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TASCHENBUCH
 
Cheshire-Reihe 2 - Duell um die Dame
Verfasser: Sophy Hester (5)
Verlag: Eigenverlag (12884)
VÖ: 19. Februar 2017
Genre: Historischer Roman (3480) und Romantische Literatur (16494)
Seiten: 210 (Kindle Edition), 254 (Taschenbuch-Version)
Themen: 19. Jahrhundert (1067), Begegnungen (2109), England (987), Regency-Ära (132)
Reihe: Cheshire-Reihe (3)
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Partygirl trifft Einzelgänger. Die lebhafte Städterin Victoria aus London lernt durch Zufall Captain Lester Granby kennen, einen Mann, der der Welt den Rücken gekehrt hat. Wie gelingt es ihr, seine Begeisterung zu wecken? Für das Leben - für die Liebe.
Die dritte Regency Romanze von Sophy Hester schließt an die Geschichte der "Lady auf Landpartie" an. Jeder Roman ist eigenständig und kann für sich gelesen werden.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Sophy Hester für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Sophy Hester gibt es auf ihrer Autorenseite.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

1 Inspirationen zum Frühstück


Miss Victoria Beatrix Verity Beaufort war niemals niedergeschlagen, selten missgelaunt, und die Gelegenheiten, an denen sie ernsthaft verärgert war, konnte sie an einer Hand abzählen. Ungute Stimmungen gehörten einfach nicht zu ihrem Gefühlsrepertoire.
     Als sie heute Morgen jedoch vor ihrem zierlichen Frisiertisch saß und in den goldumrankten, ovalen Spiegel blickte, beschlich sie eine leise Ahnung von Melancholie. Sie seufzte. Und war sofort positiv überrascht, wie wohltuend so ein tiefes Seufzen sein konnte.
     Gerade aufgestanden, noch im Morgenmantel war sie nur einmal mit der Bürste durch ihr Haar gefahren und hatte sich das Gesicht mit Zitronenwasser benetzt. Jetzt umrahmten ihre vollen blonden Locken bereits in ästhetisch vollkommenem Schwung ihr makelloses Gesicht mit den wachen blauen Augen, den feinen Brauen, dem herzförmigen Mund, den samtzarten Wangen und der entzückenden schmalen Nase. Andere bemühten zu diesem Zweck ihre Kammerzofe und orderten zusätzlich einen Coiffeurmeister zu sich. Stunde um Stunde reinigte, tupfte, knetete, bepinselte und puderte Erstere das Antlitz, wonach Zweiterer jede einzelne Strähne wusch, kämmte, parfümierte, legte, rollte und wickelte – und doch würden beide nicht so ein vollkommenes Ergebnis erzielen wie es der jungen Dame mit wenigen Handgriffen in nur einer viertel Stunde gelang.
     »Zu perfekt«, fand Miss Beaufort, »langweilig, nichtssagend, charakterlos.« Sie selbst hatte keinen Sinn für die eigene, von so vielen bewunderte Schönheit. Und Sir John, Baronet Bradley von Chalkstone, anscheinend auch nicht. Noch ein Seufzer.

Diese Woche war ihr Traum, Baronetess Bradley zu werden, geplatzt. Ganz unspektakulär, leise und trotzdem nicht weniger schmerzhaft. Zu dem herrlichen Picknick, das sie für Sir John und seine Freunde organisiert hatte, brachte der Baronet Louise Staunton mit. Eine langjährige Bekannte von ihr. Freundin sogar? Eine wirklich nette, unaufdringlich schöne Person, intelligent, integer, bescheiden und trotzdem unübersehbar. Sie konnte gut verstehen, dass Sir John von ihr begeistert war.
     Aber als sie beobachten musste, mit welcher Aufmerksamkeit Louise von ihm bedacht wurde, verspürte sie zum ersten Mal in ihrem Leben den giftigen Stich des Neides. Dass ihr dieses niedere Gefühl bisher unbekannt gewesen war, ist nicht verwunderlich. Sie hatte stets alle Annehmlichkeiten eines äußerst wohlhabenden Haushalts genießen dürfen; sie war eingebettet in eine Familie, deren liebevoller, zärtlicher Umgang miteinander anderen verweichlicht und übertrieben vorkam; dank des Vertrauens, das ihr Vater in sie, sein Lieblingsmädchen, setzte, hatte sie Freiheiten, von denen gleichaltrige Geschlechtsgenossinnen nur träumen konnten. Pferde, Kleider, Schmuck, Reisen, alle Extravaganzen, die sie sich je eingebildet hatte, wie zum Beispiel Privatstunden bei einem renommierten Professor an der Kunstakademie in den Fächern Bildkomposition, Farbenlehre sowie Anrühren von eigenen Farbtönen und weiterführende Kunstgeschichte. Victoria pinselte nicht wie die meisten Mädchen ihres Standes hübsche Aquarelle von hübschen Landschaften. Sie malte. Oder besser gesagt: Sie hatte gemalt. Momentan ruhte diese Leidenschaft, sie war dem gesellschaftlichen Trubel zum Opfer gefallen.
     Im Rahmen des Möglichen – welcher dank Mr Beauforts sagenhaften Reichtums sehr weit gesteckt war – wurden ihr alle Wünsche erfüllt. Bis jetzt.
     Was sie wollte, hatte nun Miss Staunton. Und zähneknirschend musste Victoria ihr sogar gönnen, dass sie Sir John für sich hatte gewinnen können. Louise war einfach zu liebenswert und bescheiden, um als Zielscheibe für giftige Eifersuchtsfantasien herzuhalten.
     Und noch ein Seufzer. Bevor sie sich in dieser trüben Stimmung verlor, musste sie etwas unternehmen! Ihre Eltern befanden sich ausgerechnet jetzt auf einer Reise auf dem Kontinent, sie mussten sich gerade irgendwo in Sachsen aufhalten, wenn sie ihren Reiseplan nicht geändert hatten. Victoria war nicht mitgereist, weil sie London – und Sir John – auf keinen Fall den Rücken kehren wollte.
     Hätte sie doch anders entschieden! Nun saß sie hier und musste mit der ersten ernsthaften Krise ihres zwanzigjährigen Lebens alleine fertigwerden. Ihre Tante Rose, die ihr während der Zeit der Reise als Anstandsdame diente, war völlig ungeeignet für jeglichen Gedankenaustausch. Rose wohnte zwar hier, aber sie interessierte sich nicht für Victoria, sondern nur für Schmetterlinge und Insekten. Die begeisterte Freizeitforscherin war nur pro forma hier, die meiste Zeit beschäftigte sie sich mit der Illustration, Typisierung und wissenschaftlich exakten Beschreibung von jeglichem Krabbelgetier. Schon allein in ihr Zimmer zu gehen, war für Victoria eine Überwindung. Überall standen dort Glaskästen herum mit aufgespießten kleinen vielbeinigen Viechern.
     »Sieh dir dieses Prachtexemplar eines Juchtenkäfers an. Osmoderma eremita!« Die Augen der Tante leuchteten. »Ich habe sogar seine Exkremente gefunden und fachgerecht konserviert.«
     Mit diesem Gespräch hatte Rose sie gestern Nachmittag beim Tee unterhalten. Käme man mit Banalitäten wie »Liebe Tante, ich bin unglücklich verliebt, wie soll ich nur darüber hinwegkommen?«, erhielte man wahrscheinlich den Hinweis, dass man sich ein Beispiel an der weiblichen Fangschrecke nehmen sollte, die ihren männlichen Gegenpart während oder nach der Paarung gerne verspeiste. Diese spezielle Eigenart der Spezies schien eine gewisse Faszination auf Tante Rose auszuüben, schon des Öfteren hatte sie Victoria davon erzählt.
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