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Der Regisseur
Verfasser: Olivia Kleinknecht (5)
Verlag: Eigenverlag (14423), epubli (1005) und Ludwig (17)
VÖ: 13. September 2002
Genre: Gegenwartsliteratur (2719)
Seiten: 435 (Taschenbuch-Version), 438 (Taschenbuch-Version Nr. 2), 420 (Kindle-Version)
Thema: Regisseur (52)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Olivia Kleinknecht für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Olivia Kleinknecht gibt es bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Er trat in einem dunkelblauen, seine Fettleibigkeit niederspielenden Anzug ein. Seine Kleidungsstücke legte er mit umständlich rudernden Bewegungen über einen Stuhl. Unter dem hellblauen Leinenhemd trug er ein Stützkorsett aus elastischer weißer Baumwolle. Es glich einem Verband. Das Korsett fiel zu Boden, als er es über die Stuhllehne hängen wollte. Vergebens hatte er versucht, es mit einer wilden Greifbewegung aufzufangen. Er hob das Korsett ächzend auf und schob es dann unter die abgelegten Kleider. So, dass man es nicht mehr sah. Dann streckte er sich nackt auf dem Rücken aus. Dabei stützte er sich vorsichtig mit den Händen ab, um zu verhindern, dass die Bettfedern quietschten. Die Blonde setzte sich in einem violetten Spitzendessous neben ihn, in Höhe seiner Knie. Es war zwischen ihnen ausgemacht, dass sie seinen überquellenden Körper zärtlich musterte, während er ausschließlich über die Hemmungen sprach, die ihm seine Körperfülle verursachte. Nur ganz selten berührte er sie, und dann strich er bloß mit seiner weißen fleischigen Hand über ihr Haar. Tat er das, bildete sein gewaltiger Rumpf eine wellige, abschießende Fläche, an deren unterem Ende sich sein schwächliches Glied weich zur Seite neigte.

*


Das Zuknallen der Wohnungstür riss Giulia brutal aus dem tiefsten Schlaf. Sie fuhr von dem Stuhl hoch, auf dem sie im Wohnzimmer dann doch eingenickt war.
     „Was, du bist noch nicht angezogen. Porco cane: Schweinerei! Ich will schließlich noch zu Mittag essen. Wie sollen wir das schaffen!"
     Giulia drückte sich geduckt an Bruno vorbei in die Küche, um aus den Resten im Kühlschrank noch schnell einen Imbiss zu basteln. Ein Wahnsinn, so kurz vor der Abfahrt. Während sie Thunfischpaste auf Weißbrotschnitten strich, knüpften ihre Gedanken wieder an das beliebte Thema an: Vielleicht war es tatsächlich das Beste, Bruno zu töten, während er schlief. Oder wäre es nicht noch naheliegender, dreißig Schlaftabletten in dem starken Kaffee aufzulösen, den er jeden Morgen in einem Satz hinunterschüttete? Wenn er sich über die merkwürdige Bitterkeit beklagte, würde sie behaupten, sie hätte die Kaffeemaschine mit einem harmlosen Entkalker gereinigt, da war ein leichter Fremdgeschmack ganz normal. Allerdings konnte jemand auf die gemeine Idee kommen, eine Obduktion zu veranlassen. Dieses Risiko durfte sie nicht eingehen. Nein, nein. Und auch das mit dem Mord im Bett war natürlich Quatsch. Sie musste eine Lösung finden, bei der Bruno auf möglichst unwahrscheinliche Weise umkam, damit man sie nicht so leicht verdächtigte. Wenn sie es zum Beispiel einrichten könnte, dass er vom Blitz getroffen würde...

*


Angelotti war jetzt ausgezeichneter Laune. Wider Erwarten war ihm in Mias Gegenwart alles eingefallen, was ihr die Fertigstellung einer ersten Fassung ermöglichte. Unter seiner Anleitung würde sie hier und da noch einiges einfügen, präzisieren, und was noch fehlte, würde bald im Lauf ihrer weiteren Besprechungen konkretere Gestalt gewinnen. Ein langer freier Tag lag vor ihm. Er konnte sehen, ob er irgendwo unterwegs, auf der Straße oder in einem Café ein Mädchen fand, das ihm für die Schlussszene zusagte, eine blutige Laiendarstellerin. Von draußen drang heiße Luft in die hohen Räume, er begann unter seinem Morgenmantel zu schwitzen. Er breitete ihn über ein Sofa, setzte sich darauf und bedeckte sein Geschlecht mit einem Zipfel des Mantels. Ein Glas Champagner würde seine gute Laune zumindest für die nächste viertel Stunde stabilisieren.
     Maria hörte, dass er ihren Namen rief und eilte herein.
     Sie wirkte irgendwie befangen, es war jedesmal dasselbe, sagte sich Angelotti, nach den Intimitäten mit ihm genierte sie sich. Ha, weil sie sich beim Sex mit ihm als gleichgestellt empfand und ihn jetzt wieder bedienen musste. „Hol Champagner, und zwei Gläser". Jemand sollte sein Glück, wenn schon nicht teilen, so doch zumindest sehen. Glück war keine private Angelegenheit, man musste ihm Gelegenheit zur Entfaltung geben, indem man Dritte einbezog, als Zuschauer.

*


Bruno setzte sich an den Küchentisch. Giulia roch den Schweiß unter seinem Deodorant, Urin vermischt mit Honig. „Vergiss nicht, den Rasierapparat einzupacken, wenn ich im Bad war. Hast du schon alle Fenster geschlossen? Den Kühlschrank ausgeschaltet? Dann stell die Koffer vor die Eingangstür, damit wir sie nicht vergessen. Halt einen Espresso bereit, falls es mit meiner Verdauung nicht klappt, du weißt schon... Und zieh dich endlich an, Madonna!"
     Nach dem Frühstück oder Mittagessen pflegte Bruno, vor sich hin pfeifend, wie sie dieses Pfeifen leid war, lange Zeit, sehr lange Zeit im Bad zu verbringen. Am heutigen Tag der Abreise konnte er seiner geschätzten Gewohnheit nicht frönen. Binnen kurzem mussten sie die Wohnung verlassen. Giulia sah seinem verkniffenen Gesicht an, wie ihn das schmerzte. Er begab sich mit der Kaffeetasse schon zum zweiten Mal ins Bad, um nach zehn Minuten festzustellen, dass er unter Zeitdruck nichts verrichten konnte.

*


Nachdem Angelotti ausgiebig geduscht und sich parfümiert hatte, verließ er die Wohnung in Hochstimmung, in dünne, beige Cool Wool gekleidet. Er rief Maria von Weitem zu: „Lass Marco am Nachmittag kommen." Die Tür fiel krachend ins Schloss.
     Zuerst ginge er zu Fuß in sein Stammrestaurant Strozzapreti in der Via Panetteria. Sein Restaurant war um die Mittagszeit leer, niemand würde ihn belästigen. Die Innenräume waren mild klimatisiert, die Kellner verwöhnten ihn..., und dann würde er verschiedene Cafés um die Piazza di Spagna absuchen. Vielleicht traf er seine zukünftige Peinigerin aber auch in einem Autobus oder in einem der unschönen Außenviertel Roms... Hässlichkeit wurde für ihn in dem Moment interessant und zum Genuss, wo er sich sagte, dass es nirgendwo auf der Welt einen noch hässlicheren Platz geben konnte...
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