre: Historischer Roman (2611) und Romantische Literatur (11107)
Seiten: 480
Themen: Chor (4), England (725), Frauen (435), Musik (158), Zweiter Weltkrieg (304)
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MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 13. Oktober 2017 um 14:24 Uhr (Schulnote 2):
» Es ist das Jahr 1940 in einem kleinen Ort nahe der Südküste von England. Immer mehr Männer werden in den Zweiten Weltkrieg eingezogen. Während die Frauen um sie bangen und jede nur erdenkliche Abwechslung brauchen können, beschließt der Pfarrer, den Chor aufzulösen. Doch nicht mit den Frauen von Chilbury! Auf Initiative der Musikprofessorin Prim gründen sie einen eigenen Chor und wollen sogar an einem Wettbewerb teilnehmen.

Mir hat es gut gefallen, dass auch einmal die Geschichten der Daheimgebliebenen thematisiert werden. Ich mochte auch, dass diese aus den Perspektiven mehrerer Frauen erzählt werden - in Form von Tagebucheinträgen, Notizen und Briefen. Ihnen allen gibt der Chor Halt und schafft ein verbindendes Element. Doch in der Geschichte geht es längst nicht nur um das gemeinsame Singen an sich, sondern auch um die Schicksale und Leben der unterschiedlichen Frauen und Mädchen. Es geht um Liebe, Angst und Trauer, aber auch um Lügen und Betrug. Deshalb fand ich das Buch nicht nur bewegend, sondern auch spannend. Humorvolle wie traurige Momente werden erzählt, sodass beim Lesen keine Langeweile aufkam.

Jennifer Ryan zeichnet ganz unterschiedliche Charaktere und deren Entwicklung - und zwar mit solcher Klarheit, dass man der Geschichte gut folgen kann und sich gut in die Figuren hineinversetzen kann.

Nicht zuletzt hat mir der Schreibstil gefallen. Es liest sich sehr flüssig - was sicherlich auch der Brief- beziehungsweise Tagebuchform geschuldet ist. Die Passagen der Frauen unterscheiden sich stilistisch deutlich voneinander. Das wirkte größtenteils auch authentisch. Einen Punkt Abzug muss ich leider dennoch geben, weil ich es etwas unglaubwürdig fand, dass einige Zitate und Schilderungen zu ausführlich und ungewöhnlich für diese Art der Erzählform waren.

Mit "Der Frauenchor von Chilbury" ist Jennifer Ryan ein gefühlvoller, abwechslungsreicher Roman gelungen. Ich bin gerne in die Handlung eingetaucht und kann das Buch allen weiterempfehlen, die mal eine etwas andere Geschichte aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs lesen möchten.«
  10      0        – geschrieben von milkysilvermoon
Kommentar vom 11. Oktober 2017 um 14:15 Uhr:
» Das Cover des Hörbuchs ist wirklich gelungen. Es sticht einem sofort ins Auge und deutet auf eine Geschichte aus den Kriegsjahren hin.

Inhalt: Während die Männer im Krieg sind, müssen sich die Frauen in England alleine durchkämpfen. Doch die Frauen in Chilbury wollen sich jedoch nicht ihrem Schicksal ergeben und gründen einen Frauenchor. In diesem erleben sie Ablenkung, Trost und Verständnis. Doch auch Streitigkeiten treten auf. Nach einem Bombenangriff will man ihnen das Singen verbieten. Doch die Frauen lehnen sich auf. Und zu Kriegsende haben vier Frauen sich völlig verändert, sind an den Schicksalsschlägen gewachsen und erwachsen geworden.

Meine Meinung: Ein wirklich wunderbares Hörbuch, das anders wie bei vielen anderen von insgesamt 6 Personen gelesen wird. Besonders gefallen hat mir das die Stimmen der Vorleserinnen so perfekt zu den vier Hauptprotagonistinnen passen. So hat man gleich so sein eigenes Bild der einzelnen Personen vor Augen. Auch sehr gelungen, fand ich die zwischenzeitliche Einspielung eines Frauenchors. Bei dem Ave Maria lief es mir eiskalt den Rücken runter.
Obwohl ich anfangs mit den vielen Personen so meine Schwierigkeiten hatte, hatte ich ab der dritten CD so richtig meinen Spaß am Hörbuch. Das macht den Unterschied zu einem Buch, da kann ich immer mal wieder zurück blättern, während ich beim Hörbuch immer wieder die CD wechseln muß. Aber wie gesagt das hat sich mit der Zeit gelegt.

Mein Fazit: Eine tragische Kriegsgeschichte, die einen mit Gänsehaut zurücklässt.«
  9      0        – geschrieben von dartmaus
Kommentar vom 30. September 2017 um 10:33 Uhr (Schulnote 1):
» Handlung:

Der Zweite Weltkrieg hat sich nun auch in England immer mehr ausgebreitet. So auch in dem kleinen Örtchen Chilbury. Die Männer wurden an die Front oder zur Ausbildung berufen und die Frauen sind nun auf sich allein gestellt. Sie übernehmen die Aufgaben ihrer Ehemänner und leben in ständiger Angst um die männlichen Mitglieder ihrer Familie. Inmitten dieser Krigeswirren ist das Singen den Bewohnern des Ortes immer ein Trost gewesen. Es war ein Treffpunkt zum plaudern, singen und eine Ablenkung. Doch nun wurde den Damen dieser Zeitvertreib auch noch genommen,weil der Pfarrer beschloßen hat, den Chor der Gemeinde aufzulösen, weil immer weniger Männer in dem kleinen Ort in der Grafschaft Kent anwesend sind.

Eines Tages kommt plötzlich ein neuer Schwung in das Dorf, indem die Musikprofessorin Primrose die Frauen überzeugt, wie wichtig die Musik ist und deshalb einen reinen Frauenchor gründet. Zwar sind nicht alle sofort von dieser Idee überzeugt, jedoch bekommt das Experiment eine Chance, um sich zu beweisen. Manche sind sofort Feuer und Flamme, einige Bewohner benötigen ein wenig Zeit, um sich mit der Idee abzufinden. Darüber, aber auch über das Privatleben wird in dem Buch berichtet, welcher aus der Handlungssicht von fünf Frauen unterschiedlichen Alters geschildert wird.

Meinung:

Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht leicht, ich musste mich erst einmal daran gewöhnen, dass viele Namen fallen, die man nicht sofort einordnen kann. Außerdem fand ich es anfangs sehr ungewohnt, dass der Roman so viele Erzählweisen hat, egal ob Briefe oder Tagebucheinträge, was mir mit dem fortschreitenden Verlauf der Handlung jedoch immer besser gefallen hat. Dadurch hat man wirklich einen sehr guten Einblick in das Leben in den kleinen Ort Chilbury und kann Dinge aus verschiedenen Sichtweisen betrachten.

Das Buch wurde, wie schon erwähnt, in verschiedenen Sichtweisen geschrieben, welche als Tagebucheinträge oder als Briefe an Familie und Freunde dargestellt wurden. Anfangs war diese Erzählweise ungewohnt für mich, weil es nicht sehr häufig vorkommt, dass ein Roman so viele Erzählperspektiven beinhaltet. Jedoch habe ich mich sehr schnell mit der für mich ungewohnten Situation angefreundet und habe mit der Zeit festgestellt, dass ich auf bestimmte Abschnitte von Protagonisten hingefiebert habe.

Die Abschnitte von den verschiedenen Protagonisten wurden chronologisch aufgebaut, sodass man als Leser nicht das Gefühl hatte, irgendwas zu verpassen. Es gab immer einen Bezug zu dem vorherigen Kapitel, weshalb das Buch für den Leser eine flüssige Erzählung von Ereignissen darstellt.

In dem gesamten Roman kam es nicht einmal vor, dass es eine direkte wörtliche Rede gab und der Leser die Ereignisse somit „live“ miterleben konnte. Alles erlebt man nachwirkend, d.h. die Ereignisse haben schon stattgefunden und wurden nun für Freunde, Familie oder für sich selbst festgehalten. Das hat mir zum einen gut gefallen, weil alles sehr interessant geschildert wurde, zum anderen ist es auch eine nette Abwechslung, weil ich bisher kaum einen Roman gelesen habe, der in dieser Weise untergliedert wurde.

Mir hat es sehr gut gefallen, dass die Beschreibung und Charakterisierung der Protagonisten zwar immer nur kurz angerissen wurde, ich jedoch trotzdem nicht das Gefühl hatte, dass mir in diesem Punkt irgendwas fehlt. Ich konnte mir trotzdem relativ gut ein Bild von ihnen machen und auch teilweise mit einigen Personen sympathisieren. Man hat sehr gut sehen können, wie die verschiedenen Personen mit dem Krieg umgegangen sind und auch, wie unterschiedlich die Entwicklung von Kindern damals war. Manche Personen hatten gar keinen Bezug zum Krieg, er war zwar da und hat sich auch immer mehr zu ihrem Ort hin ausgebreitet, jedoch war diese Tatsache nicht von großem Interesse. Andere wiederum betteten um ihre Geliebten und lebten in ständiger Angst.

Im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich fand die beschriebenen Ereignissen sehr interessant. Jedoch hat mir irgendwie das gewisse Etwas gefehlt. Leider kann ich selbst nicht genau sagen, was mir gefehlt hat, um das Buch zu einem Highlight werden zu lassen.


Fazit:

Die Handlung und der Aufbau des Buches haben mir sehr gut gefallen und ich war echt begeistert, wie leicht sich das Buch lesen ließ. Jedoch hat mir leider noch etwas mehr Spannung gefehlt, die mich dazu hätte verleiten können, das Buch nicht mehr aus der Hand zu legen. Der Gesamteindruck, den das Buch bei mir hinterlässt, bleibt jedoch positiv, weshalb ich dem Buch 4,5 Sterne geben. Aufgrund der Tatsache, dass der Roman ein Erstlingswerk ist, werde ich hier auf 5 Sterne aufrunden.«
  16      0        – geschrieben von MarySophie
 
Kommentar vom 19. September 2017 um 19:06 Uhr (Schulnote 1):
» Als ich das Coverbild sah, fühlte ich mich sofort an die Bücher und die TV-Serie um den etwa parallel zum hiesigen Geschehen in einer Chilbury vermutlich nicht unähnlichen Stadt namens Darrowby praktizierenden britischen Tierarzt Dr. James Herriot erinnert. Die Ladies hingegen ließen mich etliche Male an einige der jungen Scarlett nur periphere Begeisterung entlockenden Matronen aus Atlanta in Margaret Mitchells "Vom Winde verweht" denken. Die Geschichte des Frauenchores konnte mich trotz der anfänglich leicht gewöhnungsbedürftigen Erzählweise in Form von Tagebucheintragungen und Briefen vollauf begeistern. Hinzu kam die grenzgeniale Verknüpfung mehrerer Genres wie beispielsweise Kriminal-, Spionage- und Liebesroman vor dem eigentlichen Geschehen im Zweiten Weltkrieg. Alltagssorgen, Furcht um eingezogene Männer, Angst vor Lebensmittelengpässen und Bomben und ganz persönliche Kümmernisse werden glaubhaft vermittelt und lassen den Leser (fast) allen Einwohnern Chilburys die Daumen halten. Definitiv eines meiner Jahreslesehighlights des Jahres 2017!«
  11      0        – geschrieben von victory
Kommentar vom 7. September 2017 um 12:17 Uhr (Schulnote 2):
» Wenn die Männer weg sind, wachsen die Frauen in einem kleinen Dorf in England über sich hinaus. So geschehen in Chilbury, 1940. Als der örtliche Chor aufgelöst werden soll, ergreift die mutige Prim die Gelegenheit, einen reinen Frauenchor zu gründen. Hier finden die Chilburydamen Zusammenhalt, Ablenkung, Kraft. Im Hintergrund laufen spektakuläre Aktionen: hinterhältige Komplotte werden geschmiedet, Herzen werden gebrochen, Babies spielen eine Rolle, Talente werden gefördert, Selbstbewusstsein wächst.
Anhand von Briefen und Tagebuchaufzeichnung werden Charaktereigenschaften deutlich, zeigen sich Entwicklungen. Mauerblümchen bieten der bisherigen Wortführerin die Stirn, ein Tyrann wird gezähmt, der Chor erringt Achtung. Alles eingebettet in die Geschehnisse des Krieges.
Wunderbar, dass hier die verschiedensten Personen zu Wort kommen. Authentisch beschrieben, kann man sich sehr gut in die Situation der Bewohnerinnen versetzen. Eine interessante Schilderung der Veränderungen, die sich aus ungewöhnlichen Umständen ergeben. Lesenswert.«
  8      0        – geschrieben von SanneL
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