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TASCHENBUCH
 
404
Verfasser: Rolf Freiberger (3)
Verlag: epubli (737)
VÖ: 28. Juni 2017
Genre: Gegenwartsliteratur (2350)
Seiten: 285 (Kindle Edition), 288 (Taschenbuch-Version)
Themen: Fliegen (40), Freundschaft (1440), Leukämie (13), Mädchen (1831), Tod (869), Vögel (48)
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Den Tod vor Augen erlebt eine Dreizehnjährige als Silbermöwe eine fantastische Reise um die Welt. Die Macht der Fantasie in auswegloser Situation bestimmt die Handlung.
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OFFIZIELLE LESERKANONEN-REZENSION
Im Sterbezimmer
 
Nach vielen Jahren des Herumsurfens im Internet assoziiert wohl nahezu jeder die Zahl 404 mit einer Fehlermeldung seines Browsers. Hinter dem gleichnamigen Buch von Rolf Freiberger verbirgt sich hingegen thematisch ganz harte Kost. Um was es sich im Detail handelt, das haben wir uns dieser Tage einmal etwas näher angeschaut.

Der 1948 in Essen geborene Rolf Freiberger schrieb bereits in seiner Jugend, doch bis zur Veröffentlichung seines ersten Buches vergingen mehrere Jahrzehnte. Eigentlich strebte er zunächst das Verfassen eines Sachbuchs an, publizierte dann jedoch stattdessen ein Buch über Kinder. Es folgte ein Beitrag über einen Alzheimer-Patienten, nun - um es sehr grob zusammenzufassen - ein Buch, in dem das Sterben im Mittelpunkt steht. »404« wurde von Freiberger via epubli im Alleingang veröffentlicht. Das rund 275 Seiten starke Werk kann als Taschenbuch für 9,90 Euro erworben werden, die digitale Variante kostet 2,99 Euro.

Rein optisch kommt das Buch in einem etwas abgespeckten Design daher. Das zum Thema passend schwarze Buch stellt auf seinem Cover nicht mehr als den Namen des Autors, den Titel und eine im Vergleich zur Schrift etwas verpixelt und nach Weichzeichner ausschauende Möwe dar. Mag diese Kargheit auch zum Thema passen, erscheint sie aus marketingtechnischer Sicht doch ein wenig riskant, denn in Zeiten, in denen Bücher online gekauft werden, sind spektakuläre Buchdeckel eben noch viel wichtiger als früher, da vor der Beschäftigung mit der Buchbeschreibung überhaupt erst mal ein Anreiz zum Anklicken des Buchs geschaffen werden muss. Über die Qualität des Buchs sagt es natürlich rein gar nichts aus, nichtsdestotrotz bringt man sich auf diese Weise womöglich um potenzielle Interessenten. Aber Freiberger lässt offenbar lieber den Inhalt für sich sprechen.

Womit wir beim Kern des Buches angelangt wären. Die titelgebende Nummer 404 kennzeichnet die Tür eines Krankenzimmers, in der ein dreizehnjähriges Mädchen - Nele mit Namen - mit Leukämie im Endstadium liegt und auf den Tod wartet. Dem Gedanken an das Sterben soll die Kraft der Fantastie entgegentreten, und so verwandelt sich Nele in eine Silbermöwe, die rund um den Globus spektakuläre Abenteuer erlebt. Doch der Tod lässt sich nicht durch Gedanken vertreiben, das Ende bleibt weiter immer präsent. Und es droht besonders schnell zu kommen.

Normalerweise versuchen wir in unseren Buchbesprechungen den bloßen Unterhaltungsfaktor des jeweiligen Buchs zu erörtern, doch diese Herangehensweise verbietet sich bei einer Geschichte über ein im Sterben befindlichen Mädchen zwangsläufig. Unterhaltsam ist »404« nicht, und das will es auch nicht sein - »404« ist ein Roman über das Sterben, der ein Appell an das Leben ist, so widersinnig sich das vielleicht anhört. Freiberger versucht das Abstrakte des Todes zu normalisieren, versucht Sinn in dem Moment zu finden, in dem vieles eigentlich völlig sinnlos erscheint. Womit er sich selbst ein hehres Ziel gesteckt hat, bei dem es zwangsläufig ist, dass er nicht die ganze Strecke im Alleingang schaffen, sondern nur einen Beitrag leisten kann. Das gelingt ihm allerdings vorzüglich, »404« pirscht sich auf eine sehr ungewöhnliche Weise an das Sterbethema heran und schafft es durch kluge Gedanken, durch ungewöhnliche Ideen und durch ausgefallene Gespräche, das rote Tuch ein wenig beiseite zu ziehen. Und ganz nebenbei wird auch noch eine lesenswerte Geschichte erzählt.

Obgleich Fantasie eine große Rolle in dem Buch spielt, versucht sich Freiberger nicht an einer besonders kunstvollen Sprache oder an verschnörkelten Gedankenspielen, stattdessen erzählt er auf eine reduzierte Weise mit einer gewissen Sachlichkeit im Ton, die auch eine konstant verbleibende Restdistanz zu den Protagonisten schafft. Was durchaus sinnvoll ist, um ein solches Buch nicht in ein reines Rührstück abgleiten zu lassen. Womöglich bestärkt sich der Eindruck durch die Gestaltung, etwa durch manuskriptartige Leerzeilen zwischen allen Absätzen, einfache Satzstrukturen, ein Wort wie "sogenannte" wird auch schon mal abgekürzt, und ein berichtsartiges »Ein Jahr später« ist mir auch schon lang nicht mehr untergekommen. Dem steht beispielsweise das Einflechten einiger Gedichte & Co. entgegen, der Gesamteindruck bleibt aber immer der, dass hier Rationalität in Inhalt, Ton und Bild jederzeit gewahrt werden sollten.

»404« ist kein Buch für jedermann, kein Roman für Leute, die sich einfach nur berieseln lassen wollen. Es ist ein Buch zum Mitdenken und zum Nachdenklichsein, eines das einerseits aufrütteln, umgekehrt aber auch Ängste nehmen will. Dazu leistet Freiberger mit seinem Buch gute Beihilfe, auch wenn die ganze Thematik natürlich so heikel ist - immerhin geht es hier nicht »einfach« nur ums Sterben, sondern die Betroffene ist auch noch ein Kind -, dass ein Autor nie eine Ansprache treffen kann, die für jede Leserin und jeden Leser genau die richtige Weise ist. Mit seinen kreativen Ideen, der gebotenen Distanz und einer ordentlichen Prise an Weisheit hat der Autor jedoch eine gute Mischung geschaffen.
– geschrieben am 5. August 2017
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