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Ethik der Sünde
Verfasser: Gepo Lynx (6)
Verlag: MAIN (88)
VÖ: 19. Januar 2017
Genre: Romantische Literatur (21709)
Seiten: 357 (Kindle Edition), 304 (Taschenbuch-Version)
Themen: Anwälte (743), Homosexualität (2443), London (1649), Söhne (263)
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Auszug aus Kapitel 5:


Er war fast vierzig Jahre alt, ein gestandener Mann und trug einen Anzug. Von seiner Wirkung her war er ein feiner englischer Gentleman – zumindest, bis er den Mund öffnete. Er mochte zwar grottenhässlich sein, aber zumindest hatte er Stil. Nur ließ es ihn allerdings nicht besser fühlen, egal, wie oft er sich das erzählte.
     „Sir?“ Er drehte sich zu der Stimme, die der am Telefon stark ähnelte. Im Türrahmen stand ein Mann in seinem Alter, aber das war auch schon jegliche Ähnlichkeit, die sie aufwiesen. Der andere hatte keinerlei nennenswerte Frisur bei mittelbraunem Haar, Gesichtskluften in der Anordnung von Lachfalten und trug Jeans zu einem ausgewaschenen, karierten Holzfällerhemd. Für Xavier war er der Inbegriff einer gescheiterten Existenz. „Ich bin Ted Tholingter. Wir hatten telefoniert. Äh ... folgen Sie mir doch, bitte.“
     Warum war er hier? Was machte er hier? Warum war er noch nicht gegangen? Er folgte dem Mann in ein Büro in der Größe seiner Abstellkammer. Ein kleiner Rundtisch, zwei Stühle, im hinteren Teil ein Schreibtisch mit einem Computer und einem Telefon, wie es in seiner Kanzlei vor fünfzehn Jahren aussortiert worden wäre. Sein Blick fiel mit Abscheu auf den Plastikstuhl, auf dem er Platz nehmen sollte, bevor er sich nach einem Moment des inneren Widerstands setzte.
     „So ... normalerweise duzen wir unsere Patienten, um die Anonymität zu wahren. Ist das in Ordnung für Sie?“ Zumindest war die Frage mit einer sehr guten Portion Selbstzweifel gestellt. Xavier hob nur eine Augenbraue. „Ich vermute nicht. Darf ich Sie Mister Ayers nennen?“
     Er nickte langsam. Selbst wenn sein Chef erfahren würde, dass er hier gewesen war, würde er wahrscheinlich eher Luftsprünge machen, statt ihn anzuzweifeln. Dass er mit Menschen nicht zurechtkam, war jedem in der Kanzlei hinreichend bekannt. Ein Grund, warum man vor allem die schweren Kunden an ihn abschob – sowie Mitarbeiter wie Kalebirth.
     „Möchten Sie mir genauer über sich berichten?“
     War das eine ernst gemeinte Frage? Die Antwort war nein.
     „Nun ... ich kann auch erst mal sprechen und Sie antworten auf meine Fragen mit Nicken oder Kopfschütteln?“ Der Mann sah etwas eingeschüchtert aus. Aber nicht eingeschüchtert genug, um es nicht weiter zu versuchen. Nun gut, er war schließlich auch Therapeut für Aggressionsprobleme. Da sollte man wohl besser nicht so einfach aus dem Konzept zu bringen sein.
     Xavier nickte. Einmal. Dabei behielt er die Mimik, die er stets bei Verhandlungen aufsetzte. Streng, konzentriert, hart.
     „Viele Leute kommen in die Beratung, weil ein Therapeut sie schickt oder weil die Ehefrau oder Freundin droht, sich zu trennen, wenn man nicht geht. Hat Sie jemand geschickt?“ Kopfschütteln. „Sie sind aus Eigenmotivation gekommen. Das ist sehr gut. Das ist eine gute Voraussetzung.“ Der Mann lächelte. Er nicht. „Ja ... Sie denken also selbst, dass Sie Aggressionen haben, die Sie reduzieren sollten?“ Xavier hielt sich davon ab, die Augen zu verdrehen und erwiderte mit einem Nicken. „Sie haben auf jeden Fall eine Aura, die mir Angst einjagt. Geht es darum oder haben Sie auch körperliche Gewalt angewandt?“
     Xavier hob eine Augenbraue. Wie sollte er auf die Frage mit Ja oder Nein antworten? Dieser Therapeut war nicht besonders schlau. Demnach antwortete er: „Ich versuche es zu vermeiden. Ich schaffe es nicht immer. Ich habe letztens jemandem eine Ohrfeige gegeben.“
     „Fürchten Sie, dass Sie noch etwas Schlimmeres anwenden könnten?“ Nicken. „Haben Sie schon mal etwas Schlimmeres getan?“ Kopfschütteln. Er hatte stets Abstand von Menschen gehalten, um so etwas zu vermeiden. „Haben Sie schon mal verbale Gewalt angewandt?“ Xavier zog die Augenbrauen zusammen. „Ich meine ... haben Sie schon mal jemanden beschimpft und niedergemacht?“
     Die Frage ließ ihn lächeln. Sie war fast genug, um ihm ein Lachen zu entlocken. Sein Anblick ließ Tholingter in seinem Stuhl zurückrutschen und die Arme um sich selbst legen.
     „Wissen Sie ... die meisten Menschen, die hierherkommen, sind gar nicht so schlimm, wie man denken könnte. Ein paar sehen wie Schlägertypen aus, aber die meisten sind ganz nett. Das kommt daher, dass sie ihre Anspannung nicht spüren und solange locker sind, bis der Schalter Klick macht. Dann wird die Anspannung in ihnen so groß, dass sie gewalttätig werden. Aber dann prügeln sie einen auch direkt krankenhausreif.“ Tholingter schien seine Mimik zu beobachten. Was auch immer er dort zu sehen meinte, schließlich verzog Xavier keinen Muskel. „Einigen merkt man diese Anspannung immer an. Man spürt, dass sie mit Aggressionen herumlaufen, die jederzeit ausbrechen können. Wie eine dunkle Energie, die durch den kleinsten Fehltritt überschwappen kann.“ Sehr bildlich gesprochen. Fast hätte er die Nase gerümpft. „Sie gehören zu dieser zweiten Gruppe. Es freut mich sehr zu hören, dass Sie noch keine Menschen lebensgefährlich verletzt haben, aber diese Aura der Wut ist furchteinflößend.“
     „Was lässt Sie denken, ich hätte noch keine Menschen lebensgefährlich verletzt?“ Amüsement legte sich in Xavier Stimme. „Dass ich sie nicht geschlagen habe, heißt nicht, dass ich sie nicht in Lebensgefahr gebracht habe. Meine Stimme reicht mir vollkommen. Ich brauche keine Fäuste, um gestandene Männer zum Weinen zu bringen.“
     „Das glaube ich Ihnen aufs Wort.“ Tholingter war sichtlich unwohl. Er griff an die Stuhllehne und zog den übergroßen, beigen Pulli an, den er dort drübergelegt hatte. Schien, als brauche er mehr Schutz. „Mich beunruhigt, wie viel Stolz da in Ihrer Stimme mitschwingt. Machen Sie gern Menschen fertig?“
     „Das ist mein Beruf, ich bin Anwalt.“ Xavier lehnte sich entspannt zurück. Der Funken Migräne hatte sich verflüchtigt. Dieser Mann war keine Gefahr, er könnte ihn jederzeit zerreißen.
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