Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
38.985 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »nia563«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
KINDLE
 
HARDCOVER
 
Sakura - Die Vollkommenen
Verfasser: Kim Kestner (6)
Verlag: Arena (388) und digi:tales (8)
VÖ: 23. März 2017
Genre: Fantasy (6826)
Seiten: 408
Themen: Auswahl (4), Kaiser (64), Prinzen (275), Tarnung (31), Verkleidungen (64)
Sonstiges: Dieses Buch überwachen
Teilen:
 
BLOGGERNOTE DES BUCHES
72 / 100
auf Basis von fünf Bloggern
100
20%
80
40%
60
20%
40
20%
20
0%
0
0%
Entwicklung des Bloggerinteresses:
1M
0
2M
0
3M
0
6M
2
12M
3
12mal in den Tagescharts platziert
Eigentlich ist Juri nicht makellos genug, um an der "Blüte" teilzunehmen, dem vom Kaiser ausgerufenen Auswahlverfahren. Dennoch schmuggelt sie sich in der Verkleidung eines Jungen unter die Probanden. Und dort wird ausgerechnet der Sohn des Kaisers auf sie aufmerksam ...
USER, DIE SICH FÜR DIESES BUCH INTERESSIERTEN, INTERESSIERTEN SICH AUCH FÜR
Die Zeitrausch-Trilogie 1 - Spiel der Vergangenheit
Geschrieben von: Kim Kestner (6. März 2014)
100/100
[1 Blogger]
Seal Team Two 3 - Daphne
Geschrieben von: Casey Stone (26. April 2017)
Rom
Geschrieben von: Marcel Duval (26. März 2017)
100/100
[1 Blogger]
weitere Empfehlungen anzeigen
Lesermeinungen (4)     Leseprobe     Blogger (5)     Cover
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Kim Kestner für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Kim Kestner gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter und bei Facebook.

Ebene eins – Verwertung und Wiederaufbereitung

Das letzte Licht


Heilige Amaterasu! Ich werde zu spät kommen!
     Und meine Toten warten nicht. Sie fallen einfach durch die Schleuse. Zzzzck-bumm. Zzzzck, wenn die Klappe sich öffnet. Bumm, wenn sie unten aufkommen. Einer nach dem anderen, bis die Schleuse verstopft ist. Und dann kann ich zusehen, wie ich sie wieder herausbekomme. All die zerbrechlichen Körper. Und natürlich möglichst in einem Stück.
     Niemand traut einen so schweißtreibenden Job einem Mädchen zu. Aber ich bin groß und stark. Jedenfalls für meine siebzehn Jahre und die Umstände, in denen wir leben. Außerdem wird die Arbeit gut bezahlt. Zwei Tüten Reis und eine doppelte Ration Wasser. Das ist mehr, als viele Familien kriegen. Ich kann also wirklich froh sein und will den Job um keinen Preis aufs Spiel setzen.
     Bloß gerade ist kein Weiterkommen. Ich stecke selbst in einer Schleuse, genauer gesagt in der Gasse, die auf den Marktplatz zuläuft. Eingeklemmt zwischen Hunderter magerer Körper. Kein besonders angenehmer Zustand.
     Vorsichtshalber nehme ich den Proviantbeutel von meiner Schulter und presse ihn an mich. Nichts bewegt sich schneller als erbeutetes Essen durch Kinderhände. Egal wie eng es ist.
     Ich stelle mich beunruhigt auf die Zehenspitzen. Verfluchte ... - Die Menschen stehen ja bis zum Marktplatz! Wir nennen ihn das Gerippe, weil von dem - was immer es einmal war - nur ein Stahlgerüst geblieben ist. Die Händler haben sich in ihm bis hoch unter die Decke angesiedelt.
     Es wimmelt an dieser Stelle immer von Menschen. Gerade um diese Zeit stehen, sitzen und liegen überall Bettler, Kranke, Krüppel und Kinder mit verdreckten, ausgemergelten Gesichtern. Aber heute sind es noch mehr. Viel, viel mehr. Sie sind wegen der Fremden gekommen. Es hat sich schneller als ein Feuer verbreitet, dass sie da sind. Doch wieso sie da sind, das weiß keiner.
     Zwei dieser Fremden kann ich jetzt am Gerippe stehen sehen. Man erkennt sie sofort, sogar von weitem. Männer, in strahlendgelber Kleidung, eingewickelt in ein knielanges Hemd, darunter eine enge Hose, die in wadenhohen Stiefeln steckt.
     Es sind Männer von der Oberfläche.
     Ich reiße mich von ihrem Anblick fort. Es hat keinen Sinn. Ich muss hier durch, sonst bin ich meinen Job los. Ohne die Hand von der Tasche zu nehmen, nur mit meinen Ellenbogen, mache ich mir Platz. Freiwillig rückt niemand zur Seite. Leider. Ich kann ihre Körper an mir spüren. Es widert mich an. Ihr Gestank, die Wärme, der Schweiß, der an mir kleben bleibt. Ich muss sie zur Seite schieben, einen nach dem anderen. Niemand nimmt Rücksicht. Sobald es ums Überleben geht, ist sich eben jeder selbst der Nächste. Und hier geht es nur darum. Immer, jeden Tag.
     Wir sind ganz unten. Wir sind die Letzten der Letzten und leben auf dem Grund einer tiefen, weit ausgedehnten Höhle. Eine Welt unter der Welt, das ist Ebene eins. Über uns sind noch fünf andere Ebenen, aber es gibt keine Möglichkeit, sie zu erreichen. Jede ist streng abgeriegelt. Über Ebene sechs kommt die Oberfläche. Dort lebt der Himmlische Kaiser mit all den anderen Nachkommen Amaterasus, der Sonnengöttin. Aber wir hier unten haben kein Recht auf ihren Schein. Deshalb werden wir nie die Sonne sehen, nie unsere Ebene verlassen und uns nie satt essen können.
     Wir sind anders. Wir stammen nicht von Amaterasu ab, sondern von ihrem verhasstem Bruder Susanoo, dem Sturmgott. Er hat beinahe die Welt vernichtet. Deshalb lässt uns seine Schwester für seine Taten büßen, indem sie uns in diese Höhle verbannt hat. Das ist sehr lange her. Bevor mein Vater geboren wurde und seiner und dessen und ... Es ist so lange her, dass keiner mehr sagen kann, wie viel Zeit vergangen ist. Auf jeden Fall büßen wir schon sehr, sehr lange und werden es wohl noch bis in die Ewigkeit tun. Egal wie viel wir beten oder opfern oder was auch immer.
     Hier sind alle krank und hungern. Wir leben in einem Dreckloch und weil Amaterasu noch nicht mal unseren Anblick ertragen kann, hat sie es dem Kaiser überlassen, sich um uns zu kümmern. Aber der kümmert sich nicht. Er versorgt uns nicht einmal mit dem Nötigsten an Reis und Wasser.
     Es gibt ein Sprichwort, das sagt: Das Leben ist beschissen - und dann stirbt man. Und genau so ist es.

Ich dränge mich weiter ohne viel Rücksicht durch die stehende Menschenmasse. Es ist trotzdem mühsam. Auf halben Weg entdecke ich eine Karre, auf der sich Kisten stapeln, Waren für den Markt, nehme ich an. Es ist eine gute Gelegenheit. Und ich bin gut im Klettern. Der Händler kann gar nicht so schnell losschimpfen, wie ich über seine Kisten auf eines der Gebäude gestiegen bin. Es sind feste Bauten, in denen die Menschen wohnen, die mehr haben.
     Die Leute schreien mir wüste Beschimpfungen hinterher. Bis ich über die Blechdächer beim Gerippe angelangt bin, sind es so viele Beleidigungen, ich wäre satt, hätte ich für jede ein Reiskorn bekommen. Reis gibt es allerdings nur, wenn man für den Kaiser arbeitet oder wenn man etwas anzubieten hat, um es hier auf dem Markt zu tauschen.
     Die Stimmung ist unheimlich. Es ist zu ruhig. Solange die Beleuchtung eingeschaltet ist, tobt sonst am Gerippe das Leben, oder das was davon übrig ist. Es wird geschrien, Ware angepriesen, laut gefeilscht und gezankt. Heute sind die Menschen hier, weil sie neugierig sind, weil sie Hoffnung haben. Schließlich war noch nie jemand von der Oberfläche auf Ebene eins.
     Aber man spürt auch die Angst. Man erkennt sie an der Stille. Alle warten ab, was geschehen wird. Ich habe weder Hoffnung, noch Angst, nur ein mieses Gefühl.
Seite: 1 2 3
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Die auf der Webseite dargestellten Buchcover sind mit Amazon.de verlinkt, die Links enthalten einen Affiliate-Code.
Leserkanone.de © by Axel Saalbach & Team (2011-2017)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum & Rechtliches