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Ethik der Sünde
Verfasser: Gepo Lynx (6)
Verlag: MAIN (91)
VÖ: 19. Januar 2017
Genre: Romantische Literatur (22190)
Seiten: 357 (Kindle Edition), 304 (Taschenbuch-Version)
Themen: Anwälte (756), Homosexualität (2516), London (1671), Söhne (271)
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Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Gepo Lynx für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Gepo Lynx gibt es bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     „Mein Sohn hat die Haustür offen stehen lassen.“ Er wandte sich wieder den zwei Herren zu. „Er ist erst gestern hier angekommen. Ich konnte ihm noch nicht alles erklären, bevor ich zur Arbeit musste. Bitte entschuldigen Sie die Mühen.“
     „Kein Problem, Sir.“ Der Blick des Polizisten wechselte zwischen ihnen beiden. Wahrscheinlich prüfte er, ob er der Aussage „mein Sohn“ Glauben schenken wollte. „Lassen Sie mich bitte noch Ihrer beider Daten aufnehmen, dann können wir das hier zu den Akten legen.“
     Xavier hielt sein abfälliges Schnauben zurück. Anscheinend reichte dieselbe Haarfarbe und dieselbe Sprache nicht aus, damit man ihm eine Vaterschaft glaubte. Wenigstens hatte er offizielle Papiere für den Jungen. Er schickte Riley ins Arbeitszimmer, um diese zu holen, und behielt die Polizisten im Auge. Er traute keinen Fremden. Auch nicht, wenn sie den Titel von Gesetzeshütern erlangt hatten. Er fiel auch unter die Kategorie „Gesetzeshüter“, er dürfte schließlich jederzeit als Staatsanwalt arbeiten. Das machte ihn nicht zu einem guten Menschen.
     „Bitte sehr.“ Der Thailänder überreichte ihm die Unterlagen mit beiden Händen und einer leichten Verbeugung.
     Xavier fiel im selben Moment auf, wie normal das für einen Asiaten war und wie falsch das auf diese zwei Kretins mit dem kulturellen Wissen von Toastbrot wirken musste. Besonders Thailänder waren höflich in all ihren Gebärden. Auf einen typischen Europäer wirkte so etwas eher sklavisch. Also legte er Riley eine Hand auf den Kopf, wie er es Väter auf der Straße manchmal hatte tun sehen, wenn sie Stolz ausdrücken wollten. Auf ihn hatte es immer gewirkt, als würde man einen Hund belohnen, aber wenn es so eine anerkannte Geste war, sollte er sie nutzen.
     Das kleine Biest stellte sich dafür lächelnd neben ihn, als hätte er nichts zu fürchten. Er übergab währenddessen den kleineren Stapel an die Polizisten und sagte: „Sein Ausweis mit Übersetzung, der vorläufige Asylrechtsschein und meine Vorsorgevollmacht.“
     „Asyl?“ Der Polizist hob eine Augenbraue bei seinem Blick auf die Unterlagen. Der andere von beiden beobachtete ihn. „Asyl aufgrund sexueller Ausbeutung Minderjähriger und Menschenhandel. Der Junge ist Kinderprostituierter?“
     „Er ist mein Sohn.“ Wut mischte sich in Xaviers Stimme. Die kalte, schneidende Wut, die Leute stets einen Schritt zurücktreten ließ. „Seine Verwandten in Thailand haben ihn verkauft.“
     „Sehen Sie zu, dass er in eine Therapie kommt. Ihr Sohn war tief verstört, als er uns beide sah.“
     Eher war er tief verstört, weil ihn zwei Uniformierte in einer fremden Sprache angesprochen und ihn dann ins Haus verfolgt hatten, nachdem eine jaulende Sirene im Haus losgegangen war. So etwas verband er vermutlich mit Polizisten, die die Dörfer nach Verbrechern durchkämmten. Er hatte glauben müssen, sie würden ihn für einen Kriminellen halten und einsperren wollen.
     Riley verstand zwar die Sprache nicht, aber er verstand Untertöne. Mit dem ersten ansatzweise wütenden Zischen trat er wieder hinter Xavier und drückte sich in dessen Rücken. Er traute diesen Männern ganz klar nicht. Für ihn waren Polizisten etwas, vor dem man Angst zu haben hatte. Polizisten im ländlichen Thailand waren auch nicht gerade die freundlichen Helfer von nebenan.
     „Möchten Sie vielleicht einen Jugendarbeiter zur Unterstützung?“ Es war das erste Mal, dass der andere etwas sagte. „Sich plötzlich Vollzeit um ein Kind zu kümmern ist nicht leicht und viele fühlen sich überfordert. Wir könnten jemandem Bescheid sagen, der Ihnen Tipps geben kann, der Ihnen helfend zur Seite steht.“
     Übersetzung: Sie sehen nicht aus wie jemand, dem man ein Kind anvertrauen kann. Wir wollen Sie durch das Jugendamt überwachen lassen.
     „Sollte ich mich überfordert fühlen, werde ich darauf zurückkommen. Wenn Sie uns nun entschuldigen würden.“ Xavier wies mit einer Hand auf die Tür.
     Die zwei verstanden die Geste, verabschiedeten sich freundlich. Der Engländer schloss mit Freuden die Tür hinter ihnen. Mit einem Seufzen ließ er auch die Anspannung fahren, die ihn ergriffen hatte. Das hätte auch schlimmer laufen können. Er trat zurück in die Küche, wo Riley sich strategisch günstig auf der anderen Seite des Tisches platziert hatte und ihn aus misstrauischen Augen beobachtete. Xavier ließ seinen Blick kurz über ihn wandern. In sich zusammengezogen, leicht in den Knien stehend, Arme etwas abgewinkelt. Die Pose sprach von Abwehr oder Flucht.
     „Erwartest du, dass ich dich schlage?“, fragte er auf Thai.
     Hätte der Junge Katzenohren, sie hätten sich vermutlich überrascht aufgestellt. So zeigte er nicht mehr als ein kurzes Blinzeln und ein Heben des Kopfes.
     „Ich habe eine bessere Selbstkontrolle. Wenn ich dich bestrafen will, fallen mir sinnvollere Vorgehensweisen als Gewalt ein.“ Er trat zum Kühlschrank hinüber. „Hast du etwas zu Mittag gegessen?“
     Der Jüngere legte nur den Kopf zur Seite und beobachtete ihn.
     Da der Kühlschrank noch genauso wie nach dem Frühstück aussah, vermutete er, dass die Antwort nein war. Wollte er kochen? Wollte er ausprobieren, ob Riley kochen konnte? Hm ... nein, wahrscheinlich wäre ein Friedensangebot das beste Vorgehen. Was mochten wachsende Jungs? Pizza sollte genügen. Eine Mischung aus Fett und kurzkettigen Kohlenhydraten war zwar nicht gerade sein begehrtes Gericht, aber in dieser Angelegenheit schien es sinnvoll, über seinen Schatten zu springen.
     „Hast du schon mal Pizza gegessen?“, fragte er den Jungen.
     Dieser blinzelte nur, bevor er den Kopf schüttelte.
     „Ich werde welche bestellen“, kündigte er an und trat an Riley vorbei. Dieser blieb auf einem gewissen Sicherheitsabstand, aber mittlerweile hatte sich mehr Neugierde als Vorsicht in seinen Blick gemischt. „Du isst Fleisch, richtig? Salami schmeckt normalerweise jedem.“
     Xavier seufzte nur, bevor er den Hörer seines Telefons aufnahm. Das hier war ihm zu kompliziert. Soziale Interaktion mit einem missbrauchten Teenager ... er konnte nicht einmal mit normalen Menschen reden, ohne sie andauernd vor den Kopf zu stoßen. Was sollte er denn sagen? Er hasste sinnlose Kommunikation, aber andererseits schien der andere Angst vor ihm zu haben. Vielleicht sollte er wirklich einen Therapeuten für ihn finden. Möglicherweise war nicht einmal ein Jugendamtsmitarbeiter eine schlechte Idee. Er wusste wirklich nicht, was man mit Kindern anzustellen hatte.
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