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Weltretten für Anfänger
Verfasser: Arto Paasilinna (22)
Verlag: Bastei Lübbe (2011)
VÖ: 9. Dezember 2016
Genre: Gegenwartsliteratur (1807) und Humoristisches Buch (964)
Seiten: 320 (Gebundene Version), 318 (Kindle Edition)
Themen: Befreiung (40), Finnland (39), Gefangenschaft (220), Mittelamerika (7), Moskau (50), Rettung (186), Terrorismus (252)
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Lesermeinungen (1)     Leserkanonen-Rezension
REZENSION DURCH DAS LESERKANONE-TEAM
Dem Gewissen verpflichtet
 
Drei Jahrzehnte sind vergangen, seitdem Arto Paasilinna den Finnen beibrachte, wie auch für Anfänger das Retten der Welt realisierbar ist. Drei Jahrzehnte, in denen man im deutschen Sprachraum auf dem Trockenen saß. Seit einigen Monaten kann man das Ganze nun doch lesen, ohne sich dafür extra das Finnische aneignen zu müssen. Wir haben uns einmal etwas näher angeschaut, ob der Roman in der inzwischen vollkommen veränderten Weltlage immer noch funktioniert.

Der »Meister des skurrilen Humors« genannte Paasilinna wurde 1942 im Norden von Lappland geboren und begann vor knapp einem halben Jahrhundert mit dem Verfassen von Romanen. Seitdem hat er der Welt drei Dutzend Bücher geschenkt, von welchen »Das Jahr des Hasen« vermutlich sein Bekanntestes ist. Das in der Frühphase seines Schaffens entstandene Buch war Anfang der Neunziger Jahre auch das erste, das ins Deutsche übersetzt wurde. Das ursprünglich 1986 veröffentlichte »Weltretten für Anfänger« musste hingegen bis zum Dezember 2016 warten, ehe es im Verlag Bastei Lübbe in deutscher Sprache wiedergeboren wurde. Das 320 Seiten starke Buch ist als gebundene Version für 20 Euro erhältlich, die digitale Variante kostet vier Euro weniger. Darüber hinaus gibt es eine fünfstündige (gekürzte) Hörbuchversion, die - wie auch Paasilinnas andere Romane - von Jürgen von der Lippe eingelesen wurde. Was marketingtechnisch sicher keine schlechte Entscheidung ist, ist für die Ohren eher eine ziemliche Geschmackssache. Schaffen es viele Hörbuchsprecher beispielsweise, mit leichten Stimmvariationen jeder Figur sofort einen eindeutig identifizierbaren Charakter zu geben, klingen bei von der Lippes Hörbüchern praktisch alle Nebenrollen frappierend nach Helge Schneider. Das gefällt sicher einigen, allen anderen wird die geschriebene Version hingegen wohler tun.

In seinem Buch erzählt Paasilinna die Geschichte des finnischen Magisters Viljo Surunen, der in den Achtziger Jahren dazu aufbricht, einen jungen Mann namens Lopez zu befreien, der im fiktiven mittelamerikanischen Staat Kalmatien als politischer Gefangener festgehalten wird. Nach einer Zwischenstation in der Sowjetunion, bei der er die Bekanntschaft eines Pinguinforschers, dessen grantiger Ehefrau und eines Adlers macht, landet er bald in Kalmatien, wo er sich in der Rolle eines Kommunisten, eines Staatsfeindes, eines akademischen Lehrmeisters und eines Ausbruchshelfers wiederfindet, ehe es in einen zweiten fiktiven Staat weitergeht, in dem Surunen an geografisch vollkommen anderer Stelle und unter politisch vollkommen anderen Bedingungen noch einmal erstaunlich ähnliche Erfahrungen machen muss.

Arto Paasilinna ist das Vorbild von Jonas Jonasson, der in den vergangenen Jahren mit einem rüstigen Pflegeheimflüchtling, einer mathematisch begabten Analphabetin und einem zum Sektenführer avancierenden Mörder von sich reden machte. Wenn man bis dato noch kein Buch von Paasilinna gelesen haben sollte, jedoch schon bei Jonasson reingeschnuppert hat, dann wird man tatsächlich erstaunliche Ähnlichkeiten feststellen. Die merkwürdige Selbstverständlichkeit, in der Jonasson seine Protagonisten von einer Absurdität in die nächste schlittern lässt, ohne dass sie sich darüber den Kopf zerbrechen, legt Magister Viljo Surunen tatsächlich auf auffällig gleiche Weise an den Tag. Vielleicht lässt Paasilinna dabei ein paar Kalauer aus, mit denen Jonasson den Pfad seiner Protagonisten gepflastert hätte, aber das gesamte Auftreten von Paasilinnas Protagonisten ist so ähnlich, dass niemandem diese Parallele entgehen dürfte. Da Jonasson das Ganze deutlich weiter auf die Spitze treibt, könnte man Paasilinnas Humor vielleicht als eine Art »Jonasson light« einstufen, doch das würde ihm nicht gerecht werden, denn man muss schließlich bedenken, dass das Buch hier entstand, als der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, erst ein Dreivierteljahrhundert alt war, und dass sich literarische Bissigkeiten und Albernheiten damals noch in anderen Größenordnungen abspielten.

Tatsächlich haben sich die Gegebenheiten in den Ländern, die Paasilinna als Vorlage für Kalmatien und Kytislawonien dienten - welche dies im Detail waren, wird offengelassen, aber man reimt sich natürlich etwas zusammen -, inzwischen stark geändert. Was sich nicht geändert hat, ist die Art und Weise, in der Despoten und diktatorische Regimes ihre Länder führen, und wie sie mit dem politischen Gegner umspringen, Menschenrechte mit den Füßen treten und den Begriff der Meinungsfreiheit in ihrem eigenen Interesse umdefinieren und ad absurdum führen. Daher müsste man heute die Orte ein wenig verschieben, nichtsdestotrotz hat sich an der eigentlichen Aussage des Buchs, nämlich der Parodierung eben dieser Systeme und ihrer Bloßstellung, wenig geändert. Was damals ins Mark traf, das trifft es auch heute, wenngleich das Buch aufgrund der Abstumpfung der Leserschaft vermutlich ein wenig harmloser rüberkommt, als man es damals empfunden hätte.

Allein diese Abstumpfung des Lesers ist es, die dem Buch ein wenig seine Wirkung nimmt - heutzutage hat man eben schon so manche Bücher gelesen und so manche Filme gesehen, die bissiger sind, die Missstände radikaler und kompromissloser durch den Kakao ziehen und deren Humor noch ein ganzes Stück schwärzer ist. Liest man das Buch jedoch mit der zeitlichen Einordnung im Hinterkopf, dann gewinnt es einiges von seiner Wirkung zurück. Deshalb tut man sich selbst einen Gefallen, wenn man die Geschichte des Buchs nicht außer acht lässt - man bekommt dann eine interessante und originelle Zeitreise in die Zustände der Welt vor dreißig Jahren aus dem Blickwinkel eines Mannes, der dem Unrecht mit scharf angespitzten Schreibstift gegenübertrat und sich nicht zu schade war, seinen Lesern die Peinlichkeiten der Herrschaftlichen in aller Deutlichkeit vorzuführen.
– geschrieben von ra-mädel (20. Juni 2017)
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