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Der Regisseur
Verfasser: Olivia Kleinknecht (5)
Verlag: Eigenverlag (14385), epubli (997) und Ludwig (17)
VÖ: 13. September 2002
Genre: Gegenwartsliteratur (2717)
Seiten: 435 (Taschenbuch-Version), 438 (Taschenbuch-Version Nr. 2), 420 (Kindle-Version)
Thema: Regisseur (52)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Olivia Kleinknecht für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Olivia Kleinknecht gibt es bei Facebook.
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In der Mitte des abgedunkelten, geizig möblierten Raums stand das französische Bett, Rost und Rahmen aus Eisen, Schaumstoffmatratze. Der scharlachrot gerippte, vom Staub angegraute Überwurf hing über das Gestänge des Fußteils auf den Boden, in wüstem Faltenwurf, als hätte ihn jemand gewaltsam vom Bett gerissen. Auf dem grünen Laken saß ein etwa neunzehnjähriges Mädchen, nackt, blond, gespannte Brüste, pralle Hüften, lange, sehr schlanke Beine. Vor dem Bett stand Vittorio Angelotti, der Regisseur, nackt, in seiner Korpulenz mächtig. Er musterte flüchtig den Raum, ehe er sich dem Mädchen zuwandte. Als sich ihre Blicke wie aus Versehen kreuzten, spreizte sie die Beine. Seine Augen hefteten sich automatisch auf das rot gefärbte, zu einem winzigen Dreieck gestutzte Haargekräusel des kindlich wirkenden Geschlechts. Er nickte nur einmal mit dem Kopf. Daraufhin lehnte sie sich nach hinten, so dass er mehr sehen konnte. Den Blick in das feuchte Rosa der sich aufblätternden Vulva verbohrt, ging er in die Knie, zog sie an seinen Körper und drang ohne Vorbereitung in sie ein. Während er mit beiden Händen die Hüften fester packte und das Mädchen immer schneller nur wenige Zentimeter von sich stieß und wieder an sich zog, stierte er an ihr vorbei ins Leere, dahinter verschwammen Wände und Mobiliar zu einem uneinheitlichen Braungrau. Plötzlich hielt er sie an sich gepresst. Das Bild wurde klar, überscharf sprang ihm der grüne Holzladen ins Auge. Sein Atem stand still, die Lider begannen zu flattern, dann sah er nichts mehr. An Schläfen, Stirn und Hals traten Adern hervor. Das Gesicht verzerrte sich zur Grimasse. Er nannte es die Sekunden raum- und zeitlosen Vergessens, in denen er zuerst nur noch seinen Körper, und dann, auf dem Gipfel, die pure Lust, quasi losgelöst vom Körper verspürte; wenige Sekunden nur. Ihnen folgte das ebenso knappe Nachspiel, der Ausklang der Lust. Schließlich kam Ernüchterung, die Enttäuschung über die kurze Dauer. Er schob das Mädchen von sich, stand auf und verschwand ins Bad. Ohne sie zu beachten, kehrte er zurück und zog sich in großer Eile an. Erst bevor er hinausging, widmete er ihr seine sparsame Aufmerksamkeit. Seine Augen verengten sich, ein Lächeln deutete sich auf dem eben noch in zeremoniellem Ernst verhärteten Gesicht an, dasselbe Lächeln, mit dem er gewöhnlich ihm noch unbekannte, aber möglicherweise wichtige Geschäftspartner grüßte.

*


Die Blonde blieb länger als sonst ausgestreckt auf dem Bett liegen. Der Handtaschenfabrikant hatte angerufen; er käme erst morgen. Vittorio Angelotti beschäftigte noch ihre Gedanken. Weshalb bloß? Weil er schön war? Sein Körper erinnerte sie an gewisse Nacktdarstellungen Michelangelos, die man in vielen römischen Restaurants auf Glasuntersetzern findet; sein Körper war: - das überholte Wort ebenmäßig fiel ihr ein. Vielleicht führte aber auch die Eleganz seiner Bewegungen zum Eindruck von Schönheit; also etwas, das mit der Gestalt seines Körpers gar nichts zu tun hatte. Und dann kam ihr in den Sinn, dass er womöglich nur deshalb schön auf sie wirkte, weil er seine Hässlichkeit gewieft verbarg.
     Ihr wurde auf einmal langweilig. Sie reckte sich und stand gähnend auf. Im Bad benutzte sie nur das Bidet, nicht die Dusche, obwohl ein dünner Schweißfilm an ihrem Körper klebte. Sie wollte Angelottis Parfüm noch eine Weile auf der Haut behalten, Signorino, ein herbes Damenparfüm, das jeden Körpergeruch überdeckte.
     Die Blonde trat in einem türkisblauen, am Saum durchbrochenen Leinenkleid aus dem Haus in die Augusthitze. Bevor sie die Via Veneto hinab schlenderte, um sich in Schaufenstern vor luxuriösen Auslagen gespiegelt zu sehen, zählte sie die Scheine in ihrer Geldbörse.

*


Angelotti drängte rücksichtslos durch die Menge auf der Straße, den Kopf gesenkt. Vor seinem nächsten Termin musste er sich dringend umziehen. Alles klebte an ihm. Nach sexuellen Anstrengungen neigte er zu übermäßigem Schwitzen.
     Während er in dem sechs Meter hohen Schlafzimmer seiner Wohnung in der Via Tritone einen dunkelblauen Seidenanzug anlegte, in dem er fast schlank aussah, sann er über seine beruflichen Erfolge nach, und mit welchen Mitteln er sie in den nächsten Monaten noch steigern konnte. Nach dem Gespräch über die Finanzierung seines nächsten Films durch den Softwarehersteller Mixtbit im Hotel Minerva war er mit Mia zum Essen im Forum verabredet. Er lächelte in den großen Barockspiegel, betrachtete sich von oben bis unten und sagte sich vor, dass sein sexueller Appetit vorerst gestillt war, Mia, come al solito: wie üblich, leer ausgehen würde. Frauen erwarteten von ihm immer dasselbe. Allein schon sein Anblick wühlte sie auf. Sie begannen zu fantasieren. Das sah er ihnen an. Er schien der Mann zu sein, der das vollständige Vergessen des Augenblicks ermöglichte, und vergessen wollten sie alle - es gab immer irgendeine Mittelmäßigkeit, die man mit dem Außergewöhnlichen auslöschen wollte. Er lächelte sich zu, fuhr sich durchs blauschwarze Haar und strich seinen Anzug glatt. Wer dieses Vergessen anstrebt, meint in der Regel, der einmalige sexuelle Genuss reiche aus. Ein trauriger Irrtum. Meistens entzückte ihn seine Wirkung. Hin und wieder ärgerten ihn die zahllosen Belästigungen. Er war außergewöhnlich, das wusste er. Doch er verausgabte sich nie bis ins Letzte. Vielmehr hielt er seine Kräfte zurück, um sie nicht im Überschwang zu erschöpfen.
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