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TASCHENBUCH
 
Mord am Hafen
Verfasser: Leo Fischl (3)
Verlag: Eigenverlag (7226) und Kuwitz (3)
VÖ: 28. Februar 2017
Genre: Kriminalroman (3750)
Seiten: 152 (Kindle Edition), 151 (Taschenbuch-Version)
Themen: DNA (36), Ermittlungen (435), Hafen (30), Kommissare (607), Menschenhandel (69), Mord (3148), Ostfriesland (208)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Leo Fischl für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Leo Fischl gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter und bei Facebook.

Prolog


„Aua!“, schrie Anna und verschluckte sich fast, bevor sie sich rasch an ihr rechtes Bein fasste und es vorsichtig massierte. „Jonas, Du musst ein bisschen mehr aufpassen. Das hat echt wehgetan!“
     Der Junge, der neben ihr auf dem Fahrersitz saß, war gerade mal zweiundzwanzig Jahre alt. Ein bisschen unbeholfen hantierte er mit seiner linken Hand an Annas Büstenhalter, während er mit seiner rechten über ihr Bein glitt. Eine blonde Haarsträhne fiel über seine Augen. Ruckartig zog er seine Hand von Annas Schenkel und realisierte, was geschehen war: Beim Versuch, seine neue Bekanntschaft zu umschlingen und sie mit Küssen zu traktieren, musste er wohl verrutscht gewesen sein. Er hatte Annas Bein gegen den Steuerknüppel gepresst. Ein kleiner roter Citroen C1 mit weißen Sportstreifen war vielleicht nicht das beste Gefährt, um eine wilde Liebesnacht am Weserufer zu erleben. Aber trotzdem: besser als in der Kneipe zu sitzen und dort öde herumzudiskutieren.

Es war eng.
     Und Jonas war so wild und heiß auf seine neue Bekanntschaft, dass mit ihm die Pferde durchgegangen waren.
     Die Scheiben waren beschlagen.
     Im Auto war es wahnsinnig stickig und warm.
     Schweißtropfen liefen über Annas zarte, bleiche Haut.
     Aber das war Anna egal, schließlich war sie mit einem Mann zusammen, der so aussah wie die Verwirklichung ihrer kühnsten Fantasien: Ein blonder Lockenkopf mit einem durchtrainierten Körper, starken Muskeln und einem coolen Schiffs-Tattoo auf dem Arm. Er war selbstbewusst und erfahren. Wirkte etwas gefährlich und routiniert. Ein bad boy eben, aber im positiven Sinne. Männlich und doch einfühlsam. Viel abgebrühter als Anna, die noch nie so eine spontane Liebesnacht mit einem Fremden erlebt hatte.
     Der Gedanke an so einen Flirt im Auto hatte sie zwar immer schon heiß gemacht, aber getraut hatte sie sich noch nie. ‚Irgendwann kommt doch immer das erste Mal’, dachte sie sich selbstbewusst, bevor sie Jonas’ Anmachversuchen in der Kneipe erlegen war. Sie fühlte sich magisch angezogen von diesem mysteriösen Typen, auch wenn sie im Traum nicht daran gedacht hätte, sich derart schnell überreden zu lassen.
     Anfangs war sie noch nervös. Doch dann, bei der Autofahrt durch das nächtliche Bremerhaven, wich die Angst und verwandelte sich in pure, ungestüme Lust.
     Sie wollte Jonas in sich spüren.
     Sofort.
     Ihr ganzer Körper kribbelte.
     Ihre Schenkel vibrierten.
     Ihre Finger zitterten.
     Sie wollte Jonas haben, ganz für sich allein.
     Obwohl ihr der junge Bursche noch in der Kneipe gesagt hatte, dass er nicht viel Zeit hätte, weil er morgen noch arbeiten müsste. Im Hafen. Frühschicht, hatte er gesagt.

Das war jetzt alles egal.
     Die Lust war weg.
     Jonas war wie ausgewechselt. Es war nichts mehr von dieser Coolness und Leichtigkeit da, die er noch in der Kneipe unter Beweis gestellt hatte.
     Er ließ von Anna ab und rückte sich auf dem Sitz zurecht – und das lag nicht an dem missglückten Knutschversuch. Irgendwas stimmte nicht. Jonas wirkte so konzentriert, als hätte er etwas gehört. Als hätte er vor irgendetwas oder irgendwem Angst.
     „Wart mal kurz...“, sagte er flüsternd. Er schaute besorgt umher. „Ich muss mal was checken.“
     Anna saß auf dem Beifahrersitz mit hochgezogenem Rock, unter dem sich ihre langen, glatt rasierten Beine verbargen. Sie hatte dunkelschwarze Strumpfhosen an. Sie sah immer noch unverschämt gut aus, trotz der heißen Luft, die ihre Frisur komplett vernichtet hatte. Anna war eine bezaubernde junge Frau, hatte volle, rot geschminkte Lippen und blondes Haar. Auf der rechten Wange sah man ein kleines Muttermal, das wie eine Sternschnuppe wirkte. Wenn sie lächelte, bildeten sich kleine Grübchen auf den Wangen. Ihre kugelrunden, blauen Augen sahen im Mondlicht aus wie spiegelglatte Scheiben.
     Wenn man genauer nachdachte, hätte man denken können, dass Anna zu schön war für diese Welt. Auf jeden Fall zu schön für Bremerhaven, für diesen düsteren Ort, der im ganzen Land berüchtigt war für sein schlechtes Image.
     „Ärmste Stadt Deutschlands!“, hieß es noch kürzlich in einer Hamburger Boulevard-Zeitung.
     Oder: „Kriminellen-Hochburg im Norden“.
     Oder: „Höchste Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik“.
     Oder: „Bewohnerrückgang von jährlich zehn Prozent“.
     Oder: „Der Osten im Westen“.

***


Anna sah die Situation weniger pessimistisch. Ganz im Gegenteil sogar. Sie mochte Bremerhaven und hasste die Großstadt, den Lärm und die ganze Arroganz der städtischen Oberschnösel, die sich nur lustig machten über dieses kleine Fleckchen Erde, das Anna ihr Zuhause nannte und das für sie das Wichtigste war auf der Welt. Sie genoss es, in einer Stadt zu leben, in der es keinen übertriebenen Coolness-Druck gab, keine Hipster und Möchtegern-Künstler, keine arroganten Idioten und hochnäsigen Sprücheklopfer.
     Hier hieß Pils noch Pils und Rollmops noch Rollmops.
     Zudem war Anna in Bremerhaven die schönste Frau weit und breit, sie hatte im Grunde keine Konkurrenz. Das Leben war vielleicht etwas langweiliger als in Hamburg, Berlin oder München, aber dafür beschaulicher, leichter zu stemmen und vor allem: stressfreier. Sie verstand es nicht, wieso Menschen freiwillig in der Großstadt leben wollten.
     Immer wenn jemand Bremerhaven kritisierte, nahm sie die stänkernde und schlecht gelaunte Person mit an den Deich und zeigte ihr die Weser, die Schiffe, die Meeresluft und den atemberaubenden Sonnenuntergang, der sich hinter den krächzenden Möwen und den vielen Schiffsmasten breit machte.
     Kein Kultur- und Kneipenangebot konnte mit diesem Naturspektakel mithalten.
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