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Gas und Galle
Verfasser: A.C. Scharp (4)
Verlag: Books on Demand (4544) und Eigenverlag (23693)
VÖ: 23. November 2016
Genre: Humoristisches Buch (1461)
Seiten: 253 (Kindle Edition), 300 (Taschenbuch-Version)
Themen: Dorf (1240), Idylle (16), Vertrauen (1042), Widerstand (177)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Eine Geschichte über fehlendes Vertrauen, Autonome und einen komischen Vogel


Muckeringen ist in Aufruhr. Der Bau einer Biogasanlage bedroht die Idylle. Entschlossen nehmen die Einwohner den Kampf gegen den Betreiber auf. Aber ihr Gegner ist bereits näher, als sie glauben.

Der kollektive Widerstand lässt die trügerische Idylle immer weiter bröckeln, bis einige das Wesentliche aus den Augen verlieren.

Muckeringen ist das Abziehbild einer Gesellschaft, die es in ihrer Winzigkeit nicht mehr allzu häufig gibt. Ein amüsanter Mikrokosmos der Eitelkeiten.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei A.C. Scharp für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu A.C. Scharp gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

»Diese Biogasanlage ist wirklich eine Unverschämtheit!«
     Nicole Rotters Lippen ihres sorgfältig geschminkten Mundes wurden noch schmaler. Das lenkte die Aufmerksamkeit auf die zu lange Nase.
     Christian Gärtner stand eingeklemmt im Vorraum der Küche, an dem Ort, wo Stephanie die Dinge unterbrachte, für die sie momentan keine Verwendung hatte. Er stand unbequem zwischen der Gemüsekiste und dem Bio - Apfelsaft. Das war es ihm jedoch wert, damit ihn die beiden Frauen in der Küche nicht sahen.
     »Ich mag Fortschritt sowieso nicht«, sagte Stephanie. »Wenn er uns dann auch noch aufgezwungen wird, ist er mir erst recht zuwider.«
     Ihre kräftigen braunen Haare standen wie zum Protest noch mehr ab als sonst.
     Christian dachte darüber nach, was aufgezwungener Fortschritt für ihn bedeutete. Ihm schwante, dass es nichts Gutes war. Zumal er seit Kurzem ebenfalls Teil dieses Fortschrittes war. Der neue Projektleiter für den Bau der Biogasanlage in Muckeringen wollte seine Frau mit der ungemein lukrativen Nachricht überraschen. Nicole Rotter war ihm zuvorgekommen. Stephanie wirkte überrascht. Leider nicht so, wie es ihm lieb war.
     »Wir müssen dagegen vorgehen.« Nicole befand sich bereits auf dem Kriegspfad.
     Das gefiel Christian absolut nicht. Nicole war eine der Frauen, die sich in eine Sache hineinsteigerten. Sie war vor zwei Jahren mit ihrem Mann von Köln nach Muckeringen gezogen. Da sie auch hier nicht den gewohnten Komfort aufgeben wollte, gipfelte das in einem gewaltigen Bauprojekt. Das Rotter - Anwesen brachte den Glanz, auf den das Dorf auch weiterhin hätte verzichten können.
     »Vielleicht einen Brief an die Landesregierung schreiben?« Stephanies Stimme klang dumpf. Anscheinend wühlte sie im Schrank unter der Spüle, wo sie ihre Bioabfälle aufbewahrte. Christian hoffte, es roch stark genug, um die Nachbarin zu vertreiben. Tat es nicht.
     »Quatsch«, sagte Nicole. »Was soll denn das bringen? Wir brauchen eine Bürgerinitiative. Wir müssen die Nachbarn informieren und auf die Barrikaden gehen.«
     Christians linker Fuß war mittlerweile eingeschlafen, da er unkomfortabel in der Kiste mit dem Gemüse stand. Er verlagerte sein Gewicht auf das rechte Bein. Das bewirkte allerdings, dass er den Kasten ein Stück über die Fliesen schob. Die bereits erhitzten Gemüter in der Küche bemerkten den Lärm nicht.
     »Eine Bürgerinitiative ist eine gute Idee«, sagte Stephanie. Sie erschien in Christians Blickfeld und setzte sich zu Nicole an den Tisch.
     Sie trug eine hochgeschlossene grüne Tunika mit schrecklichen Zipfeln. Ein Zipfel am Ärmel schwebte dicht über dem Glas mit Milch, das seit dem Frühstück schon dort stand. Stephanie zog den Arm noch rechtzeitig weg.
     »Wir sollten alle Nachbarn zusammentrommeln. Wie wäre es am Sonntag? Dann sind meistens alle zu Hause. Wir können das bei uns machen«, sagte sie.
     Es gab einiges, was Christian zuwider war. Menschenansammlungen in seinem Haus belegten einen der vorderen Plätze. Nirgendwo konnte man sich hinsetzen, immer stand man im Weg, Häppchen waren nie genug da und alle tranken einem den Fusel weg. Nicht, dass es davon viel im Hause Gärtner gab. Stephanie war zwar kein Gegner von bewusstseinserweiternden Mitteln, aber der Meinung, dass sie ihrem Mann nicht guttaten.
     Das hier aber könnte ihm größere Probleme bereiten als ein gequälter Nachmittag mit seinen Nachbarn. Er fragte sich, ob Stephanie seine Rolle im Biogas - Projekt akzeptieren würde.
     »Wir lassen uns den Frieden nicht kaputtmachen.« Um ihrer Meinung Nachdruck zu verleihen, klopfte Nicole mit ihren Fingerknöcheln auf die Holztischplatte. Zumindest hoffte Christian, dass es nur die Finger waren. Vielleicht hielt sie schon ein Messer in der Hand.
     Nicole war eine der Frauen, die ihm ein bisschen Angst machten. Sie war hübsch, aber nicht hübsch genug, sehr aufdringlich und immer sehr bemüht. Vor allen Dingen glaubte sie an ihre eigene Unwiderstehlichkeit, die jedoch nur ihr selber auffiel. Christian und den anderen Männern des Dorfes war diese noch nicht begegnet.
     Derweil beschäftigte man sich in der Küche damit, die Dorfbewohner aufzulisten. Christian kam das albern vor. Muckeringen bestand nur aus 17 Personen. Davon waren zwei schlichtweg zu klein, um wirksam den Bau der Biogasanlage zu verhindern. Auch gab es noch Matthias Beier, der sie gar nicht verhindern wollte. Natürlich Christian selber nicht zu vergessen. Ließ sich mit 13 Mann überhaupt noch eine wirksame Gegenwehr aufbauen? Nicole kämpfte sicherlich für zwei. Seine Frau musste nur genügend von der unsagbaren Katastrophe überzeugt werden, dann würde auch sie die Gegner überrollen.
     »Ich verstehe nicht, wo Christian bleibt«, sagte Stephanie und klapperte ungeduldig mit den Suppentassen im Schrank. »Er ist so schlafmützig. Doch wenn er kapiert hat, worum es geht, ist er eine große Hilfe.«
     Beleidigt schüttelte Christian sein linkes Bein, um es langsam wieder aufzuwecken. Er sollte seinen Lauschposten aufgeben, bevor er noch mehr charmante Wahrheiten zu hören bekam. Außerdem musste er seine Strategie überdenken. Dafür hätte er es gerne etwas bequemer.
     »Ich plane das Treffen und gebe dir Bescheid«, sagte Nicole und packte ihre handgeschriebene Liste in ihre Handtasche.
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