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Die Grausamen
Verfasser: John Katzenbach (14)
Verlag: Droemer (405)
VÖ: 1. April 2017
Genre: Thriller (4368)
Seiten: 576
Themen: Ermittler (159), Mord (3556), Spuren (52), Verschwinden (944)
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Die dreizehnjährige Tessa ist schon unzählige Male von ihrer besten Freundin nach Hause gelaufen. Dieses Mal kommt sie jedoch nicht an, sondern bleibt wie vom Erdboden verschluckt. Zwanzig Jahre später müssen zwei abgehalfterte Ermittler noch einmal den Fall untersuchen ...
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Lesermeinungen (11)     Blogger (4)     Cover
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 24. Juni 2017 um 13:11 Uhr (Schulnote 1):
» EIN NETZ AUS LÜGEN
Der Polizist Gabriel Dickinson, genannt Gabe, wird nach persönlichen Schicksalsschlägen in ein neues Ressort versetzt. Der Aufgabenbereich nennt sich „Cold Cases“. Er soll sich mit alten, ungeklärten Fällen beschäftigen.
Die Stelle wurde angeblich extra für ihn eingerichtet, nachdem er seelisch und moralisch schon fast ganz unten war. Gabe hat schwere Alkoholprobleme und sich nicht mehr im Griff. Ihm zur Seite gestellt wird Marta Rodriguez-Johnson. Sie ist eine junge, alleinerziehende Polizistin, die bei einem Einsatz versehentlich ihren Partner erschoß. Wird es für die Beiden einen Neuanfang nach dem Karriereknick geben?
Marta stößt nach ermüdender, stupider Suche auf vier Akten, die Gemeinsamkeiten aufweisen. Ist das die erste heiße Spur für die „Cold Cases“? Sie begeben sich an die Arbeit und nehmen die Ermittlungen auf. Was hat das verschwundene Mädchen Tessa mit den vier ermordeten Männern zu tun? Warum löst ihr Name soviel Unruhe, ja Unheil aus? Kaum gehen sie der Sache nach, gibt es bereits einen Toten. Bei dem es aber nicht bleibt.

„Die Grausamen“ ist ein Thriller erster Güte. Die Hauptakteure sind Marta und Gabriel mit ihrer unablässigen, beharrlichen Ermittlungsarbeit, obwohl sie durch diverse Ereignisse massiv und lebensgefährlich daran gehindert werden. Es ist wahrlich eine unglaublich spannende Geschichte, die in Atem hält. Ich war regelrecht gefesselt von der Brisanz der Ereignisse. Die Vorstellungskraft reicht ein ums andere Mal nicht aus, was da passiert sein könnte! Am Ende ist man fassungslos. So viele Menschenleben für das eine.
Den Schreibstil Katzenbachs halte ich für außergewöhnlich. Die Gedanken, Ansichten, Meinungen von Marta und Gabe sind in kursiver Schrift abgesetzt, was mir sehr gefiel. Es geschieht wahnsinnig viel auf 570 Seiten, aber eine Menge bleibt der Phantasie des Lesers überlassen oder setzt bestimmtes Wissen voraus.
Der Roman handelt von grenzenloser Liebe, tiefer Freundschaft, falsch verstandener Loyalität, Einbildung, Wahn, Obsession, Irrsinn, krankhaftem Ehrgeiz und nicht zuletzt von Mord. Bei so einer explosiven, brisanten Mischung kann das Ende nur überraschen. Bei mir war es jedenfalls so. Es wäre schön, könnte man den beiden Protagonisten in einem Folgeroman wiederbegegnen. Sie waren trotz ihrer Fehler sympathisch.
Das Cover mit seinem wassertropfenbehangenen Spinnennetz verdeutlicht die Verstrickung in einem Lügengespinst.
Ein excellenter, anspruchsvoller Thriller von John Katzenbach.
Meine uneingeschränkte Leseempfehlung und fünf von fünf Sternen.«
  11      0        – geschrieben von hennie
Kommentar vom 20. Juni 2017 um 17:20 Uhr:
» Herr Katzenbach überzeugt auch diesmal

Die bisherigen Werke von J. Katzenbach habe ich immer verschlungen und gerne gelesen.

Dieses Buch ist aber etwas anders wie seine bisherigen Werke - denn hierbei handelt es sich um einen Ermittler-Krimi. Es geht um alte Fälle die nochmals bearbeitet werden, wobei die beiden Ermittler auf Parallelen und Unklarheiten stoßen - es scheint, dass da etwas absichtlich vertuscht wurde...

Ich fand das Buch gut gelungen - der Einstieg war etwas "ruhiger" als in anderen Werken von Herrn Katzenbach, aber schön langsam steigt die Spannung und man ist an das Buch gefesselt.

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, ein toller Thriller/Krimi.«
  6      0        – geschrieben von book_lover
Kommentar vom 15. Mai 2017 um 10:41 Uhr (Schulnote 3):
» Was geschah mit Tessa?
Martha und Gabe sind zwei Polizisten, die aufgrund ihrer Vorgeschichte und Problemen aufs Abstellgleis geschoben werden. Sie sollen sich mit Cold Cases beschäftigen, alten Fällen die nie gelöst wurden, wie z.B. das Verschwinden der 13jährigen Tessa. Die beiden aber nehmen ihre Arbeit ernster, als es von ihren Vorgesetzten erwartet wurde und stoßen tatsächlich auf neue Erkenntnisse. Bei ihren Ermittlungen begeben sie sich selbst in Gefahr, denn eigentlich ist niemand an der Wahrheit interessiert, schon gar nicht die Polizeioberen. Doch Gabe und Marta schlagen alle Warnungen und Bedrohungen in den Wind und bringen so eine grausame Wahrheit ans Tageslicht, die sie selbst schockiert.

Mein Fall war das Buch nicht, mir fehlte es eindeutig an Spannung und Thrill. Durch die vielen Nebengeschichten die sich während den Ermittlungen ergeben, wird es teilweise sehr zäh und langatmig.
Was mir dagegen gut gefallen hat, waren die beiden Ermittler. Gabe, ein Alkoholiker, der die Trennung von seiner Familie nicht verkraftet hat und Trost in der Flasche sucht, sowie Marta, die bei einem Einsatz versehentlich ihren Kollegen erschossen hat und seitdem nicht mehr sie selbst ist und von ihren Kollegen geächtet wird. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein, aber sie raufen sich zusammen und werden zu einem Team, das man nicht unterschätzen sollte. Sie kämpfen gegen ihre Dämonen und versuchen jeder auf seine Weise, den Weg zurück zu finden.

Für mich ist das Buch eher ein Krimi als ein Thriller. Etwas langatmig und daher nicht so flüssig zu lesen, wie ich es in einem Buch von Katzenbach erwartet habe.«
  9      0        – geschrieben von Tamaru
Kommentar vom 11. Mai 2017 um 7:33 Uhr (Schulnote 1):
» Zwei vom Schicksal gebeutelte Detektives , denen man eine (letzte) Chance gibt, finden ihre neue Arbeitsstelle im Keller. „Cold Cases“, ungelöste alte Mordfälle, damit dürfen sich die Beiden jetzt beschäftigen. Für Gabe, der bei einem tragischen Segelbootunfall seinen Schwager, den Zwillingsbruder seiner Frau verlor, und mit ihm im Nachhinein auch seine ganze Familie, besteht ebenfalls die Verpflichtung sich seinem Alkoholproblem zu stellen. Marta Rodriguez-Johnson hat mit anderen Dämonen zu kämpfen. Die alleinerziehende Witwe eines Marines erschoss ohne Absicht ihren langjährigen Partner wären einer Drogenrazzia. Ein Trauma über das weder sie noch ihre Kollegen aus dem Drogendezernat hinweg kommen.
Beide sichten jetzt die schier endlosen Aktenstapel alter ungelöster Mordfälle, haben allerdings Schwierigkeiten Anknüpfungspunkte für ein erneutes Aufrollen der Fälle zu finden. Bis Marta nach schier endlosen Wochen des Aktenstudiums vier Fälle auffallen, die eine gewisse Ungewöhnlichkeit darstellen. Vier Mordfälle aus dem Jahr 1997 die anscheinend von unterschiedlichen Tatwaffen und Mördern begangen wurden. Die einzige Gemeinsamkeit sind bei allen vier Fällen dieselben ermittelnden Beamten. Das ist das eigentlich ungewöhnliche, die beiden Beamten hatten eine immense Erfolgsquote, galten als unschlagbares Duo und nur diese vier Mordfälle konnten sie nicht aufklären? Bei ihren weiteren Nachforschungen stoßen sie außerdem auf den Fall der Vermissten Tessa. Ein dreizehnjähriges Mädchen die aus einer noblen Wohngegend verschwunden ist, und deren Leiche auch Jahre später nie gefunden wurde. Hängen die Fälle zusammen? Kaum jedoch das Marta und Gabe versuchen die losen Enden zu verknüpfen gibt es auch schon den ersten Toten…

John Katzenbach gehört mit Recht zur Elite der Thrillerautoren. Mich wunderte nur die allzu offensichtliche Ähnlichkeit zu Jussi Adler-Olsons Dezernat Q. Ungelöste Mordfälle, Büro im Keller (Verlies) und aufs Abstellgleis verbannte Ermittler. Allerdings zeichnet er beide Protagonisten so ausführlich dass dieses kleine Manko, mir zwar auffiel mich allerdings nicht weiter störte. Der eigentliche Fall (Fälle) ist so verworren und komplex, das man als Leser zusammen mit Marta und Gabe vor einem schier aus unendlichen Teilen bestehenden Puzzles steht. Immer wenn man glaubt in welche Richtung die Auflösung vielleicht liegen könnte, kommt die nächste Wendung. Zwischenzeitlich gibt man die Hoffnung ganz auf, und dann kommt Katzenbachs unglaublich guter Schreibstil dazu, man fliegt förmlich durch die Seiten, das sind mit über 550 Seiten nicht wenige.

Fazit: Ein unglaublich spannender Thriller mit einer komplexen Story und einem etwas außergewöhnlichem Motiv des Täters.

Nachtrag: Ich könnte schwören, das das Spinnennetz vom Cover nachts im Dunkeln leuchtet.«
  13      0        – geschrieben von anyways
Kommentar vom 5. Mai 2017 um 0:38 Uhr (Schulnote 1):
» Nachdem "Der Psychiater" und "Der Wolf" in den letzten Jahren ja eher durchwachsene Katzenbach-Veröffentlichungen waren, hat er mit "Die Grausamen" wieder zu einer Stärke gefunden, wie sie ihn einst ausgezeichnet hat. Ohne irgendwelche Extreme bemühen zu müssen oder Schockmomente, hat er hier ein Buch mit einer hohen Sogwirkung geschrieben, das einen nicht mehr loslässt. Hat sich richtig gelohnt!«
  3      0        – geschrieben von gsplaya
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