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Marco Polo - Bis ans Ende der Welt
Verfasser: Oliver Plaschka (13)
Verlag: Droemer (657)
VÖ: 26. Oktober 2016
Genre: Historischer Roman (7635)
Seiten: 864
Themen: 13. Jahrhundert (151), Asien (31), Gefängnis (877), Geschichtenerzähler (54), Kaufleute (106), Kublai Khan (1), Marco Polo (4), Mittelalter (265), Mongolei (30), Reisen (3168), Venedig (301)
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Lesermeinungen (3)     Leserkanonen-Rezension
OFFIZIELLE LESERKANONEN-REZENSION

Rezension zu »Marco Polo - Bis ans Ende der Welt«


von Daniela Peine (22.01.2017)


Unabhängig davon, wie viel von der Reise Marco Polos nach China wahr ist oder nicht, bieten seine mutmaßlichen Erlebnisse so unfassbar viel Stoff, dass es verwunderlich ist, dass der gute Mann nicht häufiger Teil von historischen Romanen ist. Dies hat sich womöglich auch Oliver Plaschka gedacht, als er sich an den Stoff setzte. Herausgekommen ist ein Buch namens »Bis ans Ende der Welt«, und genau dieses haben wir uns einmal näher angesehen.

Oliver Plaschka »kommt« eigentlich eher aus dem Bereich der phantastischen Literatur, sahnte zweimal den Deutschen Phantastik-Preis ab und pendelte seitdem irgendwo zwischen Steampunk-Welten, dem großen weiten All, Paris, London und einem Örtchen namens Fairwater. Mit dem Genre ist er sogar so stark verwurzelt, dass er Phantastik zum Kern seiner Doktorarbeit machte - ein Glückspilz, wer so etwas kann und sich nicht an drögen Theoriegebilden abarbeiten muss wie die meisten Diplomanden und Doktoranden. Mit seinem historischen Roman über Marco Polo bewegt er sich zumindest nicht gänzlich aus seinem angestammten Genre heraus, denn obgleich Polos Chinareise von Historikern nicht mehr (richtig) angezweifelt wird, steht zumindest nach wie vor im Zweifel, wie viel davon der Wahrheit entsprach, und was damals dazugedichtet wurde. »Marco Polo - Bis ans Ende der Welt« erschien Ende Oktober des abgelaufenen Jahres im Droemer Verlag, ist mehr als 850 Seiten stark und kann entweder als gebundene Version für 24,99 Euro oder als E-Book für zwei Euro weniger erworben werden. Klingt nach viel, ist es aber wert - doch dazu gleich mehr. Neben der schriftlichen Version gibt es das Buch auch fürs Ohr, diese Version hat mehr als 25 Stunden Laufzeit und wurde von Schauspieler, Rundfunkstimme und Synchronsprecher Wolfgang Wagner eingelesen.

Was heutzutage von Marco Polo überliefert ist, ist zum einen einer Reihe von Handschriften zu verdanken, zum anderen einem einem umfangreichen Reisebericht, der in Zusammenarbeit Polos mit einem Ritterroman-Autoren namens Rustichello da Pisa entstand. Wie es heißt, soll Rustichello den Asienreisenden zum Niederschreiben seiner Erlebnisse gedrängt haben, als die beiden gemeinsam im Gefängnis von Genua einsaßen. Genau diesen Punkt griff Oliver Plaschka für sein Buch auf, denn der Roman handelt von eben jener gemeinsamen Gefangenschaft, in der Polo seinem Zellennachbarn von seinem Leben erzählt, damit dieser es für die Nachwelt festhalten kann. Herausgekommen ist demnach ein Buch, das mehr oder weniger auf zwei Ebenen spielt, nämlich einer groben Rahmenhandlung im genuesischen Palazzo San Giorgio, und eben der eigentlichen Abenteuerreise des venezianischen Kaufmanns.

Um es vorwegzunehmen: So sehr wie dieses Buch hat mich schon lange kein historischer Roman mehr mitgerissen. Das ist mehreren Aspekten zu verdanken - einerseits der Tatsache, dass Marco Polos Abenteuer tatsächlich unheimlich viel Stoff hergaben, um einen spannenden Roman zu füllen. Plaschka bettete diese Ereignisse wirklich meisterhaft in seine Story ein. Zweitens haben wir den Punkt der großen Abwechslung - im Gegensatz zu vielen historischen Romanen, die entweder von einer Reise erzählen, oder aber von einem Kriminalfall im historischen Kontext, oder aber vom Kampf einer kleinen Gruppe von Leuten gegen einen schier übermächtigen Gegner, greift Plaschkas Buch von all diesen Bereichen das Beste heraus und fügt es zu einem Gesamtkunstwerk zusammen. Auch das ist wiederum zwangsläufig die Folge von Polos Leben - allein durch die Chronologie ergibt es sich, dass das Buch ein Drittel lang ein Reiseroman ist, sich dann längere Zeit an einem Ort aufhält, wo es zu politischen Ränken am Hofe Kublai Khans und militärischen Geplänkeln sowie zu einer Romanze kommt, und schließlich wird das Ganze wieder zu einem Reiseroman. Kurzum: Ehe es auch nur in Ansätzen langweilig werden könnte, ändert sich alles wieder schlagartig, und schon rauscht neue Frische durch die Seiten. Durch den permanenten Wechsel zu den Geschehnissen in Marco Polos Haft wird das Ganze dann auch noch weiter aufgelockert.

Bemerkenswert ist dabei auch noch, wie filigran Plaschka vorgegangen ist. Wer historische Romane liest, der wird vielleicht auch wie ich die Angewohnheit haben, parallel zum Lesen verschiedene Aspekte in Wikipedia & Co. noch einmal im Detail nachzulesen und sich noch tiefergehend über das zu informieren, was man da gerade im Romantext verarbeitet vorgefunden hat. Und immer dann, wenn ich mal etwas nachsah, wurde ich aufs Neue überrascht, wie viele der von Plaschka erwähnten Details doch tatsächlich historisch verbürgt und nicht einfach Ausgeburt seiner Fantasie sind. Um nur ein Beispiel zu nennen: Als ich im Wikipedia-Artikel zur Wüstung Karakorum auf die Beschreibung des »Silberbrunnens« stieß, den der französische Goldschmied Guillaume Boucher errichtet hatte und aus dem vier verschiedene Getränke sprudelten, war ich schon ein bißchen baff, da er sich im Text selbst noch nach einer kleinen Albernheit des Erzählers angehört hatte.

Nichtsdestotrotz ist die erzählte Geschichte, in die alle Ereignisse eingebunden wurden, natürlich trotzdem Oliver Plaschkas Geist entsprungen. Und diese Story ist nicht nur enorm unterhaltsam, sondern wird von ihm auch noch brilliant erzählt. »Marco Polo - Bis ans Ende der Welt« ist ein Buch, das einen schon aufgrund seines Umfangs lange beschäftigt, das sich in der langen Lesezeit keinen einzigen Durchhänger leistet, immer auf hohem Niveau bleibt und eine ideale Vermischung von Realität und Fiktion darstellt. So gesehen ist Plaschka damit genau in die Fußstapfen des Mannes getreten, von dem er in seinem Buch erzählt, und er hat sie hervorragend ausgefüllt. Jetzt muss nur noch dafür gesorgt werden, dass in 750 Jahren auch von ihm noch gesprochen wird. ;)
– geschrieben am 22. Januar 2017
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