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Die Ewigen 05 - Das Gedächtnis der Welt
Verfasser: Chriz Wagner (11)
Verlag: Acabus (52) und Endeavour Press (26)
VÖ: 19. September 2016
Genre: Mystery-Roman (316)
Themen: 1933 (5), Bibel (68), Bibliotheken (80), Dreißiger Jahre (136), London (1276), Unsterblichkeit (177)
Reihe: Die Ewigen (10)
Auch in: Sammelband »Die Ewigen 1-5« (Zu Amazon.de führender Werbelink)
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Die Geschichte ist inzwischen als Teil des Sammelbands "Die Ewigen - Erinnerungen an die Unsterblichkeit" erhältlich.

Mein Name ist Thyri. Ich lebe ewig. Solange ich zurückdenken kann, bin ich auf der Erde. Ich suche nach meiner Liebe. Und ich suche nach dem Tod. Gemeinsam werden wir eine Antwort finden auf die Frage: Wer bin ich? Ich kann nicht sterben. Ich kann nicht lieben. Ich bin Thyri.

1933 n. Chr.: Thyri hat eine Anstellung im Lesesaal der London Museum Library. Dort, inmitten all der alten Bücher, fühlt sie sich aufgehoben. Sie hat das Gefühl an einem Ort angekommen zu sein, an dem sie sich nicht verstecken muss. Und vielleicht, so hofft sie, findet sie in einem der abertausend Bücher Informationen über ihre Herkunft, ihre Unsterblichkeit – und über Simon, den sie nicht vergessen kann.

Eines Tages wird die Sammlung der Bibliothek um ein ganz besonderes Schmuckstück reicher: Der Codex Sinaiticus, die älteste Bibelübersetzung der Welt, findet seinen Weg nach London. Und während Thyri noch ihr normales Leben genießt, schleicht sich der Codex langsam in ihre Lebenswirklichkeit und verändert alles.

Denn was hat es mit den seltsamen historischen Ungereimtheiten auf sich, die Thyri immer häufiger in den historischen Büchern entdeckt? Sind ihre Freunde, wer sie vorgeben zu sein? Oder findet Thyri unter ihnen vielleicht endlich einen weiteren Ewigen?

DIE EWIGEN ist eine E-Serie mit Geschichten über Mystery, Horror und einen Hauch Liebe vor den Kulissen der Weltgeschichte. Jede Folge steht für sich allein. Die Folgen bauen nicht aufeinander auf. Thyri und Simon erzählen von mysteriösen Ereignissen aus ihrem ewigen Leben.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Sarah Schemske von Endeavour Press für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Chriz Wagner gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Sinai, Ägypten, 1956

Glühende Hitze brannte auf mich nieder, sodass ich meinen Kopf unter einem weißen Tuch verbergen musste. Schweißtropfen brannten in meinen Augen und der Wind pfiff in meinen Ohren.
     Als ich vom Berg Sinai auf die Mauern des Katharinenklosters hinabblickte, musste ich unwillkürlich an einen überdimensionalen Sandkasten denken. Oder an eine Sandburg am Strand.
     Bei meinem ersten Blick aus der Ferne überkam mich ein tiefes Glücksgefühl. Hinter diesem quadratischen Festungsbau, dem ältesten Kloster der Christenheit, mit Dächern in den verschiedensten Brauntönen, verkroch sich die erste christliche Bibliothek der Welt. Und ich würde sie betreten dürfen. Sechstausend handgeschriebene Schriftstücke erwarteten mich, einige davon älter als das Kloster selbst.
     Seitdem ich am eigenen Leib erfahren hatte, mit welchen ungeheuren Kräften historische Schriften auf unsere Vergangenheit einwirken können, hegte ich den Wunsch, diese Klosterbibliothek zu besuchen. Man sagt, einzig und allein die Sammlung der Biblioteca Vaticana in Rom enthält mehr Originalhandschriften aus dem Altertum.
     Hier, im Katharinenkloster am Fuße des Sinai, hatte der Theologe Konstantin von Tischendorf 1844 den Codex Sinaiticus entdeckt, die älteste handgeschriebene Bibel der Welt. Er erkannte, welchen ungeheuerlichen Fund er gemacht hatte und brachte das Manuskript über Kairo nach Moskau, von wo aus es 1933 in die British Museum Library in London gelangt war.
     Auch er muss diesen Ausblick genossen haben, dachte ich und stieg hinab ins Tal. Dabei fühlte ich mich eng verbunden mit den historischen Ereignissen dieser Stätte.

*


Ein mit schwarzem Talar bekleideter Mönch mit Bart und tiefschwarzer Kappe begleitete mich in einen Raum, dessen hohe Gewölbedecke von imposanten Rundbögen getragen wurde. Seinen Namen wollte er mir nicht verraten. An den Wänden reichten Holzregale bis zur Decke, vollgestopft mit Büchern und Schriftrollen bis oben hin. Nur ein Blick und schon spürte ich die Gewalt der vergangenen Jahrtausende auf mich einwirken.
     Ich erkannte gleich, dass da noch mehr sein musste. Es war eine seltsame Ahnung – als lauerte eine uralte Legende an irgendeinem Ort unter den Steinen der Bibliothek, im Verborgenen.
     Und dann sah ich es: Zwischen zwei Regalen blickte mir eine unscheinbare Tür, ein bisschen zu klein, um aufrecht hindurchzugehen, erwartungsvoll entgegen. Sofort war ich wie gebannt. Stille Vorfreude mischte sich mit dem fahlen Beigeschmack der Erinnerung an die Ereignisse vor 23 Jahren. Ich las, was in hebräischen Schriftzeichen darauf geschrieben stand: ARCHIV.
     Die schwarze Pforte – zwar an einem anderen Ort und in einer anderen Zeit, aber mit derselben Intensität und Anziehungskraft.
     „Was ist damit?“
     „Ich weiß nicht“, sagte der Mönch und sah sich hilfesuchend um.
     „Man hat mir zugesichert, ich könne die Räume betreten – alle Räume“, sagte ich mit Nachdruck.
     Der Mann brummelte etwas Unverständliches.
     „Ist da offen?“ Ich ging zielstrebig auf die Pforte zu.
     „Ich weiß nicht ...“
     Sein Kopf drehte sich hin und her.
     „Lassen sie mich mal“, sagte ich und drückte den Knauf. Die Tür öffnete sich. Und tatsächlich erwartete mich eine Treppe nach unten.
     Ich fühlte mich wie durch die Zeit geschleudert – 23 Jahre. Und die unfassbaren Ereignisse von damals, als ich noch in der British Museum Library arbeitete, überschwemmten meine Erinnerung und jagten mir einen Schauer über den Rücken.
     „Ich weiß nicht ob Sie das dürfen“, jammerte der Mönch.
     Was dieser Mann wusste und sagte, war mir egal. Ebenso, was erlaubt und was verboten war. Die Tür zum Bibliotheksarchiv verschlang mich und ich folgte unsicher ihren Anweisungen die Stufen hinab.
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