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KINDLE
 
TASCHENBUCH
 
Vater!
Verfasser: Anselm Maria Sellen (1)
Verlag: Edition Dreiklein (1)
VÖ: 3. Juli 2017
Genre: Humoristisches Buch (1019) und Kurzgeschichtensammlung (1419)
Seiten: 232
Themen: Alltag (477), Familien (713), Väter (447)
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"Ich bin das System. Ich bin die dunkle Seite der Macht. Ich bin das Gesetz.
La famille c’est moi. Ich herrsche mit eiserner Hand. Umfragewerte interessieren mich nicht.
Ich bin nicht gewählt worden. Ich bin Herrscher von Gottes Gnaden. Auf Lebenszeit.
Ich brauche mich vor niemandem zu rechtfertigen. Gott allein ist mein Richter. Ich bin Vater!"

In seinem Erstlingswerk „Vater!“ beschreibt der Kölner Autor Anselm Maria Sellen, selbst Vater von vier Kindern, in unterhaltsamen und kurzweiligen Episoden die Fallstricke und alltäglichen Herausforderungen familiären Zusammenlebens.

Ob Elternabend, die Bundesjugendspiele, warum ein Sousaphon vielleicht doch nicht das geeignete Musikinstrument ist und was geschieht, wenn man in einem unbedachten Moment „Ja“ sagt - Sellen bringt den alltäglichen häuslichen Wahnsinn in seinen bissigen Kurzgeschichten und Betrachtungen zielsicher und scharfzüngig auf den Punkt.

„Vater!“ ist nicht nur ein ironisches und pointiertes, mit schwarzem Humor gespicktes Buch – es verspricht auch einen hohen Wiedererkennungswert, ganz gleich, ob man selbst Kinder hat oder nicht…
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Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Martin Gehring von der edition dreiklein für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Anselm Maria Sellen gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter und bei Facebook.

Evolution


Charles Darwin, du bist ein dreckiger Lügner. Deine Theorie ist genau das: Eine Theorie. Sie ist grau, staubig und trocken dazu. Wie ein Furz. Und ich habe die empirische Biomasse, um deine Evolutionstheorie lückenlos zu widerlegen. Ein Samstagmorgen reicht mir dazu.

9:00 Uhr: Nachdem sich die Kinder abwechselnd gelangweilt und beschimpft haben, ist es nun Zeit für das besinnliche Familienfrühstück. Ich habe gute Laune und denke, es wäre nett, den Tag mit einer Frage und nicht mit einem Befehl zu beginnen: „Marie, deckst du bitte den Tisch?“ Die Antwort kommt umgehend und mit ohrenbetäubender Lautstärke. „WARUM IMMER ICH?“ „Weil wir dich am wenigsten mögen und nur bekommen haben, damit du uns und deine Geschwister bedienen kannst!“ Aber das denke ich nur. Mit einem sardonischen Lächeln im Kopf. Es ist zu früh für Zynismus. Selbst für mich. „Marie, oh liebste, kluge, schöne Marie. Schatzkammer meiner Seele. Du bist im Moment das einzige Kind in Esszimmernähe. Ach bitte, sei so gut und gehe mir zu Hand!“ Na gut, so sage ich es auch nicht. Aber fast. „NEIN! Ich muss jetzt aufs Klo!“ Marie rauscht aus der Küche, ohne die Tür hinter sich zu schließen. Ein eisiger Hauch dringt durch die offene Tür in die wohlige Wärme. „Tür zu!“ Ich weiß nicht, wie oft ich diese Anordnung schon hinter irgendeinem meiner Kinder hergerufen habe. Wahrscheinlich ca. 4,55 Milliarden Mal. So oft wie die Erde angeblich alt ist. Und während in dieser Zeit alles Leben auf der Erde entstand, können meine Töchter noch immer keine Türen schließen.

09:30 Uhr: Ich entschließe mich, zu duschen. Beim Versuch das Badezimmer zu betreten, laufe ich gegen eine Wand. Eine unsichtbare Wand. Eine Wand aus massivem Stink. Weil wir erzkonservativ sind, haben wir immer noch Flachspüler in den beiden Badezimmern. Die Kinder schätzen diese Sanitärkeramik, weil sie sich so leichter dem Studium und der Analyse ihrer Ausscheidungen widmen können. Würgend taumele ich rückwärts aus dem Badezimmer und mache mich auf die Suche nach der Übeltäterin. „Ich war das nicht!“, bekomme ich zweimal zur Antwort, bevor ich die Lüge in den Augen von Ida aufblitzen sehe. „Aber ich habe den Klodeckel runtergemacht!“ Danke Ida. „Das hilft nicht, weil die Kacke trotzdem noch stinkt. Auch wenn man sie nicht mehr sieht!“ Und dann kommt der Satz, den Eltern seit Jahrmillionen sagen: „Du sollst abziehen!“ Kinder scheinen kognitiv einfach nicht in der Lage zu sein, diese Muss-Bestimmung zu verarbeiten. Geschweige denn, sie in die Tat umzusetzen. Wenigstens hat sie den Deckel heruntergeklappt.

10:00 Uhr: Ich habe das Bad 15 Minuten notgelüftet und dann bei minus 20 Grad Raumtemperatur geduscht. Meine gute Laune ist mit dem Duschwasser in den Abfluss gelaufen. Ich beschließe, meinen Frust an den Kindern auszulassen. Die Treppe hinaufgestampft, stürme ich das Zimmer von Lotte und Marie. Ein kurzer Blick bestätigt meine Vermutung. „Es sieht aus wie Sau. Hier wird jetzt aufgeräumt!“ Mein Befehl wird mit hysterischem Kreischen quittiert. „DAS WAREN WIR ABER NICHT! DAS WAR EMIL!“ Wahrscheinlich haben sie sogar recht, aber wenn es Emil war, dann muss ich aufräumen. Denn bis ich den Vierjährigen in die geheime Kunst des „Ordnung-Machens“ eingeweiht habe, gehen noch einmal 4,55 Milliarden Jahre ins Land. Ich entscheide mich also gegen Gerechtigkeit und für Willkür. „Das ist mir egal! Es ist euer Zimmer. In 30 Minuten bin ich wieder da und dann sieht das hier tiptop aus!“

10:30 Uhr: Von dem mittlerweile eigenhändig gedeckten Frühstückstisch kehre ich in das Zimmer von Lotte und Marie zurück. Natürlich habe ich tiptop nicht erwartet. Ich bin ja nicht erst seit gestern im Vatergeschäft. Aber ein bisschen mehr hätte es dann schon sein dürfen. Lotte sitzt in einem Haufen von Büchern und liest. Vermutlich hat sie vor 30 Minuten vorgehabt, diese Bücher in das Regal vor ihr einzuordnen, wurde aber von einem dicken Schmöker angefallen und zum Lesen gezwungen. Marie ist es nicht besser ergangen. In dem verzweifelten Bestreben, die 200 CDs zurück in die passenden Hüllen zu sortieren, muss einer der Tonträger in den CD-Spieler gefallen sein. Vermutlich hat das Gerät sich dann eigenmächtig in Betrieb genommen und Marie mit seinem Gedudel paralysiert. So ungefähr muss es sich abgespielt haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass die beiden Mädchen halbbekleidet und geistig abwesend in diesem Chaos sitzen.

Wann werden die Kinder lernen, Türen zu schließen, Klospülungen zu betätigen und Zimmer aufzuräumen? (Vom Löschen des Lichtes beim Verlassen des Zimmers oder dem Wiederauffinden von Brillen ganz zu schweigen). Die Antwort ist: „NIE!“ So einfach ist das. „NIE!“ So ernüchternd. Irgendwann werden diese Kinder eigene Familien gründen und an einem Samstagmorgen zu der Erkenntnis gelangen, dass die Evolution einfach nicht stattgefunden haben kann.
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