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TASCHENBUCH
 
Schuld bist du
Verfasser: Jutta Maria Herrmann (8)
Verlag: Eigenverlag (14442) und Knaur (1396)
VÖ: 25. Mai 2016
Genre: Thriller (5988)
Seiten: 352 (Taschenbuch-Version), 336 (Taschenbuch-Version Nr. 2)
Themen: Berlin (938), Blut (240), Botschaften (250), Journalisten (882), Schuld (563), Verschwinden (1523)
Charts: Einstieg am 23. Juni 2016
Höchste Platzierung (1) am 24. Juni 2016
Zuletzt dabei am 30. Juni 2016
BLOGGERNOTE DES BUCHS
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Errechnet auf Basis von 58 Stimmen
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Erklärung der Bewertungssysteme
In seiner leergeräumten Wohnung findet Journalist Jakob Auerbach eine mit Blut an eine Fensterscheibe geschmierte Botschaft vor: "Schuld bist du!" - und seine Frau und seine Tochter sind verschwunden ...
Lesermeinungen (7)     Leserkanonen-Rezension     Leseprobe     Blogger (9)     Cover
OFFIZIELLE LESERKANONEN-REZENSION
Berliner Geschichten
 
Wenn es einen neuen potenziell lesenswerten Roman gibt, der in Berlin spielt, dann landet das Buch üblicherweise auf dem Tisch eines unserer dort lebenden Mitarbeiter. Das führte vor einigen Wochen dazu, dass unsere geschätzte Mirjam das von Jutta Maria Herrmann geschriebene Buch »Schuld bist du« in die Hände bekam. Ob es sich auch für andere Hauptstadtbewohner oder gar den Rest des Landes lohnt, den Psychothriller selbst näher unter die Lupe zu nehmen, werdet ihr nun erfahren.

Jutta Maria Herrmann ist eigentlich gebürtige Saarländerin, »strandete« jedoch in den Achtziger Jahren in Berlin, um im Duktus des Verlags zu bleiben, auch wenn sich dieser Ortswechsel eher nach dem genauen Gegenteil eines Strandens anhört. In Berlin studierte sie Germanistik und Filmwissenschaften, konnte die dortigen Hausbesetzer gut leiden, und dann arbietete sie in so vielen verschiedenen Berufen, dass man damit ganze Aktenordner füllen könnte. Sie handelte mit Büchern, war Reinigungskraft, Sekretärin, Autorin von Synchrondrehbüchern, Veranstalterin von Punkkonzerten ... und landete schließlich bei einer Tageszeitung. Kurzum, sie hatte vermutlich mit jedem zweiten Berliner schon mal beruflich zu tun, und da dürfte sie so viele Abgründe gesehen haben, dass es kein Wunder ist, dass sie am Ende angefangen hat, Psychothriller zu schreiben. Obendrein ist sie Mitglied des »Syndikats«, des größten Zusammenschlusses deutschsprachiger Krimiautoren.

Frau Herrmanns letztjährigen Roman »Hotline« hat meine Kollegin Anja vor einer Weile für unsere Seite rezensiert, und sie war von dem Buch schwer begeistert. Ich bin also mit einer anständigen Erwartungshaltung an das Buch gegangen, und um es vorwegzunehmen, ich wurde definitiv nicht enttäuscht. »Schuld bist du« wurde vom Knaur Verlag veröffentlicht, erschien Ende Mai und ist rund 350 Seiten stark. Man kann es sowohl als Taschenbuch als auch als E-Book bekommen, und es kostet jeweils 9,99 Euro.

Der Titel des Buches leitet sich von einer Botschaft ab, die Journalist und Hauptfigur Jakob Auerbach nach der Rückkehr aus einer dienstlichen Reise nach Vietnam an der Fensterscheibe seiner Wohnung vorfindet. Aus Sicht von jemandem, der das Buch gelesen hat oder gerade liest, ist das also ein ziemlich nahelegender Titel, allerdings bin ich mir trotzdem nicht ganz sicher, ob er schlau gewählt worden ist, da er mir vor Beginn des Lesens und meiner Beschäftigung mit dem Inhalt für einen Thriller äußerst generisch vorkam. Da ist »Hotline« als Thrillertitel schon viel prägnanter gewesen. Schlussendlich kommt es natürlich auf den Inhalt an, aber nach meinem laienhaften Marketingempfinden könnte es gut sein, dass da einige Leute im Buchladen dran vorbeimarschieren - und das hätte der Roman nicht verdient.

Die (übrigens in Blut geschriebene) Botschaft, die Auerbach in seiner Wohnung findet, ist nicht das einzige Merkwürdige, das sich ihm zeigt. Mindestens ebenso bemerkenswert ist, dass die Wohnung vollkommen leergeräumt ist, und dass vor allem seine Lebensgefährtin und das kleine Töchterchen Mia verschwunden sind. Auerbach und der Leser werden gleich im ersten Kapitel darauf gestoßen, genau wie das großlettrige »Schuld bist du« auch an dieser Stelle schon in Erscheinung tritt. Eine Begegnung mit einem tadelnden Schriftzug, die sich wiederholt durch das Buch ziehen wird und die allein schon durch das gestalterische Herausreißen aus dem Text jedes Mal aufs Neue Eindringlichkeit gewinnt. Jutta Maria Herrmann sorgt mit dem Verzicht auf eine lange Vorrede und mit der direkten Konfrontation mit dem Verschwinden von Frau und Kind dafür, dass das Interesse an der Geschichte abrupt in die Höhe schießt, zumal es vorangestellt auch noch einige kryptische Worte gibt, die skurrilerweise mit »Das Ende« überschrieben sind und dem Buch durch ihre Undeutbarkeit einen geheimnisvollen Flair geben, der sich in einem weiten Bogen um die Geschichte schließt, die passenderweise im »Kurz vor dem Ende« mündet.

Alles, was sich dazwischen befindet, überzeugt auf der ganzen Linie. Wie man es sich denken kann, begibt sich Jakob Auerbach auf die Suche nach Anne und Mia und wird dabei quer durch Berlin gehetzt. Nebenbei, der regionale Aspekt ist einerlei, man muss weder in Berlin wohnen noch einen Berlinbezug haben, um das Buch mögen zu können. Wie man es sich denken kann, wird die ganze Story schnell immer komplexer und rätselhafter, untersetzt mit einer passenden bedrohlichen und sich zuspitzenden Atmosphäre, geschickt gesetzten Wendungen und einem angezogenen Tempo mit entsprechend vielen Szenenwechseln, die sich in beinahe fünfzig kurze Kapiteln wiederspiegeln. So bleibt die Spannung durchweg hoch, die Figuren handeln nachvollziehbar, der Mitfiebereffekt ist groß.

Zusätzliche Würze verleiht dem Ganzen ein zweiter Handlungsstrang, der aus Sicht einer mysteriösen Frau erzählt wird, die sich in einem Krankenhaus am Bett eines Komapatienten befindet. Dabei spielt die Autorin äußerst geschickt mit einer ganzen Fülle an Fragen, angefangen mit der, wer die Frau überhaupt ist, warum der Mann im Koma liegt, was es mit dem Tod ihrer kleinen Schwester auf sich hat - und, und, und. Scharfsinniger hätte man mit der Dosierung der richtigen Mengen an Informationen, die dem Leser gegeben werden, und den Infos, die ihm gerade vorenthalten werden, nicht spielen können. Und mit dem gleichen schreiberischen Geschick werden die Handlungsstränge miteinander verbunden - erst spät im Buch, wie es sich gehört.

So ergibt sich dann ein rundum gelungener Psychothriller, der nicht nur dieser Einordnung absolut gerecht wird, sondern der geradezu als Musterbeispiel herangezogen werden kann. Erst recht, da es die Autorin verstanden hat, all das, was die Leser und die Protagonisten bis dahin erleben müssen, tatsächlich am Ende kulminieren zu lassen und einen daher mit einem Aha-Effekt aus dem Buch zu schicken und das gute Gefühl zu hinterlassen, jede einzelne Minute, die man in das Lesen des Romans gesteckt hat, höchst sinnvoll investiert zu haben. Ein sehr empfehlenswertes Buch!
– geschrieben am 8. Juli 2016
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