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Blutpsalm
Verfasser: Meredith Winter (4)
Verlag: epubli (1375) und Sommerburg (4)
VÖ: 2. August 2017
Genre: Kriminalroman (7597) und Romantische Literatur (21222)
Seiten: 208
Themen: Dorf (888), Mordserie (348), Norddeutschland (56), Pastoren (27), Prostitution (269)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Sommerburg – eine verschlafene 800 Seelengemeinde, irgendwo im Norden Deutschlands.
Ein Dorf, dessen Bewohner so akkurat und tadellos wie aus einer Reklame zu sein scheinen. Bis zu dem Tag, an dem eine brutale Mordserie den Ort erschüttert und Jonathan, der junge Pastor, sich in eine Prostituierte verliebt. Während die männlichen Bewohner nach und nach tot mit einem Fleischermesser in der Brust aufgefunden werden, zeigen die Einwohner allmählich ihr wahres Gesicht. Und auch Jonathan muss vor seiner Gemeinde zugeben, dass er bei Weitem nicht so fromm ist, wie alle bisher geglaubt haben ...
Lesermeinungen (1)     Leseprobe     Blogger (10)
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Meredith Winter für die Einsendung dieser Leseprobe!
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Kapitel 1,
Sonntag, 11. Dezember 2011


Der förmliche weiße Kragen seines dunklen Pastorengewandes saß mal wieder viel zu eng. So eng, als wolle Gott ihm die Luft abschnüren. Sofort bereute Jonathan diesen gotteslästerlichen Gedanken, doch er konnte nicht klar denken, wenn seine mühsam formulierte Predigt im Computer weilte und dieser sich nicht hochfahren ließ. Stattdessen verhöhnte die Maschine ihn mit einem ungerührt schwarzen Bildschirm, egal, welche Tasten und Schalter er auch drückte.
     So nützlich und revolutionär die moderne Technik auch war, in dieser Sekunde verdammte er sie. So wie all diejenigen, die sich von ihr abhängig machen ließen. Sich selbst eingeschlossen, da er sich wünschte, er hätte seine sonntägliche Litanei ganz altmodisch auf ein Blatt Papier geschrieben, denn sonst würde er nicht eine Stunde vor dem Gottesdienst genervt unter seinem Schreibtisch vor der Systemeinheit seines Computers knien und dagegen ankämpfen, sich einfach krankzumelden.
     Gleichmäßig bollerte die Heizung, während sich deren einschläfernde Wärme einlullend wie eine Decke über den Raum legte. In diesem Moment sehnte er sich in sein Bett zurück, und zwar in Vorfreude auf frisch gepressten Orangensaft und knusprigen Toast.
     Stattdessen war er schon um diese Uhrzeit in der Kirche, und das nur, weil er die geweihte Atmosphäre vor der Andacht liebte. Die heilige Stille und die aufgehende Wintersonne, die sich anmutig durch die malerischen Kirchenfenster brach. Gott, er war wirklich ein Idiot. In diesem Augenblick klopfte es energisch an der Tür.
     Der Techniker, dachte Jonathan erleichtert, ehe er sich vom Teppichboden aufrappelte und zur Tür stolperte.

Vor einer halben Stunde hatte er bei seiner verzweifelten Suche nach dem Handbuch in den Tiefen der Schreibtischschublade eine Visitenkarte gefunden, auf der ganz simpel Computer-Notdienst stand. Darunter eine Telefonnummer. Leider war lediglich ein Anrufbeantworter mit einer Computerstimme dran gewesen. Er hatte trotzdem draufgesprochen, in der Hoffnung, dass dieser Jemand ein passionierter Morgenmensch und geschäftstüchtig war. Anscheinend hatte sich seine Hoffnung erfüllt. Ungeduldig riss Jonathan die Tür auf. Was er halb bückend tat, da ihm die Visitenkarte aus den Fingern gerutscht war.
     Beine! Beim ersten Wimpernschlag sah er nichts als Beine. Endlos lange Beine, die in schwarzen Seidenstrümpfen steckten. Einen Atemzug später schaute er in die ungewöhnlichsten Augen, in die er je geblickt hatte.
     „Sie wünschen?“, erkundigte er sich seltsam aufgewühlt und es klang mehr krächzend als artikuliert.
     „Sie haben auf meinen Anrufbeantworter gesprochen“, entgegnete die fremde Frau mit unbewegter Miene, bevor sie auf gefährlich hohen Schuhen an ihm vorbei und zum Schreibtisch schritt, als wäre sie auf einem Laufsteg. Dabei zog sie ihren Mantel aus und ließ diesen zusammen mit ihrer Handtasche fallen wie ein Filmstar.
     „Das habe ich“, stotterte er noch immer perplex, während er versuchte, sein normalerweise bedachtsames Auftreten wiederzuerlangen.
     „Darf ich?“, fragte sie, ehe sie sich aufreizend nach vorne beugte, um prüfend die Tastatur des Computers zu bedienen. Währenddessen rutschte ihr enger schwarzer Minirock nach oben und Jonathan fiel mit ansteigendem Herzschlag auf, dass ihre Strümpfe halterlos waren.
     „Ist das Ihre gewöhnliche Arbeitskleidung?“, informierte er sich in bemüht neutralem Ton und sah stattdessen in ihr aristokratisches Gesicht mit den weißblonden, aufwändig hochgesteckten Haaren.

„Keine Angst, Herr Pfarrer, ich habe nicht vor, so Ihren Gottesdienst zu besuchen“, entgegnete sie spöttisch, bevor sie lasziv auf alle viere ging, um die Systemeinheit seines Rechners in Augenschein zu nehmen.
     „Dies sollte unter keinen Umständen ein Angriff auf Ihr fachliches Können sein ... bloß hatte ich Sie mir ehrlich gesagt ... ein wenig anders vorgestellt“, erwiderte er, während er so um den Schreibtisch herum ging, dass er keinerlei Sicht mehr auf ihre ... Schande über ihn ... reizvolle Kehrseite hatte.
     „Wahrscheinlich männlich, dickbäuchig und im Blaumann?“, antwortete sie, ehe sie sich kurz aufrichtete und Jonathan an ihrem angedeuteten Lächeln merkte, dass sie die Vorstellung zu amüsieren schien.
     „Nun ja, zumindest mit einem Quäntchen mehr an, denn draußen liegt, wie Sie vermutlich schon bemerkt haben, meterhoher Schnee“, kommentierte er trocken und kam sich zum ersten Mal wie ein kleinkarierter Sittenwächter vor. Himmel, sollte diese Frau doch anziehen, was sie wollte. Hauptsache, sie brachte seinen PC wieder zum Laufen.
     Dass ihn bei ihrem Anblick sündige Gefühle übermannten, war eine Sache zwischen ihm und seinem Glauben.
     Denn wie sagte Martin Luther einst: Wie man nicht wehren kann, dass einem die Vögel über den Kopf herfliegen, aber wohl, dass sie auf dem Kopfe nisten, so kann man auch bösen Gedanken nicht wehren, aber wohl, dass sie in uns einwurzeln.
     Daran wollte er festhalten. Immerhin ließ er sich sonst auch nicht so schnell durch weibliche Reize aus dem Konzept bringen, und schon gar nicht von so demonstrativ zur Schau gestellten wie diesen.
     „Ich brauche Ihren Schraubenzieher“, wurden seine Gedankengänge unterbrochen, bevor sie aufstand und mit einer wie einstudierten Eleganz auf seinem Schreibtischsessel Platz nahm.
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