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TASCHENBUCH
 
Korrosion
Verfasser: Peter Beck (2)
Verlag: Emons (202)
VÖ: 13. Februar 2017
Genre: Thriller (3913)
Seiten: 352
Themen: Azoren (1), Erbschaft (228), Luzern (2), Manchester (8), Missbrauch (35), Mord (3198), Nürnberg (49), Rache (980), Testament (60), Zürich (17)
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REZENSION DURCH DAS LESERKANONE-TEAM
Der Mann von der Bank
 
Dass ein Autor als Europas Antwort auf John Grisham angepriesen wird, ist schon einigermaßen unfair: Einerseits erzeugt es bei den Fans von Grisham-Romanen eine fiese Fallhöhe, andererseits hat sich der schreibende Baseballfan aus Arkansas in den vergangenen Jahren auch ein paar Bücher geleistet, die nicht gerade als Benchmark taugen. Ob sich Peter Beck, dem der Vergleich galt, mit seinem Roman »Korrosion« eher in der Nähe von Grishams Meisterwerken oder bei Grishams Enttäuschungen einsortiert, oder ob er womöglich eine ganz eigenständige Marke setzt, haben wir uns einmal etwas näher angesehen.

Die Lebensgeschichte des 1966 geborenen Peter Beck sollte man sich hingegen besser nicht so genau anschauen, da man sonst mit Blick auf die eigenen Erfolge Komplexe bekommen könnte: Der gute Mann studierte nicht nur Psychologie, er promovierte darin auch, in Manchester ließ er sich zum Master of Business Administration ausbilden, er saß in der Geschäftsleitung eines Großunternehmens und in einigen Verwaltungsräten, und inzwischen ist er sein eigener Chef. Nicht einmal mit roher Gewalt kann man ihm begegnen, denn er trägt im Judo den schwarzen Gürtel. Vor knapp vier Jahren debütierte er als Autor, sein damaliger Thriller trug den - für einen schweizer Autor bemerkenswert finanzkritischen - Titel »Söldner des Geldes«, und natürlich heimste der erfolgsverwöhnte Mann auch dafür gute Kritiken ein. Der Emons Verlag veröffentlichte im Februar nun mit »Korrosion« Becks zweites Buch. Das rund 350 Seiten starke Werk kostet als Taschenbuch 11,90 Euro, in der E-Book-Variante ist es für 9,49 Euro erhältlich.

Um es vorwegzunehmen: Das Einzige, das an dem Roman nur »solala« ist, ist das Cover, denn der farbliche Kontrast zwischen den reliefartig herausgestellten Buchstaben des Titels und der darunter befindlichen Baumrindentextur ist so gering, dass der Buchdeckel in vielen Fällen - je nachdem, wie das Licht darauf fällt - wie ein eigenartiger brauner Farbensalat ausschaut. Natürlich passt eine korridiert anmutende Optik zum Titel, jedoch wirkt das Buch dadurch zwischen anderen Covern eher unscheinbar als markant. Letztlich ist das natürlich nur eine belanglose Formsache, und alles andere, was dem Bücherwurm mit »Korrosion« geboten wird, ist eine wahre Pracht.

Peter Beck gewährt seinen Lesern nach dem Aufblättern keine einzige Minute zum Eingewöhnen, sondern überrumpelt sie gleich zu Beginn des Buchs, indem er eine ganze Lawine über sie und seinen Helden Tom Winter hinwegrauschen lässt. Für diejenigen, die Winter nicht schon aus Becks »Söldner des Geldes« kannten, bedeutet dies also eine ganz besonders ungewöhnliche Art und Weise, den Mann kennenzulernen, mit dem es in den kommenden Stunden auf Ermittlertour gehen wird. Und eine Tour wird es im wahrsten Sinne des Wortes. Noch mit gebrochenem Arm und einem halben medizinischen Werkzeugkasten in den Knochen bekommt es der Banken-Sicherheitschef mit einem Fall zu tun, der ihn um den halben Globus führen wird. Dabei macht anfangs alles noch einen überschaubaren Eindruck, als die einsame alte Bernadette Berger - eine schwerreiche Kundin von Winters Bank - in ihrer Wohnung ermordet wird. Ein Mord, der sogleich einem sudanesischen Flüchtling in die Schuhe geschoben wird. Entscheidend ist jedoch das Testament, dass die gute Frau Berger hinterlassen hat, denn dieses darf erst geöffnet werden, wenn der Verantwortliche für den Tod ihres Ehemanns ermittelt wird. Und dafür kommen genau drei Kandidaten in Frage, nämlich die (zum Zeitpunkt des Todes des Mannes noch minderjährigen) Kinder der Bergers. Tom Winter muss die Nachkommen daher aufspüren und ergründen, was hinter alledem steckt.

Tom Winter als Protagonist sollte gleich zu Beginn herausgestellt werden: Endlich mal wieder ein Ermittler vom »alten Schlag«, der ohne einen privaten Flickenteppich von einem Leben auskommt, für das die Hälfte des Buchs reserviert werden muss, sondern ein Mann, der nicht um den heißen Brei herumredet und seine Arbeit macht. Und ein Mann, der in diesem Fall in eine Geschichte hineingezogen wird, die mit zunehmender Seitenzahl immer komplexer und facettenreicher wird. Tom Beck hat hier ein sehr gut durchdachtes und kniffliges Konstrukt ausgearbeitet, das in allen Belangen überzeugt und das schnell dazu verleitet, alle anderen Dinge beiseitezuschieben und sich in der Story festzulesen. Mit einer hohen Schlagzahl wird der Leser durch kurze Kapitel gejagt, es gibt keinen Moment der Ruhe oder des Innehaltens, sondern es geht immer anständig vorwärts. Der Ritt über das richtige Maß an Action, über die geschickt platzierten Überraschungen und Wendungen, über scharfsinnige Dialoge und über den richtigen Mittelweg aus Detail und Vorwärtsdrang wird von Beck absolviert, ohne dass dabei eine der Hürden auch nur im Entferntesten gerissen wird.

Garniert wird das Ganze durch eine interessante und ungewöhnliche weltweite Schauplatzwahl, durch interessante Nebencharaktere, die man ähnlich gern wie Tom Winter selbst noch einmal wiedererleben wollen würde, und durch ein Händchen für Aktualität, die durch Tijo Obado personifiziert wird, nämlich den erwähnten Mann aus dem Sudan. Mit ihm gibt Beck der Flüchtlingskrise ein Gesicht, denn in einer äußerst intensiv dargestellten Nebenhandlung begleitet man Obado auf seiner Flucht in Richtung des schweizer Asyls. Auch dieser Part wird exzellent erzählt, und so ergibt der Roman ein in jeder Faser stimmiges Gesamtwerk.

Am Ende bleibt eigentlich nur eine Frage offen: Warum genau wurde Beck nun ausgerechnet mit Grisham vergleichen? »Korrosion« ist weder mit dessen Justizthrillern noch mit dessen Sport- und Jugendromanen vergleichbar, und die Lebenswege der beiden Autoren scheinen eigentlich auch keine rechte Parallele aufzuweisen. Womöglich ist die Interpretation also eine ganz andere - die »europäische Antwort« auf Grisham besteht darin, etwas ganz anderes zu schreiben und zu beweisen, dass man trotzdem eine Spannung und eine Sogwirkung entfachen kann, die ähnlich hollywoodreif wie Grishams alte Werke ist. »Korrosion« ist jedenfalls so gut, dass es in Zukunft keine Vergleiche mehr brauchen sollte, um auf Becks große Storyteller-Qualitäten hinzuweisen, denn dafür sollte sein eigener Name auf dem Buchdeckel spätestens jetzt genügen.
– geschrieben von karoline (20. März 2017)
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